Blut TV
von Edward Lee
I.
W. Farthing ist eigentlich ein ziemlich durchschnittlicher Typ, der jedoch
plötzlich im Küstenstädtchen Burnstow in England einen Wohnmobil in einem
Trailerpark geerbt hat.
Denn
der gehörte eigentlich seinem Onkel Eldred, der kürzlich dort auch verstorben
ist und so ganz nebenbei auch noch einen Haufen Geld hinterlassen hat.
Doch um genau daran zu kommen, müsste Farthing von den USA eben nach England übersiedeln und zukünftig im Trailer von Onkel Eldred leben. Doch damit und mit einem täglichen Bier kann Farthing damit auch gut leben.
Melison, die alle nur Mel nennen, ist Anfang 30, hübsch und arbeitet als Prostituierte, wo sie gerade als knallharte Domina neue Mädels im Bordell anlernt. Doch genau ihre Wege werden sich recht bald mit dem guten Farthing kreuzen.
Denn auch sein
Onkel Eldred war für sie alles andere als ein Unbekannter. Denn der hatte es
für sein Alter noch faustdick hinter den Ohren.
Doch
das gesamte Wohnmobil im Trailerpark, welches Farthing von Onkel Eldreds Anwalt
Montague Cooper präsentiert bekommt, ist alles andere als das, was Farthing
gerade erwartet hatte. Denn der ganze Trailerpark wirkt fasst schon nobel und
seltsamer Weise fahren hier sogar teure Sportwagen ab und an an dem Wohnmobil
vorbei.
Doch
das wirklich ungewöhnliche steht in einem kleinen Raum im äußerst geräumigen
Wohnmobil. Ein alter Fernseher ohne Stromanschluss oder Antenne. Aber Farthing
hat erst einmal genug damit zu tun, sich weitere Informationen aus dem nahen
Pub bei der Barfrau Bernice über seinen Onkel zu holen, bei der er seine Augen
nicht von ihrer üppigen Oberweite lassen kann.
Und
das Problem hatte wohl damals auch Eldred, wie Farthing in einem
pornografischen Fotoalbum seines Onkels feststellen kann. Denn der Alte hat es
offenbar mit jeder Frau im Umland getrieben, die nicht bei Drei auf die Bäume
flüchten konnte.
Und
dann taucht plötzlich in seinem Wohnmobil die heiße Mel unter der Dusche auf,
die den guten Farthing auch gleich mal richtig flach legt. Doch schon in der
Nacht wird Farthing plötzlich von erschreckend grausamen Albträumen geplagt, in
der Menschen in allen Epochen auf erschreckende Weise ihr Leben verlieren.
Und
als Farthing dann noch von Mel erfährt, das Onkel Eldred wegen seiner ganz
besonderen Fähigkeit, die in seiner Blutlinie zu finden ist, seinen Reichtum
einem Bund von reichen Satanisten zu verdanken hat, ist es bereits zu spät.
Denn
Said und die anderen Satanisten nehmen Farthing bereits in die Zange, weil auch
er diese besondere Fähigkeit besitzt. Denn wenn er menschliches Blut trinkt,
setz dies den seltsamen alten Fernseher in Gang. Und der zeigt dann die
grausamen Dinge, die sonst nur der Teufel selbst gesehen hatte.
Doch
ist das wirklich schon alles, was die Satanisten von Farthing wollen?
- Blut TV
- Autor: Edward Lee
- US-Originaltitel: 2022
- Privatdruck ohne ISBN
- Paperback ca. 256 Seiten
- Festa Extrem Reihe
- Übersetzung: Simona Turini
- Verlag: Festa
-
Deutsche
Veröffentlichung: Im August 2024
„Erst jetzt bemerkte Farthing die riesige Bandsäge am Ende des Förderbands; die Frau hatte kaum Zeit, ihr Schicksal zu erfassen, da wurde sie schon brüsk durch das Sägeblatt gezogen und vom Schoß bis zum Kopf halbiert. Ihre beiden Hälften klatschten vom Tisch zu Boden.“ (Blut TV/Seite 81 – 82)
Die Idee ist perfekt und wirklich nicht schon häufig
genutzt. Denn wer hat schon einmal von einem Fernseher gelesen, der nicht am
Strom angeschlossen ist und trotzdem Bilder in perfekter Qualität liefert, wenn
das entsprechende Medium Blut trinkt.
Allerdings, und darauf sollten die Leser achten, ist
Edward Lee durchaus ein Autor, der gerne die Handlung und die Extreme auf die
Spitze treibt und auch mal darüber hinaus geht.
So sollte man als Leserin oder Leser mit der Darstellung
von manchen Gewaltakten aber auch mitunter abseitigen sexuellen Neigungen der
handelnden Figuren klar kommen können.
Wirklich in Gänze erst nehmen darf man diese aber auch
nicht. Denn Lee liebt es, solche Elemente auszureizen bis hin ins Lächerliche,
so das man bei so manchen extremen Absätzen innerhalb der Handlung dann doch
irgendwie wieder schmunzeln muss.
Aber gut, Edward Lee, der hier in Deutschland Dank des
Festa Verlag eine sichere Fangemeinde hinter sich weiß, muss man schon im Punkt
überzogener Darstellungen von Gewalt und Sex in der Handlung mögen.
Dabei gibt es durchaus auch den einen oder anderen Roman
von ihm, welcher nicht gleich in die typisch extreme Kerbe schlägt, sondern
eher mit einem guten Handlungsaufbau und entsprechender Spannung punkten kann.
Doch Edward Lee ist halt ein Autor, der nur zu gerne über
das übliche Maß an bildhaften Beschreibungen hinausgeht und es bereitete ihm
schon immer Vergnügen, wenn er seine Leser wieder einmal schocken konnte.
Nicht umsonst gilt Edward Lee als der Autor, dessen
Romane ein gewagtes, schmutziges, wie
auch verstörendes Erlebnis sein können. Und genau darauf ist der Autor auch
durchaus stolz.
Wer also mit entsprechenden Inhalten keine Probleme hat
und trotz mancher verstörenden Passagen auch einen hintergründigen bis
tiefschwarzen Humor zu schätzen weiß, dem kann ich diesen Roman durchaus ans
Herz legen. Wer dies nicht mag, der sollte allerdings die Finger davon lassen.
© by Konrad Wolfram

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