Der Nebel
von Stephen King
David
und Stephanie Drayton sehen sich mit ihrem kleinen Sohn Billy einem wahren
Sturm ausgesetzt, der in der Nacht reihenweise Bäume entwurzelt und so manche
Schäden anrichtet.
Am
nächsten Morgen geht David also daran, mit Billy einige dringende Einkäufe zu
tätigen. Dabei kommen sich auch David und sein Nachbar, der Anwalt Brent Norton
etwas näher, mit dem sie sogar wegen einem Streit bereits vor Gericht standen.
Nun
gut, wirkliche Freunde würden Brent und David wohl nicht mehr in diesem Leben
werden, da auch jetzt die Chemie zwischen ihnen nicht wirklich stimmt.
Denn
Norton starrt Stephanie immer wieder recht offensichtlich auf die Brüste, die
sich unter ihrem T-Shirt abzeichnen.
Aber
da Brent für seine Motorsäge dringend Kraftstoff benötigt, um diese überhaupt
zum Laufen zu bekommen - ein alter Baum jedoch während des Sturm in der Nacht
in seinen Wagen gekracht ist - versucht man auf beiden Seiten das Kriegsbeil
möglichst nicht wieder auszugraben.
Und
dann lässt David Brent sogar ein, mit ihm zusammen zum Supermarkt zu fahren um
die wichtigsten Besorgungen für die nächsten Tage zu machen. Doch ein dichter
und sehr seltsamer Nebel, der kürzlich erst über den See gekrochen kam, beunruhigt
David. Denn eigentlich verhält sich dieser Nebel gegen jegliche klimatische
Logik.
Späterhin,
David, Billy und Brent befinden sich bereits im Supermarkt, zieht der Nebel
auch hier über sie hinweg und scheint die Menschen darin plötzlich von jeglicher
Realität die sie kennen, gnadenlos abzuschneiden.
Denn
schnell wird klar, dass in dem Nebel scheinbar fremde Wesen - ja Monster sind,
die eine unberechenbare Gefahr darstellen. Davon wollen Brent und einige andere
aber nichts wissen, weshalb der Streit zwischen ihm und David erneut ausbricht,
nachdem die junge Hilfskraft Norm vor den Augen von David und Ollie Weeks,
sowie zwei weiteren Einwohnern im Lagerraum von monströsen Tentakeln eines
solchen Monsters getötet und dessen Körper verschleppt wurde.
Glauben
will das aber gerade Brent nicht, der als eher Außenstehender in dieser
Gemeinde glaubt, von David und den Einwohnern sogar auf den Arm genommen zu
werden um ihn allgemein Lächerlich machen zu können.
Als
Brent und einige andere den Supermarkt verlassen, hört man recht bald ihre
Schreie, aber auch die unheimlichen Geräusche dieser fremden Kreaturen die in
diesem dichten Nebel hausen.
Doch
nicht nur die Monster im Nebel stellen bald eine Bedrohung dar. Auch unter den
Menschen im Supermarkt beginnt sich die Lage bald bedrohlich zuzuspitzen, als
die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody immer mehr ihrer verängstigten
Mitmenschen in ihren gefährlichen Bann zieht.
Und
als sie und ihre vor Angst aufgewühlten Anhänger anfangen von Blutopfern für
ihren alttestamentarischen Gott zu reden, um Buße zu tun, wird es David und
einigen anderen klar, dass sie alles daran setzen müssen, um den Supermarkt zu
verlassen. Denn Monster scheint es nun nicht mehr nur drau゚en im dichten Nebel zu geben.
- Der Nebel
- Autor: Stephen King
- ISBN: 978-3-453-44116-3
- Taschenbuch, ca. 240 Seiten
- Einzelausgabe: 11. Mai 2020
-
Verlag:
Heyne
„Mrs. Reppler hatte sich umgedreht. "Vorsicht!", schrie sie mit ihrer rauen Stimme. "Vorsicht, hinter euch!" Gerade als ich mich umdrehen wollte, senkte sich eine Spinnwebe auf Dan Millers Kopf. Er schlug danach, riss daran. Eine der Spinnen war aus dem Nebel hinter uns aufgetaucht.“ (Der Nebel/Seite 186 - 187)
Nun kann man vielleicht sagen, dass man in der Novelle „DER
NEBEL“ (Originaltitel: „THE MIST“) von Stephen King doch eigentlich alles
wiederfindet, was man auch in der Verfilmung aus dem Jahre 2007 unter der Regie
von Frank Darabont (auch Drehbuch und Produktion) bereits sehen durfte.
Dies stimmt, auch wenn natürlich jedem klar sein dürfte,
das es zwischen einem Buch und einem Film sicherlich immer gewisse Abweichungen
geben wird. Literarisch fand man diese Novelle von King zuerst in dem
Heyne-Band „BLUT -SKELETON CREW“, bis das diese Novelle mit knapp 220 Seiten (der Rest ist Werbung)
dann als Einzelausgabe im Mai 2020 erschien.
Und ja, der Handlungsrahmen ist durchaus recht grob
betrachtet auch so in der Verfilmung zu sehen, wobei mir jedoch beim lesen dann
doch so einige Eigenarten aufgefallen sind, die dann doch irgendwie nicht
wirklich zur späteren Umsetzung in der Verfilmung passen.
So ist der Nachbar Brent Norton im Film ein
Afroamerikaner (perfekt gespielt von Andre Braugher). Doch beim lesen wollte
genau dieses, eigentlich durch den Film bekannte Bild, nicht wirklich mehr in
meinem Kopf auftauchen.
Ähnliches stellte ich dann auch bald bei weiteren Figuren
fest, wie etwa bei der jungen Lehrerin Amanda Dumfries (im Film gespielt von
Laurie Holden mit dem leicht veränderten Nachnamen "Dunfrey"), oder
bei der Fanatikerin Mrs. Carmody, im Film sehr intensiv durch die
Schauspielerin Marcia Gay Harden verkörpert.
Einzig bei David Drayton und seinem Sohn Billy konnte ich
beim lesen in meinem Kopfkino ohne Probleme die betreffenden Darsteller Thomas
Jane und Nathan Gamble einbauen. Richtig schlimm wird es aber, wenn ein Autor -
um etwas irgendwie gruseliger erscheinen zu lassen - dann zu Übertreibungen
neigt, die so ein betreffendes "Monster" dann aber eher lächerlich
wirken lassen.
So fügte Stephen King in seiner Novelle den (im Film)
gruseligen Spinnen gleich mal zwölf bis vierzehn Beine an. Und damit schoss
King bei mir dann leider auch kilometerweit an einer wirklich erschreckenden
Beschreibung vorbei.
Wer mich also fragt, ob man nun lieber gleich zu der
Novelle „DER NEBEL“ greifen sollte, oder doch lieber zuerst zur Verfilmung aus
dem Jahre 2007, dem kann ich hier nur den ernst gemeinten Rat geben, zuerst die
Novelle zu lesen. Denn spätestens mit dem Film wird die Handlung noch viel
besser.
© by Konrad Wolfram

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