Gespenster-Krimi 168
Das Gold der Meermönche
von Sophia Benjamin
Robin McThane wird von ihrer
Freundin Mabel von Augusta im US-Bundesstaat Main in die kleine, abgelegene
Ortschaft Goldwater gefahren, welche direkt am Nordatlantik liegt.
Denn hier will Robin endlich
ihrer Leidenschaft der Malerei fröhnen und Abstand von ihrem Freund Geoffrey
finden, welcher sie aus rein egoistischen Gründen an seiner Seite hält.
Hier, wiederum von der kleinen Ortschaft recht abgelegen, bezieht Robin deshalb ein Ferienhaus, welches sie von der alten Tilly Ott angemietet hat.
Und dieses Haus liegt auch an einer
Bucht, die in früheren Jahren durch seine gefährlichen Riffe vielen Seefahrern
das Leben gekostet hatte und wo deshalb auch unbekannte Reichtümer an Gold und
Edelsteinen in den gefährlichen Tiefen versunken sein sollen.
Und manchmal, so sagt die
Legende, versuchen die Seedämonen ein menschliches Opfer zu finden, indem sie
es durch eines der versunkenen Goldmünzen oder Schmuckstücke am Strand
anlocken. Doch wer diese berührt, der verliert nicht nur seine Seele an den
Meerbischof und seine Mönche, wie man diese Kreaturen allgemein in Goldwater
nennt.
Doch diese Bucht hatte früher
auch den treffenden Namen Deadwater getragen, wegen eben den gefährlichen
Klippen. Und irgendwie scheint die Legende um die Meermönche auch im
Zusammenhang mit der Familie McStratton zu stehen, die auf dem Weg zu Robins
Ferienhaus einstmals eine große Villa bewohnten, welche jetzt jedoch seit
vielen Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben ist, und von der die Bewohner von
Goldwater nur zu gerne schweigen würden.
Aber Robin macht auch die
Bekanntschaft mit dem jungen und gutaussehenden Aidan Roscoe, der nur zu gerne
ihre Nähe sucht, was seiner Mutter
allerdings weniger zu gefallen scheint. Und die ist auch die Besitzerin eines
Motel, einem Supermarkt und einem Diner in Goldwater.
Das es allerdings draußen bei
ihrem Ferienhaus nicht wirklich mit rechten Dingen zugeht, merkt Robin dann
auch selbst recht schnell. Denn gerade Nachts quälen sie plötzlich äußerst
merkwürdige und erschreckende Albträume.
Aber auch ihr Hund, der
Chow-Chow mit Namen Boris legt mitunter ein merkwürdiges Verhalten an den Tag,
weil sein Beschützerinstinkt mehr als nur einmal zutage tritt, ohne das Robin
hierfür einen direkten Grund erkennen kann. Allerdings ist auf Boris sonst
immer Verlass gewesen.
Als sie dann auch noch in der
Nähe plötzlich eine Goldmünze entdeckt, schrillen bei Boris alle Alarmglocken
und Robin entsorgt in sicherer Weise den Fund ohne ihn zu berühren wieder im
Wasser.
Doch auch sonst spitzen sich
die Ereignisse zu. Denn warum hat ein so junger Mann wie Aidan eine bereits
vollständige Zahnprothese und warum verhält sich seine Mutter so ablehnend
gegenüber Robin?
Und was hat McStrattons Close,
die leerstehende Villa mit der Legende dieser Wasserkreaturen zu tun, oder was
bedeutet die schriftliche Warnung an Robin, in der steht, das "Fleisch und
Fisch niemals zusammen gehören"?
Als dann aber auch noch
Geoffrey plötzlich auftaucht und zwei weitere Fotomodels im Schlepptau hat,
bricht plötzlich die Hölle in der Bucht aus, dessen Kreaturen einem seltsam
gelblichen Nebel zu folgen scheinen…
- Erschienen am 15. März 2025
-
Ein Einzelroman von Sophia Benjamin
„Es öffnete die Augen, aus denen Robin ein giftgrüner stechender Blick traf, wie man ihn nie zuvor bei einem Baby gesehen hatte, und gleichzeitig öffnete es einen Mund voll nadelscharfer Hechtzähne.“ (Gespenster-Krimi Band 168, "Das Gold der Meermönche"/Seite 40)
Gut, die Skelette auf dem Cover
tauchen im Roman nirgendwo auf und auch der Titel mit den
"Meermönchen" hat sicherlich etwas vom 1980er-Trash-Faktor des Genre.
Der Roman konnte mich trotzdem gleich von der ersten Seite an fesseln, ohne das
in der gesamten Handlung auch nur ein einziges Mal das Wort "Blut"
aufgetaucht wäre.
Aber in der Handlung redet man
eigentlich auch nur über Leichen bzw. Opfer in der Vergangenheitsform. Trotzdem
schwelt eine stets düstere Atmosphäre der Gefahr in der Handlung, welche die
Spannung langsam aber konsequent ansteigen lässt.
Denn es gelingt der Autorin
Sophia Benjamin interessanter Weise durchaus sehr gut, mit perfekten Sätzen und
einer sich langsam steigernden dunklen Atmosphäre jede Menge Spannung in der
Handlung aufzubauen, ohne gleich entsprechend "blutige Opfer" mitliefern
zu müssen.
Und scheint man sich als Leser
zu Beginn des Romans in der Gegenwart zu befinden, so wird man von der Autorin
schon nach kurzer Zeit in die eher jüngere Vergangenheit versetzt, in der dann
die eigentliche Handlung liegt.
Auch was die Kreaturen des
Bösen in dieser Handlung betrifft, so könnte man sie statt als
"Skelette" (wie auf dem Cover) eher als eine Mischung aus den
Fischmenschen beschreiben, wie man sie in den Erzählungen von H. P. Lovecraft
findet, oder dem Amphibienmonster aus dem Filmklassiker „DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS“ (aus dem Jahre 1954). Aber auch hier macht die Autorin ihr wirklich
ganz eigenes Ding, ohne dabei zu offensichtlich andere Autoren oder Filmemacher
kopieren zu wollen.
Aber es hätte mich auch eher
gelangweilt, wenn die Autorin hier dem Cover des Romans entsprechend etwa die
üblichen Gerippe der Seeleute dieser damals versunkenen Schiffen präsentiert
hätte. Denn das wirkt nicht mehr gruselig, sondern beizeiten schon eher ein
wenig albern.
In der Gesamtheit gelingt es
der Autorin aber darüber hinaus auch immer wieder, die Handlung mit einigen
kurzen aber humorvollen Sätzen oder Begebenheiten erfrischend aufzulockern. Und
auch diese Passagen, bei denen nicht selten auch der Chow-Chow Boris in der
Handlung beteiligt ist, hatten mich so fest im Griff, das ich auch deshalb den
Roman in einem Zug lesen musste.
Man könnte den Roman „DAS GOLD
DER MEERMÖNCHE“ von Sophia Benjamin durchaus eher von der Handlung her einen
Mystery-Thriller als einen wirklich finsteren Horrorroman bezeichnen. Das macht
aber nichts, denn spannend unterhalten hatte mich der Roman mit jeder einzelnen
Zeile.
© by Konrad Wolfram
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