Marek der Pfähler 3
Der Vampir von Tirgoviste
von Ian Rolf Hill (Florian Hilleberg)
Daniel,
der Novize im Kloster Dealu, unweit von der Stadt Tirgoviste entfernt, ist
nicht gerade ein heller Junge. Aber er glaubt im Geiste würde Gott mit ihm
reden.
Doch Gott scheint nun von ihm Blut zu fordern, weshalb er dem Mönch Horatio über dem Grab eines Fürsten der Walachai wie im Wahn die Kehle herausreißt.
Doch Marie Marek, die sich auch in Dealu befindet, glaubt nicht an ein solches Verlangen seitens Gott.
Während dessen spitzt sich die Lage in dem Kloster Snagov auf der durch ein Unwetter von der Umwelt abgeschnittenen Insel zu.
Denn
die Striga Bredica greift Alexandru, Frantisek Marek und Seraphina
erneut an. Aber auch der Geist von Dracula, der im Körper von Alexandru steckt,
wird immer bedrohlicher. Und dann entführt Bredica selbst Alexandru vor den
Augen seines Vater.
Zwar
kann Frantisek Seraphina aus den eiskalten Fluten retten, in die sie auf dünnem
Eis eingebrochen war, weil sie seinen Eichenpfahl holen wollte. Doch dann lässt
er sie zurück, als er glaubt, das sie wieder außer Gefahr ist. Denn es drängt
ihn, seinen Sohn vor der Striga zu retten und seine Frau Marie endlich
wiederzusehen.
Aber
auch im Kloster Dealu ist ein Vampir erwacht, der gefährlich werden könnte. Und
bei ihm handelt es sich um keinen anderen, als den Vampir Vlad II, auch Dracul
genannt, dem Vater von Dracula. Und der hatte einst sogar mit der Striga
Bredica, damals noch als Eupraxia bekannt, sogar einen Sohn gezeugt.
Dieser
wurde zwar kein Vampir, dafür jedoch durch einen Fluch von seiner teuflischen
Mutter zur Unsterblichkeit verdammt, die er im Kloster Dealu als Kerkermeister
verbringen musste, um dort das Grab von Vlad II zu bewachen. Denn Vlad II hielt
danach die Striga gebannt in seinem Grab im Kloster gefangen.
Doch
auch Marie Marek kommt den Geheimnissen mit einem Mönch in der Stadt Tirgoviste
gefährlich nahe. Denn dort wartet Bredica selbst am Chindia-Turm auf sie, den
einst Dracula selbst bauen ließ. Marie Marek ahnt allerdings noch nicht,
welches Monster sich wirklich hinter Bredica verbirgt.
Auch
Seraphina wird alleine im Kloster Snagov zunehmend unruhig. Und als sie merkt,
das sie nicht alleine dort weilt, findet sie Alexandru in einem Keller,
offenbar von Bredica selbst dort nach dem Angriff auf ihn angekettet.
Sie
befreit ihn von den Ketten, jedoch war genau dies eher eine Falle. Denn Dracula
hat das Bewusstsein von Alexandru in dessen Körper nun fasst völlig verdrängt.
Und nun will Dracula wieder zur Macht greifen und - nur zu seinem sadistischen
Vergnügen - die nackte Seraphina auf einem Pfahl aufspießen und so langsam
unter qualvollen Schreinen sterben lassen.
Frantisek
Marek trifft indessen im Kloster Dealu ein. Doch statt seine Frau Marie zu
finden, macht er hier die Bekanntschaft mit dem Sohn der Striga als auch dem
Vampir Vlad II selbst. Gibt es daher überhaupt noch eine Chance auf
Rettung?
- Erschienen am 20. Dezember 2025
- Ein Roman von Ian Rolf Hill
- Taschenheft Band 3 von 6
-
Erscheinungsweise
monatlich
„Der Gestank war unerträglich! Hunderte, wenn nicht Tausende auf Pfähle gespießte menschliche Kadaver gaben diesen Gestank ab. Sie befanden sich in den unterschiedlichsten Stadien der Verwesung. Einige waren bereits bis auf die Knochen verrottet, sodass man die Pfähle durch die Rippen hindurch erblicken konnte. Andere sahen aus, als wären sie erst vor wenigen Stunden gestorben.“ (Marek der Pfähler: Band 3, "Der Vampir von Tirgoviste"/Seite 18)
Mit dem dritten von insgesamt sechs Bänden um MAREK DER
PFÄHLER hat der Autor Ian Rolf Hill hier endlich einen richtig guten
Vampir-Roman abgeliefert, bei dem es an nichts mangelt. Und das eben ohne
Hyänen-Import nach Rumänien.
Mit einem zur Unsterblichkeit verfluchten Abt, der selbst
ein Kind einer Striga und Draculas Vater ist, ohne selbst jedoch ein Vampir zu
sein, oder das dann an einem anderen Ort auch noch Dracula selbst Gewalt über
den Körper von Alexandru Marek erlangt (wenn auch nicht auf Dauer), lässt ein
wenig die Gefahr erahnen, wie schnell man sich mit dieser Menge an spannenden
Handlungssträngen verzetteln kann.
Aber diese Gefahr umschifft Ian Rolf Hill hier mit
Bravour und lässt einen spannenden Moment auf den nächsten folgen. Der einzige
Nachteil beim Lesen war aber leider, dass durch die Festtage nicht selten
Unruhe und Störungen beim Lesen nicht vermieden werden konnten. Sonst hätte ich
wohl in einem Rutsch dieses Taschenheft gelesen.
Einzig störend in der Romanhandlung blieb allerdings
wieder einmal die häufigen Hinweise auf JOHN SINCLAIR und seinem Sidekick Suko,
was eher schlicht Schleichwerbung für die Bastei-Romanserie im Übermaß
darstellt.
Und beinahe wäre dem Autor auf Seite 51 auch noch eine
weitere Schleichwerbung für die Romanserie „PROFESSOR ZAMORRA“ (vollständig)
herausgerutscht.
Das sollte der Autor doch aber bitte mal unterlassen.
Denn das es sich bei „MAREK DER PFÄHLER“ um eine Handlung im John
Sinclair-Kosmos handelt, weiß doch nun nicht nur jede Leserin und jeder Leser,
sondern auch gegebenenfalls dessen Hund oder
Hauskatze im nahen wie weiteren Umfeld ebenso. Ich persönlich finde solche Schleichwerbung eher sogar
völlig unnötig wie hochgradig nervig.
Sieht man aber davon einmal ganz ab, so kann der Roman „DER
VAMPIR VON TIRGOVISTE2 in Sachen Spannung und düsterer Atmosphäre wirklich auf
hohem Niveau punkten. Hervorzuheben sind dabei auch die traumartigen Rückblicke
auf die frühen Grausamkeiten des Grafen Dracula.
© by Konrad Wolfram

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