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Freitag, 29. Mai 2026

Roman: REM

REM

von Annika Strauss & Sebastian Fitzek

Vergangenheit: Alysee ist gerade vier Jahre alt, als sie einen gewaltigen Fehler begeht. 

Aus Angst läuft sie davon und ihr Vater kann sie gerade noch aus einem eisigen Gewässer retten, bei dem sie durch das dünne Eis gebrochen war.

Doch dann passiert es. Alysee gerät ohne das sie es will in eine Traumphase, obwohl ihr Vater sie eindringlich davor warnte, einzuschlafen und zu träumen. 

Und in diesem kurzen Augenblick der REM-Phase stirbt auch ihr Vater auf grausame Weise.

Gegenwart: Alysee ist 25 Jahre und hat immer noch gewaltige Probleme mit dem einschlafen.

 Denn Träume lösen bei ihr Panik und Angstzustände aus, weshalb sie eben kaum schläft, und wenn, dann die REM-Phase mit Medikamenten unterdrückt.

Eine Stütze ist für sie eigentlich nur Nico, mit dem sie als Vollwaise in einer Pflegefamilie aufgewachsen ist. Eine wirkliche Hilfe ist Nico, in den sie heimlich verliebt ist, allerdings eher seltener. Denn er handelt recht gerne unüberlegt und bringt so auch Alysee mitunter in gewaltige Schwierigkeiten.

Als dann auch noch die dubiose Nachlassverwalterin Emilia Bergmann auftaucht und Alysee mitteilt, sie hätte ein runtergekommenes Hotel mit Namen de Ville geerbt, wird die Sache für Alysee immer undurchsichtiger.

Und so entschließt sie sich zusammen mit Nico ohne diese suspekte Rechtsanwältin das besagte Hotel de Ville aufzusuchen. Doch genau hier scheinen beide auf der Straße mitten im Regen einer zusätzlichen Gefahr geradewegs in die Arme zu laufen.

Denn Amir, Mike und dessen offensichtliche Freundin Dani lesen Alysee und Nico von der Straße auf und wollen sie nicht ganz uneigennützig in das einsam gelegene Hotel bringen, welches vormals jedoch eine private Forschungseinrichtung von Alysees Vater und einem Dr. Kasimir Stahl war, und in dem sie offenbar eine Art Schlaflabor betrieben.

Denn Amir, Dani und Mike würden mit Alysee und Nico als Opfer dort nur zu gerne ein grausames Snuff-Video drehen, welches sie dann im Darknet zu Geld machen wollen.

Doch im Hotel de Ville angekommen, sehen sich alle bald ganz anderen Problemen gegenüber. Denn dort treffen sie nicht nur auf den kleinen Marvin, sondern auch auf den alten Kasimir Stahl, der Alysee ihr tödliches Geheimnis offenbart, welches unweigerlich zuschlägt, sollte sie beim Schlaf in die REM-Phase gelangen.

Doch was steckt hinter diesem "Dämon", welcher gnadenlos zuschlägt, wenn Alysee träumt, nachdem sie als Kind eine seltsame Art von VR-Brille benutzt hatte, welche sie und die anderen im de Ville ebenfalls wieder vorfinden?

Das Ganze entwickelt sich aber auch zu einem Wettlauf mit der Zeit, denn Alysee hat schon lange keinen Schlaf mehr gehabt, bei dem sie mit Medikamenten die REM-Phase unterdrückt hatte. Und selbst ein Sekundenschlaf kann daher blutigen Konsequenzen nach sich ziehen.

  • REM
  • Autor: Annika Strauss & Sebastian fitzek
  • ISBN: 978-3-4265-7076-0
  • Taschenbuch ca. 320 Seiten
  • Verlag Droemer
  • Deutsche Erstveröffentlichung: März 2026

„Mit einem Schnitt öffnete er seinen Bauchraum von unten nach oben, und mit bloßen Händen schaufelte er die Organe nach draußen, die laut zu Boden klatschten. Die Kinder im Hintergrund kicherten und kamen angerannt.“ (REM/Seite 193)

Und Nein, auch wenn es hier um den REM-Schlaf geht, so ist der Roman sicherlich kein Aufruf zum Schlafengehen. Und auch das alle drei Buchstaben des Titel groß geschrieben werden, ist kein Fehler hinsichtlich der Rechtschreibung.

