Halloween III
Die Nacht der Entscheidung
von Jack Martin
Dr.
Daniel Challis hat es nicht leicht in seinem Leben. Besonders nicht, seit er
sich von seiner Frau Linda getrennt hat, mit der er auch die zwei kleinen
Kinder Willie und Bella hat.
Und
für sie scheint Challis auch irgendwie nur noch der Mann zu sein, der das Geld
abdrückt und den Kleinen bei seinen Besuchen noch Geschenke mitbringt. Da ist
für ihn in der Klinik die ältere Schwester Agnes zumindest noch eine moralische
Stütze.
Aber auch die Werbung im Fernsehen geht Challis enorm auf die Nerven. Und hier gerade die für die Silber-Kleeblatt-Masken zu Halloween.
Doch späterhin wird
ein Spielzeughändler mit Namen Grimbridge eingeliefert, der ziemlich
mitgenommen und auch irgendwie verrückt geworden zu sein scheint.
Doch
dann kommt es in der Klinik genau bei diesem Grimbridge zu einem grausamen
Mordanschlag, wobei der Mörder mit dem grauen Anzug sich vor Challis Augen
sogar selbst auf dem Parkplatz mit Benzin übergießt und anzündet. Doch weshalb
führte der Killer überhaupt einen offenbar kontrollierten Selbstmord aus?
Da
scheinen für Challis und Ellie Grimbridge, der Tochter des ermordeten
Ladenbesitzers, zumindest die Spuren in den kleinen Ort Santa Mira zu führen,
wo der Sitz der Silver-Shmarock-Fabrik liegt. Und die produziert eine kleine
aber überaus beliebte Reihe von drei Halloween-Masken (Hexe, Jack O'Lantern und
Totenschädel) für den gesamten US-Markt.
Doch
schnell merken Challis und Ellie, das dieses wohl einmal aus Irland stammende
Völkchen in Santa Mira sich recht seltsam benimmt. Die einzigen
"normalen" Menschen sind dabei eher der angereiste Geschäftsmann
Buddy und Betty Kupfer mit ihrem kleinen Sohn, sowie die resulute Einkäuferin
Marge Guttman, die auf das seltsame Markenzeichen an den Masken in Form eines
Kleeblatt stößt, in dem sich ein Micro-Chip befindet.
Dies
beunruhigt Challis noch mehr und dann scheint auch Mrs. Guttman ein Opfer
geworden zu sein. Allerdings bringt dies auch zum ersten mal den Besitzer der
Fabrik und des ganzen Ortes, Conal Cochran auf den Plan.
Und
der ist besonders stolz darauf, im ganzen Land 50 Millionen Masken verkauft zu
haben und schaltet hierzu immer noch weitere seltsame Werbespots mit einer
Variante der Musik von "London Bridge is falling down" mit eigenem
Textinhalt.
Das
Cochran auch der Dieb eines ganzen Monoliten aus dem britischen Stonehange ist,
dessen magische Splitter verbunden mit den Micro-Chip an den Masken einen
grauenhaften Tod herbeiführen, ahnt zu der Zeit aber weder Challis noch Ellie.
Doch
dann zieht sich die Schlinge immer weiter zu, als auch Ellie in die Gewalt von
Cochran gerät. Und er kontrolliert auch alle Androiden von Santa Mira, die
normalen Menschen wie ein Ei dem anderen gleichen. Cochrans Ziel ist es nämlich
so viele Kinder durch die magischen Chips an den Masken zu ermorden, wie es nur
geht um so das größte rituelle Opfer an Samhain zu vollenden.
Und
der Auslöser des Todes sind die Werbespots, die in den ganzen Vereinigten
Staaten in dieser Nacht zu Halloween ausgestrahlt werden. Doch kann Challis
diesen Wettlauf mit der Zeit überhaupt noch gewinnen?
- Halloween III - Die Nacht der Entscheidung
- Autor: Jack Martin
- ISBN: 978-3-74677-348-3
- Taschenbuch, ca. 240 Seiten
- Verlag: Apex
-
Veröffentlichung:
Oktober 2018
„Challis beugte sich tiefer zu ihr herab. Es war schwarz und glänzte. Ihre Zunge? Nein. Nein, das war keineswegs ihre Zunge. Aus den zischenden, ächzenden Ruinen ihrer Kehle krochen die feuchten, obszönen Beine einer lebenden Spinne heraus.“ (Halloween III - Die Nacht der Entscheidung/Seite 126)
Ganz ehrlich. Den Film hatte ich ca. Mitte der 1980er
Jahre nur einmal auf VHS-Kassette gesehen und irgendwie gleich gehasst. Die
Darstellerinnen und Darsteller waren für mich damals nicht gerade in Höchstform
und das ständig im Film plärrende Lied des Werbespots war schlicht nicht nur
extrem nervig, sondern schon Körperverletzung auf hohem Niveau.
Von letzterem wird man allerdings beim lesen des Roman
zum Film zum Glück verschont. Dabei war die Verfilmung damals schon ein Flop in
den Kinos gewesen, so das man den eigentlich verbrannten Michael Myers samt Dr.
Loomis wieder von den Toten zurückholte um sie dann in „HALLOWEEN IV - MICHAEL
MYERS KEHRT ZURÜCK“ (1988) wieder in die Kinos zu bringen.
Die Abneigung gegen den Film hatte mich allerdings bisher
auch stets vor dem Roman zum Film zurückschrecken lassen. Und hier muss ich nun
zugeben, dass der Roman bei mir wesentlich mehr Spannung auslösen konnte, als
eben die Verfilmung von 1982, die ich mir schon wegen der nervigen Musik
sicherlich nie mehr antun werde.
Das der Roman hier nun so positiv bei mir einschlug, mag
sicherlich auch an zwei Faktoren gelegen haben. Zum einen die verstrichenen
Jahrzehnte, seit ich den Film damals gesehen hatte und zweitens, mein eigenes Kopfkino
beim Lesen, welches so nach der langen Zeit seine ganz eigenen Bilder entwirft
und die damit ebenfalls besser sind als die eigentliche Kinofassung.
Genau genommen kann ich hier den Roman von Jack Martin
daher sogar ehrlich empfehlen, auch wenn es am Ende eben kein wirkliches Happy
End gibt (was für mich kein Problem ist) und nicht immer alles wirklich ganz
logisch wirkt. Letzteres kann man mit der aufkommenden Spannung nämlich locker
kompensieren.
Vom Film selbst kann ich aber weiterhin nur abraten, da
sich alleine schon dieses extrem nervige Lied des Werbespots bei mir damals
absolut negativ ins Hirn gebrannt hatte. Und das noch einmal knapp 100 Minuten
hören zu müssen, würde bei mir wohl wieder Mordgelüste gegenüber dem Player und
dem Fernseher auslösen.
© by Konrad Wolfram

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