Das Haus Zamis 140
Es wird kommen die Nacht
von Logan Dee (Uwe Voehl)
Vergangenheit:
Die Kindheit von Hieronymus ist wahrlich nicht die beste. Denn er wird in der
Schule von seinen Mitschülern gepeinigt und seine Eltern Jacob und Elsa
Fichtelwald beuten ihn eher aus und reiben ihm dabei noch unter die Nase, dass
sie eh nicht seine leiblichen Eltern wären.
Denn jemand hätte ihn als Baby ja damals einfach auf ihrer Türschwelle ausgesetzt. Doch offenbar scheint sein wahrer Vater durchaus zu wissen, wo sein Sohn steckt. Denn dessen Interesse an Hironymus ist offenbar ebenfalls wieder geweckt.
Doch
Hironymus Vater ist kein Mensch im eigentlichen Sinne. Denn man nennt ihn
eigentlich nur den Seher und bald weiß Hironymus auch, das dieser ein finsterer
Teufel ist, der ihn mit Elsa damals gezeugt hatte. Und wie dies bei dem Seher
nunmal so ist, gibt er allen seinen Nachkommen den Nachnamen Toth.
Gegenwart: In
Wien ist Coco indessen recht aufgebracht. Denn sie will wissen, wie es der
Thanner-Sippe gelungen ist, in der Vergangenheit Juna zu einer lebenden Puppe
zu machen.
Dabei
bringt sie nicht nur mal wieder ihren Vater Michael und ihre Mutter Thekla
gegen sich auf, sondern zwingt auch Marcus Thurner zu reden. Doch der verstirbt
daraufhin an einem Todesfluch der Sippe, mit der sie ihre magischen Geheimnisse
zu schützen gedenken.
Georg
Zamis hat sich indessen mit der Juna-Puppe in den Räumen der Callas versteckt.
Um Juna wieder zurück zu verwandeln, benötigt er jedoch seinen Bruder Adalmar,
welcher aber wieder in den Abruzzen weilt. Doch der kann Juna nur wirklich
helfen, wenn Georg mit ihr zu ihm kommt.
Indessen
sucht Coco auch Carl Thanner auf um Antworten wegen Juna zu erhalten. Dabei
erfährt sie, das Carl wohl ein Verhältnis mit ihrer Mutter Thekla hat, als
auch, das der dämonische Frisör Gottfried von Maysel auch von Juna eine
Haarprobe besitzt. Und mit dieser kann Coco auf magische Weise sogar ihren
Aufenthaltsort bestimmen.
Doch
dann taucht plötzlich der Seher mit seinen Wölfen in Wien auf, um wohl Coco und
eventuell sogar alle Zamis endlich auszulöschen. Denn diesen Plan verfolgt
Hieronymus Toth im Auftrag des mittlerweile recht aufgebrachten Asmodi.
Aber
auch bei Georg verändert sich die Lage dramatisch. Denn die Juna-Puppe
entwickelt ein recht böses Eigenleben und versucht kurz darauf sowohl Georg als
auch der Callas zu entkommen, was auch für die Beiden durch das Auftauchen des
Zwerg Ficzko zur Falle werden könnte.
Allerdings
taucht auch bei Coco vor dem „Cafe Zamis“ der Seher mit seinen Wölfen auf, um
sie nun im Kampf zu vernichten. Doch ist Coco überhaupt in der Lage, diesen
Dämon samt seiner Wölfe alleine aufhalten?
- Veröffentlichung: 21.Februar 2026
- Autor: Logan Dee (Uwe Voehl)
- Titelbild: Mark Freier
-
Verlag:
Bastei
„Bediene dich, aber lass für meine Kinder noch genug über." Hieronymus ließ es sich nicht zweimal sagen. Mit einem zufriedenen Knurren kniete er nieder und schlug die Zähne in die Eingeweide des Schafs.“ (Das Haus Zamis/Band 140, "Es wird kommen die Nacht"/Seite 9)
Leider ist dem Autor wohl gleich zu Beginn ein kleiner
Fehler unterlaufen. Denn in der ersten Spalte der vierten Seite verwechselt er
zweimal den Namen Hironymus mit Balthasar.
Aber dies dürfte bei der Figur des Hronymus Toths wohl
eher in der Eile des Gefechts passiert sein und fällt somit im Gesamtroman
kaum wirklich ins Gewicht.
Zudem sind die frühen Jahre eines noch recht knabenhaften
Hieronymus Toth durchaus sehr interessant und spannend vom Autor Logan Dee
aufgebaut worden.
Doch nicht beide Teile seiner Eltern sind auch seine
leibliche Familie, zumal seine Mutter mit einem Dämon den Jungen gezeugt hatte,
welchen sie ihrem Mann dann recht lieblos als ein Findelkind auf der
Türschwelle untergeschoben hatte.
In der Gegenwart poltert indessen auch Michael Zamis mal
wieder rum, ohne jedoch offenbar wirklichen Durchblick zu haben, weshalb ich
mich wirklich langsam frage, wie er als Oberhaupt der Schwarzen Familien in
Wien sich bisher hat halten können.
Die machtvolle Stellung der Zamis-Sippe scheint mir
jedenfalls unter den Dämonen-Clans in Wien langsam eher eine Art Running Gag
der Serie zu sein.
Der eigentlich zu Beginn sehr gut aufgebaute Dämon, den
man nur den Seher nennt, wird allerdings vom Autor leider etwas später wieder
"geistig" nach unten gestuft. Denn er scheint seinen eigenen Sohn nun
offenbar nicht einmal mehr erkennen zu können, als Hieronymus Toth ihn
aufsucht, um seine Unterstützung gegen die Zamis zu erbitten.
Ansonsten ist die Handlung des Romans „ES WIRD KOMMEN DIE
NACHT“ von Logan Dee aber durchweg spannend aufgebaut worden und bietet wieder
sehr atmosphärische wie interessante zeitliche Rückblicke.
Aber auch dieser Roman leidet leider an einem Manko,
woran schon so manch andere Romane aus dem Bastei Verlag gelitten haben.
Denn am Ende geht es mal wieder Schlag auf Schlag. Und
ehe man sich versieht, wird auch der zu Beginn gut aufgebaute Gegner (wie hier
der Seher) mit einem müden Handstreich recht unspektakulär von der Platte
geputzt.
Befriedigend ist so ein eher spannungsfreies Ende für so
manche Leser sicherlich nicht, auch wenn sie an ähnliche, nicht gerade
lobenswerte Finale seit vielen Jahren aus diversen anderen Grusel-Serien, wie
etwa der Serie „JOHN SINCLAIR“, gewöhnt
sein sollten.
Und so haben wir hier einen typischen Roman, der zu
Beginn kraftvoll wie ein ausgewachsener Bär startet - um hier mal eine Metapher
zu bemühen - aber dann leider gerade im finalen Bereich als Bettvorleger endet.
© by Konrad Wolfram

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