Das Haus Zamis 136
Wer ohne Sünde ist...
von Michael M.
Thurner
Die
junge Inspektorin Mirka König, wegen ihrer Größe von 1,61 cm von ihren Kollegen
auch gerne "Mikro" genannt, trifft in ihrer neuen Dienstelle nicht
gerade auf Gegenliebe. Und erst recht nicht bei
ihrem Vorgesetzten Gruber.
Deshalb schiebt der in der Polizeistation Schillergasse ihr auch gleich den recht gemütlichen wie kugelrunden Kollegen Werdenyi, auch nur der "Zarte" genannt, unter.
Aber auch den anonym eingegangenen Entführungsfall Lydia Zamis hängt man ihr ohne Vorwarnung an, damit sie sich daran möglichst die Zähne ausbeißt.
Aber
was der hübschen Polizistin an Körpergröße fehlt, gleicht sie durch ihre
unnachgiebige Entschlossenheit wieder aus, was nicht nur ihr Kollege, sondern
auch die (dämonische) Größe im Rotlichtmilieu, Christian Holzinger kurze Zeit
später zu spüren bekommt.
Denn
Mirka besitzt eine selbst ihr noch nicht bekannte Gabe, welche darin besteht,
dämonischen Beeinflussungen zu widerstehen. Trotzdem kann auch sie Holzinger
noch keine wirklichen Informationen zum Verbleib von Lydia Zamis entlocken.
Dafür
treiben ihre Ermittlungen sie auch zu der Callas und ihrem Domina-Gewerbe, in
dem manche Sado-Maso-Praktiken den Rahmen nicht nur zwischen Leben und Tod,
sondern auch den übernatürlichen Grenzen überschreitet. Und wenn man bei der
Callas auftaucht, ist Coco und das Cafe Zamis ja auch nicht mehr wirklich weit.
Michael
Zamis, seine Frau Thekla und ihre Söhne machen sich indessen auch auf zum Cafe
Zamis. Zwar ist Baalthasar Zebub irgendwo untergetaucht, doch er dürfte bereits
seine Rache gegen die Zamis planen.
Und
das Skarabäus Toth nun als Chamäleon bei den Zamis sein Dasein fristet, ist
irgendwie auch mittlerweile zweitrangig geworden.
Denn
längst hat Hieronymus Toth, der Bruder von Skarabäus Toth den Posten als
Schiedrichter der Schwarzen Familie eingenommen und hegt ebenfalls keine
freundschaftlichen Gefühle für die dämonische Sippe der Zamis.
Allerdings
dürften die Zamis selbst auch kaum eine wirkliche Chance gegen einen Dämon wie
Baalthasar Zebub haben, weshalb Michael Zamis im Cafe Zamis die Ividia (der
Neid) für seine Zwecke befreien will.
Denn
sie ist nicht nur eine der in den Wänden des Cafe hausenden Sieben Todsünden,
sondern auch eine finstere Kraft, die selbst Zebub gefährlich werden kann.
Da
Hieronymus Toth auch bereits die Vorgaben zum Duell von Zebub mit den Zamis
überbracht hat, ist es Michael Zamis klar, dass dieser auf dem Friedhof auch
eine Armee von Untoten gegen sie einsetzten wird.
Indessen
befindet sich Coco mit Mirka König im Untergrund von Wien, um die dämonische
Sippe von Holzinger zu bekämpfen, welche für Zebub Lydia Zamis in ihrer Gewalt
halten und peinigen.
Doch
hat eine Polizistin wie Mikra König überhaupt eine Chance, einen solchen Kampf
zu überleben?
- Veröffentlichung: 27. Dezember 2025
- Autor: Michael Marcus Thurner
- Titelbild. Mark Freier
-
Verlag:
Bastei
„Der Klingelknopf war unter einer dicken Moosschicht verborgen. Als Mirka ihn betätigte, kroch ein zentimeterlanger Tausendfüßler flugs auf ihre Hand, unter ihr Hemd, den Unterarm hoch.“ (Das Haus Zamis/Band 136, "Wer ohne Sünde ist ..."/ Seite 18)
Michael Marcus Thurner dürfte für viele durchaus ein
Begriff sein. Denn er hat nicht wenige gute Romane zur großen SF-Serie „PERRY
RHODAN“ beigesteuert, sondern tummelt sich auch in so manch anderer Romanreihe
des Bastei Verlag wie z.B." MADDRAX" herum.
Aber er hat auch bereits einige Bücher wie etwa
"PLASMAWELT (2010) im Heyne Verlag bzw. „KÖNIG IN KETTEN“ (2016) bei
Blanvalet veröffentlicht.
Und ja, nach den beiden letzten, eher enttäuschenden
Romanen der Reihe „DAS HAUS ZAMIS“, konnte er mich hier direkt zu Beginn des
Romans mit einem sehr interessanten wie spannenden Einstieg in die Handlung
besänftigen.
Denn sowohl der Einsatz von Mirka König in der
Polizeistation Schillergasse wusste mich als Leser problemlos bei der Stange zu
halten, als auch ihr Auftritt bei Holzinger im sündigen Babylonia. Aber auch
ihre leicht verstörenden Einblicke in die Welt der Domina Callas wissen zu
gefallen.
Allerdings nicht so wirklich überzeugen konnte mich
Thurner, als es dann späterhin in Richtung Coco Zamis und dem Rest der
dämonischen Zamis-Sippe ging.
Denn spätestens als klar wurde, das man im Kampf gegen
Zebub eine der sieben Todsünden aus dem Putz der Wände des Cafe Zamis
herauspult, war mir schon irgendwie klar, dass man hier Baalthasar Zebub, bzw.
Beelzebub oder Baal am Ende schnell von
der Platte putzen wollte, weil man - für mich als Leser - mit der Figur und
ihrem Potential eh irgendwie nicht wirklich klar kam.
Da macht es dann auch nichts mehr, wenn eine im Kampf
verstorbene Mirka König am Ende auch wieder putzmunter ihre Dienststelle
unsicher machen kann, ohne sich wirklich an alles erinnern zu können. Eben halt
ein typisches, aber leider auch belangloses Happy End Marke Friede, Freude,
Eierkuchen.
Natürlich darf es in einem Horror-Roman dabei auch mal
witzig zugehen. Aber mal ehrlich, wie düngen in Niederösterreich die Ghoule
blutrote Mehlwürmer auf biologischer Basis? So was hätte locker eher auf einen
Parteitag der Grünen gepasst, weil von da eh ständig so Schoten in ähnliche
Form gerissen werden, aber in einem Gruselroman?
Aber gut, ein wenig blödeln gehört halt dazu bei der
Dämonen-Invasion. Und ja, Baalthasar Zebub wird am Ende erst mal
abgefrühstückt. Ob wirklich dauerhaft, wird sich vielleicht noch zeigen.
Aber wenn ich als Leser das Endergebnis schon im Laufe
der ersten ca. 30 Seiten im Urin habe, dürfte wohl klar sein, das mich die
eigentliche Handlung mit der Zamis-Family und das darauf folgende Finale auch
nicht mehr wirklich vor Spannung vom Sofa werfen konnte.
Dafür war aber der Beginn mit der Nebenhandlung um eine
Polizistin recht ansprechend wie spannend aufgebaut worden.
© by Konrad Wolfram

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