REM
von Annika
Strauss & Sebastian Fitzek
Vergangenheit: Alysee ist gerade vier Jahre alt, als sie einen gewaltigen Fehler begeht.
Aus
Angst läuft sie davon und ihr Vater kann sie gerade noch aus einem eisigen
Gewässer retten, bei dem sie durch das dünne Eis gebrochen war.
Doch dann passiert es. Alysee gerät ohne das sie es will in eine Traumphase, obwohl ihr Vater sie eindringlich davor warnte, einzuschlafen und zu träumen.
Und in diesem kurzen Augenblick der REM-Phase stirbt auch ihr Vater auf grausame Weise.
Gegenwart: Alysee ist 25 Jahre und hat immer noch gewaltige Probleme mit dem einschlafen.
Denn Träume lösen bei ihr Panik und Angstzustände aus, weshalb sie eben kaum
schläft, und wenn, dann die REM-Phase mit Medikamenten unterdrückt.
Eine
Stütze ist für sie eigentlich nur Nico, mit dem sie als Vollwaise in einer
Pflegefamilie aufgewachsen ist. Eine wirkliche Hilfe ist Nico, in den sie
heimlich verliebt ist, allerdings eher seltener. Denn er handelt recht gerne
unüberlegt und bringt so auch Alysee mitunter in gewaltige Schwierigkeiten.
Als
dann auch noch die dubiose Nachlassverwalterin Emilia Bergmann auftaucht und
Alysee mitteilt, sie hätte ein runtergekommenes Hotel mit Namen de Ville
geerbt, wird die Sache für Alysee immer undurchsichtiger.
Und
so entschließt sie sich zusammen mit Nico ohne diese suspekte Rechtsanwältin
das besagte Hotel de Ville aufzusuchen. Doch genau hier scheinen beide auf der
Straße mitten im Regen einer zusätzlichen Gefahr geradewegs in die Arme zu
laufen.
Denn
Amir, Mike und dessen offensichtliche Freundin Dani lesen Alysee und Nico von
der Straße auf und wollen sie nicht ganz uneigennützig in das einsam gelegene
Hotel bringen, welches vormals jedoch eine private Forschungseinrichtung von
Alysees Vater und einem Dr. Kasimir Stahl war, und in dem sie offenbar eine Art
Schlaflabor betrieben.
Denn
Amir, Dani und Mike würden mit Alysee und Nico als Opfer dort nur zu gerne ein
grausames Snuff-Video drehen, welches sie dann im Darknet zu Geld machen
wollen.
Doch
im Hotel de Ville angekommen, sehen sich alle bald ganz anderen Problemen gegenüber.
Denn dort treffen sie nicht nur auf den kleinen Marvin, sondern auch auf den
alten Kasimir Stahl, der Alysee ihr tödliches Geheimnis offenbart, welches
unweigerlich zuschlägt, sollte sie beim Schlaf in die REM-Phase gelangen.
Doch
was steckt hinter diesem "Dämon", welcher gnadenlos zuschlägt, wenn
Alysee träumt, nachdem sie als Kind eine seltsame Art von VR-Brille benutzt
hatte, welche sie und die anderen im de Ville ebenfalls wieder vorfinden?
Das
Ganze entwickelt sich aber auch zu einem Wettlauf mit der Zeit, denn Alysee hat
schon lange keinen Schlaf mehr gehabt, bei dem sie mit Medikamenten die
REM-Phase unterdrückt hatte. Und selbst ein Sekundenschlaf kann daher blutigen
Konsequenzen nach sich ziehen.
- REM
- Autor: Annika Strauss & Sebastian fitzek
- ISBN: 978-3-4265-7076-0
- Taschenbuch ca. 320 Seiten
- Verlag Droemer
-
Deutsche
Erstveröffentlichung: März 2026
„Mit einem Schnitt öffnete er seinen Bauchraum von unten nach oben, und mit bloßen Händen schaufelte er die Organe nach draußen, die laut zu Boden klatschten. Die Kinder im Hintergrund kicherten und kamen angerannt.“ (REM/Seite 193)
Und Nein, auch wenn es hier um den REM-Schlaf geht, so
ist der Roman sicherlich kein Aufruf zum Schlafengehen. Und auch das alle drei
Buchstaben des Titel groß geschrieben werden, ist kein Fehler hinsichtlich der
Rechtschreibung.
