Amazing Fantasy 15
Die Geburt des
Spider-Man
In der Highschool gehört der Teenager Peter Parker nicht gerade zu den Schülern auf der Sonnenseite.
Und das besonders bei den Mädchen, die in ihm eher einen
Streber und Bücherwurm sehen, als einen coolen Typen wie eben Flash Thompson.
Aber wäre er so ein cooler Typ, dann wäre aus Peter sicherlich nicht das geworden, was er bald sein wird.
Dafür ist Peter Parker allerdings immer der Sonnenschein von Onkel Ben und Tante May, die den Jungen liebevoll aufgezogen haben.
Und
so nimmt das Schicksal seinen Lauf, als Peter bei einem wissenschaftlichen
Vortrag samt einem kontrollierten Experiment mit radioaktiven Strahlen anwesend
ist. Denn auch eine kleine Spinne gerät bei diesem Experiment ins Fadenkreuz
intensiver Strahlung und absorbiert so kurzzeitig eine enorme Menge an Radioaktivität.
Doch
die kleine Spinne wird dies nicht überleben. Und so wird Peter von ihr in ihrem
Todeskampf an der Hand gebissen, bevor sie stirbt.
Als
nur kurz darauf Peter fasst von einem Wagen angefahren wird, bemerkt er
plötzlich diese enormen Fähigkeiten, was sowohl seine Schnelligkeit als auch
Kraft betrifft. Ja, er besitzt sogar eine Art Spinnensinn, der ihn vor Gefahren
warnt. Auch kann er wie eine Spinne an den Wänden krabbeln.
Damit,
so ist sich Peter sicher, muss er sich nun nicht mehr herumschubsen lassen, was
er eher noch simpel Maskiert auch gleich für ein Preisgeld von 100 Dollar bei
einem Schaukampf im Ring austesten will, wo er auch einem TV-Produzenten
auffällt, der mit ihm nur zu gerne das große Geld machen will.
Doch
das solche Fähigkeiten auch eine große Verantwortung mit sich bringen, ist
Peter Parker noch nicht bewusst. Und so lässt er kurz darauf einen Dieb
entkommen, weil Peter sich auch von einem Wachmann nichts sagen lassen will.
Ein
folgenschwerer Fehler, denn nur einige Zeit später wird Onkel Ben von einem
Einbrecher erschossen. Peter der zwischenzeitlich ein Kostüm entworfen und eine
Netzflüssigkeit samt Vorrichtung für dessen Einsatz entwickelt hat, sinnt nun
auf Rache.
Der
Gangster selbst wurde von der Polizei verfolgt und hat sich in einem alten Lagerhaus verschanzt, um im
Schutz der Nacht seine Flucht fortsetzen zu können. Doch auch Peter kennt das
Lagerhaus und trifft als Spider-Man ebenfalls dort ein, wo die Polizei das
Gebäude nur umstellt hat.
Der
Kampf gegen den Gangster selbst ist bei Peters neuen Superkräften eher eine
Kleinigkeit. Jedoch muss Peter erkennen, dass es sich bei dem Mörder von Onkel
Ben um eben den gleichen Schurken handelt, den er hatte unbehelligt flüchten
lassen.
Und
so erkennt Spider-Man für die Zukunft, das ein einziger kleiner Fehler eine
große Auswirkung haben kann und seine Kräfte als Superheld deshalb auch eine
große Verantwortung mit sich bringt.
- Erschienen im August 1962
- Autor: Stan Lee
- Zeichner: Steve Ditko
-
Vertrieb:
Hachette Collections SNC
"Aus großer Kraft folgt große Verantwortung".
Den Satz kennt man als Fan von Spider-Man auch aus der grandiosen
Comic-Verfilmung SPIDER-MAN aus dem Jahre 2002 seitens Sam Raimi. Nur das im
Film die Handlung aus dem ersten Spider-Man Comic noch wesentlich ausgebaut
wurde.
Denn im Comic wurde Peter Parker nicht vom Veranstalter
der Schaukämpfe finanziell übers Ohr gehauen, weshalb er den Gangster im Film
entkommen ließ, und Peter versucht durch den Schaukampf im Comic auch nicht,
sich einen eigenen Gebrauchtwagen zu finanzieren.
Aber im Groben stimmt die Handlung durchaus recht gut
überein, wobei die Verfilmung auch mehr Raum für die Handlungsabläufe lässt.
Und Nein, Flint Marko, der Superschurke Sandmann war im Comic nie der Partner
des Einbrechers und hatte in den Comics auch nie die eigentlichen Schüsse auf
Onkel Ben abgegeben, so wie es im dritten Kinofilm aus dem Jahre 2007
(ebenfalls von Sam Raimi) dann geschildert wird.
Doch das sind eben Feinheiten, bei denen man in Sachen
Verfilmungen schon mal ein Auge zudrücken muss.
Gesamt betrachtet war dieses Comic im damaligen
Comic-Magazin „AMAZING FANTASY #15“ ein weiterer erfolgreicher Meilenstein für
den noch jungen Marvel Verlag, nach den FANTASTIC FOUR gewesen, weshalb
SPIDER-MAN auch recht schnell eine eigene Serie unter eigenem Namen erhielt.
Denn auch das Magazin „AMAZING FANTASY“ war im Hinblick
auf das aufstrebende Superhelden-Universum von Marvel eine Reihe gewesen, in
der man problemlos neue Ideen testen konnte, bevor man eine völlig neue Serie
startet.
Und man kann selbst heute ohne Übertreibung sagen, das in
Sachen weltweiter Beliebtheit, bzw. Bekanntheit von Superhelden neben den
DC-Charakteren BATMAN und SUPERMAN eben auch SPIDER-MAN gleich mit auf einer
Stufe zu nennen sein dürfte.
Das liegt auch daran, das die Figur des Peter
Parker/Spider-Man schon immer wie ein Teil einer möglichen Realität betrachtet
werden konnte. Denn als Held mochte er Erfolge erzielen. Freunde brachte dies
ihm allerdings nicht immer und Privat konnte so manches in die Hosen gehen,
während die DC-Helden Batman oder Superman dann doch eher in einem aalglatten
Elfenbeinturm ihr Privatleben lebten.
Es war bei DC schließlich damals eher nur ihr
Liebesleben, was hier und da so manche Probleme aufwerfen konnte.
Und so schwang sich Spider-Man recht schnell als
"die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft" an die Spitze und in
die Herzen ganzer Generationen von Fans.
© by Konrad Wolfram

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