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Sonntag, 12. April 2026

Ein Interview mit der Horror- und Sinclair-Autorin Marlene Klein

Ingo Löchel: Marlene, kannst Du den Lesern des Online-Magazins kurz etwas zu Deiner Person erzählen?

Marlene Klein: Mein Name ist Marlene Klein, ich bin geschieden, habe zwei erwachsene Söhne (21/24), wovon der jüngere noch bei mir wohnt. Ich wohne in Hessen, genauer gesagt in der schönen Wetterau, in einem nicht zu kleinen und nicht zu großen Ort. Allerdings pendele ich am Wochenende häufig nach Köln zu meinem Lebensgefährten.

Ingo Löchel: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Marlene Klein: Der Wunsch, Geschichten zu schreiben und zu erzählen, war glaube ich schon in mir seit ich denken kann. 

Vor so ca 10 Jahren habe ich begonnen, mich damit etwas intensiver zu beschäftigen und auch verschiedene Kurse und Fortbildungen belegt. Ich begann mit Kurzgeschichten und habe das immer weiter ausgebaut.

Ingo Löchel: Meines Wissens gabst Du im Jahr 2020 mit dem „JOHN SINCLAIR“-Roman „IN SCHWARZER TIEFE“ (erschienen am 15. September 2020) Dein Debüt als Roman-Autorin. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Bastei Verlag und zur Veröffentlichung Deines Debüt-Romans?

Marlene Klein: Da muss ich etwas weiter ausholen. Ich war schon auf dem Gymnasium für ein paar Jahre Sinclair-Fan und in meiner vorpubertären Phase schon etwas verliebt in unseren Helden und habe mir überlegt, welche Abenteuer wir zusammen erleben könnten.

Das hatte sich dann zwischenzeitlich gelegt, als ich erwachsen wurde. Leider habe ich auch das Lesen von JS eingestellt.

Mein Wiedereinstieg war das HC „Die Rückkehr des Schwarzen Tods“ – und ich war sofort wieder voll dabei. 2016 war die erste John Sinclair Convention in Köln, in der angekündigt wurde, dass Jason Dark Unterstützung bekommt.

Vorher wäre ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass jemand anders als JD John Sinclair schreiben könnte!

Ich hatte schon für mich privat mit Schreibübungen experimentiert und probierte mich nun auch an JS, die Welt und die Charaktere waren mir ja sehr vertraut.

Ich habe dann einfach geschrieben und einen Roman nach dem anderen an den Verlag gesendet, an die damalige Lektorin Britta Künkel. Und irgendwann hat es funktioniert. Mein Stil scheint ihr gefallen zu haben.

Ingo Löchel: Worum geht es darin?

Marlene Klein: Hm, vielleicht will ihn noch jemand lesen… Was verrate ich jetzt? Augenscheinlich um einen Wasserdrachen im Bodensee. Statt „Nessi“ und Loch Ness haben wir „Bodi“ und den Bodensee.

Aber es steckt noch mehr dahinter als der Wasserdrache … Schöne Gegend dort unten, eignet sich sehr für einen Kurztrip und das Pfahlbaumuseum ist empfehlenswert. Dort habe ich für meine historische Vorgeschichte recherchiert.

Ingo Löchel: Wie lange hast Du an Deinem Debüt-Roman geschrieben?

Marlene Klein: Das weiß ich nicht mehr so genau. In der Regel, wenn ich keine anderen Projekte nebenbei habe, schreibe ich an einem Roman so 3-4 Monate. Während der Zeit meiner Freiberuflichkeit ging das natürlich schneller. Ca 2-3 Wochen.

Ingo Löchel: In dem „JOHN SINCLAIR“-Zweiteiler 2458/2459 gab der Supervampir Corvus Hades sein Debüt. Wie kamst Du auf die Idee zu dieser Figur?

Marlene Klein: Seit Jahrzehnten lese ich bei sexy Justine Cavallo, einem untot gewordenen Männertraum. Ich wollte einen sexy Vampir für uns Mädels! So! Gut, Geschmäcker sind ja Gott sei Dank unterschiedlich, aber optisch ähnelt er einem meiner Lieblingssänger.

