Dr. Morton 81
Frisches Blut für den Tower
von John Ball
Im Tower in London explodiert eine Bombe, es gibt viele Tote und Verletzte.
Gleich mehrere extremistische Gruppen reklamieren den erfolgreichen Anschlag für sich.
In diesem Roman ist vornehmlich das CID (Criminal
Investigation Department) tätig. Auch Scotland Yard ist ratlos, wer
dahinterstecken könnte. Als der Vorschlag gemacht wird, Lord Morton
miteinzubeziehen, ist Superintendent Russel gar nicht erfreut.
In der OF sagt er sogar, er habe bisher noch nicht
beweisen können, dass Morton in geheimen Laborräumen unerlaubte Experimente
vornimmt. Er möchte nicht mit ihm zusammenarbeiten, auch wenn das in höheren
Kreisen anders gesehen werde.
Lord Morton und Grimsby seien für ihn Mörder, S. 9. Auch
Morton will sich nicht mit Scotland Yard einlassen, denn die Aktionen könnten
die geheimen Versuchsreihen stören und dabei könnten die geheimen Anlagen
entdeckt werden (OF S. 11).
Eine weitere Bombe geht in der Admiralität hoch, es gibt
viele Opfer, in der OF wird hinzugefügt, dass wieder Leichenteile
zusammengetragen werden müssen, S. 13. Die Polizei hatte drei IRA-Mitglieder
ergebnislos verhört. Vaultier wird zu einer nächtlichen Aktion hinzugezogen.
Mit Billigung der Polizei? fragt er im KMI ungläubig (S. 8 ).
Er und Grimsby bringen die drei Männer aus der Haft in
die unterirdische Anlage, wo ihnen mit Drogen und Hypnose nichts zu entlocken
ist. Morton ruft Sir Henry hinzu. In der OF bleiben die Gefangenen in den
geheimen Räumen, man möchte die Befragung mit Nervengas fortsetzen, S. 24.
Im KMI laden Sir Henry mit Seta und Paramih die drei
schlafenden Gefangenen in einen Wagen und setzen sie an einer einsamen Stelle
auf dem Land aus, S. 13.
- Autor: John Ball, Original-Fassung (OF), Romantruhe, April 2022
-
Erstveröffentlichung:
Frisches Blut im Tower, Dr. Morton Kriminal-Magazin International (KMI) Nr. 2,
1976
Es gibt einen weiteren Anschlag in einer militärischen
Einrichtung mit vielen Toten. Die Detonation hat die Körper regelrecht zerfetzt
(OF S. 27). Der folgende Anschlag zerreißt zwei U-Bahn-Züge.
Unter vielen Bekennerschreiben geht ein glaubwürdiges bei
Scotland Yard ein – von einem Wahnsinnigen, der keine Forderungen stellt. Die
ganze Regierung streitet darüber, Morton einzuschalten, aber es gibt keine
Einigung. Im KMI (S. 16) diskutieren die Minister viel ausführlicher darüber
als in der OF (S. 33).
Scotland Yard schnappt einen Verdächtigen, dem nichts zu
entlocken ist. Selbst Quester will nun Dr. Morton hinzuziehen – denn in dieser
Lage kommt man mit Polizeimitteln nicht weiter (KMI S. 17). Morton macht keine
Versprechungen: er weiß nicht, ob der Mann auf seine Methode (KMI S. 17) bzw.
seine Hypnose (OF S. 36) ansprechen wird.
Im KMI (S. 17) wird der Weg mit dem Fahrstuhl in die
geheimen Räume unter der Klinik in Brighton viel ausführlicher geschildert als
in der OF (S. 37). Aber auch diese Befragung bringt keine Aufklärung.
Die Zünder aller Bomben stammen aus Deutschland, Grimsby stellt in Frankfurt Nachforschungen an.
Als er von der neuen Explosion hört,
telefoniert er mit Dr. Morton, der bereits von Sir Henry (OF S. 28 ) bzw. einem
Verbindungsmann im Home Office (KMI S. 14) informiert worden ist.
Grimsby verfolgt die Verdächtigen in die Niederlande. In
der OF wird erwähnt, dass er seine Messer durch die Sicherheitskontrolle am
Flughafen bringt, S. 40. Auf der Toilette schießt ein Mann auf ihn, aber
Grimsby tötet ihn.
In der OF trifft sein Messer zielgenau in dessen Herz, S.
