Das Zeichen
von William Peter
Blatty
Inspektor
Kinderman hat es nicht leicht in seinem Job. Denn offenbar scheint ein Killer
auf die gleiche Art und Weise neue Opfer zu suchen, wie ehemals der
Zwillingsmörder James Michael Vennamun.
Denn der zwölfjährige Thomas Joshua Kintry wurde auf grausame Weise ermordet und gekreuzigt.
Und hierbei wurden ihm das astrologische Zeichen des Zwillings in die linke Handfläche geschnitten, während der Killer an der rechten Hand den Zeigefinger abgeschnitten hat.
Auch musste ein Name des Opfers immer mit dem Buchstaben K beginnen.
Doch
diese besonderen Zeichen des Zwillingsmörders dürfte eigentlich niemand kennen.
Denn damals hatte man in diesem Punkt von der Polizei falsche Angaben an die
Presse weitergereicht, um mögliche Personen sofort ausschließen zu können,
welche sich selbst als Killer ausgeben wollen.
Ein
anderes Problem ist weniger grausam, auch wenn Kinderman und der Karpfen in
seiner Badewanne wohl niemals Freunde werden. Zumindest so lange, bis seine
Schwiegermutter den Fisch endlich zu einer Mahlzeit verarbeitet.
Und
dann wäre da noch Pater Dyer, mit dem Kinderman regelmäßig das Kino unsicher
macht. Aber auch der muss sich wegen einiger Untersuchungen bald ins
Krankenhaus begeben.
Da
der Killer Vennamun jedoch auch bereits seit Jahren tot ist, scheint der neue
Killer eher einem Phantom zu gleichen, der schon bald einen weiteren grausamen
Mord an einem Priester im Beichtstuhl verübt.
Aber
auch Dr. Vincent Amfortas plagen im Krankenhaus gewaltige Probleme. Denn
gesundheitlich steht es für ihn nicht zum Besten. Und außerdem hat er nie den
Tod seiner Frau überwunden, weshalb er seit dieser Zeit mittels
Tonbandaufzeichnungen Kontakt zu Verstorbenen aufzunehmen versucht.
Als
Dr. Amfortas dies jedoch mit dem Patienten Pater Dyer besprechen möchte, wird
dieser vorher ebenfalls mitten im Krankenhaus auf recht bizarre Weise ermordet.
Die
weiteren Untersuchungen führen Kinderman dabei auch direkt in die geschlossene
Abteilung des Psychaters Dr. Freeman Temple und in eine Zelle, in der ein Mann
sitzt, der dem toten Pater Damien Karras bis aufs Haar gleicht, aber von sich
selbst behauptet, der tote Zwillingsmörder zu sein.
Auch
Karras ist allerdings bei einem Sturz vor Jahren nach einem Exorzismus auf schreckliche
Weise umgekommen und danach beerdigt worden. Doch wenn der Mann, den man in der
Psychiatrie in der Zelle nur Mister Sunlight nennt, wirklich Pater Karras ist,
wer liegt dann in dessen Grab?
Für Kinderman werden die Untersuchungen hierdurch nicht einfacher. Denn der Insasse behauptet weiter steif und fest, der Zwillingsmörder zu sein und er weiß Details über die jüngsten Morde, die er einfach nicht kennen dürfte.
Aber
auch bei der einfachen Frage nach seinem Namen antwortet der Mann mit dem Aussehen
von Pater Karras kryptisch und nennt sich selbst wie in der Bibel Legion, denn
er sei viele!
Kinderman
merkt schnell, das er es hier nicht mehr mit rational zu erklärenden
Vorkommnissen zu tun hat. Doch kann er das Morden trotzdem beenden?
- Das Zeichen
- Autor: William Peter Blatty
- US-Originaltitel: Legion
- ISBN: 978-3-4420-8088-5
- Taschenbuch ca. 278 Seiten
- Verlag: Goldmann
-
Deutsche
Veröffentlichung: Juli 1991
"Ich freue mich, dich zu sehen, Max", sagte er. Dann fügte er hinzu: "Jetzt träumen wir beide." Sein Bruder schüttelte ernst den Kopf und antwortete: "Nein, Bill. Ich träume nicht." Und Kinderman erinnerte sich, daß er tot war. Mit dieser plötzlichen Erkenntnis folgte die absolute Gewißheit, daß Max keine Illusion war.“ (Das Zeichen/Seite 82)
Der Roman „DAS ZEICHEN“ (Originaltitel LEGION),
veröffentlicht bereits 1983, kam 1990 unter dem Titel „DER EXORZIST III“ als
dritte Fortsetzung des Horrorklassikers „DER EXORZIST“ von 1973 in die Kinos.
Und dabei war diese Verfilmung sogar wesentlich besser
als der Film „EXORZIST II - DER KETZER“ von 1977, der mit Linda Blair und
Richard Burton nicht wirklich bei den Fans punkten konnte.
Ähnlich wie bereits zum Film „DER EXORZIST“ von 1973 ist
auch der Autor William Peter Blatty hierbei nicht nur mit seinen jeweiligen
Romanen, sondern auch mit dem Drehbuch (neben Produktion 1973 und Regie 1990)
wieder mit involviert.
Allerdings gibt es, was den Roman „DAS ZEICHEN“ und die
Verfilmung „DER EXORZIST III“ angeht, einige wirklich interessante
Unterschiede. Nennt man z.B. den Serienmörder im Roman den Zwillingsmörder, so
wird er im Film als der Gemini-Killer betitelt.
Aber auch sonst kommen Charaktere vor, die man in der
Verfilmung des Roman so nicht vorfindet. Hierzu gehört z.B. Dr. Vincent
Amfortas, bei dem man sich zuerst im Roman sogar fragt, was der mit der
eigentlichen Handlung des Romans überhaupt zu tun hat, wo der Autor ihm sogar
ein recht langes Kapitel zugesteht.
Aber es gibt im Roman auch Passagen, die in etwas
veränderter Form im Drehbuch von William Peter Blatty dann doch Einzug in die
Verfilmung halten konnten.
Auch Inspektor Kinderman irritiert im Roman bei Zeiten
etwas, weil dieser sich hier so einige, mitunter skurrile Gedanken zur
Evolution, dem Universum oder Gott macht. Dafür können aber die witzigen
Dialoge punkten, wenn Kinderman sich z.B. mit Pater Dyer über
Frauenzeitschriften oder den Karpfen in seiner Badewanne unterhält.
Gesamt betrachtet ist der Roman „DAS ZEICHEN“ von William
Peter Blatty durchaus gut geschrieben. Nur weist er mitunter aber leider auch
erhebliche Längen auf, so das man sagen kann, dass ihm ca. 100 Seiten weniger
durchaus - was das Tempo der Handlung betrifft - sicherlich gut getan hätte.
Auf der anderen Seite bin ich aber auch froh, dass ich
diesen Roman nun endlich einmal in Angriff genommen habe, um z.B. auch die
Unterschiede zwischen Roman und Verfilmung besser einschätzen zu können.
Ein Lesevergnügen ist der Roman dabei jedoch für mich
nach wie vor gewesen, weshalb ich es auch positiv sehen würde, wenn dieser Roman
von William Peter Blatty auch in Deutschland wieder in dann aktueller
Übersetzung eine neue Veröffentlichung erhalten würde.
© by Konrad Wolfram

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