Sein erster Fall
von Michael Connelly
Der
Strafverteidiger Michael Haller, den man auch den Lincoln Lawyer nennt, weil er
sich in einem solchen Fahrzeug gern zu Gefängnissen und Gerichtshöfen
chauffieren lässt, soll einen jungen Makler verteidigen, welcher der
Körperverletzung und Vergewaltigung einer Prostituierten beschuldigt wird.
Dabei stellt
sich schnell heraus, dass der aus reichem Hause stammende Mandant offenbar
nicht die Wahrheit sagt, was den Tathergang betrifft, worauf Michael Haller
seinen Ermittler damit beauftragt, mehr über ihn herauszufinden.
Als dieser umgebracht wird, vermutet Haller, dass es einen Zusammenhang zwischen seinem neuen...
...und einem älteren Fall geben muss, bei dem sein Mandant wegen Mordes ins
Gefängnis wanderte - unschuldig, wie es nun scheint…
- Erschienen: Am 25. Januar 2024
- Der Lincoln Lawyer 1
- 544 Seiten
-
Kampa Verlag
Der amerikanische Krimiautor Michael Connelly ist vor allem durch seine
“Bosch” - Serie bekannt geworden, die ebenso wie die Lincoln Lawyer - Romane
erfolgreich verfilmt wurde.
Die Bosch - Serie mit Titus Welliver in der Hauptrolle wurde nach sieben
Staffeln sogar mit dem “Bosch Legacy” - Ableger fortgesetzt, während die noch
jüngere Lincoln Lawyer - Serie immerhin schon vier Staffeln umfasst.
Dass dieser erste Roman dabei nicht berücksichtigt wurde, liegt sicher
nicht an der Qualität des Stoffes, sondern wohl eher an dem, im Vergleich mit
den darauffolgenden Büchern, noch etwas unspektakulären Fall.
Zumindest beginnt er noch relativ unspektakulär, da es hier anfangs nur um
einen Playboy geht, dessen angebliche Straftat sich zunächst als Falle
herauszustellen scheint, welche ihm von seinem vermeintlichen Opfer gestellt
wurde.
Erst nach dem überraschenden Mord an Hallers Ermittler wird der Fall in ein neues Licht gerückt und Haller muss sehr schnell feststellen, dass er möglicherweise den wahren Schuldigen eines schon länger zurückliegenden Falles verteidigen muss, der darüber hinaus auch seinen Freund und Ermittler umgebracht hat.
Die Spannung resultiert hier somit zunächst aus der Frage nach dem Täter
und wie die beiden Fälle zusammenhängen, wobei man als Leser nicht unbedingt
mit einer solchen Wendung rechnet, da man vermutet, dass der Ermittler auch in
den folgenden Fällen zu Hallers Team gehören wird.
Erst im letzten Drittel lässt die Spannung etwas nach, da hier bereits alle
Karten auf dem Tisch liegen und es nur noch eine überraschende Wendung gibt,
welche aber nicht mehr relevant ist, weshalb es praktisch nur noch darum geht,
wie Haller sich aus seinem Dilemma befreien kann.
Das mag dann auch der Grund sein, warum dieses Buch in der Fernsehserie
keine Verwendung fand. Einmal abgesehen von der Erwähnung des älteren Falles,
der aber im Buch in einem ganz anderen Kontext steht.
Da aber schon dieser erste Roman aufgrund des einfachen aber packenden
Stils, der brillant dargestellten Figuren und des ausgeklügelten Plots dennoch
zu überzeugen weiß, darf man auf die folgenden Bände erst recht gespannt sein.
© by Stefan Robijn

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