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Donnerstag, 10. September 2026

Roman: Die unerwartete Zeugin

Die unerwartete Zeugin

von Daniel Weber

Stefan Hans, der in Phillipsdorf mit seiner Großcousine Helena (einer Halb-Ghoula) lebt, wird quasi hier gleich in einen besonderen Fall des Jura-Studenten Christian Biber hinein gezogen.

Der soll nämlich eine Frau vergewaltigt und ihr danach die Kehle herausgerissen haben. Doch Elsa Leichtfried erzählt Stefan Hans eine völlig andere Geschichte und das Biber völlig unschuldig ist.

Und Elsa muss es wissen, auch wenn nur wenige sie wirklich sehen können. Denn Elsa ist ein Geist, und eben ein ziemlich neugieriger noch dazu.

Und so führt Stefan Hans mit ihr ein Interview der ganz besonderen Art, aber geht auch mit seinem Freund Raphael Kurzhaus weiteren Hintergründen nach und befragt andere Personen wie etwa Bibers Nachbarn Gregor Bürger. Allerdings ist dieser ein experimenteller Schriftsteller mit einigen psychischen Problemen.

Aber die Spur führt auch unweigerlich zu David Grau, der unbestrittenen dunklen Eminenz in Phillipsdorf, einem Bezirk von Wien, bei dem selbst das Wetter anders und düsterer ist, als im Rest der Welt.

Und Grau scheint sehr darauf zu achten, welche Informationen er Hans und Kurzhaus im Fall des Studenten Biber zukommen lässt. Denn Biber war quasi mit Grau befreundet gewesen, aber auch Graus Schwester, die Ortshexe Salome scheint ein nicht gerade freundliches Auge auf den jungen Studenten geworfen zu haben.

Doch an die ist eher schwer heranzukommen, denn Grau erzählt Hans und Kurzhaus, das seine Schwester Salome, mit der er sich nicht gut verstanden haben will, schließlich vor kurzem verstorben sei.

Aber auch Dr. Phillip Ost könnte Licht ins Dunkel bringen. Doch Ost, der auch Leibarzt von Grau ist, weilt ebenfalls seit einiger Zeit nicht mehr in Phillipsdorf, sondern soll angeblich auf einer längeren Bildungsreise in den USA sein und ausschließlich nur mit seinen Patienten telefonischen Kontakt halten.

Aber David Grau spart auch nicht mit einigen Drohungen, die er allerdings Hans und Kurzhaus eher durch die Blume mitteilt.

Doch bisher hat man auch noch nichts Hilfreiches für Christoph Biber in Händen, welcher für die Tat in Stefansburg einsitzt. Einer düsteren Anstalt für geistig nicht zurechnungsfähige Straftäter.

Doch was hat dies alles mit Bibers plötzlich aufgetretener Schlafparalyse und den erschreckenden Albträumen zu tun. Und ist die Hexe Salome wirklch mausetot?

Denn in Phillipsdorf können auch Tote eine Gefahr darstellen, denn für manche dunklen Geschöpfe ist der Tod hier nur ein Übergang in eine andere Form der Existenz.

  • Die unerwartete Zeugin
  • Autor: Daniel Weber
  • Aus der Autorenreihe "Phillipsdorf - Bezirk des Wahnsinns"
  • ISBN: Keine/Verlagsreihe Grusel-Thriller
  • Taschenbuch, ca. 184 Seiten
  • Erstveröffentlichung: Band 11/2024
  • Blitz Verlag

>"Ich?" Er lachte. "Nein. Ich bin aufmerksam geworden. Es gibt vieles, das nichtmenschliche Wesen verrät. Gestik, Verhalten, Mimik, vor allem der Geruch oder Körperwärme. Dir wird aufgefallen sein, dass dein Nachbar, Pavel, Kälte ausstrahlt und einen ganz eigenen Körpergeruch hat."< (Grusel-Thriller, Band 11/"Die unerwartete Zeugin"/ Seite 89 bis 90)

Vorab sei gesagt, das ich den vorherigen Band zur „Phillipsdorf“-Reihe des Autor Daniel Weber mit dem Titel „DIE ZWEIFELHAFTE ERBSCHAFT“ leider noch nicht vorliegen habe und einen Artikel hierzu aber noch nachreichen möchte. Schließlich beginnt die Reihe des Autor Daniel Weber nach dem Roman „PHANTASMAGORIA PARK“ hier um Phillipsdorf erst richtig.

Da die Bücher aber auch in sich eher einen abgeschlossen Charakter besitzen, was den durchgängigen roten Faden der „Phillipsdorf“-Reihe betrifft, kann man auch diesen Roman unabhängig lesen, auch wenn es hier und da durchaus kleine Verweise auf die vorherige Handlung gibt.

Der vorliegende Roman selbst schlägt gleich zu Beginn eine eher ruhige Erzählweise an, die jedoch seitens des Autor durchweg mit einer gelungenen düsteren Atmosphäre durchdrungen ist, die beim Lesen durchaus recht gruselig wirkt.

Aber auch der Witz blitzt hier immer mal wieder kurz durch, und seien es nur die verschiedenen seltsamen Namen einzelner Figuren wie etwa Grau, Kurzhaus, Wurm, Biber oder Rattes. Dies kratzt allerdings nie an der vorhandenen Spannung der Handlung.

Ein anderes gutes Beispiel für den unterschwelligen Witz sieht man auch in der Figur des Mädchen Helena, der Großcousine von Stefan Hans (halb Mensch, halb Ghoul), die gerade die weißen lebenden Ratten durchaus schmackhaft findet, die ihr Stefan Hans besorgt hat.

Die Handlung an sich überschlägt sich dabei in ihrem Tempo kaum, auch wenn manche beschriebenen Situationen einen düsteren Schrecken erahnen lassen. Doch auch wenn der Autor Daniel Weber hier mit der sprichwörtlichen "Action" eher sparsam umgeht, so weiß die Handlung trotzdem zu fesseln und verliert hierbei nicht im Geringsten an Spannung.

Und das liegt eben auch an der düsteren Atmosphäre, die der Autor durchgängig in der Handlung auf recht hohem Niveau halten kann.

Und auch wenn hier in der Autorenreihe „PHILLIPSDORF - BEZIRK DES WAHNSINNS“ bekannte Kreaturen wie Ghoule, Vampire oder eben Hexen usw. auftauchen, kann sich der Autor trotzdem von den eher typischen Darstellungen dieser Kreaturen im Heftroman recht positiv wie interessant absetzen.

© by Konrad Wolfram

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