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Samstag, 27. Dezember 2025

Der Vampir von Tirgoviste

Marek der Pfähler 3

Der Vampir von Tirgoviste

von Ian Rolf Hill (Florian Hilleberg)

Daniel, der Novize im Kloster Dealu, unweit von der Stadt Tirgoviste entfernt, ist nicht gerade ein heller Junge. Aber er glaubt im Geiste würde Gott mit ihm reden.

Doch Gott scheint nun von ihm Blut zu fordern, weshalb er dem Mönch Horatio über dem Grab eines Fürsten der  Walachai wie im Wahn die Kehle herausreißt. 

Doch Marie Marek, die sich auch in Dealu befindet, glaubt nicht an ein solches Verlangen seitens Gott.

Während dessen spitzt sich die Lage in dem Kloster Snagov auf der durch ein Unwetter von der Umwelt abgeschnittenen Insel zu. 

Denn  die Striga Bredica greift Alexandru, Frantisek Marek und Seraphina erneut an. Aber auch der Geist von Dracula, der im Körper von Alexandru steckt, wird immer bedrohlicher. Und dann entführt Bredica selbst Alexandru vor den Augen seines Vater.

Zwar kann Frantisek Seraphina aus den eiskalten Fluten retten, in die sie auf dünnem Eis eingebrochen war, weil sie seinen Eichenpfahl holen wollte. Doch dann lässt er sie zurück, als er glaubt, das sie wieder außer Gefahr ist. Denn es drängt ihn, seinen Sohn vor der Striga zu retten und seine Frau Marie endlich wiederzusehen.

Aber auch im Kloster Dealu ist ein Vampir erwacht, der gefährlich werden könnte. Und bei ihm handelt es sich um keinen anderen, als den Vampir Vlad II, auch Dracul genannt, dem Vater von Dracula. Und der hatte einst sogar mit der Striga Bredica, damals noch als Eupraxia bekannt, sogar einen Sohn gezeugt.

Dieser wurde zwar kein Vampir, dafür jedoch durch einen Fluch von seiner teuflischen Mutter zur Unsterblichkeit verdammt, die er im Kloster Dealu als Kerkermeister verbringen musste, um dort das Grab von Vlad II zu bewachen. Denn Vlad II hielt danach die Striga gebannt in seinem Grab im Kloster gefangen.

Doch auch Marie Marek kommt den Geheimnissen mit einem Mönch in der Stadt Tirgoviste gefährlich nahe. Denn dort wartet Bredica selbst am Chindia-Turm auf sie, den einst Dracula selbst bauen ließ. Marie Marek ahnt allerdings noch nicht, welches Monster sich wirklich hinter Bredica verbirgt.

Auch Seraphina wird alleine im Kloster Snagov zunehmend unruhig. Und als sie merkt, das sie nicht alleine dort weilt, findet sie Alexandru in einem Keller, offenbar von Bredica selbst dort nach dem Angriff auf ihn angekettet.

Sie befreit ihn von den Ketten, jedoch war genau dies eher eine Falle. Denn Dracula hat das Bewusstsein von Alexandru in dessen Körper nun fasst völlig verdrängt. Und nun will Dracula wieder zur Macht greifen und - nur zu seinem sadistischen Vergnügen - die nackte Seraphina auf einem Pfahl aufspießen und so langsam unter qualvollen Schreinen sterben lassen.

Frantisek Marek trifft indessen im Kloster Dealu ein. Doch statt seine Frau Marie zu finden, macht er hier die Bekanntschaft mit dem Sohn der Striga als auch dem Vampir Vlad II selbst. Gibt es daher überhaupt noch eine Chance auf Rettung? 

  • Erschienen am 20. Dezember 2025
  • Ein Roman von Ian Rolf Hill
  • Taschenheft Band 3 von 6
  • Erscheinungsweise monatlich

„Der Gestank war unerträglich! Hunderte, wenn nicht Tausende auf Pfähle gespießte menschliche Kadaver gaben diesen Gestank ab. Sie befanden sich in den unterschiedlichsten Stadien der Verwesung. Einige waren bereits bis auf die Knochen verrottet, sodass man die Pfähle durch die Rippen hindurch erblicken konnte. Andere sahen aus, als wären sie erst vor wenigen Stunden gestorben.“ (Marek der Pfähler: Band 3, "Der Vampir von Tirgoviste"/Seite 18)

Mit dem dritten von insgesamt sechs Bänden um MAREK DER PFÄHLER hat der Autor Ian Rolf Hill hier endlich einen richtig guten Vampir-Roman abgeliefert, bei dem es an nichts mangelt. Und das eben ohne Hyänen-Import nach Rumänien.

Mit einem zur Unsterblichkeit verfluchten Abt, der selbst ein Kind einer Striga und Draculas Vater ist, ohne selbst jedoch ein Vampir zu sein, oder das dann an einem anderen Ort auch noch Dracula selbst Gewalt über den Körper von Alexandru Marek erlangt (wenn auch nicht auf Dauer), lässt ein wenig die Gefahr erahnen, wie schnell man sich mit dieser Menge an spannenden Handlungssträngen verzetteln kann.

Aber diese Gefahr umschifft Ian Rolf Hill hier mit Bravour und lässt einen spannenden Moment auf den nächsten folgen. Der einzige Nachteil beim Lesen war aber leider, dass durch die Festtage nicht selten Unruhe und Störungen beim Lesen nicht vermieden werden konnten. Sonst hätte ich wohl in einem Rutsch dieses Taschenheft gelesen.

Einzig störend in der Romanhandlung blieb allerdings wieder einmal die häufigen Hinweise auf JOHN SINCLAIR und seinem Sidekick Suko, was eher schlicht Schleichwerbung für die Bastei-Romanserie im Übermaß darstellt.

Und beinahe wäre dem Autor auf Seite 51 auch noch eine weitere Schleichwerbung für die Romanserie „PROFESSOR ZAMORRA“ (vollständig) herausgerutscht.

Das sollte der Autor doch aber bitte mal unterlassen. Denn das es sich bei „MAREK DER PFÄHLER“ um eine Handlung im John Sinclair-Kosmos handelt, weiß doch nun nicht nur jede Leserin und jeder Leser, sondern auch gegebenenfalls dessen Hund oder  Hauskatze im nahen wie weiteren Umfeld ebenso. Ich persönlich finde solche Schleichwerbung eher sogar völlig unnötig wie hochgradig nervig.

Sieht man aber davon einmal ganz ab, so kann der Roman „DER VAMPIR VON TIRGOVISTE2 in Sachen Spannung und düsterer Atmosphäre wirklich auf hohem Niveau punkten. Hervorzuheben sind dabei auch die traumartigen Rückblicke auf die frühen Grausamkeiten des Grafen Dracula.

© by Konrad Wolfram

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