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Dienstag, 5. Mai 2026

Roman: Das Zeichen

Das Zeichen

von William Peter Blatty

Inspektor Kinderman hat es nicht leicht in seinem Job. Denn offenbar scheint ein Killer auf die gleiche Art und Weise neue Opfer zu suchen, wie ehemals der Zwillingsmörder James Michael Vennamun.

Denn der zwölfjährige Thomas Joshua Kintry wurde  auf grausame Weise ermordet und gekreuzigt. 

Und hierbei wurden ihm das astrologische Zeichen des Zwillings in die linke Handfläche geschnitten, während der Killer an der rechten Hand den Zeigefinger abgeschnitten hat. 

Auch musste ein Name des Opfers immer mit dem Buchstaben K beginnen.

Doch diese besonderen Zeichen des Zwillingsmörders dürfte eigentlich niemand kennen. Denn damals hatte man in diesem Punkt von der Polizei falsche Angaben an die Presse weitergereicht, um mögliche Personen sofort ausschließen zu können, welche sich selbst als Killer ausgeben wollen.

Ein anderes Problem ist weniger grausam, auch wenn Kinderman und der Karpfen in seiner Badewanne wohl niemals Freunde werden. Zumindest so lange, bis seine Schwiegermutter den Fisch endlich zu einer Mahlzeit verarbeitet.

Und dann wäre da noch Pater Dyer, mit dem Kinderman regelmäßig das Kino unsicher macht. Aber auch der muss sich wegen einiger Untersuchungen bald ins Krankenhaus begeben.

Da der Killer Vennamun jedoch auch bereits seit Jahren tot ist, scheint der neue Killer eher einem Phantom zu gleichen, der schon bald einen weiteren grausamen Mord an einem Priester im Beichtstuhl verübt.

Aber auch Dr. Vincent Amfortas plagen im Krankenhaus gewaltige Probleme. Denn gesundheitlich steht es für ihn nicht zum Besten. Und außerdem hat er nie den Tod seiner Frau überwunden, weshalb er seit dieser Zeit mittels Tonbandaufzeichnungen Kontakt zu Verstorbenen aufzunehmen versucht.

Als Dr. Amfortas dies jedoch mit dem Patienten Pater Dyer besprechen möchte, wird dieser vorher ebenfalls mitten im Krankenhaus auf recht bizarre Weise ermordet.

Die weiteren Untersuchungen führen Kinderman dabei auch direkt in die geschlossene Abteilung des Psychaters Dr. Freeman Temple und in eine Zelle, in der ein Mann sitzt, der dem toten Pater Damien Karras bis aufs Haar gleicht, aber von sich selbst behauptet, der tote Zwillingsmörder zu sein.

Auch Karras ist allerdings bei einem Sturz vor Jahren nach einem Exorzismus auf schreckliche Weise umgekommen und danach beerdigt worden. Doch wenn der Mann, den man in der Psychiatrie in der Zelle nur Mister Sunlight nennt, wirklich Pater Karras ist, wer liegt dann in dessen Grab?

Für Kinderman werden die Untersuchungen hierdurch nicht einfacher. Denn der Insasse behauptet weiter steif und fest, der Zwillingsmörder zu sein und er weiß Details über die jüngsten Morde, die er einfach nicht kennen dürfte.

Aber auch bei der einfachen Frage nach seinem Namen antwortet der Mann mit dem Aussehen von Pater Karras kryptisch und nennt sich selbst wie in der Bibel Legion, denn er sei viele!

Kinderman merkt schnell, das er es hier nicht mehr mit rational zu erklärenden Vorkommnissen zu tun hat. Doch kann er das Morden trotzdem beenden?

  • Das Zeichen
  • Autor: William Peter Blatty
  • US-Originaltitel: Legion
  • ISBN: 978-3-4420-8088-5
  • Taschenbuch ca. 278 Seiten
  • Verlag: Goldmann
  • Deutsche Veröffentlichung: Juli 1991
"Ich freue mich, dich zu sehen, Max", sagte er. Dann fügte er hinzu: "Jetzt träumen wir beide." Sein Bruder schüttelte ernst den Kopf und antwortete: "Nein, Bill. Ich träume nicht." Und Kinderman erinnerte sich, daß er tot war. Mit dieser plötzlichen Erkenntnis folgte die absolute Gewißheit, daß Max keine Illusion war.“ (Das Zeichen/Seite 82)

Der Roman „DAS ZEICHEN“ (Originaltitel LEGION), veröffentlicht bereits 1983, kam 1990 unter dem Titel „DER EXORZIST III“ als dritte Fortsetzung des Horrorklassikers „DER EXORZIST“ von 1973 in die Kinos.

Und dabei war diese Verfilmung sogar wesentlich besser als der Film „EXORZIST II - DER KETZER“ von 1977, der mit Linda Blair und Richard Burton nicht wirklich bei den Fans punkten konnte.

Ähnlich wie bereits zum Film „DER EXORZIST“ von 1973 ist auch der Autor William Peter Blatty hierbei nicht nur mit seinen jeweiligen Romanen, sondern auch mit dem Drehbuch (neben Produktion 1973 und Regie 1990) wieder mit involviert.

Allerdings gibt es, was den Roman „DAS ZEICHEN“ und die Verfilmung „DER EXORZIST III“ angeht, einige wirklich interessante Unterschiede. Nennt man z.B. den Serienmörder im Roman den Zwillingsmörder, so wird er im Film als der Gemini-Killer betitelt.

Aber auch sonst kommen Charaktere vor, die man in der Verfilmung des Roman so nicht vorfindet. Hierzu gehört z.B. Dr. Vincent Amfortas, bei dem man sich zuerst im Roman sogar fragt, was der mit der eigentlichen Handlung des Romans überhaupt zu tun hat, wo der Autor ihm sogar ein recht langes Kapitel zugesteht.

Aber es gibt im Roman auch Passagen, die in etwas veränderter Form im Drehbuch von William Peter Blatty dann doch Einzug in die Verfilmung halten konnten.

Auch Inspektor Kinderman irritiert im Roman bei Zeiten etwas, weil dieser sich hier so einige, mitunter skurrile Gedanken zur Evolution, dem Universum oder Gott macht. Dafür können aber die witzigen Dialoge punkten, wenn Kinderman sich z.B. mit Pater Dyer über Frauenzeitschriften oder den Karpfen in seiner Badewanne unterhält.

Gesamt betrachtet ist der Roman „DAS ZEICHEN“ von William Peter Blatty durchaus gut geschrieben. Nur weist er mitunter aber leider auch erhebliche Längen auf, so das man sagen kann, dass ihm ca. 100 Seiten weniger durchaus - was das Tempo der Handlung betrifft - sicherlich gut getan hätte.

Auf der anderen Seite bin ich aber auch froh, dass ich diesen Roman nun endlich einmal in Angriff genommen habe, um z.B. auch die Unterschiede zwischen Roman und Verfilmung besser einschätzen zu können.

Ein Lesevergnügen ist der Roman dabei jedoch für mich nach wie vor gewesen, weshalb ich es auch positiv sehen würde, wenn dieser Roman von William Peter Blatty auch in Deutschland wieder in dann aktueller Übersetzung eine neue Veröffentlichung erhalten würde.

 © by Konrad Wolfram

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