Das Haus Zamis 1
Hexensabbat
von Neal Davenport (Kurt Luif)
Im Alter von 11 Jahren wird Coco Zamis auf die Burg
ihres Patenonkels Cyrano von Behemoth gebracht, wo sie zur Hexe ausgebildet
werden soll.
Kurz nach ihrer Ankunft freundet sie sich mit dem etwas älteren Rupert Schwinger an und verliebt sich in ihn.
Als ihre Schwester Vera auf Rupert aufmerksam wird, schenkt Coco ihm zu seinem Schutz ein Kreuz, das dieser auch benutzt, als er von einem Vampir angegriffen wird, der bei dem Grafen gastiert.
Coco will den Vampir pfählen, wird aber von dem plötzlich auftauchenden Grafen gestört, der Schwinger die Erinnerung an das Ereignis und auch an Coco nimmt.
Fünf Jahre später soll Coco bei einem Sabbat
ihre Hexenweihe empfangen, bei der auch Asmodi zugegen sein und ein Kind mit
ihr zeugen will.
Als Coco erfährt, dass Schwinger dabei geopfert
werden soll, versucht sie, ihn zu retten und Asmodi mit einem Doppelgänger zu
täuschen. Asmodi durchschaut ihren Plan jedoch und verlangt Wiedergutmachung
von der Familie Zamis.
Als Cocos Liebe zu Schwinger durch eine List ihrer
Geschwister in Hass umschlägt, gewinnt sie ihre verlorenen Fähigkeiten zurück
und nimmt an dem von Asmodi geforderten Ritual teil, bei dem Schwinger
verflucht und in eine ihr zugeteilte Dienerkreatur verwandelt wird...
- Erschienen am 27. Oktober 2020
- Erstveröffentlichung: Am 25 März 1975 als „Dämonenkiller 31“
-
Titelbild: Mark Freier
Bei diesem Roman aus der Feder
von Kurt Luif handelt es sich streng genommen um (immerhin sehr umfangreiche)
Fragmente, die dem damaligen ersten Band des “Zamis-Zyklus” der Dämonenkiller -
Serie (Band 31) entnommen wurden. Genauer gesagt präsentiert man dem Leser hier
nur die Abschnitte aus Cocos Jugendzeit.
Die gegenwärtige Handlung des
Romans wurde in diesem und auch im zweiten Band weggelassen, da sie im Kosmos
der “Haus Zamis”-Serie keine Rolle spielt und somit auch keine Beachtung
findet.
Wer den Zamis-Zyklus oder gar
die „Dorian Hunter“- Serie nicht kennt, wird hier also nicht das Gefühl haben
etwas zu verpassen und natürlich sind es auch gerade die Abschnitte aus der
Jugendzeit, welche diesen Roman schon in der Urserie erst zu einem Klassiker
machten, da Luif es hervorragend versteht, den Außenseiter-Status dieser Figur
und ihre entsprechenden Probleme innerhalb ihrer Familie darzustellen.
Auch die Entwicklung ihrer
Fähigkeiten, wie etwa der schnellere Zeitablauf, werden sehr schön
dokumentiert, ebenso wie der Verlust derselben durch die Liebe zu einem
Sterblichen, auch wenn man diesbezüglich nicht nach einem sinnvollen Zusammenhang
suchen sollte. Denn warum sollten Emotionen irgendeinen Einfluss auf die
erlernten magischen Fähigkeiten haben?
Dass Coco am Ende versucht, den
mächtigen Asmodi mit einem simplen Doppelgänger-Trick zu täuschen, erscheint
zwar etwas naiv, man kann es aber in diesem speziellen Fall noch als
Verzweiflungstat durchgehen lassen, zumal man ja in der Urserie gesehen hat,
dass auch mächtige Höllenfürsten durchaus zu täuschen und zu besiegen sind.
Mit der Figur des Rupert
Schwinger wird hier praktisch die Vorgeschichte der Dienerkreatur erzählt,
welche bereits in der „Dämonenkiller“-Serie auftauchte, damals eine sehr
gelungene Idee, auch wenn die meisten Leser der Zamis - Serie dies wohl eher
nicht gewusst und somit auch nicht anerkannt haben dürften.
Unterm Strich erleben wir hier aber auch ohne die Hunter - Szenen einen noch sehr unterhaltsamen, spannenden und stimmungsvollen Auftakt der eigenständigen Zamis-Serie, wobei Kurt Luif sowohl stilistisch als auch mit der Darstellung der Figur die Messlatte schon mal recht hoch legt.
© by Stefan Robijn
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