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Samstag, 27. Juni 2026

Dr. Morton 81: Frisches Blut für den Tower - Vergleiche mit der Originalfassung

Dr. Morton 81

Frisches Blut für den Tower

von John Ball

Im Tower in London explodiert eine Bombe, es gibt viele Tote und Verletzte. 

Gleich mehrere extremistische Gruppen reklamieren den erfolgreichen Anschlag für sich.

In diesem Roman ist vornehmlich das CID (Criminal Investigation Department) tätig. Auch Scotland Yard ist ratlos, wer dahinterstecken könnte. Als der Vorschlag gemacht wird, Lord Morton miteinzubeziehen, ist Superintendent Russel gar nicht erfreut.

In der OF sagt er sogar, er habe bisher noch nicht beweisen können, dass Morton in geheimen Laborräumen unerlaubte Experimente vornimmt. Er möchte nicht mit ihm zusammenarbeiten, auch wenn das in höheren Kreisen anders gesehen werde.

Lord Morton und Grimsby seien für ihn Mörder, S. 9. Auch Morton will sich nicht mit Scotland Yard einlassen, denn die Aktionen könnten die geheimen Versuchsreihen stören und dabei könnten die geheimen Anlagen entdeckt werden (OF S. 11).

Eine weitere Bombe geht in der Admiralität hoch, es gibt viele Opfer, in der OF wird hinzugefügt, dass wieder Leichenteile zusammengetragen werden müssen, S. 13. Die Polizei hatte drei IRA-Mitglieder ergebnislos verhört. Vaultier wird zu einer nächtlichen Aktion hinzugezogen. Mit Billigung der Polizei? fragt er im KMI ungläubig (S. 8 ).

Er und Grimsby bringen die drei Männer aus der Haft in die unterirdische Anlage, wo ihnen mit Drogen und Hypnose nichts zu entlocken ist. Morton ruft Sir Henry hinzu. In der OF bleiben die Gefangenen in den geheimen Räumen, man möchte die Befragung mit Nervengas fortsetzen, S. 24.

Im KMI laden Sir Henry mit Seta und Paramih die drei schlafenden Gefangenen in einen Wagen und setzen sie an einer einsamen Stelle auf dem Land aus, S. 13.

  • Autor: John Ball, Original-Fassung (OF), Romantruhe, April 2022
  • Erstveröffentlichung: Frisches Blut im Tower, Dr. Morton Kriminal-Magazin International (KMI) Nr. 2, 1976

Es gibt einen weiteren Anschlag in einer militärischen Einrichtung mit vielen Toten. Die Detonation hat die Körper regelrecht zerfetzt (OF S. 27). Der folgende Anschlag zerreißt zwei U-Bahn-Züge.

Unter vielen Bekennerschreiben geht ein glaubwürdiges bei Scotland Yard ein – von einem Wahnsinnigen, der keine Forderungen stellt. Die ganze Regierung streitet darüber, Morton einzuschalten, aber es gibt keine Einigung. Im KMI (S. 16) diskutieren die Minister viel ausführlicher darüber als in der OF (S. 33).

Scotland Yard schnappt einen Verdächtigen, dem nichts zu entlocken ist. Selbst Quester will nun Dr. Morton hinzuziehen – denn in dieser Lage kommt man mit Polizeimitteln nicht weiter (KMI S. 17). Morton macht keine Versprechungen: er weiß nicht, ob der Mann auf seine Methode (KMI S. 17) bzw. seine Hypnose (OF S. 36) ansprechen wird.

Im KMI (S. 17) wird der Weg mit dem Fahrstuhl in die geheimen Räume unter der Klinik in Brighton viel ausführlicher geschildert als in der OF (S. 37). Aber auch diese Befragung bringt keine Aufklärung.

Die Zünder aller Bomben stammen aus Deutschland, Grimsby stellt in Frankfurt Nachforschungen an. 

Als er von der neuen Explosion hört, telefoniert er mit Dr. Morton, der bereits von Sir Henry (OF S. 28 ) bzw. einem Verbindungsmann im Home Office (KMI S. 14) informiert worden ist.

Grimsby verfolgt die Verdächtigen in die Niederlande. In der OF wird erwähnt, dass er seine Messer durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen bringt, S. 40. Auf der Toilette schießt ein Mann auf ihn, aber Grimsby tötet ihn.