Was wohl ein Grund ist, warum er im Roman auch Musiker ist. Ich wollte einen klassischen Vampir, wie „Dracula“ oder „Lestat“ aus „Interview mit einem Vampir“, aber modern, aus der heutigen Zeit. Das Ergebnis ist Corvin Hades.

Ingo Löchel: Wieso wird Corvin Hades als Supervampir bezeichnet. Welche Kräfte, Fähigkeiten, etc. hat er bzw. besitzt er, die ihn von anderen Vampiren unterscheidet?

Marlene Klein: Wenn ich eine neue Vampir-Figur konzipiere, muss er ja zwangsläufig besondere Fähigkeiten haben, sonst könnte John ihn zu leicht besiegen.

Nachdem Corvin vom Gehirn des Bojan Srisrok, einem alten vernichteten Super-Vampir, gegessen hat, kann er sich ein einen Raben verwandeln, sich im Sonnenlicht bewegen, ist immun gegen Silberkugeln und kann seinen Geist telepathisch auf Reisen schicken. Das sollte erst einmal genügen, um John auf Trapp zu halten

Ingo Löchel: Wie suchst du dir die Themen zu Deinen „JOHN SINCLAIR“-Romanen aus?

Marlene Klein: Oh, ganz unterschiedlich. Ich höre auch viel Musik, viele Texte inspirieren mich, obwohl sie gar nichts mit Grusel oder Horror zu tun haben. Oder ich sehe einen Bericht im Fernsehen, auch hier muss das nicht unbedingt ein Grusel- oder Horrorfilm sein.

Häufig sind das nur ganz kurze Sequenzen, die meine Fantasie ansprechen. Die Sprünge in „Asassins Creek“ zum Beispiel sind fantastisch. So könnte sich auch ein Super-Vampir von einem Dach stürzen und sich dann in einen Raben verwandeln.

Ingo Löchel: Wie wichtig sind Recherchen für Deine Romane?

Marlene Klein: Um ehrlich zu sein: der Plot der Haupthandlung braucht in der Regel wenig Recherche. Häufig google ich die Handlungsorte, gerade, wenn ich noch nicht dort war.

Wo ich meistens sehr viel Recherche reinstecke sind die Rückblicke. Wenn das Grauen im Mittelalter seinen Lauf nahm, weil jemand z.B. lebendig begraben wurde, muss ich mich in diese Zeit hineinversetzen und sie so gut wie möglich beschreiben, damit der Leser denkt, er wäre dort. Für die Hintergrund-Geschichte zur Vernichtung des alten Super-Vampirs Bojan Srisriok habe ich mir stundenlang rumänische Folklore angesehen.

Ingo Löchel: Am 25. April 2026 erscheint mit „VAMPIRBALL IN WIEN“ Dein nächster „JOHN SINCLAIR“-Roman. Um was geht es darin?

Marlene Klein: Um Corvin Hades und einen Vampirball in Wien

Ingo Löchel: Mit Band 2500 startet das so genannte Relaunch der Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“. Wird es danach weitere JS-Romane von Dir und dem Supervampir geben?

Marlene Klein: Auch hier sage ich nur: abwarten und Sinclair lesen.

Ingo Löchel: Im Jahr 2024 erschien der historische Roman „ECHNATON“. Wieso ein Buch über diesen Pharao?

Marlene Klein: Auch das alte Ägypten ist eines meiner Hobbys. Als Teenager habe ich Ägypten-Literatur verschlungen, Pauline Gedge, Christian Jaques. Gerade Echnaton kam nie besonders gut weg, Inzucht, Wahnsinn, sind so die Stichworte, die damals in den Büchern thematisiert wurden. Heute ist die Forschung schon viel weiter, ich wollte ein anderes Bild von ihm zeigen. Frag mich bitte nicht, wie lange die Recherche dazu gedauert hat.

ch denke, dadurch, dass ich mich als Hobby mit dem Thema beschäftige, ist das schon relativ nah an dem, was wir glauben, wie es damals war. Obwohl sich die Ägyptologen manchmal selbst nicht einig sind und ich einige Fakten für den Roman etwas „zurechtgebogen“ habe. Das muss ich ehrlich zugeben.

