Marvel Origins
X-Men 5
Da waren es nur
noch Vier!
Offenbar
ist Professor Xavier zu geschwächt und scheint nun seiner Mutantenkräfte völlig
beraubt, was die X-Men in eine gewisse Zwickmühle bringt. Denn nun müssen sie
völlig ohne dessen Hilfe auskommen.
Und dann tauchen auch noch unvermittelt Jean Greys Eltern zu Besuch auf, die nichts vom Zweck dieser Schule und den Fähigkeiten ihrer Tochter wissen.
Aber auch Mastermind von der Bruderschaft der bösen Mutanten ist ganz in der Nähe und such das Hauptquartier der X-Men.
Doch
da er damit scheitert, holt Quicksilver ihn wieder ab und bringt ihn zu einem
Asteroiden in der Umlaufbahn der Erde, wo Magneto und die anderen Mutanten ihre
Basis haben.
Und
Magneto hat bereits einen neuen Plan und schickt Toad maskiert auf ein
Sportfest, wo seine unglaublichen Fähigkeiten bald den Unmut der Zuschauer
wegen Betrugsverdacht auslöst.
Zwar
kommen die X.Men ihm zu Hilfe und retten ihn vor den wütenden Menschen, jedoch
erkennt Beast recht schnell, wer sich wirklich hinter der Maske verbirgt und
das dies nur eine weitere Falle ist.
Doch
dann taucht Magneto mit seinen Mutanten auf und bei der gewaltsamen
Auseinandersetzung können die X-Men Toad zwar festhalten, doch Magneto und die
anderen nehmen Angel als Geisel mit auf den Asteroiden. Und dort unterzieht ihn
Magneto einer Folter um endlich den Aufenthaltsort von Prof. Xavier zu
erfahren.
Toad
indessen wirkt wie in Trance und will zurück zu Magneto, was die X-Men
ausnutzen können, um mit einem der Raumkapseln von Magnetos Basis im Weltraum
mitzufliegen und so Angel zu befreien.
Aber
auch hier kommt es schnell zu weiteren Kämpfen zwischen den X-Men und den
Mutanten Magnetos. Und letzterer würde nur zu gerne die X-Men nun endgültig
vernichten. Doch die Scarlet Witch schreitet gegen Magneto ein, weil sie einen
solchen Mord nicht auf ihrem Gewissen haben will.
Und
so wird in der weiteren Auseinandersetzung eher aus Versehen der
Sprengmechanismus der Asteroidenbasis ausgelöst. Cyclops, der versucht hatte
Quicksilver und die Scarlet Witch dazu zu bringen, die Seiten endgültig zu
wechseln, wird nun fasst das erste Opfer von Magneto.
Doch
es gelingt den anderen X-Men ihn zu retten und mit einer der Rettungskapseln
zur Erde zu entkommen. Dabei wissen sie nur zu gut, das ein weiterer Kampf
gegen Magneto und seiner Bruderschaft der bösen Mutanten nur wieder
aufgeschoben ist.
Indessen
in der Schule von Prof. Xavier angekommen, erfahren die X-Men dann, das der
Professor nie seine Fähigkeiten verloren hatte, sondern dies alles von ihm als
ein letzter Test betrachtet wurde, um zu sehen, ob die X-Men auch ohne seine
ständige Hilfe nun Handlungsfähig sein würden.
- Erschienen Mai 1964
- Autor: Stan Lee
- Zeichner: Jack Kirby
- Vertieb: Hachette Collections SNC
-
Fortsetzung
von X-MEN #4
Tritt Magneto hier noch wie ein kaltblütiger Schurken
auf, der seine bösen Taten aufgrund eines krankhaften Verfolgungswahn, gepaart
mit einem intensiven Machtanspruch verübt, so trifft dies eigentlich nur auf
die Zeit zwischen 1963 bis 1985 bei dieser Figur von Marvel zu.
Dafür merkt man allerdings hier schon schnell, dass die
Mutanten Scarlet Witch und Quicksilver langsam in Richtung Helden aufgebaut
werden sollen.
Erst der Autor Chris Claremont machte sich später in
Sachen Magneto daran, dieses aufgebaute Schwarz-Weiß-Schema in den Comics
nachhaltig aufzubrechen. Denn hinter dem feindlichen Verhalten von Magneto
steckten auch dessen dunkle Erfahrungen als Kind in einem Konzentrationslager.
Und später wird sich in der Serie dann herausstellen, das
bei nicht wenigen Teilen der normalen Menschen gegen Mutanten durchaus aus
Angst eine Form des Rassismus heranwächst.
Genau das scheint aber auch den dann folgenden Hype der „X-MEN“-Comics
ausgelöst zu haben. Und hier ist Magneto dann auch nicht mehr nur einfach ein
Monster mit geradezu krankhaften Machtgelüsten.
Denn er wird z.B. sogar zum Ausbilder am Xavier-Institut
für Mutanten (seitens Professor X) und entwickelt sich so auch immer mehr zu
einer der wichtigsten Schlüsselfiguren in Marvels X-Universum.
Die Beliebtheit der Figur Magneto (Erik Lehnsherr) erfuhr
dann nochmals einen gewaltigen Schub unter den Comic-Fans durch die „X-MEN“-Kinofilme,
in denen Magneto von den Schauspielern Ian McKellen und später dann die jüngere
Version von Michael Fassbender verkörpert wurden.
Dieser Prozess, in dem auch die Mutanten zumeist nicht
mehr nur in Gut oder Böse einsortiert wurden, dürfte wohl der eigentliche
Ausgangspunkt für die nun rasch wachsende Beliebtheit der späteren „X-MEN“-Comics
gewesen sein.
Denn zu Beginn dümpelte die Beliebtheit der Serie ja eher
etwas mager vor sich hin und es gab sogar Stimmen, die behaupteten, dass dies
wohl (nur) an der einheitlichen Kostümierung gelegen habe, da die X-Men so
nicht farbenfroh genug für die damals noch recht jungen Fans wirkten.
Dass letztere Kritik allerdings nicht so ganz den Kern
traf, zeigt z.B. recht eindringlich die ebenfalls einheitliche wie in ihrer Art
schlichte Kostümierung der FANTASTIC FOUR, welche trotzdem die erste
Erfolgswelle (November 1961) für die späteren Superhelden-Serien aus dem Hause
Marvel in Sachen Beliebtheit auslösten.
Viel eher dürfte der Hemmschuh zum schnellen Erfolg der
neuen Serie „X-MEN“ (1963) darin gelegen haben, das hier erst einmal nur ein
weiteres Team von Superhelden sich mit einer Riege von bösen Gegnern prügelte.
Dieses Feld war damals aber schon für die Comic-Fans bei Marvel abgedeckt durch
die FANTASTIC FOUR oder den AVENGERS.
Aber auch das schlichte Schwarz-Weiß-Konstrukt
hinsichtlich der Schurken zeitigte bei den X-Men erst einmal keine neuen Impulse
für ein weiteres Helden-Team. Zumal, wer würde sich denn bitte ernsthaft selbst
als "böse" Mutanten bezeichnen?
Gerade aber die spätere Vielschichtigkeit der Handlungen
bei den X-Men war es dann, welche zu dem eher verspäteten Erfolg der Serie“
X-MEN“ führte.
© by Konrad Wolfram

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