In der OF trifft sein Messer zielgenau in dessen Herz, S. 41. In einem vermeintlich leer stehenden Haus bei Hoek van Holland Haus stößt Grimsby auf weitere Gang-Mitglieder und erschießt zwei.

In der OF trifft er einen in die Stirn und lässt den Hinterkopf explodieren, dem zweiten bohrt sich eine Kugel direkt ins Herz, S. 44. Im KMI gibt es nach seinem Geschmack bereits zu viele Tote, er ist nicht scharf darauf, die Zahl noch zu erhöhen, S. 28. Es gibt einen weiteren Kampf.

Im KMI hofft er darauf, dass der Yard sich revanchieren und das CID sich um eventuelle diplomatische Verwicklungen kümmern wird, S. 29. Grimsby flieht mit einem verletzten Gangster und den Paketen mit Zündern auf einer Jacht nach England.

Dort angekommen, informiert Lord Morton im KMI das Home Office und muss sich anhören, dass diese Aktion diplomatische Verwicklungen nach sich ziehen könnte, S. 29. Quester fragt Morton, ob der Gefangene in Brighton (KMI S. 29) bzw. in London (OF S. 46) verbleiben dürfe.

Der Mann verrät, dass noch viele Bomben in London versteckt sind, er kennt aber nicht den Mann an der Spitze der Bande. Seine Schilderungen lassen auf ein Haus in Belgravia als Hauptquartier schließen. Hier kommt es zum Showdown, Grimsby und Quester kämpfen Seite an Seite in einer Flammenhölle.

Die Bande kann noch Funksignale absenden, um die verbliebenen Bomben scharf zu machen, ihr Anführer wird mit schweren Verbrennungen in die Harley Street transportiert (OF S. 56).

Im KMI gibt es auf Seite 32 eine zusätzliche Textpassage: Es gibt eine längere Diskussion mit dem Polizeiarzt, dass der Verletzte besser in Brighton aufgehoben wäre. Morton erzählt ihm, dass er dank Grimsby, der mehr als nur ein Chauffeur ist, auf dem Gebiet der Hautverpflanzungen weiter sei, als andere Ärzte, die bisher nur Tierversuche gemacht hätten.

Morton operiert dann den Verbrannten, gibt dem Polizeiarzt dabei Erklärungen. Grimsby hält Quester einen Vortrag, wie Hautverpflanzungen in den letzten 3500 Jahren vorgenommen wurden.

Bevor der Bandenchef stirbt, kann Morton ihm die Adresse der zweiten Funkzentrale entlocken. Es gehen noch weitere Bomben hoch, aber dann kann der Rest unschädlich gemacht werden. Hiermit ist die Geschichte im KMI beendet.

In der OF folgen noch anderthalb Seiten, S. 58–60: Beim gemütlichen Beieinandersein lässt Team Morton das Abenteuer besinnlich ausklingen: Morton erzählt Sir Henry alles über Hautverpflanzungen (was im KMI Grimsby schon Quester erzählte).

Zur Diskussion steht, wie man mit CID und dem Yard zusammenarbeiten kann, ohne die eigenen Versuchsreihen zu gefährden. Weitere Experimente, insbesondere zu Hauttransplantationen, sollten in Brighton mit Reginald Dee und Dr. Minstoff durchgeführt werden – dafür habe man ja noch die drei Gefangenen (die nicht wie im KMI freigelassen wurden).

Dr. Morton und Cynthia Barrington duzen sich im KMI, aber sie sagen „Sie“ zueinander in der OF.

Im KMI hat das Lektorat damals einige Wörter und Beschreibungen stehengelassen, die an vergleichbaren Stellen im selben Heft gestrichen wurden: Die Erwähnung der Messer, ihren blutigen Einsatz, die zerrissenen Leichen nach den Bombenattentaten – einige Textstellen findet man nur in der OF, andere aber auch noch im KMI. 

Offenbar war man bei der Nachbearbeitung dieses Manuskripts im Anne-Erber-Verlag nicht sehr sorgfältig vorgegangen. Die kleine Titeländerung („für den“ statt „im“) ist unergründlich.

Das Titelbild ist eine Collage aus Der Lord Nr. 26 und Der Lord Großband Nr. 1. Die Abbildung von Sir Edward auf der rechten Seite wurde mit dem gespiegelten Profil von Grimsby abgedeckt.

© by Helge Ebsen

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