Als ich mich damals selbstständig machte, war „Echnaton“ mein erstes Projekt. So einen umfangreichen und aufwendigen Roman kann man nicht nebenberuflich schreiben. Ich jedenfalls nicht.

Ingo Löchel: 2025 folgte der Vampir-Roman „Republik der Vampir“. Worum geht es darin?

Marlene Klein: Auch hier wollte ich klassische Vampire in die heutige Zeit transportieren. Vampire leben seit der Gründung der Bundesrepublik unerkannt unter uns, gedeckt von der Regierung und einem geheimen Vampir-Ministerium.

Ingo Löchel: Wer sind die Protagonisten des Buches?

Marlene Klein: Wir haben eine junge Heldin, Lika Hofmann, 19 Jahre, Sportlerin. Ihre Eltern werden ermordet und ihre kleine Schwester verschwindet spurlos. Die Handlung ist stets bei ihr, der Leser geht mit Lika auf diese Reise.

Sie bekommt Verbündete und (vampirische) Feinde. Noch erwähnen möchte ich „Chris“, der erfahrene Vampirwächter, der sich ihrer annimmt. Er ist über 60, möchte an ihrer Seite, aber immer recht jugendlich wirken, redet gerne und viel und auch mal mit übertriebener Gestik. Sehr sympathischer Typ.

Ingo Löchel: Ist „Republik der Vampire“ ein abgeschlossener Roman oder ist eine Fortsetzung geplant?

Marlene Klein: Er ist abgeschlossen, aber das Ende ist so konzipiert, dass noch ein zweiter (oder vielleicht auch dritter) Teil kommen könnte. Aber nicht mehr dieses Jahr. 2026 habe ich ein anderes, großes Projekt, dass mich beschäftigen wird.

Ingo Löchel: Wie kommt es zu Deinem Faible für Vampire?

Marlene Klein: Gute Frage. Ich fand die schon immer sexy. So ein Biss hat doch auch etwas Erotisches. Diese Mischung aus böse und leidenschaftlich, verführend und abstoßend, hat mich schon immer fasziniert.Aber Werwölfe mag ich auch sehr.

Ingo Löchel: An welchen Projekten arbeitest Du derzeit? Kannst Du den Lesern des Online-Magazins dazu schon etwas verraten?

Marlene Klein: Ich traue mich auf ganz neues Terrain. Ich arbeite an einem Mysterie-Krimi, leider ein größeres Projekt, das mich länger beschäftigen wird.

Ingo Löchel: Marlene, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

 

 

Die Romane der Autorin Marlene Klein

  • 2024: Echnaton: Leben - Liebe - Tod
  • 2025: Republik der Vampire
  • 2025: Coward und der Rosenkavalier

Geisterjäger John Sinclair

  • 2201: In schwarzer Tiefe (2020)
  • 2242: 200 Seelen für Asmodis (2021)
  • 2257: Tödliche Séance (2021)
  • 2273: Ratten-Rache (2022)
  • 2317: Wolfswinter  (2022)
  • 2342: Mord und Magie (Teil 1) (2023)
  • 2343: Angst um Amy (Teil 2) (2023)
  • 2383: Werwolf-Liebe (2024)
  • 2415: Der Todesfluch der Voodoo-Hexe (2024)
  • 2434: Karneval der Tränen (2025)
  • 2458: Untreues Blut (Teil 1) (2025)
  • 2459: Der Super-Vampir (Teil 2) (2025)
  • 2468: Im Bann des Mondsteins  (2025)
  • 2475: Der Biss der schwarzen Schlange (2025)
  • 2489: Rock’n’Blood (2026)
  • 2494: Vampirball in Wien (2026)

Gespenster-Krimi

  • 60 - Die Bestie in dir (Teil 1) (2021)
  • 70 - Nacht der Entscheidung (Teil 2) (2021)

Die Anthologien der Autorin

  • 2024: Sexy like hell
  • 2025: Verführung der Hölle
  • 2026: Rendezvous mit Jack the Ripper

Hörspiele

  • 2024: Das Auge des Horus (Dreamland Grusel 66)

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