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Freitag, 6. Februar 2026

Beelzebub

Das Haus Zamis 133

Beelzebub

von Simon Borner

Zwar scheint die dämonische Familie geschlagen zu sein, die scheinbar für den Tod von Michael, Thekla und Coco Zamis verantwortlich war, doch ehe Georg Zamis überhaupt das Erbe über die Schwarze Familie von Wien antreten kann, bricht die dämonische Welt quasi über seinem Kopf auch schon zusammen.

Denn die anderen dämonischen Sippen von Wien scheinen ihn nicht als Oberhaupt ernst zu nehmen und zu akzeptieren.

Und dann meldet auch noch Skarabäus Toth Besitzansprüche für einen Baaltasar Zebub an, was die Villa der Zamis-Sippe betrifft.

Denn offenbar scheint Michael Zamis noch vor seinem Tod seine Stadtvilla eben an diesen noch unbekannten Dämon veräußert zu haben, der nun durch den dunklen Schiedsrichter den Zamis-Geschwistern ein knallhartes Ultimatum stellt, um das Elternhaus zu verlassen.

Das indessen nun wieder verlassene Galgenhaus wird durch mehrere Teenager in der Nacht heimgesucht, die hier mit Drogen, Alkohol und Sex eine rauschende Party feiern wollen. Ein Fehler ... denn hier hat sich längst etwas absolut Böses eingenistet und wird ihr junges Leben beenden.

Und während Georg Zamis versucht, die anderen dämonischen Sippen von Wien irgendwie unter Kontrolle zu bringen, sind es seine Geschwister Lydia und Adalmar, die auf ihre eigene Weise versuchen, hinter die Ziele dieses Baaltasar Zebub zu kommen.

Allerdings läuft Lydia dabei direkt in eine Falle, aus der sie nicht mehr herauskommen kann. Denn der Beelzebub hat bereits alles bis ins Detail geplant gehabt, um sie aus dem Spiel zu nehmen.

Doch auch Wien und seine davon völlig ahnungslosen Bürger geraten immer mehr zur Zielscheibe des "Herrn der Fliegen", der mit seinem tödlichen Terror sowohl in der Kanalisation, auf dem Zentralfriedhof oder auch in einem Passagierflugzeug dunkle Schwärme seiner ekligen Fliegen einsetzt, um Tod und Vernichtung zu säen, womit er gleichsam auch seine eigenen dämonischen Kräfte steigern kann.

Und während dies auch die anderen dämonischen Sippen in Wien immer mehr in Aufregung versetzt, versucht es Georg Zamis in der Kanzlei von Skarabäus Toth mit der direkten Konfrontation auf zuerst verbaler Ebene. Denn auch Baaltasar Zebub ist in seiner menschlichen Gestalt zugegen.

Aber in den Geschwistern Zamis keimt auch längst der Verdacht, dass ihre Eltern und Coco samt der Halbschwester Juna eben nicht wirklich getötet worden sein könnten und das hier eher ein noch undurchsichtiger Trick des Beelzebub dahinter stecken könnte, um die Zamis endgültig aus Wien zu vertreiben.

Indessen ist es Adalmar Zamis, der langsam den wahren Zielen des Baaltasar Zebub auf die Schliche kommt. Und als dieser ihn im Galgenhaus antrifft, versucht der Beelzebub Adalmar für seine Ziele zu überreden. Denn Zebub will mehr als nur Wien. Er will Asmodi selbst vom höllischen Thron stürzen.

  • Veröffentlichung: 15. November 2025
  • Autor: Simon Borner
  • Verlag: Bastei

„Die Stimme ... und das elende Galgenhaus. Das Haus, über das die Lebenden nicht gelogen hatten. Das Haus, das schlimmer war als der Tod.“ (Das Haus Zamis/Band 133, "Beelzebub"/Seite 9)

In Band 133 mit dem Titel „BEELZEBUB“ strickt nun der Autor Simon Borner weiter an der recht interessanten Handlung um den Dämon Baal und seine Brut der Fliegen.

Dabei sind gerade die Passagen innerhalb der Handlung, die sich um bestimmte Orte von Wien und damit der Bedrohung für die normalen Mitmenschen drehen, auch an sich die spannendsten, welche die Handlung regelrecht vorantreiben. Denn die ahnen schließlich nichts davon, dass unter ihnen Dämonen in menschlicher Gestalt leben und wirken.

Und wenn dann ein Kaliber wie Baal (Beelzebub oder eben Baaltasar Zebub) auf den Plan tritt, kann dies für die Normalsterblichen schon mehr als nur recht gefährlich ausarten.

Als Leser erfährt man dann zudem auch, dass es Baal wohl nicht in erster Line um die Zamis-Sippe geht. Aber sie kontrollieren eben die gesamte Schwarze Familie in Wien, was natürlich eine besondere Basis ist, um weiter nach höherem zu streben. Vielleicht liegt genau darin auch der Grund, warum Baal die meisten der Zamis nicht gleich in die Hölle entsorgt hat und diese deshalb immer noch leben.

Die Geschwister Georg und Lydia tun indessen eigentlich nur das, was sie immer tun. Dabei können sie aber so noch keine Pflöcke im Kampf gegen Baal für sich in den Boden schlagen.

Denn eines ist klar, auch wenn sie dem Geheimnis immer wieder um kleine Schritte näher kommen, so sind sie einem Baaltasar Zebub als Dämon des centro terrare wohl eher kaum gewachsen.

Nur Adalmar kommt am Ende dem eigentlichen Rätsel am nächsten, was jedoch eher ein Thema der nächsten Romane sein dürfte. Und so sind es eben die Zamis selbst, die eher etwas Ruhe zur Handlung beisteuern und das Level der Spannung auch immer mal wieder etwas dämpfen.

Und dann bringt der Autor in diesem Roman auch noch die dämonischen Gäste von Cocos „Cafe Zamis“ mit ins Spiel, die ebenfalls nicht an den Tod von Coco und den anderen glauben wollen.

Das ist noch nicht unbedingt spannend, auch hier dürfte der Faden im kommenden Roman wohl weiter aufgenommen werden. Ob das allerdings die Spannung weiter hebt?

Aber hier bleibt das Ränkespiel zwischen den Dämonen jedenfalls weiterhin interessant und man darf gespannt sein, wie es im folgenden Roman mit dem Titel „GEFANGEN!“ (Band 134 von DAS HAUS ZAMIS) weitergeht.

Und der Roman dürfte in der Handlung wohl auch einen Ortswechsel beinhalten, in dem Coco wieder eine gewichtige Rolle spielen dürfte.

 © by Konrad Wolfram

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