Die unerwartete Zeugin
von Daniel Weber
Stefan Hans, der in Phillipsdorf mit seiner Großcousine
Helena (einer Halb-Ghoula) lebt, wird quasi hier gleich in einen besonderen
Fall des Jura-Studenten Christian Biber hinein gezogen.
Der soll nämlich eine Frau vergewaltigt und ihr danach
die Kehle herausgerissen haben. Doch Elsa Leichtfried erzählt Stefan Hans eine
völlig andere Geschichte und das Biber völlig unschuldig ist.
Und Elsa muss es wissen, auch wenn nur wenige sie wirklich sehen können. Denn Elsa ist ein Geist, und eben ein ziemlich neugieriger noch dazu.
Und so führt Stefan Hans mit ihr ein Interview der ganz
besonderen Art, aber geht auch mit seinem Freund Raphael Kurzhaus weiteren
Hintergründen nach und befragt andere Personen wie etwa Bibers Nachbarn Gregor
Bürger. Allerdings ist dieser ein experimenteller Schriftsteller mit einigen
psychischen Problemen.
Aber die Spur führt auch unweigerlich zu David Grau, der
unbestrittenen dunklen Eminenz in Phillipsdorf, einem Bezirk von Wien, bei dem
selbst das Wetter anders und düsterer ist, als im Rest der Welt.
Und Grau scheint sehr darauf zu achten, welche
Informationen er Hans und Kurzhaus im Fall des Studenten Biber zukommen lässt.
Denn Biber war quasi mit Grau befreundet gewesen, aber auch Graus Schwester,
die Ortshexe Salome scheint ein nicht gerade freundliches Auge auf den jungen
Studenten geworfen zu haben.
Doch an die ist eher schwer heranzukommen, denn Grau
erzählt Hans und Kurzhaus, das seine Schwester Salome, mit der er sich nicht
gut verstanden haben will, schließlich vor kurzem verstorben sei.
Aber auch Dr. Phillip Ost könnte Licht ins Dunkel
bringen. Doch Ost, der auch Leibarzt von Grau ist, weilt ebenfalls seit einiger
Zeit nicht mehr in Phillipsdorf, sondern soll angeblich auf einer längeren
Bildungsreise in den USA sein und ausschließlich nur mit seinen Patienten
telefonischen Kontakt halten.
Aber David Grau spart auch nicht mit einigen Drohungen,
die er allerdings Hans und Kurzhaus eher durch die Blume mitteilt.
Doch bisher hat man auch noch nichts Hilfreiches für
Christoph Biber in Händen, welcher für die Tat in Stefansburg einsitzt. Einer
düsteren Anstalt für geistig nicht zurechnungsfähige Straftäter.
Doch was hat dies alles mit Bibers plötzlich
aufgetretener Schlafparalyse und den erschreckenden Albträumen zu tun. Und ist
die Hexe Salome wirklch mausetot?
Denn in Phillipsdorf können auch Tote eine Gefahr
darstellen, denn für manche dunklen Geschöpfe ist der Tod hier nur ein Übergang
in eine andere Form der Existenz.
- Die unerwartete Zeugin
- Autor: Daniel Weber
- Aus der Autorenreihe "Phillipsdorf - Bezirk des Wahnsinns"
- ISBN: Keine/Verlagsreihe Grusel-Thriller
- Taschenbuch, ca. 184 Seiten
- Erstveröffentlichung: Band 11/2024
-
Blitz
Verlag
>"Ich?" Er lachte. "Nein. Ich bin aufmerksam geworden. Es gibt vieles, das nichtmenschliche Wesen verrät. Gestik, Verhalten, Mimik, vor allem der Geruch oder Körperwärme. Dir wird aufgefallen sein, dass dein Nachbar, Pavel, Kälte ausstrahlt und einen ganz eigenen Körpergeruch hat."< (Grusel-Thriller, Band 11/"Die unerwartete Zeugin"/ Seite 89 bis 90)
Vorab sei gesagt, das ich den vorherigen Band zur „Phillipsdorf“-Reihe
des Autor Daniel Weber mit dem Titel „DIE ZWEIFELHAFTE ERBSCHAFT“ leider noch
nicht vorliegen habe und einen Artikel hierzu aber noch nachreichen möchte.
Schließlich beginnt die Reihe des Autor Daniel Weber nach dem Roman „PHANTASMAGORIA
PARK“ hier um Phillipsdorf erst richtig.
Da die Bücher aber auch in sich eher einen abgeschlossen
Charakter besitzen, was den durchgängigen roten Faden der „Phillipsdorf“-Reihe
betrifft, kann man auch diesen Roman unabhängig lesen, auch wenn es hier und da
durchaus kleine Verweise auf die vorherige Handlung gibt.
Der vorliegende Roman selbst schlägt gleich zu Beginn
eine eher ruhige Erzählweise an, die jedoch seitens des Autor durchweg mit
einer gelungenen düsteren Atmosphäre durchdrungen ist, die beim Lesen durchaus
recht gruselig wirkt.
Aber auch der Witz blitzt hier immer mal wieder kurz
durch, und seien es nur die verschiedenen seltsamen Namen einzelner Figuren wie
etwa Grau, Kurzhaus, Wurm, Biber oder Rattes. Dies kratzt allerdings nie an der
vorhandenen Spannung der Handlung.
Ein anderes gutes Beispiel für den unterschwelligen Witz
sieht man auch in der Figur des Mädchen Helena, der Großcousine von Stefan Hans
(halb Mensch, halb Ghoul), die gerade die weißen lebenden Ratten durchaus
schmackhaft findet, die ihr Stefan Hans besorgt hat.
Die Handlung an sich überschlägt sich dabei in ihrem
Tempo kaum, auch wenn manche beschriebenen Situationen einen düsteren Schrecken
erahnen lassen. Doch auch wenn der Autor Daniel Weber hier mit der
sprichwörtlichen "Action" eher sparsam umgeht, so weiß die Handlung
trotzdem zu fesseln und verliert hierbei nicht im Geringsten an Spannung.
Und das liegt eben auch an der düsteren Atmosphäre, die
der Autor durchgängig in der Handlung auf recht hohem Niveau halten kann.
Und auch wenn hier in der Autorenreihe „PHILLIPSDORF -
BEZIRK DES WAHNSINNS“ bekannte Kreaturen wie Ghoule, Vampire oder eben Hexen
usw. auftauchen, kann sich der Autor trotzdem von den eher typischen
Darstellungen dieser Kreaturen im Heftroman recht positiv wie interessant
absetzen.
© by Konrad Wolfram

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