Scream Run Die
von Tanja Hanika
Nun
gut, der Blowjob von Jessi im Autokino war nicht schlecht und der Alkohol hatte
auch ein beschwingtes Gefühl beim 17-jährigen Milton hinterlassen, bevor er
Jessi späterhin abgesetzt hatte.
Doch dann Überfährt Milton etwas, was er sich irgendwie nicht erklären kann. Ist das tote Ding da nun ein Tier oder ein kleiner Mensch?
Genau genommen sieht es für
Milton sogar wie ein kleiner toter Dämon aus, den er kurzentschlossen in seinen
Kofferraum packt.
Und so geht dann auch ab zum Haus von Hollys Tante, die gerade im Urlaub weilte.
Und Holly nutzte dies natürlich heute Abend, um mit der ganzen Clique eben eine
heiße Party zu feiern
Das
ganze mag zwar sicherlich keine wirklich clevere Entscheidung von Milton sein,
mit dem blutigen Ding im Kofferraum dort hinzufahren. Aber diesen
"Dämon" will er danach eh irgendwo verschwinden lassen.
Und
warum sollte er sich gerade heute Abend den Spaß verderben. Vielleicht ging ja
auch endlich was bei ihm und der hübschen Holly, was er sich nun auch nicht
wegen dem Ding im Kofferraum versauen wollte.
Als
die Teenager dann auch noch auf die Idee kommen, mit einem Ouija Board der
Tante eine Geisterbeschwörung abzuhalten, nimmt der Abend jedoch eine nicht
gerade positive Wendung.
Denn
zum einen besorgt Milton zusammen mit seinem Kumpel Sam hierzu etwas Blut von
dem seltsamen Kadaver im Kofferraum, und dann erhalten sie bei ihrer
Beschwörung auch noch eine handfeste Todesdrohung. Es sei denn, jemand aus der
Clique hat doch dabei gemogelt.
Und als Noah und Grace sich von den anderen absetzen und sich in einem der oberen Zimmer verziehen, war dies die nächste dumme Idee. Denn im oberen Stockwerk hält sich längst ein dunkel gekleideter Killer mit der ledernen Maske eines Pestarzt aus dem Mittelalter auf und hat nicht vor, auch nur einen der Teenager am Leben zu lassen.
Auch
das dritte Opfer lässt nicht lange auf sich warten, welches in seiner
Überraschung und der einsetzenden Panik für den Killer ebenfalls ein leichtes
Opfer ist. Die Frage dürfte für den Killer allerdings sein, ob der Rest der
Clique es ihm ebenso einfach machen wird, als sie die ersten blutigen Opfer
vorfinden?
Doch dann folgen auch wegen Milton noch so
einige weitere dumme Ideen, um dem Killer nun selbst das Handwerk zu legen.
Denn die Polizei kann Milton schließlich nicht gebrauchen, weil diese dann auch
sehr unangenehme Fragen zu dem blutigen Ding in seinem Kofferraum stellen
würden.
Und
so machen sich Milton und Holly, sowie Sam und Haezel getrennt auf, um den
Killer zu stellen und mit einigen Küchenmessern sein blutiges Handwerk zu
legen. Ob ihnen das allerdings gelingt, dürfte auch davon abhängen, ob sie
wirklich zusammenhalten oder weitere dumme Handlungen in ihrer Panik
durchführen.
Allerdings
steht vielleicht auch die Frage im Raum, was der Killer mit der Pestmaske und
das toten Ding in Miltons Kofferraum verbindet?
- Scream Run Die
- Autor: Tanja Hanika
- Taschenbuch ca. 138 Seiten
- Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
- Erstveröffentlichung: Mai 2017
- ISBN: 979-1-5453-8659-0
„Einige Sekunden später sagte Sam: "Das sollte reichen. War ja leichter als gedacht." Ein wenig erschütterte Milton Sams Kaltschnäuzigkeit. Er warf den Arm einfach zurück auf die Leiche und haute den Kofferraumdeckel zu.“ (Scream Run Die/Seite 27)
Zuerst einmal angemerkt, macht dieser knapp über 100
Seiten lange Horror-Kurzroman schon ab der ersten Seite richtig Spaß. Denn die
Handlung fängt eher sogar zum Schmunzeln an.
Schließlich handelt es sich bei dem Teenager Milton nicht
gerade um ein ganz helles Licht, so das sein Verstand eben eher eine gewisse
Zeit braucht, um überhaupt auf Betriebstemperatur zu kommen.
Dagegen geht der Killer mit der Pestmaske mit einer fasst
schon sadistischen Ruhe und Gelassenheit ans Werk, dass man auf das Überleben
der Kids nun nicht wirklich mit gutem Gewissen auch nur einen Cent setzen
würde.
Genau betrachtet haben wir es hier also eher mit einem
waschechten Slasher-Roman zu tun, der ohne viele Nebenschauplätze gleich in die
Vollen geht, und wo die Autorin Tanja Hanika an Spannung die entsprechenden
Stellschrauben auch interessant weiter anzuziehen weiß.
Als Leser wartet man dann bald auch schon irgendwie
darauf, wie sich die jeweiligen Kids wieder selbst in ihrer Panik ein Bein
stellen. Allerdings wirken solche Situationen dann in der Handlung trotzdem
nicht einfach nur klischeehaft, denn jeder weiß eigentlich, dass man aus
panischer Angst heraus keine wirklich rationalen Entscheidungen fällt.
Es mag zwar etwas morbide klingen, aber man fängt als
Leser glatt schon in diebischer Freude an, Wetten darauf abzuschließen, welche
dumme Entscheidung sich bei den Teenagern durchsetzen wird, bevor sie dann das
Jagdmesser des Killers zu spüren bekommen.
Und wer hinsichtlich des toten Kadavers im Kofferraum von
Miltons Wagen und dem Auftauchen des Killers zuerst keine wirklich logische
Verbindung erkennen kann, der sollte den Kurzroman wirklich nicht aus den
Händen legen, bis man die letzte Seite gelesen hat.
Gesamt betrachtet ist der Horror-Kurzroman SCREAM RUN DIE
von Tanja Hanika ein wirklich kleiner wie kurzweiliger Slasher, der durchweg
Spaß macht zu lesen, aber auch über reichlich blutige Momente verfügt.
Hinzu kommen zwischen den einzelnen Kapiteln dann auch noch die Survival-Tipps des Killers. Und wer den Roman „ANGSTFRESSER“ von Tanja Hanika noch nicht gelesen haben sollte, der bekommt im Band am Ende auch hierzu eine entsprechende Leseprobe zu diesem Horrorroman der Autorin geboten.
© by Konrad Wolfram

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