Josef Moser: Ich bin ein Autor von Büchern über das alternative Betriebssystem Linux. Diese Bücher verfasse ich unter meinem richtigen Namen. Bevor ich beschloss, kreative Ideen zu verwirklichen, war ich einige Jahre als Lehrer tätig.
Seit einigen Jahren bin ich Vollzeit-Autor und arbeite
dabei an sehr unterschiedlichen Projekten.
Ingo Löchel: 2024 gabst Du mit dem Kurzroman „DIE RACHE DES LEGIONÄRS“ Dein Debüt als Horror-Autor. Wie kam es zur Idee zu diesem Roman und zur Veröffentlichung des Buches?
Josef Moser: Die Idee entstand während eines Urlaubs im Teutoburger Wald. Die Schlacht, die dort stattgefunden hat, bietet einen hervorragenden Hintergrund für eine Gespenster-Geschichte. Ausgehend davon, erfand ich die Figur des Legionärs Sixtus, der damals ums Leben gekommen ist. In der Jetztzeit kehrt er als Geist zurück und führt dort sein blutiges Handwerk fort.
Die Geschichte ist ungefähr so lang wie ein Heftroman. Da
ich keinen Verlag dafür gefunden hatte, beschloss ich, den Roman als
Selfpublisher zu veröffentlichen.
Ingo
Löchel: Wieso schreibst Du unter dem Pseudonym Kaspar Ritter?
Josef Moser: Ich wollte die Arbeit als Sachbuchautor und die Arbeit als Heftroman-Autor strikt trennen. Leserinnen und Leser stecken dich gerne in eine Schublade. Kann der Linux-Autor Gruselromane schreiben? Kann der Heftroman-Autor Sachbücher schreiben?
Diesen Fragen wollte ich entgehen. Außerdem finde ich,
dass Josef Moser kein guter Name für Gruselroman ist. Würde eher zu
Heimatromanen passen.
Ingo
Löchel: Am 1. Februar 2025 erschien mit „ANSTALT DES GRAUENS“ Dein erster
„GESPENSTER-KRIMI“. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Bastei Verlags und
zur Veröffentlichung deines ersten „GESPENSTER-KRIMIS“?
Josef Moser: Ich hatte Bastei „DIE RACHE DES LEGIONÄRS“ vorgestellt. Der wurde aber aus verschiedenen Gründen abgelehnt. Da man meine Art zu schreiben aber grundsätzlich ganz gut fand, hat man mir die Chance gegeben, eine neue Geschichte vorzustellen.
Ausgehend von der Idee, dass darin ein Lost Place eine
Rolle spielen sollte, entwickelte ich ein Exposé, das den Verlag schließlich
überzeugt hat. So entstand „ANSTALT DES GRAUENS“.
Konrad
Wolfram: Wenn ich jetzt nicht völlig falsch liege, dann war der Gespenster-Krimi
180 mit dem Titel „DIE BRUDERSCHAFT DER SCHWARZEN FLAMME“ dein letzter Roman in
dieser Reihe. Ist da im GK zukünftig wieder was von dir in Planung?
Josef Moser: Am 15. August wird „FILMRISS“ erscheinen. Und für Anfang 2027 ist ein weiterer Gespenster-Krimi aus meiner Feder in Planung.
Ingo
Löchel: Am 20. Januar 2026 erschien mit „SPIRALE DER GEWALT“ (JS 2578) Dein erster
„JERRY COTTON“-Roman, gefolgt von „AGENT DONOVANS RISKANTES SPIEL“ (JC 3598),
der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Erscheinen in den nächsten Monaten
noch weitere „JERRY COTTON“-Romane aus Deiner Feder?
Josef
Moser: Im August erscheint „DER KURIER DES TODES“ und im November „VERSCHOLLEN IN
SIN CITY“. Weitere Projekte sind in Planung. Aber die werden wohl erst im Jahr
2027 das Licht der Welt erblicken.
Ingo
Löchel: Am 18. Juli 2026 wurde mit „EIN GALGEN FÜR DAS HALBBLUT“ Dein erster
„LASSITER“-Roman veröffentlicht. Damit schreibst Du für insgesamt drei
Bastei-Serien. Wie kam es dazu. Wurden für „JERRY COTTON“ und „LASSITER“ neue
Autoren gesucht?
Josef
Moser: Aktiv gesucht wird nicht. Es gibt ja für alle Serien einen festen
Autorenstamm. Aber ich habe in beiden Fällen signalisiert, dass es mich reizen
würde, für diese Serien zu schreiben. Und ich bin sehr dankbar, dass man mir
das Vertrauen geschenkt hat, mich dort auszutoben.
Ingo
Löchel: Im Jahr 2026 erschien mit „HOHE WELLEN“ Dein erster Kriminalroman. Worum
geht es darin?
Josef
Moser: Eine Frau verschwindet an einem einsamen Strand auf Teneriffa. Man geht
zunächst davon aus, dass sie von der Strömung ins Meer gezogen worden und dabei
ertrunken ist. Aber es steckt mehr dahinter.
Ingo
Löchel: Werden weitere Teneriffa-Romane folgen oder ist „HOHE WELLEN“ ein in sich
abgeschlossener Roman?
Josef
Moser: Im Moment ist kein weiterer Teneriffa-Roman geplant. Das funktioniert aus
zeitlichen Gründen nicht.
