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Montag, 29. Dezember 2025

Novelle: Der Nebel

Der Nebel

von Stephen King

David und Stephanie Drayton sehen sich mit ihrem kleinen Sohn Billy einem wahren Sturm ausgesetzt, der in der Nacht reihenweise Bäume entwurzelt und so manche Schäden anrichtet.

Am nächsten Morgen geht David also daran, mit Billy einige dringende Einkäufe zu tätigen. Dabei kommen sich auch David und sein Nachbar, der Anwalt Brent Norton etwas näher, mit dem sie sogar wegen einem Streit bereits vor Gericht standen.

Nun gut, wirkliche Freunde würden Brent und David wohl nicht mehr in diesem Leben werden, da auch jetzt die Chemie zwischen ihnen nicht wirklich stimmt.

Denn Norton starrt Stephanie immer wieder recht offensichtlich auf die Brüste, die sich unter ihrem T-Shirt abzeichnen.

Aber da Brent für seine Motorsäge dringend Kraftstoff benötigt, um diese überhaupt zum Laufen zu bekommen - ein alter Baum jedoch während des Sturm in der Nacht in seinen Wagen gekracht ist - versucht man auf beiden Seiten das Kriegsbeil möglichst nicht wieder auszugraben.

Und dann lässt David Brent sogar ein, mit ihm zusammen zum Supermarkt zu fahren um die wichtigsten Besorgungen für die nächsten Tage zu machen. Doch ein dichter und sehr seltsamer Nebel, der kürzlich erst über den See gekrochen kam, beunruhigt David. Denn eigentlich verhält sich dieser Nebel gegen jegliche klimatische Logik.

Späterhin, David, Billy und Brent befinden sich bereits im Supermarkt, zieht der Nebel auch hier über sie hinweg und scheint die Menschen darin plötzlich von jeglicher Realität die sie kennen, gnadenlos abzuschneiden.

Denn schnell wird klar, dass in dem Nebel scheinbar fremde Wesen - ja Monster sind, die eine unberechenbare Gefahr darstellen. Davon wollen Brent und einige andere aber nichts wissen, weshalb der Streit zwischen ihm und David erneut ausbricht, nachdem die junge Hilfskraft Norm vor den Augen von David und Ollie Weeks, sowie zwei weiteren Einwohnern im Lagerraum von monströsen Tentakeln eines solchen Monsters getötet und dessen Körper verschleppt wurde.

Glauben will das aber gerade Brent nicht, der als eher Außenstehender in dieser Gemeinde glaubt, von David und den Einwohnern sogar auf den Arm genommen zu werden um ihn allgemein Lächerlich machen zu können.

Als Brent und einige andere den Supermarkt verlassen, hört man recht bald ihre Schreie, aber auch die unheimlichen Geräusche dieser fremden Kreaturen die in diesem dichten Nebel hausen.

Doch nicht nur die Monster im Nebel stellen bald eine Bedrohung dar. Auch unter den Menschen im Supermarkt beginnt sich die Lage bald bedrohlich zuzuspitzen, als die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody immer mehr ihrer verängstigten Mitmenschen in ihren gefährlichen Bann zieht.

Und als sie und ihre vor Angst aufgewühlten Anhänger anfangen von Blutopfern für ihren alttestamentarischen Gott zu reden, um Buße zu tun, wird es David und einigen anderen klar, dass sie alles daran setzen müssen, um den Supermarkt zu verlassen. Denn Monster scheint es nun nicht mehr nur drauen im dichten Nebel zu geben.

  • Der Nebel
  • Autor: Stephen King
  • ISBN: 978-3-453-44116-3
  • Taschenbuch, ca. 240 Seiten
  • Einzelausgabe: 11. Mai 2020
  • Verlag: Heyne

„Mrs. Reppler hatte sich umgedreht. "Vorsicht!", schrie sie mit ihrer rauen Stimme. "Vorsicht, hinter euch!" Gerade als ich mich umdrehen wollte, senkte sich eine Spinnwebe auf Dan Millers Kopf. Er schlug danach, riss daran. Eine der Spinnen war aus dem Nebel hinter uns aufgetaucht.“ (Der Nebel/Seite 186 - 187)

Nun kann man vielleicht sagen, dass man in der Novelle „DER NEBEL“ (Originaltitel: „THE MIST“) von Stephen King doch eigentlich alles wiederfindet, was man auch in der Verfilmung aus dem Jahre 2007 unter der Regie von Frank Darabont (auch Drehbuch und Produktion) bereits sehen durfte.

Dies stimmt, auch wenn natürlich jedem klar sein dürfte, das es zwischen einem Buch und einem Film sicherlich immer gewisse Abweichungen geben wird. Literarisch fand man diese Novelle von King zuerst in dem Heyne-Band „BLUT -SKELETON CREW“, bis das diese Novelle  mit knapp 220 Seiten (der Rest ist Werbung) dann als Einzelausgabe im Mai 2020 erschien.

Und ja, der Handlungsrahmen ist durchaus recht grob betrachtet auch so in der Verfilmung zu sehen, wobei mir jedoch beim lesen dann doch so einige Eigenarten aufgefallen sind, die dann doch irgendwie nicht wirklich zur späteren Umsetzung in der Verfilmung passen.

So ist der Nachbar Brent Norton im Film ein Afroamerikaner (perfekt gespielt von Andre Braugher). Doch beim lesen wollte genau dieses, eigentlich durch den Film bekannte Bild, nicht wirklich mehr in meinem Kopf auftauchen.

Ähnliches stellte ich dann auch bald bei weiteren Figuren fest, wie etwa bei der jungen Lehrerin Amanda Dumfries (im Film gespielt von Laurie Holden mit dem leicht veränderten Nachnamen "Dunfrey"), oder bei der Fanatikerin Mrs. Carmody, im Film sehr intensiv durch die Schauspielerin Marcia Gay Harden verkörpert. 

Einzig bei David Drayton und seinem Sohn Billy konnte ich beim lesen in meinem Kopfkino ohne Probleme die betreffenden Darsteller Thomas Jane und Nathan Gamble einbauen. Richtig schlimm wird es aber, wenn ein Autor - um etwas irgendwie gruseliger erscheinen zu lassen - dann zu Übertreibungen neigt, die so ein betreffendes "Monster" dann aber eher lächerlich wirken lassen.

So fügte Stephen King in seiner Novelle den (im Film) gruseligen Spinnen gleich mal zwölf bis vierzehn Beine an. Und damit schoss King bei mir dann leider auch kilometerweit an einer wirklich erschreckenden Beschreibung vorbei. 

Wer mich also fragt, ob man nun lieber gleich zu der Novelle „DER NEBEL“ greifen sollte, oder doch lieber zuerst zur Verfilmung aus dem Jahre 2007, dem kann ich hier nur den ernst gemeinten Rat geben, zuerst die Novelle zu lesen. Denn spätestens mit dem Film wird die Handlung noch viel besser.

© by Konrad Wolfram

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