Dr. Morton 102
Feuerhölle London
von John Ball
Selbstmörder verbrennen sich vor Londoner Sehenswürdigkeiten. Vorher stellen sie Schilder um sich herum auf, die gegen den britischen EG-Beitritt protestieren.
Das Verbrennen wird in der OF etwas ausführlicher beschrieben, S. 8.
Grimsby hält die letzten Wochen für zu ruhig (KMI S. 15)
und er verspürt nostalgische Sehnsucht nach vergangenen Zeiten (KMI S. 16). An
einer Stelle heißt er fälschlicherweise Rob Jones (KMI S. 16).
Eine verkohlte Leiche wird in der Uni-Klinik verwahrt,
die Ärzte finden nicht heraus, was zur Selbstverbrennung geführt haben könnte.
Mortons Team will die Sache aufklären – nicht um Scotland Yard zu helfen,
sondern damit kein eventueller Verdacht auf sie fällt. Denn die Inspektoren
Quester und Russel versuchen immer noch, ihnen illegale Experimente und
vielfachen Mord nachzuweisen (OF S.34).
Grimsby und Vaultier klauen die Überreste aus der
Uni-Klinik, dabei werden sie von einem Wächter erwischt, der Grimsbys Messer
direkt in Herz bekommt (OF S. 32).
Morton findet heraus, dass das Gehirn des Mannes
manipuliert wurde. Für diese Arbeit kommen nur wenige Chirurgen in Betracht –
man müsse jetzt nur noch den richtigen finden.
- Ungekürzte Original-Fassung (OF), Romantruhe, Januar 2024
-
Erstveröffentlichung:
Kriminal-Magazin International (KMI) Nr. 5. Bis zum bitteren Ende, 1976
Im KMI wird Scotland Yard benachrichtigt, dann wird das
Haus von Lord Osborne, eines infrage kommenden Chirurgen, von Beamten
durchsucht. Dort findet eine Sexparty statt, aber bevor Osborne abgeführt
werden kann, erschießt er sich, S. 19.
In der OF durchsuchen Grimsby und Vaultier das Haus des
Chirurgen Osborne ohne Polizei und überraschen ihn und zwei Mädchen bei
Sexspielen – er ist nicht für die Selbstverbrennungen verantwortlich. Alle drei
werden in die geheime Anlage nach Brighton verschleppt, S. 41–43.
Im KMI
bittet Grimsby ihn um Entschuldigung und verabschiedet sich, S. 20. In der OF
verwandelt Grimsby den Mann mit seiner neuen Säurepistole bei lebendigem Leib
in einen feuchten Fleck, S. 45.
Tatsächlich steckt die ehemalige Assistentin und spätere
Ehefrau von Prof. Bond hinter allem. Sie lässt Morton entführen, denn er soll
ihr bei gemeinsamen Gehirnoperationen assistieren.
Durch die Selbstverbrennungen soll die schweigende
Mehrheit gegen die Regierung aufgewiegelt werden, denn nur 10 Prozent
Aufständler würden ihrer Meinung nach genügen, die Regierung zu einer Änderung
ihrer Politik zu bewegen.
Aber Grimsby lockt ihre Kleinganoven in eine Falle und
letztendlich kann Morton befreit werden. „Großbritannien wird in der EG
bleiben“, belehrt Morton Dr. Bond genüsslich.
Anschließend will Dr. Morton im KMI schnell Scotland Yard
von seiner Befreiung berichten, um dem Staat Kosten zu ersparen, S. 26. In der
OF wandern Dr. Bond und ihre Helfer alle als Versuchspersonen in die
unterirdischen Keller zu Dr. Minstoff und Reginald Dee, S. 64.
Große Teile des Romans wurden komplett umgeschrieben.
Darüber hinaus ist der Roman voller kleiner Details und Nebenstorys, falscher
Fährten und weiterer Personen – eigentlich genug Material für 2 Heftromane –
somit geht alles zu schnell, wirkt überhastet; nichts wird richtig erklärt und
ausgespielt.
Das Titelbild ist eine Collage aus Occu Nr. 53
(Hintergrund, Ku-Klux-Klan-Spitzhaube gekürzt), die Figur im Vordergrund stammt
von Dr. Morton Nr. 49 (gespiegelt, gedreht).
Das Titelbild der Ankündigung für die OF sah etwas anders
aus: Feuer erscheint auf der Brust des Mannes statt in den Augen und links
unten ist kein Blut auf der grauen Walze zu sehen.
© by Helge Ebsen


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