Das Haus in Cold Hill
von Peter James
Ollie
Harcourt und seine Frau Cora ziehen mit ihrer Tochter Jade in ein altes Haus am
Rande der Kleinstadt Cold Hill. Am Haus selbst müssen noch so einige Arbeiten
gemacht werden, aber Ollie ist sich sicher, dass dieses alte Haus einmal ein
richtiges Schmuckstück werden wird.
Dabei
hat er, was die Kosten angeht, ziemlich eng kalkuliert, jedoch hoffte er mit
seinem neuen Job bei zahlungskräftigen Geschäftsleuten genügend Geld verdienen
zu können, während er vom heimischen Büro aus deren geschäftliche Webpräsenz im
Internet aufbaut.
Seine Frau Cora muss indessen als Anwältin weiterhin täglich mit dem Wagen in die nächste Stadt nach Brighton fahren.
Nur Töchterchen Jade fühlt sich in dem
neuen Heim noch nicht wirklich wohl, denn es steht der Gang in eine neue Schule
bevor und ihr fehlen ihre Freundinnen und Freunde der alten Schule. Doch die
Aussicht, bald einen eigenen Hund zu bekommen, mildert ihre Ablehnung sichtlich
ab.
Doch
bald ereignen sich einige seltsame Vorkommnisse. Ollie macht die Bekanntschaft mit
einem älteren Mann, der ihn vor dem Haus warnt und ihm nahelegt, es umgehend
wieder zu verlassen.
Während
des Besuch ihrer Großeltern unterhält sich Jade mit ihrer Freundin über ihre
Computerverbindung, bis diese Jade plötzlich fragt, wer die alte Frau mit dem
grimmigen Gesicht hinter ihr sei, die sie durch die Kameraverbindung sehen
könne. Doch als Jade hinter sich schaut, ist dort niemand.
In
den folgenden Tagen kommt es zudem zu immer mehr seltsamen Erscheinungen im
Haus, die Ollie sich nicht erklären kann. Und bei Cora im Büro taucht der
ehemalige Schauspieler Kinsley Parkin auf, der ihr versichert, als Medium
Kontakt mit ihrer verstorbenen Tante Marjorie zu haben, weil diese sie vor dem
Bösen in ihrem neuen Haus in Cold Hill warnen will.
Da
die Übernatürlichen Vorkommnisse immer bedrohlicher werden, entschließt sich
die Familie Harcourt, den örtlichen Pfarrer um Hilfe zu bitten, der sich um
einen von der Kirche ausgebildeten Erlösungsbeistand bemühen will, was nichts
anderes ist, als die nette Umschreibung für einen Exorzisten. Doch die
Ereignisse überschlagen sich immer mehr.
So
verliert Ollie seine Geschäftskunden, weil diese scheinbar von ihm negative
Mails erhalten haben. Und auf seinem Handy erhält er ebenfalls recht eindeutige
Drohungen per SMS, die jedoch gleich danach wieder spurlos verschwinden. Und
dann entdecken Ollie und Cora zudem noch das Fenster zu einem Zimmer im Haus,
welches es eigentlich nicht geben dürfte.
Da
es unter den Menschen, die den Harcourts helfen wollen, ebenfalls zu recht
seltsamen Todesfällen kommt, fasst Ollie und Cora endlich den Entschluss, das
Haus in Cold Hill zu verlassen. Doch das Böse in diesen Mauern setzt alles
daran, sie nicht wieder gehen zu lassen.
- Das Haus in Cold Hill
- Autor: Peter James
- Taschenbuch ca. 368 Seiten
- Übersetzung: Christine Blum
- ISBN: 978-3-5962-9774-0
- Deutsche Erstausgabe: Mai 2017
-
Verlag:
FISCHER Taschenbuch
„Nach ein paar Momenten sagte Jade: "Jedes Mal, wenn ich sie sehe, sagt sie mir, dass ich mir keine Sorgen machen soll, weil ich schon bald bei ihr wäre. Wir alle - du, Mum und ich."
"Wo bei Ihr?"
"Auf der anderen Seite."
"Das sagt sie zu dir?"
Jade nickte: "Sie sagt, wir seien schon tot." (Das Haus in Cold Hill/ Seite 170 - 171)
Nein, etwas wirklich neues kann uns Peter James in diesem
Haunted-House-Roman nicht liefern. Allerdings muss er dies auch nicht, denn er
fügt einige Details hinzu, die seine Geschichte dann doch recht spannend
aufwertet.
Punkten kann Peter James zumal auch mit seiner sehr
einfühlsamen Charakterisierung der verschiedenen Figuren. Da geht es bei ihm
richtig in die Tiefe und es dauert nicht lange, und man hat das Gefühl, in
diesem Roman eigentlich alles alte Bekannte zu treffen, in die man sich als
Leser problemlos hineinversetzen kann.
Das sich der Autor Peter James bei seinem Roman „DAS HAUS
IN COLD HILL“ allerdings auch recht viele Gedanken zu dem Thema Geister gemacht
hat, merkt man dem Roman ebenfalls an.
Da wird nicht mit den Ketten gerasselt oder Blut fließt
aus den Wänden, sondern das Böse schleicht sich in der Handlung richtig
hinterhältig an. Ab diesem Moment erwischt man sich beim Lesen selber, dass man
eigentlich am Ende des Kapitels das Buch nicht aus der Hand legen will, denn
man will nun auch wissen wie es weiter geht und was als nächstes passiert.
Doch Peter James baut auch etwas ein, was ich so in einem
Roman in diesem Subgenre bisher so explizit noch nicht gelesen habe. Man kann
also sagen, er fügt etwas hinzu, was es so jedenfalls meines Wissens nach
bisher so noch nicht gab, oder wenn doch, zumindest in dieser Form eher extrem
selten genutzt wurde.
James verändert in einigen wenigen Handlungspassagen
nämlich auch den linearen Zeitablauf. Denn er erlebt auch einen Besuch, der
eigentlich noch nicht eingetroffen ist. Und als er dann eintrifft, wiederholt
sich alles, was nur er bereits einmal erlebt hat.
Soviel sei allerdings im Vorfeld verraten, denn Freunde
von einem strahlend runden Happy End sollten gegen Ende des Romans doch recht
stark sein, denn als ganz normaler Mensch hat man eigentlich ja absolut keine
Chance auf einen wirklichen Sieg auf ganzer Linie.
Vielmehr gilt hier eher die Losung, so viel wie möglich
vor einer solch dunklen Entität zu retten, auch wenn dies nicht in vollem
Umfang gelingen wird.
Hier hält sich Peter James daher korrekt an die Maxime,
dass der Weg das Ziel ist. Dies bewahrt ihn auch davor, plötzlich gegen Ende des Romans etwas aus dem
Hut zaubern zu müssen, was im Gesamtkonzept der Handlung dann eher
unglaubwürdig bis lächerlich erscheint.
Peter James setzt hier also absolut auf eine gut
durchdachte und umgesetzte Handlung bis zur letzten Seite und auf eine sich
beständig steigernde Spannung. Insgesamt also ein Roman des dunklen Genre, den
ich mit gutem Gewissen empfehlen kann.
© by Konrad Wolfram

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