Dorian Hunter 198
Das Kind des Krakatau
von Dario Vandis
(Dennis Erhardt)
In
den Tiefen des Krakatau kommt es zur Versammlung der Sippen, bei welcher der
neue Fürst der Finsternis gewählt werden soll.
Zakum
schlägt Larissa vor und beruft sich dabei auf die Prophezeiung, doch dann
taucht plötzlich Isbrant auf, der sich selbst vorschlägt.
Er und Larissa sollen einen Zeitschacht öffnen, wobei Zakim nicht abnt, dass Larissas eigentlicher Plan darin besteht, in die Schemenwelt zurückzukehren.
Dorian
Hunter erinnert sich wieder an sein siebtes Leben und erkennt, dass Isbrant das
Auge des Kalifen benötigte, um damit den Zeitschacht zu manipulieren.
Dieser
inszeniert daraufhin ein Schauspiel, bei dem Hunters Sohn Martin im Zeitschacht
verschwindet…
- Erschienen am 28. März 2026
-
Titelbild:
Mark Freier
- SPOILER -
Am Ende erfährt man dann, dass Isbrants Suche nach dem
Auge und die Entführung Martins bis hin zu dessen Sturz durch den Zeitschacht
nur das Ziel hatten, eine Zeitschleife zu schließen, denn er selbst ist Hunters
Sohn Martin, der nach dem Sturz durch den Schacht einen Weg suchte, um in seine
Zeit zurückzukehren und dabei einen dunklen Weg einschlug.
Mit diesem Roman endet nun also der Zyklus um Hunters Sohn,
und auch wenn dieses Ende durchaus fulminant und
dramatisch daherkommt, hinterlässt das Gebotene doch
einen zwiespältigen Eindruck. Ganz abgesehen von dem tieferen Sinn der
Zeitschleife oder im Zusammenhang damit der Frage, ob die ganze Geschichte um
Isbrant nach der Erkenntnis um seine Identität noch logisch nachvollziehbar
ist, erscheint auch Zakums Verhalten etwas seltsam.
Dass dieser Larissa als Fürstin vorsieht, um über sie als
Marionette selbst Einfluss zu nehmen ist noch einigermaßen nachvollziehbar.
Dass er dann so schnell von Isbrant als würdiger Nachfolger überzeugt und
regelrecht begeistert ist, nicht mehr so wirklich. Scheinbar reicht hier nur
eine kurze Demonstration seiner Macht, die aber letztlich auf der Nutzung des
Kalifenauges basiert.
Andererseits waren auch die vorherigen Anführer der
schwarzen Familie nicht unbedingt qualifizierter...
Auch wenn am Ende vieles einen Sinn ergibt, etwa Isbrants
Jagd auf Van Vlothen, welche sich auf das Ende der Handlung um Hendrick in der
Vergangenheit bezieht, so hat man sich mit der Zeitschleife für eine Lösung
entschieden, die ebenso unbefriedigend ist, wie die im Merlin Zyklus der Zamis
Serie. Isbrant entführt Martin, denn er muss dafür sorgen, dass er als Kind
durch den Schacht stürzt, weil er nun mal als Kind durch den Schacht gestürzt
ist...
Tragisch und vom Autor sehr überzeugend dargestellt ist
am Ende Hunters völliger Absturz, nachdem ihm klar geworden ist, dass er seinen
Sohn endgültig verloren hat. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass seine einzige wirkliche
Aktion in diesem und den letzten Bänden überhaupt erst
dazu geführt hat, ist das schon mehr als traurig.
© by Stefan Robijn

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