Das Haus Zamis 154
3 Tode hat die Hexe
von Michael M.
Thurner
Coco
Zamis weiß, dass sie diesem seltsamen Ort nur entkommen kann, wenn sie wieder
einen dieser ebenso seltsamen Züge besteigt. Und ja, der Guardian mit den
Schrauben in den Augenhöhlen wartet bereits auf sie.
Und überhaupt, Franky der Schaffner würde sie bereits im Zug erwarten.
Allerdings hat der Guardian, welcher offenbar im Dienst des Hohen Gremium steht, welches kein Gut und Böse kennt, sondern nur das Gleichgewicht der Dinge im Blick hat, längst einige weitere Prüfungen für Coco.
Doch
seine Warnung ist ebenso klar, denn der Hexe stehen nur drei Tode zu, wenn sie
am Ende eventuell doch noch eine Zukunft haben will. Und einmal hatte ja der
Guardian selbst ihr ein Leben genommen.
In
ihrer ersten Prüfung wird Coco wieder zu ihrem grausamen Patenonkel Graf Cyrano
von Behemoth geschickt, der schon in ihrer frühen Jugend versucht hatte, sie zu
einer dunklen Hexe zu erziehen.
Aber
auch ihre damalige sadistische Lehrerin Sandra Thornton scheint weitere
Grausamkeiten für Coco parat zu haben, wie etwa die Merkantimen, seltsame dämonische
Wurmparasiten, die Coco quälen sollen.
Als
jedoch die dämonische Thornten eines Tages einige Schulkinder auf offener
Straße durch einen LKW zu ermorden trachtet, ist es Coco, dessen magische
Kräfte zwar hier unterdrückt werden, diese im letzten Augenblich aber mit einem
dämonischen Messer tötet, welches sie vom Schaffner Franky erhalten hatte.
Wieder im Zug, erwartet Coco bald eine weitere gefährliche Prüfung. Denn auch hier werden ihre magischen Fähigkeiten unterdrückt. Doch einige Dämonen scheinen plötzlich im Zug nicht nur Tiere, sondern auch Menschen für einen asiatischen Oni zu schlachten. Denn ein Oni ist ein dämonischer Menschenfresser der übelsten Sorte.
Ihn
jedoch in seinem blutigen Fressrausch zu stoppen, kostet am Ende auch Cocos
eigenes Leben. Doch bald befindet sich Coco wieder in dem Zug, muss aber diesen
an der Station Tanjong Pagar in Singapur verlassen.
Hier
will eine asiatische Gestaltwandlerin mit Namen Cheryl Chong Coco angeblich für
einen Mister Chin Shyan anheuern. Dieser ist selbst ein Dämon und gleichsam der
Führer der dortigen Schwarzen Familie. Doch in Wahrheit ist es Khoo Boon, ein
dämonischer Rivale von Shyan, welcher Coco dazu überreden will, für ihn Shyan
zu beseitigen.
Da
Coco allerdings dieses Spiel nicht mehr länger mitspielen will und hier auf
ihre magischen Fähigkeiten zurückgreifen kann, ergreift sie hier auch die
erstbeste Gelegenheit, um Khoo Boon anzugreifen.
Doch
offenbar scheint sie die Dämonin Cheryl Chong unterschätzt zu haben, was ihr
abermals ein Leben kosten könnte. Wird es ihr dennoch gelingen, wenigstens
diese Prüfung zu bestehen?
- Veröffentlichung: Am 5. September 2026
- Autor: Michael M. Thurner
- Titelbild: Mark Freier
- Verlag: Bastei
„Oni fraßen immer. Wie manche Hunderassen konnten sie nicht aufhören, sich das Maul vollzustopfen. Selbst dann nicht, wenn sie längst keinen Hunger mehr verspürten.“ (Das Haus Zamis Band 154, "3 Tode hat die Hexe"/Seite 37)
Nun, für sich betrachtet hat dieser Roman von Michael
Marcus Thurner fasst etwas von drei Kurzgeschichten, welche durch den Zug und
dem Schaffner Franky verbunden sind. Etwas sollte man mir allerdings doch langsam mal
erklären:
- 1. Warum sind Schrauben, die eine fremde Kreatur in den
Augenhöhlen stecken "dämonisch"? Der Guardian könnte ja auch das Pech
gehabt haben, sich in der Vergangenheit mal mit einem Heimwerker angelegt zu
haben, der ihm mit Schrauben und entsprechendem Werkzeug über war.
-
2. Und warum erinnert mich die Beschreibung des
"Hohes Gremium" gleich so auffällig an die Schicksalswaage aus der
Bastei Serie „PROFESSOR ZAMORRA“, welche ebenfalls das Gleichgewicht zwischen
Gut und Böse aufrecht erhalten soll?
Ansonsten, wenn man mal von diesen zwei Punkten absieht,
ist der Roman streckenweise sogar richtig spannend.
Besonders die erste "Prüfung" auf dem Schloss
Behemoth wusste mich langsam aber beständig zu überzeugen, auch wenn hier die
Spannung eher recht gemächlich angezogen wurde.
Die zweite Geschichte schien mit einem asiatischen Dämon
auch interessant zu werden. Nur merkte man bald, das hier Coco eigentlich kaum
eine reale Chance hatte.
Sie stirbt am Ende zwar nicht durch den verfressenen
Dämon, aber der Tod ereilt sie dann doch. Die Spannung an sich lag hier zwar
über dem Durchschnitt, aber trotzdem noch mit viel Luft nach oben.
In der dritten Prüfung in Singapur kann Coco dann endlich
auf ihre magischen Fähigkeiten zurückgreifen. Jedoch blüht bei ihr hierdurch
wieder einmal die typische Überheblichkeit der Zamis-Sippe auf, womit sie sich
natürlich wieder selbst ein Bein stellt und so auch diese Prüfung vergeigt.
Da aber auch nach diesem Tod (einschließlich dem Tod
durch den Guardian im letzten Roman, der ebenfalls mitzählt), Coco wieder unter
dem Lebenden weilt, sollte man eigentlich die Antwort mal erwarten können,
welches Spiel der Guardian und dieses Hohe Gremium eigentlich spielt.
Doch da genau das sich hier wohl noch etwas wie Kaugummi
in der Handlung ziehen lässt, findet sich Coco deshalb im kommenden Roman mit
dem Titel „LEBENDIG BEGRABEN“, wieder auf dem dämonischen Friedhof am Grab
ihrer nun geisterhaften, aber trotzdem wenig liebevollen Eltern Michael und
Thekla Zamis wieder.
Ob das der große Wurf innerhalb dieser Handlung wird,
wage ich aber im Augenblick eher mal zu bezweifeln.
© by Konrad Wolfram

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