Hotel der Finsternis
von Dana Müller
Brooke
Conwell weiß das ihr Bruder Adam alles daran setzt, sie mit ihren beiden
anderen Geschwistern Christian und Daisy gemeinsamen zu einer großen Feier zu
ihrem gemeinsamen 30. Geburtstag zu bewegen.
Denn
Brooke und ihre Geschwister sind Vierlinge und hatten hierzu auch einmal einen
gemeinsamen Pakt geschlossen.
Nur waren Christian und Daisy in der letzten Zeit für Brooke eher eine menschliche Enttäuschung gewesen, weshalb sie liebend gerne auf einen weiteren Kontakt mit ihnen verzichten würde.
Nur
an Adam hängt Brooke noch sehr, und genau der will nun versuchen, alle
Geschwister auf einer Gemeinsamen Geburtstagsfeier wieder zu vereinen.
Doch
diese Feier entwickelt sich langsam zu einem Albtraum. Das Hotel liegt weit ab
von jeglicher Zivilisation plötzlich im dichtem Nebel und dieses Gemäuer
scheint mehr dunkle Geheimnisse zu bergen, als eine menschliche Seele
eigentlich sehen sollte.
Und
fasst schleichend scheinen in diesen Mauern die Grenzen zwischen Realität und
Albtraum zu verwischen. Doch was steckt wirklich hinter diesem Schrecken, der
sie wie eine Spirale des Wahnsinns erfasst?
Selbst,
wenn sie sich zusammenraufen, scheinen sie diesem Schrecken hier nicht mehr
entkommen zu können. Und der Grund dafür scheint tief in ihrer Kindheit zu
liegen, als nach einem Streit der Eltern die Mutter das Haus verließ, und nie
wieder zurückgekehrt war.
Und
während die vier Geschwister in den finsteren Gängen dieses Hotel weiter
umherirren, scheint das darin wohnende Böse die Schlinge immer enger um die
Geschwister zu ziehen.
Sollte
hier wirklich der Geist dieses Edgar in den Mauern hausen und durch das Opfer
der Vierlinge seine Widergeburt einleiten wollen? Ein Mann, der in seiner
Grausamkeit seine ganze Sekte mit in den Tod gerissen haben soll, welche sich
die Mondkinder nannten?
Denn
diese Geschichte aus ihrer Vergangenheit erleben sowohl Christian als auch
Brooke, als sie in die Spiegel blicken, während sie in tiefer Apathie
verfallen. Denn wenn das wahr ist, was ihnen die Spiegel zeigen, dann könnte
ihre Mutter eine Hexe gewesen sein, welche allen Mitgliedern der Sekte Gift
verabreichte.
Aber
dann treffen die Vier auch noch auf einen alten Mann, der sich Wilson Wayne
nennt und vorgibt, der Sohn des Sektenführers zu sein. Und der will mithilfe
einer Krähe, die er Corvinius nennt, die vier Geschwister nun für die Opferung
vorbereiten, an dessen Ende die Rückkehr des Sektenführer auf Erden stehen
soll. Und auch der Geist von Edgar selbst, zeigt nun seine teuflische Präsenz.
Können
die vier Geschwister jetzt überhaupt noch auf Rettung hoffen?
- Hotel der Finsternis
- Autor: Dana Müller
- Taschenbuch ca. 236 Seiten
- Verlag: Independently Published
- Erstveröffentlichung: August 2024
-
ISBN:
979-8-3365-1087-4
"Ganz ruhig. Ich habe Buchungsunterlagen bekommen. Darin steht, dass die Zimmer für das ganze Wochenende bezahlt sind."
"Und von wem?", fragte Chris mit Nachdruck.
"Ich weiß es nicht. Wie es aussieht, haben wir einen Gönner." (Hotel der Finsternis/Seite 45)
Nun ja, Adam scheint in Sachen Hotelbuchung eher sehr
Blauäugig zu sein. Erst recht dann, wenn einem nach einer Suchanfrage im
Internet plötzlich unaufgefordert ein solches Angebot gemacht wird, das einfach
zu schön ist um wirklich wahr zu sein.
Und das ist nur einer von vielen Fehlern, welche die
Vierlinge machen werden. Denn einmal angekommen, sind sie das, was böse
Menschen eigentlich nur als potenzielle Opfer bezeichnen würden. Und genau das
ist die Grundlage des Romans „HOTEL DER FINSTERNIS“ von Dana Müller.
Dabei wirkt gerade zu Beginn die Schreibweise wie bei
einem gruseligen Jugendroman, was aber hier nun keine negative Kritik sein
soll. Denn ich habe in meinem Leben schon so einige sehr gute gruselige
Jugendromane lesen dürfen.
Allerdings als Jugendliche bzw. Teenager gehen unsere
Protagonisten hier nicht durch, wie man es eigentlich von einem Jugendbuch
erwarten dürfte.
Interessant ist zudem, dass es sich bei den Geschwistern
Brooke, Daisy, Adam und Christian um Vierlinge handelt, wobei Chris und Daisy
für Brooke eher in Sachen Vertrauen eine herbe Enttäuschung waren. Eine weitere
Hürde also, die am Ende über Sein oder Nichtsein entscheiden könnte, wie es
schon in Hamlet so schön heißt.
Nun, ohne hier nun mehr spoilern zu wollen, sei gesagt,
dass es im finalen Bereich dann doch noch recht turbulent zugeht, wenn dann
unverhofft noch Hilfe auftaucht von Seiten, welche die Geschwister bisher
sicherlich nicht auf dem Schirm hatten.
Allerdings, als Leser hat man diese Hilfe auch nie
wirklich auf dem Schirm, was die Handlung insgesamt damit auch nicht wirklich
so ganz glaubwürdig erscheinen lässt. Da hätte die Autorin schon weit früher
innerhalb der Handlung entsprechende Hinweise aufbauen sollen, damit dieser
inhaltliche Quantensprung dann auch wirklich auf einer vom Leser
nachvollziehbaren Logik basiert.
Insgesamt hat mir der Roman „HOTEL DER FINSTERNIS“ von
Dana Müller aber durchaus Spaß gemacht, auch wenn die Spannung an sich hier
nicht immer auf dem Niveau war, welche man sich vielleicht von dem Roman
erhofft hatte.
Die Bezeichnung "Okkult Horror" würde ich dann auch etwas abschwächen wollen, hin zu einem Mystery Roman mit okkulten Elementen. Denn Blut fließt hier kaum und am Ende winkt dann doch ein zu üppiges Happy End auf allen möglichen Ebenen für einen richtigen Horror Roman.
© by Konrad Wolfram

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