Gespenster-Krimi 209
Die Nacht der Vogelscheuche
von Morgan D.
Crow
In
der Gemeinde Little Paddocks gibt es vielen Jahren schon eine besondere
Tradition. Denn wenn jemand im Dorf stirbt, fertigt man im Gedenken an den
Verstorbenen eine Vogelscheuche an.
Doch sollte diese hässlich sein oder gar zerbrechen, so sagt man, würde dies Unglück für die Hinterbliebenen bedeuten. Und gerade jetzt findet man in Little Paddocks mehrere Leichen.
Darunter
nicht nur der stadtbekannte Trinker Tevor Haynes, sondern auch die alte Mrs.
Maberly, die schon immer irgendwie recht seltsam wirkte, offenbar viel Geld
besaß und eher zurückgezogen von ihren direkten Mitmenschen lebte.
Molly
Andrews wird indessen in der kommenden Nacht offenbar in ihrem eigenen Haus
bedroht. Dabei war erst kürzlich ihre ältere wie kranke Schwester Alana
verstorben.
Allerdings
war Alana nie eine liebenswerte Person, sondern war selbst ihrer Schwester
Molly gegenüber eine zänkische und unausstehliche Person gewesen.
Das
hierbei die Vogelscheuche zu ihrem Gedenken nicht gerade ansehnlich ausgefallen
war, ist unter diesen Umständen nur zu verständlich.
An
der Universität, erhält Professor Harker indessen einen Hilferuf seitens einer
ehemaligen Studentin. Und da auch Lady Eliza Fitzgibbon gerade bei ihm weilt,
machen sie sich gemeinsam nach Little Paddocks auf, um nach dem Rechten zu
sehen.
Allison
Whitney, die besagte Studentin hatte schon früher eher ihren eigenen Kopf und
wirre Vorstellungen von Archälogie. Und so finden Harker und Eliza sie bei ihrem
Geldgeber, Professor Maddison, welcher die verrückte Idee besitzt, ein altes
Anwesen in eine okkulte Akademie zu verwandeln.
Aber
zum Leidwesen von Harker und Eliza scheint sich auch der düstere Roderick
Craine plötzlich in Little Paddocks herumzutreiben. Und Eliza ist sich sicher
das Craine offensichtlich ein Teufel sein muss, denn ein normaler Mensch ist er
sicherlich nicht.
Doch
welche Verbindung gibt es zwischen Craine und der ermordeten Mrs. Maberly, und
wer ist für die grausamen Morde in der beschaulichen ländlichen Gemeinde
verantwortlich?
Antworten
könnte vielleicht Molly Andrews geben, die aus Angst vorübergehend bei der
resoluten Madge Hunter wohnt. Und welche Rolle spielt hierbei Roderick Craine?
Und dann wird auch noch der versponnene Professor Maddison, laut Allison Whitney, von lebendig gewordenen Vogelscheuchen ermordet.
Und
ehe sich Eliza Fitzgibbon und Professor Harker versehen, sehen sie sich als
Fremde dem wütenden Mob der Anwohner ausgesetzt, bevor die Vogelscheuchen ihre
mörderischen Aktivitäten öffentlich zur Schau stellen.
Doch
wer oder was steckt hinter diesem offensichtlichen Fluch?
- Erstveröffentlichung: Am 10. Oktober 2026
- Autor: Morgan D. Crow
-
Neuer
Roman der „Musgrave Hall“-Serie
„Auch
er erinnerte sich gut an Craine. Hinter seinen Manieren und seiner gewählten
Ausdrucksweise, hinter dem feinen Auftreten und der scheinbaren Beiläufigkeit
verbarg sich eine ganz besondere Art von Ungeheuer.“ (Gespenster-Krimi/Band
209, "Die Nacht der Vogelscheuchen"/Seite 24)
Im GESPENSTER-KRIMI Band 209 gibt es endlich ein
Wiedersehen mit Lady Fitzgibbon von Musgrave Hall aus Goodman's Land. Jedoch
verlegt der Autor Morgan D. Crow dieses Abenteuer in eine kleine Gemeinde
irgendwo in Exeter.
Das macht allerdings nichts, denn die Spannung bleibt
auch hierbei auf einem recht ansprechenden Niveau, selbst wenn so einige
liebgewonnene Charaktere aus Goodman's Land in diesem Roman nicht auftauchen.
Dafür gibt sich aber die finstere Gestalt Roderick Craine
vom Anwesen Ravenhead in Goodman's Land wieder die Ehre.
Und der scheint offensichtlich Professor Harker und Lady
Eliza hier wie Schachfiguren zu benutzen, um den verfluchten Vogelscheuchen
Einhalt zu gebieten.
Doch welcher Geist am Ende wirklich hinter diesen
morbiden Vogelscheuchen steckt, bleibt über eine weite Strecke durchaus ein
Geheimnis. Man kann sich zwar so seine eigenen Gedanken beim Lesen machen und
versuchen, Rückschlüsse zu ziehen. Allerdings so wirklich kann man die
Hintergründe bis zum finalen Bereich des Romans nicht wirklich einfach in der
Handlung festmachen.
Das steigert natürlich die Spannung, auch wenn der Autor
vielleicht auf Seite 1 zum Einstieg in die Handlung einen durchaus
entscheidenden Hinweis hinterlässt.
Auch das Cover liefert durchaus einen Hinweis, zumal es
perfekt zur vorliegenden Handlung passt und eine gewisse düstere Stimmung
verbreitet.
In dem Sinne konnte der Roman „DIE NACHT DER
VOGELSCHEUCHE“ bei mir wieder absolut punkten und erhält so wieder einmal eine
sichere Leseempfehlung von mir.
Man darf nur hoffen, dass es in der Reihe „GESPENSTER-KRIMI“
nicht zu lange dauert, bis man von Morgan D. Crow ein neues Abenteuer von
Musgrave Hall geliefert bekommt. Einen Spitzenplatz unter den Sub-Serien in
dieser Reihe haben diese Abenteuer bei mir jedenfalls sicher.
© by Konrad Wolfram

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