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Freitag, 27. Februar 2026

Wer ohne Sünde ist...

Das Haus Zamis 136

Wer ohne Sünde ist...

von Michael M. Thurner

Die junge Inspektorin Mirka König, wegen ihrer Größe von 1,61 cm von ihren Kollegen auch gerne "Mikro" genannt, trifft in ihrer neuen Dienstelle nicht gerade auf Gegenliebe. Und erst recht nicht bei  ihrem Vorgesetzten Gruber.

Deshalb schiebt der in der Polizeistation Schillergasse ihr auch gleich den recht gemütlichen wie kugelrunden Kollegen Werdenyi, auch nur der "Zarte" genannt, unter.

Aber auch den anonym eingegangenen Entführungsfall Lydia Zamis hängt man ihr ohne Vorwarnung an, damit sie sich daran möglichst die Zähne ausbeißt.

Aber was der hübschen Polizistin an Körpergröße fehlt, gleicht sie durch ihre unnachgiebige Entschlossenheit wieder aus, was nicht nur ihr Kollege, sondern auch die (dämonische) Größe im Rotlichtmilieu, Christian Holzinger kurze Zeit später zu spüren bekommt.

Denn Mirka besitzt eine selbst ihr noch nicht bekannte Gabe, welche darin besteht, dämonischen Beeinflussungen zu widerstehen. Trotzdem kann auch sie Holzinger noch keine wirklichen Informationen zum Verbleib von Lydia Zamis entlocken.

Dafür treiben ihre Ermittlungen sie auch zu der Callas und ihrem Domina-Gewerbe, in dem manche Sado-Maso-Praktiken den Rahmen nicht nur zwischen Leben und Tod, sondern auch den übernatürlichen Grenzen überschreitet. Und wenn man bei der Callas auftaucht, ist Coco und das Cafe Zamis ja auch nicht mehr wirklich weit.

Michael Zamis, seine Frau Thekla und ihre Söhne machen sich indessen auch auf zum Cafe Zamis. Zwar ist Baalthasar Zebub irgendwo untergetaucht, doch er dürfte bereits seine Rache gegen die Zamis planen.

Und das Skarabäus Toth nun als Chamäleon bei den Zamis sein Dasein fristet, ist irgendwie auch mittlerweile zweitrangig geworden.

Denn längst hat Hieronymus Toth, der Bruder von Skarabäus Toth den Posten als Schiedrichter der Schwarzen Familie eingenommen und hegt ebenfalls keine freundschaftlichen Gefühle für die dämonische Sippe der Zamis.

Allerdings dürften die Zamis selbst auch kaum eine wirkliche Chance gegen einen Dämon wie Baalthasar Zebub haben, weshalb Michael Zamis im Cafe Zamis die Ividia (der Neid) für seine Zwecke befreien will.

Denn sie ist nicht nur eine der in den Wänden des Cafe hausenden Sieben Todsünden, sondern auch eine finstere Kraft, die selbst Zebub gefährlich werden kann.

Da Hieronymus Toth auch bereits die Vorgaben zum Duell von Zebub mit den Zamis überbracht hat, ist es Michael Zamis klar, dass dieser auf dem Friedhof auch eine Armee von Untoten gegen sie einsetzten wird.

Indessen befindet sich Coco mit Mirka König im Untergrund von Wien, um die dämonische Sippe von Holzinger zu bekämpfen, welche für Zebub Lydia Zamis in ihrer Gewalt halten und peinigen.

Doch hat eine Polizistin wie Mikra König überhaupt eine Chance, einen solchen Kampf zu überleben?

  • Veröffentlichung: 27. Dezember 2025
  • Autor: Michael Marcus Thurner
  • Titelbild. Mark Freier
  • Verlag: Bastei

„Der Klingelknopf war unter einer dicken Moosschicht verborgen. Als Mirka ihn betätigte, kroch ein zentimeterlanger Tausendfüßler flugs auf ihre Hand, unter ihr Hemd, den Unterarm hoch.“ (Das Haus Zamis/Band 136, "Wer ohne Sünde ist ..."/ Seite 18)

Michael Marcus Thurner dürfte für viele durchaus ein Begriff sein. Denn er hat nicht wenige gute Romane zur großen SF-Serie „PERRY RHODAN“ beigesteuert, sondern tummelt sich auch in so manch anderer Romanreihe des Bastei Verlag wie z.B." MADDRAX" herum.

Aber er hat auch bereits einige Bücher wie etwa "PLASMAWELT (2010) im Heyne Verlag bzw. „KÖNIG IN KETTEN“ (2016) bei Blanvalet veröffentlicht.

Und ja, nach den beiden letzten, eher enttäuschenden Romanen der Reihe „DAS HAUS ZAMIS“, konnte er mich hier direkt zu Beginn des Romans mit einem sehr interessanten wie spannenden Einstieg in die Handlung besänftigen.

Denn sowohl der Einsatz von Mirka König in der Polizeistation Schillergasse wusste mich als Leser problemlos bei der Stange zu halten, als auch ihr Auftritt bei Holzinger im sündigen Babylonia. Aber auch ihre leicht verstörenden Einblicke in die Welt der Domina Callas wissen zu gefallen.

Allerdings nicht so wirklich überzeugen konnte mich Thurner, als es dann späterhin in Richtung Coco Zamis und dem Rest der dämonischen Zamis-Sippe ging.

Denn spätestens als klar wurde, das man im Kampf gegen Zebub eine der sieben Todsünden aus dem Putz der Wände des Cafe Zamis herauspult, war mir schon irgendwie klar, dass man hier Baalthasar Zebub, bzw. Beelzebub oder Baal am Ende  schnell von der Platte putzen wollte, weil man - für mich als Leser - mit der Figur und ihrem Potential eh irgendwie nicht wirklich klar kam.

Da macht es dann auch nichts mehr, wenn eine im Kampf verstorbene Mirka König am Ende auch wieder putzmunter ihre Dienststelle unsicher machen kann, ohne sich wirklich an alles erinnern zu können. Eben halt ein typisches, aber leider auch belangloses Happy End Marke Friede, Freude, Eierkuchen.

Natürlich darf es in einem Horror-Roman dabei auch mal witzig zugehen. Aber mal ehrlich, wie düngen in Niederösterreich die Ghoule blutrote Mehlwürmer auf biologischer Basis? So was hätte locker eher auf einen Parteitag der Grünen gepasst, weil von da eh ständig so Schoten in ähnliche Form gerissen werden, aber in einem Gruselroman?

Aber gut, ein wenig blödeln gehört halt dazu bei der Dämonen-Invasion. Und ja, Baalthasar Zebub wird am Ende erst mal abgefrühstückt. Ob wirklich dauerhaft, wird sich vielleicht noch zeigen.

Aber wenn ich als Leser das Endergebnis schon im Laufe der ersten ca. 30 Seiten im Urin habe, dürfte wohl klar sein, das mich die eigentliche Handlung mit der Zamis-Family und das darauf folgende Finale auch nicht mehr wirklich vor Spannung vom Sofa werfen konnte.

Dafür war aber der Beginn mit der Nebenhandlung um eine Polizistin recht ansprechend wie spannend aufgebaut worden.

 © by Konrad Wolfram

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