Denn es geht darum, dass Schlaf, oder besser gesagt, die REM- oder Traumphase hier zu einem wahren Schrecken mutiert, der Menschenleben im Umfeld des Schläfers kosten kann.

Aber gut, wer noch mehr wissen will, muss schon den Roman selbst lesen. Doch wie sieht es nun mein kritischer Geist, was uns hier von dem Autoren-Duo als Horror-Thriller vorgelegt wurde?

An Ideen jedenfalls mangelte es hier zumindest nicht, was ja erst einmal recht gut ist. Was dabei nun inhaltlich von Annika Strauss oder Sebastian Fitzek stammt, kann ich nicht wirklich sagen. Denn ich hatte bisher noch nie einen Roman von Fitzek gelesen und bei Annika Strauss sieht es eben genauso aus.

Das Positive am Roman sind aber schon mal die recht überschaubar-kurzen Kapitel wie auch die Perspektivwechsel, die ein positives Tempo in die Handlung bringen. Dafür muss man bei der Tiefe der Charaktere allerdings leider so einige Abstriche machen, was dazu führt, das man selbst mit Alysee als Leser nur sehr oberflächlich eine gewisse Verbindung aufbauen kann.

Und leider driftet die zuerst spannend aufgebaute Handlung zunehmend ab und erlaubt sich einige Längen, die der Spannung etwas abträglich sein können.

Und was irgendwie als angekündigter Horror-Triller beginnt, entgleitet immer mehr in Richtung Science Fiction, was der Handlung an sich hier aber leider auch bei der aufgebauten Erwartungshaltung nicht wirklich gut tut.

Der Roman an sich ist dabei recht solide, aber macht trotz einiger gut in Szene gesetzter Passagen und mitunter einer schön düsteren Atmosphäre nicht wirklich viel aus den Ideen, die hier von Anika Strauss und Sebastian Fitzek eingesetzt wurden.

Die Sache mit den Snuff-Filmen hätte man sich da jedenfalls schon mal irgendwie sparen können, da dieses Element innerhalb der Handlung völlig ins Leere läuft.

Ich persönlich würde den Roman auch eher als Science Fiction-Thriller mit gruseligem Einschlag statt als Horror-Thriller bewerben wollen.

Im finalen Teil kommt dann im positiven Sinne auch noch mal Tempo auf, allerdings meine Erwartungen hinsichtlich eines "Horror-Thriller" konnte REM bei mir auch damit leider nicht mehr wirklich erfüllt.

Für zwischendurch ist der Roman REM aber durchaus ein lesenswerter Snack für Fans der allgemeinen Phantastik.

© by Konrad Wolfram

3 Kommentare:

Stefan Robijn hat gesagt…

Ich würde ja sagen, Fitzek wird überschätzt, aber ich will hier nicht untertreiben... 😉

Konrad Wolfram hat gesagt…

Ups ... da hatte ich ein paar Tippfehler drin, also noch mal. Das Fitzek überschätzt wird, da sind wir zwei wohl nicht alleine dieser Meinung. Allerdings halte ich mich da noch etwas zurück, da dies mein erster Fitzek ist und der Großteil der Ideen wohl auch eher von Annika Strauss stammen dürften, die eventuell nicht wirklich gut umgesetzt wurden.

The Black Book Magazine hat gesagt…

Ja, der Meinung bin ich auch.Fitzek wird überschätzt.Denn die Romane, die ich von ihm bisher gelesen habe, fand ich nicht besonders gut.
Aber da Fitzek zu den Beststellerautoren des Droemer Knaur Verlags gehört, nehme ich mal an, dass die Autorin Annika Strauss durch dessem 'Mitarbeit' gepuscht und vermutlich seitens des Droemer Knaur Verlags als neue 'Bestsellerautorin" aufgebaut werden soll.