Konrad
Wolfram: Du schreibst ja in mehreren Genres. Geht dir da ein spezielles Genre
aufgrund einer persönlichen Vorliebe beim Schreiben leichter von der Hand?
Josef Moser: Ich mag sehr gerne Romane aus dem Bereich der Phantastik. Auch für Science Fiction interessiere ich mich sehr. Geschichten, die in der realen Welt spielen, lassen weniger Spielraum für Kreativität.
Jerry Cotton hat kein Amulett, mit dem er seine Gegner
besiegen kann. Ein Auto ist immer ein Auto. Ein Raumschiff hingegen bietet viel
Spielraum für kreative Einfälle.
Konrad
Wolfram: Was mich im Bereich des Gruselromans interessieren würde ist, wo ziehst du
da eventuell deine Ideen heraus, spielen da auch entsprechende Filme oder
andere Romane des Genres, die du gesehen oder gelesen hast, auch eine gewisse
Rolle bei der Ideenfindung?
Josef
Moser: Jeder Autor ist in irgendeiner Weise davon beeinflusst, was er gelesen hat
oder in Filmen gesehen hat. Aber oft sind es auch alltägliche Begebenheiten,
die den Funken für eine neue Idee entzünden.
Es war beispielsweise bei „TANZSCHULE DER VAMPIRE“ so,
dass ich irgendwo eine Anzeige für einen privaten Tanzkurs gesehen habe. Kurz
darauf kamen wir bei einer Radtour an einem kleinen Schlösschen vorbei. Das
habe ich im Kopf verknüpft und dadurch entstand letztlich dieser Roman. Also
alles Zufall.
Konrad
Wolfram: Was mich immer wieder interessiert ist, welche drei internationalen
Autoren bzw. deren Romane aus dem Bereich der Phantastik haben es dir besonders
angetan (also kein Krimi oder Western)?
Josef
Moser: George R. Martin, Stephen King, Robin Hobb. Generell mag ich Geschichten,
die die Protagonisten und deren Emotionen in den Vordergrund stellen. Natürlich
bin ich auch ein begeisterter Leser von „PERRY RHODAN“.
Konrad
Wolfram: Ich kenne viele, die selbst mal Geschichten im Bereich der Phantastik
schreiben, wobei diese aber meist danach eher in der Schublade ihr Dasein
fristen. Wo war bei dir der Punkt gewesen, auch ernsthaft zu versuchen, deine
Geschichten bzw. Romane veröffentlicht zu sehen?
Josef Moser: Ich war lange Zeit auch als Musiker unterwegs. Man kann Musik im stillen Kämmerlein machen oder damit auf die Bühne gehen. Das Wechselspiel zwischen Künstler und Publikum finde ich faszinierend.
Das ist auch bei der Arbeit als Schriftsteller so. Es ist
schön, wenn Menschen Freude mit dem haben, was man sich ausgedacht hat.
Natürlich muss man dann auch damit leben können, dass es jemandem nicht
gefällt.
Konrad
Wolfram: Für welches Genre siehst du im Vorfeld die größte Anstrengung hinsichtlich
der benötigten Recherche - bei einem Gruselroman, einem Kriminalroman oder bei
einem Westernroman?
Josef Moser: Das hängt davon ab, ob ich in einem Thema sowieso schon drin bin. Anstrengend finde ich es eigentlich nie. Denn bei der Recherche lerne ich ja auch etwas.
Bei „ANSTALT DES GRAUENS“ habe ich durch die Recherche
viel über den Konvulsator erfahren. Den gab es wirklich. Für den Roman habe ich
natürlich etwas dazu gedichtet, aber die Funktionsweise ist im Prinzip so, wie
von mir beschrieben.
Ingo
Löchel: An welchen weiteren Roman-Projekten arbeitest bzw. schreibst Du derzeit?
Kannst Du den Lesern des Online-Magazins dazu schon etwas verraten?
Josef Moser: Das ist immer so eine Sache. Manchmal ist es so, dass man nichts sagen darf, bevor der Vertrag unterschrieben zurück ist. Ich habe aber einige sehr konkrete Ideen zu einem unabhängigen Science-Fiction-Roman.
Auch ein Konzept für einen Gruselroman liegt in der
Schublade. Es kommt bei diesen Projekten aber darauf an, wie umfangreich sich
die Arbeit für Bastei gestaltet. Aber Ideen habe ich genug.
Ingo
Löchel/Konrad Wolfram: Josef, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.
Josef Moser: Es war mir ein Vergnügen!
Die Romane des
Autors Kaspar Ritter (Josef Moser)
- 2024: Die Rache des Legionärs
-
2025: Hohe Wellen - Ein Teneriffa-Krimi
Gespenster-Krimi
- 165 Anstalt des Grauens (1. Februar 2025)
- 169 Tanzschule der Vampire (29. März 2025)
- 180 Die Bruderschaft der Schwarzen Flamme (30. August 2025)
-
205 Filmriss (15. August 2026)
Jerry Cotton
- 3578 Spirale der Gewalt (10. Januar 2026)
- 3598 Agent Donovans riskantes Spiel (30. Mai 2026)
-
3608 Der Kurier des Todes (8. August 2026)
Lassiter
- 2828 Ein Galgen für das Halbblut (18. Juli 2026)



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