Gespenster-Krimi 191
Der Kinderschreck
von Henry Cardell
Wir
befinden uns wieder in Battlecrease House, wo Lady Mildred Enderby ihrem Butler
Isaac Finley weiteren Unterricht in Sachen dämonischer Kreaturen vermittelt.
Und hierbei kommt Mrs. Enderby späterhin auch dazu, Isaac eine Geschichte aus ihrer frühen Jugend zu erzählen.
Damals als sie selbst noch elf und ihr Bruder Ronald bereits vierzehn Jahre alt waren.
Aber es ist auch ein wenig die Geschichte der siebenjährigen Katherine Mable...
...welche in der Nacht laut den Untersuchungen aus ihrem Bettchen gefallen und sich dabei das Genick gebrochen haben soll.
Doch
genau das klingt eigentlich selbst für Ronald Enderby nicht wirklich
glaubwürdig, weshalb er sich einige Tage und kurz nach der Beerdigung von
Katherine auf den Friedhof von Gerrards Cross begibt. Dort, wo sich die Gräber
der Kinder befinden.
Und
dort macht Ronald Enderby eine grauenvolle Entdeckung. Denn das Grab von
Katherine wie auch ihr Sarg wurden in der Nacht auf schreckliche Weise
aufgebrochen und die Leiche des Mädchens gestohlen.
Doch
Mildred Enderby, damals noch Millie genannt, ist trotz ihrer Jugend nicht auf
den Kopf gefallen und muss in der folgenden Nacht nicht nur erfahren, das ihr
Bruder bereits fieberhaft in den verbotenen Büchern ihres Vaters nach einer
dämonischen Kreatur sucht, die Kinder ermordet und sie erst später aus ihren
Gräbern entführt.
Und
damit macht Millie auch das erste mal Bekanntschaft mit der kleinen aber
gutherzigen Dämonin Panja aus Indien, die Robert offenbar schon etwas länger in
Battlecrease House entdeckt hatte.
Gemeinsam
machen sich die Geschwister nun daran, diese grausame Kreatur aufzuspüren,
welche sich laut einem seltsamen Albtraum von Millie offenbar von den Kinderleichen
ernährt. Und Robert ist klar, das es nun nicht bei einem Kindermord in Gerrards
Cross bleiben wird.
Als
die nächste Beerdigung ansteht, schleichen sich Millie und Robert heimlich in
der Nacht auf den Friedhof und verstecken sich in unmittelbarer Nähe des Grabes
des nächsten kindlichen Opfers.
Und
hier sehen sie dann plötzlich nicht nur diese grauenerregende Kreatur in
Natura, wie sie auch hier die Leiche des Kindes aus ihrem Grab raubt, sondern
werden später auch vor dem Friedhof von einem Streifenpolizisten aufgegriffen.
Dabei
treffen sie auch auf den freundlichen wie jungen neuen Inspektor Trumay. Aber
die Kinder erfahren im weiteren Verlauf auch immer mehr über das Geheimnis,
welches die Familie der Enderbys umgibt.
Und
dann ist es Robert, der plötzlich weiß, wer sich wirklich hinter dem
dämonischen Gestaltwandler verbirgt. Doch können sie diese Kreatur wirklich
alleine aufhalten?
- Erstveröffentlichung: 31. Januar 2026
- Autor: Henry Cardell
-
Ein
neuer Roman um den Butler Isaac Finley
„Das menschenähnliche Geschöpf kroch einer gigantischen Schnecke gleich über den Fenstersims hinunter auf die Holzdielen des Fußbodens. Dabei verursachte es ein schabendes Geräusch, das dafür sorgte, dass sich Katherines Nackenhärchen aufstellten.“ (Gespenster-Krimi/Band 191, "Der Kinderschreck"/Seite 7)
Vorab sei hier gesagt, das ich den Lesern, welche diesen
Roman noch nicht gelesen haben sollten, hier nicht verrate, um welche Kreatur
es sich bei dem "Gestaltwandler" handeln könnte.
Aber wer sich gut in Romanheften und Reihen des Genre
auskennt, der wird wohl wie ich, ab einem gewissen Punkt die entsprechend
dunkle Kreatur im Kopf haben, um die es sich hier dreht.
Dabei wird diese Kreatur hier sogar endlich vom Autor
Henry Cardell richtig gut beschrieben und umgesetzt. Da kann z.B. der Autor
Helmut Rellergerd (Jason Dark) sich sogar im Nachhinein noch wirklich eine
Scheibe abschneiden. Denn so beschrieben hätte ich solche Kreaturen auch gerne
früher in seiner Serie „JOHN SINCLAIR“ gelesen gehabt.
Das es sich bei dieser Art von Kreatur allerdings auch um
einen Formwandler bzw. Metamorph handelt, hatte ich bisher auch noch nie
gelesen. Aber ich fand diese Erklärung hier wirklich sehr interessant und
wirklich unheimlich in seiner Konsequenz.
Im vorliegenden Roman selbst spielt Isaac Finley
allerdings keine wirklich große Rolle, was aber die hier recht hohe Spannung
nicht beeinträchtigt. Ganz im Gegenteil.
Hat dieser Roman aus der Vergangenheit von Lady Enderby doch einen perfekten
Coming-of-Age-Charakter, den mir der Autor sicherlich auch häufiger gerne
präsentieren darf.
Aber damit präsentiert uns der Autor Henry Cardell hier
auch so einiges an Hintergrundinformationen um Lady Mildred Enderby und ihrer
Familie, sowie, warum das Jagen von dämonischen Kreaturen für die alte Dame
eigentlich so enorm im Vordergrund steht.
Genau das hatte mir bisher nämlich ebenfalls in dieser
Sub-Reihe des „GESPENSTER-KRIMIs“ auch gefehlt. Aber nun macht der Autor hier
langsam ein wirklich rundes Ding daraus, was die Sub-Reihe so in Sachen
Spannung und interessanten Möglichkeiten erheblich aufwertet.
In jedem Fall hatte mir dieser Roman aus Cardells
Sub-Reihe um den Geister jagenden Butler Isaac Finley und seiner Herrin, Lady
Mildred Enderby, als Fan des Genre allgemein auch richtig Spaß gemacht. Damit
hat bei mir der Roman „DER KINDERSCHRECK“ auch meine persönliche
Höchstbewertung redlich verdient.
© by Konrad Wolfram

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