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Donnerstag, 25. Dezember 2025

Roman: Halloween III - Die Nacht der Entscheidung

Halloween III

Die Nacht der Entscheidung

von Jack Martin

Dr. Daniel Challis hat es nicht leicht in seinem Leben. Besonders nicht, seit er sich von seiner Frau Linda getrennt hat, mit der er auch die zwei kleinen Kinder Willie und Bella hat.

Und für sie scheint Challis auch irgendwie nur noch der Mann zu sein, der das Geld abdrückt und den Kleinen bei seinen Besuchen noch Geschenke mitbringt. Da ist für ihn in der Klinik die ältere Schwester Agnes zumindest noch eine moralische Stütze.

Aber auch die Werbung im Fernsehen geht Challis enorm auf die Nerven. Und hier gerade die für die Silber-Kleeblatt-Masken zu Halloween. 

Doch späterhin wird ein Spielzeughändler mit Namen Grimbridge eingeliefert, der ziemlich mitgenommen und auch irgendwie verrückt geworden zu sein scheint.

Doch dann kommt es in der Klinik genau bei diesem Grimbridge zu einem grausamen Mordanschlag, wobei der Mörder mit dem grauen Anzug sich vor Challis Augen sogar selbst auf dem Parkplatz mit Benzin übergießt und anzündet. Doch weshalb führte der Killer überhaupt einen offenbar kontrollierten Selbstmord aus?

Da scheinen für Challis und Ellie Grimbridge, der Tochter des ermordeten Ladenbesitzers, zumindest die Spuren in den kleinen Ort Santa Mira zu führen, wo der Sitz der Silver-Shmarock-Fabrik liegt. Und die produziert eine kleine aber überaus beliebte Reihe von drei Halloween-Masken (Hexe, Jack O'Lantern und Totenschädel) für den gesamten US-Markt.

Doch schnell merken Challis und Ellie, das dieses wohl einmal aus Irland stammende Völkchen in Santa Mira sich recht seltsam benimmt. Die einzigen "normalen" Menschen sind dabei eher der angereiste Geschäftsmann Buddy und Betty Kupfer mit ihrem kleinen Sohn, sowie die resulute Einkäuferin Marge Guttman, die auf das seltsame Markenzeichen an den Masken in Form eines Kleeblatt stößt, in dem sich ein Micro-Chip befindet.

Dies beunruhigt Challis noch mehr und dann scheint auch Mrs. Guttman ein Opfer geworden zu sein. Allerdings bringt dies auch zum ersten mal den Besitzer der Fabrik und des ganzen Ortes, Conal Cochran auf den Plan.

Und der ist besonders stolz darauf, im ganzen Land 50 Millionen Masken verkauft zu haben und schaltet hierzu immer noch weitere seltsame Werbespots mit einer Variante der Musik von "London Bridge is falling down" mit eigenem Textinhalt.

Das Cochran auch der Dieb eines ganzen Monoliten aus dem britischen Stonehange ist, dessen magische Splitter verbunden mit den Micro-Chip an den Masken einen grauenhaften Tod herbeiführen, ahnt zu der Zeit aber weder Challis noch Ellie.

Doch dann zieht sich die Schlinge immer weiter zu, als auch Ellie in die Gewalt von Cochran gerät. Und er kontrolliert auch alle Androiden von Santa Mira, die normalen Menschen wie ein Ei dem anderen gleichen. Cochrans Ziel ist es nämlich so viele Kinder durch die magischen Chips an den Masken zu ermorden, wie es nur geht um so das größte rituelle Opfer an Samhain zu vollenden.

Und der Auslöser des Todes sind die Werbespots, die in den ganzen Vereinigten Staaten in dieser Nacht zu Halloween ausgestrahlt werden. Doch kann Challis diesen Wettlauf mit der Zeit überhaupt noch gewinnen? 

  • Halloween III - Die Nacht der Entscheidung
  • Autor: Jack Martin
  • ISBN: 978-3-74677-348-3
  • Taschenbuch, ca. 240 Seiten
  • Verlag: Apex
  • Veröffentlichung: Oktober 2018

„Challis beugte sich tiefer zu ihr herab. Es war schwarz und glänzte. Ihre Zunge? Nein. Nein, das war keineswegs ihre Zunge. Aus den zischenden, ächzenden Ruinen ihrer Kehle krochen die feuchten, obszönen Beine einer lebenden Spinne heraus.“ (Halloween III - Die Nacht der Entscheidung/Seite 126)

Ganz ehrlich. Den Film hatte ich ca. Mitte der 1980er Jahre nur einmal auf VHS-Kassette gesehen und irgendwie gleich gehasst. Die Darstellerinnen und Darsteller waren für mich damals nicht gerade in Höchstform und das ständig im Film plärrende Lied des Werbespots war schlicht nicht nur extrem nervig, sondern schon Körperverletzung auf hohem Niveau.

Von letzterem wird man allerdings beim lesen des Roman zum Film zum Glück verschont. Dabei war die Verfilmung damals schon ein Flop in den Kinos gewesen, so das man den eigentlich verbrannten Michael Myers samt Dr. Loomis wieder von den Toten zurückholte um sie dann in „HALLOWEEN IV - MICHAEL MYERS KEHRT ZURÜCK“ (1988) wieder in die Kinos zu bringen.

Die Abneigung gegen den Film hatte mich allerdings bisher auch stets vor dem Roman zum Film zurückschrecken lassen. Und hier muss ich nun zugeben, dass der Roman bei mir wesentlich mehr Spannung auslösen konnte, als eben die Verfilmung von 1982, die ich mir schon wegen der nervigen Musik sicherlich nie mehr antun werde.

Das der Roman hier nun so positiv bei mir einschlug, mag sicherlich auch an zwei Faktoren gelegen haben. Zum einen die verstrichenen Jahrzehnte, seit ich den Film damals gesehen hatte und zweitens, mein eigenes Kopfkino beim Lesen, welches so nach der langen Zeit seine ganz eigenen Bilder entwirft und die damit ebenfalls besser sind als die eigentliche Kinofassung.

Genau genommen kann ich hier den Roman von Jack Martin daher sogar ehrlich empfehlen, auch wenn es am Ende eben kein wirkliches Happy End gibt (was für mich kein Problem ist) und nicht immer alles wirklich ganz logisch wirkt. Letzteres kann man mit der aufkommenden Spannung nämlich locker kompensieren.

Vom Film selbst kann ich aber weiterhin nur abraten, da sich alleine schon dieses extrem nervige Lied des Werbespots bei mir damals absolut negativ ins Hirn gebrannt hatte. Und das noch einmal knapp 100 Minuten hören zu müssen, würde bei mir wohl wieder Mordgelüste gegenüber dem Player und dem Fernseher auslösen.

 © by Konrad Wolfram

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