Jenseits des Zeitgeistes lauern Gespenster
von Michael
Tillmann
Egal
ob Urzeithöhle oder Metropolis, es ist naiv zu glauben, die Welt würde sich
jemals ändern.
Die
Menschen sind immer noch von den gleichen Lüsten und Ängsten getrieben.
Besonders deutlich wird es, wenn es um Erlebnisse jenseits der
Alltagserfahrungen geht.
Paranormale
Phänomene geben nichts auf Moden und Trends. Denn Gespenstern & Kollegen
geht der Zeitgeist am Allerwertesten vorbei.
In ihrer Sturheit sind sie subversiv. In ihrer Beharrlichkeit geben sie uns Hoffnung.
- Erschienen im November 2025
- Titelbild: Mario Heyer
- Blitz Verlag
- Allgemeine Reihe - Band 34
Enthält die Erzählungen
- Wir haben jahrzehntelang gar nicht gewusst, dass wir ein Problem haben (Erstveröffentlichung)
- Ein so guter Mensch, man könnte kotzen (Erschienen in „Zwielicht 7“, 2015)
- Totem, Totem, Totem, Totem (Erstveröffentlichung)
- Ich, Heinrich der VIII., Tyrann und Fettsack! (Erstveröffentlichung)
- Auch Schwere Jungs haben Prinzipien (Erschienen in DRZ 36, 2005)
- Stereotypische Kannibalen (Erstveröffentlichung)
- Follow the Science und sterbe einsam! (Erstveröffentlichung)
- Bloß nicht schon wieder Industrieruinen! (Erschienen in „Schlagzeilen 120“, 2012)
- Kein Bett im Kornfeld (Erstveröffentlichung)
- Rückbankoffenbarungen (Erstveröffentlichung)
- Wachsender Lärm (Erschienen in „Exodus 18“, 2005)
- Seeschlamm, Hüftgold & Punsch (Erstveröffentlichung)
Nach einem Vorwort von Ellen Norton, startet die
Anthologie „JENSEITS DES ZEITGEISTES LAUERN GESPENSTER“ des Autors MICHAEL TILLMANN mit der etwas ‚untypisch‘ wirkenden Geister-Kurzgeschichte „WIR HABEN
JAHRZEHNTELANG GAR NICHT GEWUSST, DASS WIR EIN PROBLEM HABEN“, die mir als
bissige und witzige Gesellschafts-Satire bereits als Leseprobe sehr gut gefallen
hat.
Eine weitere sehr interessante Geistergeschichte von
MICHAEL TILLMANN ist „EIN SO GUTER MENSCH, MAN KÖNNTE KOTZEN“, in der der Geist
eines gerade getöteten Jungen von einem anderem Geist, einem Mädchen, den
‚Auftrag‘ erhält, die Ärztin Dr. Hirtenpfad-Rademacher aufzuhalten, die Tante
des Geistes des ermordeten Mädchens, um zu verhindern, dass ein weiterer
Kindermörder aufgrund des Gutachtens dieser Ärztin, als ‚geheilt‘ aus einer
Klinik entlassen wird und danach erneut ein Kind tötet.
Nach „TOTEM, TOTEM, TOTEM, TOTEM“, „ICH, HEINRICH DER
VIII., TYRANN UND FETTSACK“. „AUCH SCHWERE JUNGS HABEN PRINZIPIEN“ folgt die
Kurzgeschichte „STEREOTYPISCHE KANNIBALEN“, in der sich ein Autor mit seinem
Verleger zur Geisterstunde auf einem Friedhof trifft.
Nach den beiden Kurzgeschichten „FOLLOW THE SCIENCE UND
STERBE EINSAM!“ sowie „BLOSS NICHT SCHON WIEDER INDUSTRIERUINEN!“, folgt die
Geschichten „KEIN BETT IM KORNFELD“, die aus der Sicht einer Vogelscheuche
geschrieben ist, die sich entscheidet, die Welt außerhalb ihres Kornfeldes zu
erkunden, die ihr letzendlich aber ganz und gar nicht gefällt.
Nach „RÜCKBANKOFFERUNGEN“ und „WACHSENDER LÄRM“ folgt mit
der witzigen Erzählung „SEESCHLAMM, HÜFTGOLD & PUNSCH“ schließlich die
letzte Geschichte der Anthologie, in der ein Horror-Autor Freundschaft mit
Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness schließt.
Nachdem ich mir die zwölf Geschichten der Anthologie „JENSEITS
DES ZEITGEISTES LAUERN GESPENSTER“ durchgelesen habe, musste ich unweigerlich
an die beiden Sprichwörter „Geschmäcker sind verschieden“ und „Über Geschmack lässt
sich streiten“ denken.
Was bedeutet, dass jeder Mensch seine ganz eigenen Vorlieben
und Abneigungen hat und es in Bezug auf diese individuellen „Geschmacksfragen“,
kein ‚Richtig‘ oder ‚Falsch‘ gibt.
Denn wie langweilig wäre es in der Welt, wenn jeder den
gleichen Geschmack hätte. Ziemlich langweilig.
Und auch wenn mir nicht alle Horror- oder
Spuk-Geschichten von MICHAEL TILLMANN gefallen oder meinen Geschmack getroffen haben, so waren doch
alle zwölf Kurzgeschichten der Anthologie „JENSEITS DES ZEITGEISTES LAUERN
GESPENSTER“ originell geschrieben, die zudem alle
eine Gemeinsamkeit haben: sie sind bissige (und zum Teil witzige und sarkastische) Gesellschaftssatire bzw. Gesellschaftskritik.
© by Ingo Löchel

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