41. In einem vermeintlich leer stehenden Haus bei Hoek van Holland Haus stößt
Grimsby auf weitere Gang-Mitglieder und erschießt zwei.
In der OF trifft er einen in die Stirn und lässt den
Hinterkopf explodieren, dem zweiten bohrt sich eine Kugel direkt ins Herz, S.
44. Im KMI gibt es nach seinem Geschmack bereits zu viele Tote, er ist nicht scharf
darauf, die Zahl noch zu erhöhen, S. 28. Es gibt einen weiteren Kampf.
Im KMI hofft er darauf, dass der Yard sich revanchieren
und das CID sich um eventuelle diplomatische Verwicklungen kümmern wird, S. 29.
Grimsby flieht mit einem verletzten Gangster und den Paketen mit Zündern auf
einer Jacht nach England.
Dort angekommen, informiert Lord Morton im KMI das Home
Office und muss sich anhören, dass diese Aktion diplomatische Verwicklungen
nach sich ziehen könnte, S. 29. Quester fragt Morton, ob der Gefangene in
Brighton (KMI S. 29) bzw. in London (OF S. 46) verbleiben dürfe.
Der Mann verrät, dass noch viele Bomben in London
versteckt sind, er kennt aber nicht den Mann an der Spitze der Bande. Seine
Schilderungen lassen auf ein Haus in Belgravia als Hauptquartier schließen.
Hier kommt es zum Showdown, Grimsby und Quester kämpfen Seite an Seite in einer
Flammenhölle.
Die Bande kann noch Funksignale absenden, um die
verbliebenen Bomben scharf zu machen, ihr Anführer wird mit schweren
Verbrennungen in die Harley Street transportiert (OF S. 56).
Im KMI gibt es auf Seite 32 eine zusätzliche Textpassage:
Es gibt eine längere Diskussion mit dem Polizeiarzt, dass der Verletzte besser
in Brighton aufgehoben wäre. Morton erzählt ihm, dass er dank Grimsby, der mehr
als nur ein Chauffeur ist, auf dem Gebiet der Hautverpflanzungen weiter sei,
als andere Ärzte, die bisher nur Tierversuche gemacht hätten.
Morton operiert dann den Verbrannten, gibt dem
Polizeiarzt dabei Erklärungen. Grimsby hält Quester einen Vortrag, wie Hautverpflanzungen
in den letzten 3500 Jahren vorgenommen wurden.
Bevor der Bandenchef stirbt, kann Morton ihm die Adresse
der zweiten Funkzentrale entlocken. Es gehen noch weitere Bomben hoch, aber
dann kann der Rest unschädlich gemacht werden. Hiermit ist die Geschichte im
KMI beendet.
In der OF folgen noch anderthalb Seiten, S. 58–60: Beim
gemütlichen Beieinandersein lässt Team Morton das Abenteuer besinnlich
ausklingen: Morton erzählt Sir Henry alles über Hautverpflanzungen (was im KMI
Grimsby schon Quester erzählte).
Zur Diskussion steht, wie man mit CID und dem Yard
zusammenarbeiten kann, ohne die eigenen Versuchsreihen zu gefährden. Weitere
Experimente, insbesondere zu Hauttransplantationen, sollten in Brighton mit
Reginald Dee und Dr. Minstoff durchgeführt werden – dafür habe man ja noch die
drei Gefangenen (die nicht wie im KMI freigelassen wurden).
Dr. Morton und Cynthia Barrington duzen sich im KMI, aber
sie sagen „Sie“ zueinander in der OF.
Im KMI hat das Lektorat damals einige Wörter und Beschreibungen stehengelassen, die an vergleichbaren Stellen im selben Heft gestrichen wurden: Die Erwähnung der Messer, ihren blutigen Einsatz, die zerrissenen Leichen nach den Bombenattentaten – einige Textstellen findet man nur in der OF, andere aber auch noch im KMI.
Offenbar war man bei der Nachbearbeitung dieses Manuskripts
im Anne-Erber-Verlag nicht sehr sorgfältig vorgegangen. Die kleine
Titeländerung („für den“ statt „im“) ist unergründlich.
Das Titelbild ist eine Collage aus Der Lord Nr. 26 und Der Lord Großband Nr. 1. Die Abbildung von Sir Edward auf der rechten Seite wurde mit dem gespiegelten Profil von Grimsby abgedeckt.
© by Helge Ebsen


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