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Mittwoch, 28. Januar 2026

Ein Pakt aus Blut

Castor Pollux

Ein Pakt aus Blut

von Rafael Marques (Rafael Hoppe)

Senator Urbanus wird aus der Hafenstadt Tarentum von einem Boten mit Namen Livius Caercus aufgesucht, welcher ihn um die dringende Hilfe des Bezwingers Castor Pollux ersucht.

Castor kommt dieses Ersuchen jedoch nicht wirklich gelegen.

Denn einerseits läuft es mit Florentina und ihm wieder gut und da die Reise per Handelsschiff verlaufen würde, wird ihn sicherlich auch wieder die Seekrankheit plagen.

Doch in Tarentum ist es der Sohn des dortigen Prätor Quintus Cova, der offensichtlich seinen eigenen Sohn Marinus eingesperrt hat, weil dieser plötzlich zu einem blutrünstigen Vampir geworden war.

Einige Zeit vorher in den verlassenen Tempelruinen nahe Tarentum: Hier ist es Marinus der gemeinsam mit den jungen Frauen Aurelia Caerellius, sowie dem Straßenmädchen Nivena, die mit einer Schale voller schwarzem Blut auf Ewig ihre Freundschaft besiegeln wollen.

Denn sowohl Marinus als auch Aurelias Eltern ist diese seltsame Freundschaft ein Dorn im Auge. Denn standesgemäß ist diese Verbindung sicherlich nicht.

Doch das seltsame Blut, welches sie von einer schwarzen alten Frau ohne Gesicht hierzu erhalten, schweißt ihre Freundschaft nicht noch enger, sondern verwandelt sie in Vampire, welche selbst in ihrer Gier nach diesem Lebenssaft dann nicht einmal vor ihren eigenen Familien halt machen lässt.

Nur die nymphenhaft junge Nivena scheint dieser seltsamen Gier nach frischem Blut seltsamer Weise nicht wirklich zu erliegen. Dafür will die alte Schwarze Frau ohne Gesicht nun Aurelia vernichten, wobei sie sich in eine dunkle geflügelte Kreatur verwandelt, der offenbar stets drei Eulen folgen.

Aurelia gelingt jedoch die Flucht, wobei ihr diese dunkle Kreatur sogar vorher noch einen Arm abreißen kann. Doch dieser regeneriert sich bei Vampiren in relativ kurzer Zeit wieder und in die Fluten des Meeres kann die geflügelte Kreatur Aurelia nicht folgen.

Castor Pollux, der indessen in Tarentum angekommen ist und feststellen muss, das Marinus Cova längst aus seiner Gefangenschaft entkommen ist, trifft statt dessen auf die Vampirin Aurelia, die ihrerseits auf der Suche nach Marinus ist. Aber sie hat auch einen Freund von Castor zum Vampir gemacht, welchen er zufällig dort wiedergetroffen hatte.

Zwar gelingt es Castor im Kampf gegen Aurelia die Oberhand zu behalten, doch muss er dann seinen Freund erlösen, den er aus den Kämpfen mit der finsteren Meerjungfrau Borania her kennen lernte.

Doch dies macht seinen Auftrag deshalb nicht einfacher. Denn zu viel Blut von Unschuldigen ist schon geflossen, Marinus der Vampir will nun an seine eigene Schwester herankommen und offenbar gehört die geflügelte alte Frau ohne Gesicht nicht zu den Finsteren. Ist sie vielleicht eher ein Wesen aus einer anderen und sehr dunklen griechischen Mythologie?   

  • Erschienen am 24. Januar 2026
  • Ein Roman von Rafael Marques
  • Taschenheft Band 10 von 12 (zweite Staffel)
  • Erscheinungsweise monatlich
Unter Aurelias erstauntem Blick entfaltete sich das Flügelpaar. Es gab den Blick auf das Geschöpf frei, das zusammengesunken auf dem Brunnendach gehockt hatte und sich nun langsam aufrichtete. "Du!", stieß Aurelia hervor, als sie die uralte Frau aus ihren Träumen erkannte.“ (Castor Pollux: Band 10/Staffel 2, "Ein Packt aus Blut"/Seite 30)

Um den erneuten Riss zum Reich der Finsteren bleibt es auch in Band 10 der zweiten Staffel von „CASTOR POLLUX“ eher still. Doch hier muss der Bezwinger der Finsteren sich auch nicht wirklich mit Gefahren aus früheren Aktivitäten bzw. Hinterlassenschaften der Finsteren beschäftigen.

Denn auch wenn hier das Blut eines toten Vampir eine nicht unerhebliche Rolle spielt und offenbar drei junge Menschen, die völlig in ihrer eigenen Welt leben wollten, ins Unglück stürzt, so  ist das eigentliche Böse etwas völlig anderes.

Und so muss Castor Pollux lerne, dass es nicht nur Monster aus dem Reich der Finsteren gibt. Doch, ist diese schwarze alte Frau ohne Gesicht, die sich in ein gewaltiges gehörntes und mit dunklen Schwingen bewehrtes Monster verwandeln kann wirklich so böse, wie sie aussieht?

Gut, reizen sollte man diese Kreatur nicht, die sicherlich kein Vampir ist. Doch eigentlich steckt hinter ihren Taten eher die Sehnsucht nach Liebe, Nähe und dem Wunsch, nicht alleine die Ewigkeit zu durchschreiten. Und schon das passt sicherlich nicht zu den Finsteren. Doch was hat dies dann mit der mädchenhaften Nivena zu tun?

Der Roman liest sich wieder äußerst spannend und weiß auch wieder eine gehörige Portion an düsterer Atmosphäre aufzubauen. Aber unser Held muss auch vorsichtiger sein, denn auf sich gestellt, kann er auf Hilfe eher kaum vertrauen.

Schließlich hat sein Partner Kimon eine eigene kleine Familie die es zu schützen gilt. Und das schon deshalb, weil die gefährliche Cassia ja ein Auge eben auf diese kleine Familie geworfen hatte.

Was den Roman indessen wirklich aufwertet ist die schwarze alte Frau, dessen Gesicht man eigentlich nie wirklich erkennen, aber zu einer enorm gefährlichen Kreatur mutieren kann.

Da ist es selbst für einen Leser der Serie vielleicht schwer, sie nicht bei den Finsteren einzuordnen. Aber genau das macht die Handlung dieses Taschenheft gerade so interessant wie spannend.

Leider werden wir aber bald wieder etwas auf möglichen Nachschub in Sachen „CASTOR POLLUX“ warten müssen. Denn Februar und März wartet noch ein Zweiteiler für das Finale von Staffel 2 auf uns.

Und danach müssen wir uns auf eine mögliche Staffel 3 von „CASTOR POLLUX“ wohl eben wieder etwas gedulden müssen. Doch dieser noch in den Startlöchern stehende Zweiteiler als Finale dürfte es sicherlich noch in sich haben.

© by Konrad Wolfram

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