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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Roman: Blut TV

Blut TV

von Edward Lee

I. W. Farthing ist eigentlich ein ziemlich durchschnittlicher Typ, der jedoch plötzlich im Küstenstädtchen Burnstow in England einen Wohnmobil in einem Trailerpark geerbt hat.

Denn der gehörte eigentlich seinem Onkel Eldred, der kürzlich dort auch verstorben ist und so ganz nebenbei auch noch einen Haufen Geld hinterlassen hat.

Doch um genau daran zu kommen, müsste Farthing von den USA eben nach England übersiedeln und zukünftig im Trailer von Onkel Eldred leben. Doch damit und mit einem täglichen Bier kann Farthing damit auch gut leben.

Melison, die alle nur Mel nennen, ist Anfang 30, hübsch und arbeitet als Prostituierte, wo sie gerade als knallharte Domina neue Mädels im Bordell anlernt. Doch genau ihre Wege werden sich recht bald mit dem guten Farthing kreuzen. 

Denn auch sein Onkel Eldred war für sie alles andere als ein Unbekannter. Denn der hatte es für sein Alter noch faustdick hinter den Ohren.

Doch das gesamte Wohnmobil im Trailerpark, welches Farthing von Onkel Eldreds Anwalt Montague Cooper präsentiert bekommt, ist alles andere als das, was Farthing gerade erwartet hatte. Denn der ganze Trailerpark wirkt fasst schon nobel und seltsamer Weise fahren hier sogar teure Sportwagen ab und an an dem Wohnmobil vorbei.

Doch das wirklich ungewöhnliche steht in einem kleinen Raum im äußerst geräumigen Wohnmobil. Ein alter Fernseher ohne Stromanschluss oder Antenne. Aber Farthing hat erst einmal genug damit zu tun, sich weitere Informationen aus dem nahen Pub bei der Barfrau Bernice über seinen Onkel zu holen, bei der er seine Augen nicht von ihrer üppigen Oberweite lassen kann.

Und das Problem hatte wohl damals auch Eldred, wie Farthing in einem pornografischen Fotoalbum seines Onkels feststellen kann. Denn der Alte hat es offenbar mit jeder Frau im Umland getrieben, die nicht bei Drei auf die Bäume flüchten konnte.

Und dann taucht plötzlich in seinem Wohnmobil die heiße Mel unter der Dusche auf, die den guten Farthing auch gleich mal richtig flach legt. Doch schon in der Nacht wird Farthing plötzlich von erschreckend grausamen Albträumen geplagt, in der Menschen in allen Epochen auf erschreckende Weise ihr Leben verlieren.

Und als Farthing dann noch von Mel erfährt, das Onkel Eldred wegen seiner ganz besonderen Fähigkeit, die in seiner Blutlinie zu finden ist, seinen Reichtum einem Bund von reichen Satanisten zu verdanken hat, ist es bereits zu spät.

Denn Said und die anderen Satanisten nehmen Farthing bereits in die Zange, weil auch er diese besondere Fähigkeit besitzt. Denn wenn er menschliches Blut trinkt, setz dies den seltsamen alten Fernseher in Gang. Und der zeigt dann die grausamen Dinge, die sonst nur der Teufel selbst gesehen hatte.

Doch ist das wirklich schon alles, was die Satanisten von Farthing wollen?

  • Blut TV
  • Autor: Edward Lee
  • US-Originaltitel: 2022
  • Privatdruck ohne ISBN
  • Paperback ca. 256 Seiten
  • Festa Extrem Reihe
  • Übersetzung: Simona Turini
  • Verlag: Festa
  • Deutsche Veröffentlichung: Im August 2024

„Erst jetzt bemerkte Farthing die riesige Bandsäge am Ende des Förderbands; die Frau hatte kaum Zeit, ihr Schicksal zu erfassen, da wurde sie schon brüsk durch das Sägeblatt gezogen und vom Schoß bis zum Kopf halbiert. Ihre beiden Hälften klatschten vom Tisch zu Boden.“ (Blut TV/Seite 81 – 82)

Die Idee ist perfekt und wirklich nicht schon häufig genutzt. Denn wer hat schon einmal von einem Fernseher gelesen, der nicht am Strom angeschlossen ist und trotzdem Bilder in perfekter Qualität liefert, wenn das entsprechende Medium Blut trinkt.

Allerdings, und darauf sollten die Leser achten, ist Edward Lee durchaus ein Autor, der gerne die Handlung und die Extreme auf die Spitze treibt und auch mal darüber hinaus geht.

So sollte man als Leserin oder Leser mit der Darstellung von manchen Gewaltakten aber auch mitunter abseitigen sexuellen Neigungen der handelnden Figuren klar kommen können.

Wirklich in Gänze erst nehmen darf man diese aber auch nicht. Denn Lee liebt es, solche Elemente auszureizen bis hin ins Lächerliche, so das man bei so manchen extremen Absätzen innerhalb der Handlung dann doch irgendwie wieder schmunzeln muss.

Aber gut, Edward Lee, der hier in Deutschland Dank des Festa Verlag eine sichere Fangemeinde hinter sich weiß, muss man schon im Punkt überzogener Darstellungen von Gewalt und Sex in der Handlung mögen.

Dabei gibt es durchaus auch den einen oder anderen Roman von ihm, welcher nicht gleich in die typisch extreme Kerbe schlägt, sondern eher mit einem guten Handlungsaufbau und entsprechender Spannung punkten kann.

Doch Edward Lee ist halt ein Autor, der nur zu gerne über das übliche Maß an bildhaften Beschreibungen hinausgeht und es bereitete ihm schon immer Vergnügen, wenn er seine Leser wieder einmal schocken konnte.

Nicht umsonst gilt Edward Lee als der Autor, dessen Romane ein  gewagtes, schmutziges, wie auch verstörendes Erlebnis sein können. Und genau darauf ist der Autor auch durchaus stolz.

Wer also mit entsprechenden Inhalten keine Probleme hat und trotz mancher verstörenden Passagen auch einen hintergründigen bis tiefschwarzen Humor zu schätzen weiß, dem kann ich diesen Roman durchaus ans Herz legen. Wer dies nicht mag, der sollte allerdings die Finger davon lassen.

© by Konrad Wolfram

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