Denn es geht darum, dass Schlaf, oder besser gesagt, die
REM- oder Traumphase hier zu einem wahren Schrecken mutiert, der Menschenleben
im Umfeld des Schläfers kosten kann.
Aber gut, wer noch mehr wissen will, muss schon den Roman
selbst lesen. Doch wie sieht es nun mein kritischer Geist, was uns hier von dem
Autoren-Duo als Horror-Thriller vorgelegt wurde?
An Ideen jedenfalls mangelte es hier zumindest nicht, was
ja erst einmal recht gut ist. Was dabei nun inhaltlich von Annika Strauss oder
Sebastian Fitzek stammt, kann ich nicht wirklich sagen. Denn ich hatte bisher
noch nie einen Roman von Fitzek gelesen und bei Annika Strauss sieht es eben
genauso aus.
Das Positive am Roman sind aber schon mal die recht
überschaubar-kurzen Kapitel wie auch die Perspektivwechsel, die ein positives
Tempo in die Handlung bringen. Dafür muss man bei der Tiefe der Charaktere
allerdings leider so einige Abstriche machen, was dazu führt, das man selbst
mit Alysee als Leser nur sehr oberflächlich eine gewisse Verbindung aufbauen
kann.
Und leider driftet die zuerst spannend aufgebaute
Handlung zunehmend ab und erlaubt sich einige Längen, die der Spannung etwas
abträglich sein können.
Und was irgendwie als angekündigter Horror-Triller
beginnt, entgleitet immer mehr in Richtung Science Fiction, was der Handlung an
sich hier aber leider auch bei der aufgebauten Erwartungshaltung nicht wirklich
gut tut.
Der Roman an sich ist dabei recht solide, aber macht
trotz einiger gut in Szene gesetzter Passagen und mitunter einer schön düsteren
Atmosphäre nicht wirklich viel aus den Ideen, die hier von Anika Strauss und
Sebastian Fitzek eingesetzt wurden.
Die Sache mit den Snuff-Filmen hätte man sich da jedenfalls schon mal irgendwie sparen können, da dieses Element innerhalb der Handlung völlig ins Leere läuft.
Ich persönlich würde den Roman auch eher als Science
Fiction-Thriller mit gruseligem Einschlag statt als Horror-Thriller bewerben
wollen.
Im finalen Teil kommt dann im positiven Sinne auch noch
mal Tempo auf, allerdings meine Erwartungen hinsichtlich eines
"Horror-Thriller" konnte REM bei mir auch damit leider nicht mehr
wirklich erfüllt.
Für zwischendurch ist der Roman REM aber durchaus ein lesenswerter
Snack für Fans der allgemeinen Phantastik.
© by Konrad Wolfram

3 Kommentare:
Ich würde ja sagen, Fitzek wird überschätzt, aber ich will hier nicht untertreiben... 😉
Ups ... da hatte ich ein paar Tippfehler drin, also noch mal. Das Fitzek überschätzt wird, da sind wir zwei wohl nicht alleine dieser Meinung. Allerdings halte ich mich da noch etwas zurück, da dies mein erster Fitzek ist und der Großteil der Ideen wohl auch eher von Annika Strauss stammen dürften, die eventuell nicht wirklich gut umgesetzt wurden.
Ja, der Meinung bin ich auch.Fitzek wird überschätzt.Denn die Romane, die ich von ihm bisher gelesen habe, fand ich nicht besonders gut.
Aber da Fitzek zu den Beststellerautoren des Droemer Knaur Verlags gehört, nehme ich mal an, dass die Autorin Annika Strauss durch dessem 'Mitarbeit' gepuscht und vermutlich seitens des Droemer Knaur Verlags als neue 'Bestsellerautorin" aufgebaut werden soll.
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