Jan Mayen 1
Ruf in die Welt
von Lok Myler (Paul Alfred Müller)
Der
Kapitän des amerikanischen Vergnügungsdampfers „Delaware“ nimmt den
'Schiffbrüchigen' Jan Mayen auf, nachdem der junge Mann seinen Freund Ronald auf
der gleichnamigen Insel begraben und dort ein Kreuz auf sein Grab gesetzt hat.
Auf dem Schiff lernt er den Reporter Dave Hobson kennen, dem Jan Mayen, der ein goldenes Amulett trägt, worauf die Worte „Einst wird die Sonne über Thule aufgehen“ eingraviert sind, einiges über seine Vergangenheit erzählt.
In
Amsterdam angekommen, besucht Jan Mayen das Haus der Familie van Leeuwen, wo er
mit Myfrouw van Leeuwen sprechen, die sich als seine Großmutter entpuppt, von
der er um Auskunft über seinen Vater bittet, dessen Namen er nicht kennt.
Myfrouw
van Leeuwen ruft daraufhin ihren Neffen van Diemer zu sich, der in ihrem
Auftrag das Handelshaus van Leeuwen führt, von dem Jan Mayen erfährt, dass der
Name seines Vater Dietrich Hartmann lautet.
Als
Diemer beginnt, schlecht über seinen Vater zu reden, schlägt ihn der junge Mann
nieder. Doch als Diemer die Polizei rufen will, schreitet seine Tante ein…
- Erschienen im Jahr 1936
Leider hat der Kurzroman „RUF IN DIE WELT“ des Autors
PAUL ALFRED MÜLLER mit einigen Mankos zu kämpfen.
Zum einen ist der erste Band der Serie „JAN MAYEN“ sehr
unspektakulär in Szene gesetzt worden, indem auch nicht gerade sehr viel
passiert.
Zum anderen braucht man als Leser einige Zeit, bis man in
die Handlung des Kurzromans reinkommt, in dessen erstem Kapitel auch noch viel
zu viele Informationen auf den Leser einprasseln, die man erst einmal alle
verarbeiten muss.
Nach diesem ersten (Informations-)Kapitel kommt es zu
einem Schnitt, denn im zweiten Kapitel befindet sich Jan Mayen überraschenderweise
in Amsterdam, wo er seine Großmutter besucht und kennenlernt.
Doch
was erfährt der Leser über den Protagonisten Jan Mayen, der sich anscheinend als
eine Art Alleskönner-Held entpuppt.
Mit vier Jahren kam Jan Mayen auf die gleichnamige Insel,
nachdem er benannt wurde, auf die der er zwanzig Jahre lang lebte.
Sein Vater, dessen Namen Jan nicht kennt, hielt sich zu Forschungszwecken auf der Insel
auf. Aber weder er noch Jans Mutter, Antje van Leeuwen, konnten das Klima
vertragen. Sein Vater erkrankte, seine Mutter starb, die auf der Insel begraben
wurde.
Der gesundheitliche Zustand zwang Jans Vater abzureisen. Seinen
Sohn Jan ließ er unter der Obhut seines besten Freundes Ronald, einen Norweger,
zurück.
Ronald zog Jan auf. Der Norweger war sein Freund, sein
Lehrer, sein Waffengefährte und sein Erzieher.
Er härtete Jan ab, so dass er mit seinem Körper Höchstleistungen
vollbringen kann, lehrte Jan das Meer und das Eis kennen und ließ ihn monatelang unter den Eskimos leben.
Jan lernte unter anderem eine Reihe lebender Sprachen und
die Dialekte der Eskimos. Zweimal im Jahr kamen Beauftragte seines Vaters zur
Insel, um die Vorräte zu ergänzen und brachten alles, was sonst noch gebraucht
wurde.
Einige Tage vor der Ankunft des Vergnügungsdampfers
„Delaware“ starb Ronald infolge eines unglücklichen Sturzes.
Das Unglück geschah auf der andern Seite der Insel, währenddessen
kamen Beauftragte von Jans Vater, die einen Brief für Ronald hinterließen.
„Mein lieber Ronald! Eure Vorräte sind nicht ergänzt worden, denn die Zeit ist gekommen, Jan in die Welt zu schicken. Sage ihm, was unbedingt nötig ist, verpflichte ihn aber zur Geheimhaltung.
Solange nicht der Vertrag bindend abgeschlossen ist, darf kein Mensch etwas über unsere Absichten erfahren. Im übrigen wird Jan dann selbst wissen, was zu tun not ist. Er soll drei Jahre Zeit haben, um alle Vorbereitungen zu treffen.
Mag er sie gleichzeitig benutzen, um die Menschen kennen und beherrschen zu lernen. Ihm fällt das schwerste Teil zu, wenn die Sonne über Thule aufgehen wird. Meine Arbeiten sind soweit gediehen, daß ich mit keiner längeren Frist als diesen drei Jahren zu rechnen brauche.
Gebe Gott, daß uns dann das große Werk gelingt. Da Ihr
Euch zukünftig unter Menschen bewegen werdet, muß die Verbindung zwischen uns
nunmehr abbrechen. Für Notfälle weißt Du ja, wie Du mich erreichen kannst.“
Natürlich fragt man sich beim Lesen des Romans „RUF IN
DIE WELT“, was die ganze Geheimniskrämerei von Jans Vater überhaupt soll und
wieso Jan noch nicht einmal dessen Namen kennt. Was doch
etwas sehr unglaubwürdig und unrealistisch wirkt.
© by Ingo Löchel

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