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Sonntag, 8. Februar 2026

Roman: Der Pupplenspieler

Der Puppenspieler

von Vincent Bleak

Eines Nachts taucht der Schausteller Jonas Moritz am Abend mit seinem alten Lastwagen in Langenbrück auf dem Marktplatz auf und baut seine Wanderbühne für sein Marionetten-Theater auf.

Doch nicht nur der hagere Moritz in seinen düsteren Gewändern wirkt finster und bedrohlich. Auch seine Marionetten sind äußerlich eine Besonderheit und selbst ihre Glasaugen scheinen irgendwie lebendig zu wirken.

Und das Grauen setzt schon nach der ersten Vorstellung ein, denn am Ende fehlt von einem der Zuschauer, Herrn Behnke dem immer freundlichen Postboten, jeglich Spur. 

Dafür hat Moritz nun eine weitere Marionette in seiner Sammlung, die Herrn Behnke seltsamer Weise enorm ähnelt.

Und so nimmt sich Komissar Theden und seine Mitarbeiter Hauptwachmeisterin Roth und der junge Gebhardt sich schnell des Fall an, als Pfrarrer Elias den Verdacht äußert, das sich hinter dem Puppenspieler eine teuflische Kreatur verbirgt, die bereits vor sehr vielen Jahren unter dem Namen Johann Morath nach Heimstetten kam, wo danach auch Elias Schwester plötzlich verschwand und nie wieder auftauchte.

Und Pfarrer Elias ist sich sicher, das dieser alte Jonas Moritz auch damals der alte Johann Morath gewesen ist. Doch als Kommissar Theden der Sache auf den Grund gehen will um das Geheimnis des Puppenspielers aufzudecken, nimmt der boshafte Schrecken seinen grausamen Lauf und bedroht bald ganz Langenbrück.

Doch eine weitere Spur führt auch an einen als Verflucht geltenden Uferbereich, wo es eine uralte Hängeweide gibt, welche sogar bluten soll, wenn man ihre Rinde nur mit der Axt anritzt. Doch welche Verbindung gibt es wirklich zwischen dem dunklen Puppenspieler und dem verfluchen Ort am Uferbereich?

Theden, dem schnell klar wird, das er es hier mit dem übernatürlichen Bösen zu tun hat, sieht nicht nur den offensichtlichen Zusammenhang zwischen dem Baum und dem Puppenspieler, sondern will diesem dämonischen Baum auch, wenn es sein muss, mit Benzin und Feuer zu Leibe rücken. Doch ist diese wirklich die Lösung um das Grauen über Langenbrück noch aufhalten zu können?

Denn irgendwie holt das Böse in der Form von Jonas Moritz, dem Puppenspieler jetzt gerade erst richtig aus. Und dann stellt man noch fest, das ein Spiegel hierbei eine besondere Rolle spielt, will man das Böse wieder in seine Schranken weisen.

  • Der Puppenspieler
  • Autor: Vincent Bleak
  • ISBN: 979-8291-7844-40
  • Taschenbuch ca. 159 Seiten
  • Mit Vor- und Nachwort des Autor
  • Independently published/Auflage 6/Juli 2025

„Fast jedes zweite Kind erzählte mit blassen Lippen dieselbe Geschichte: Draußen in den nächtlichen Straßen, sagten sie, hätten hölzerne Kinder gestanden - schemenhafte Gestalten mit gespaltenen Gesichtern und klopfenden Fäusten, die geduldig gegen die Fensterscheiben der Häuser trommelten.“ (Der Puppenspieler/Seite 53)

Die vorliegende Handlung weiß zu Beginn durchaus spannend zu überzeugen, auch wenn der Satzbau mitunter etwas schwerfällig bis abgehoben wirkt. Doch dann hat man es innerhalb der Handlung dann auch ab einem gewissen Punkt mit immer häufigeren und manchmal recht seltsamen, nicht immer wirklich logischen Satzgebilden zu tun, die hochgestochen klingen, aber ebenso gut aus einem KI-Schreibprogramm stammen könnten.

Dabei weiß die vorliegende Idee durchaus zuerst mit der düsteren, zu Beginn recht spannend aufgebauten Handlung zu überzeugen. Und irgendwie hatte ich das Gefühl gehabt, der Autor Vincent Bleak entführt mich hier in die 1950er Jahre. Nur leider passt auch hier das eine oder andere innerhalb der Handlung dann bald nicht wirklich stimmig zueinander.

Eine weitere Schattenseite ist es dann auch, wenn innerhalb der Handlung Figuren erst weiblich und dann plötzlich als männlich wieder auftauchen, worüber ich stets auch beim Lesen immer wieder unangenehm stolperte. Und das lag hier besonders an der Figur mit dem Nachnamen Roth.

Denn zuerst taucht da eine Hauptkommissarin Roth neben Kommissar Theden auf. Irgendwann dann ein Kriminaltechniker Roth oder z.B. auch eine Inspektorin Roth. Da wirken dann schon die verschiedenen Bezeichnungen recht verwirrend und sicherlich in der Handlung nicht wirklich durchdacht.

Ganz zu schweigen davon, dass der Autor auch offensichtlich das Geschlecht seiner Figur mit Nachnamen Roth inhaltlich ständig zu wechseln scheint. Die Frage ist also, liegt hier ein Fehler des Autors vor, oder handelt es sich um verschiedene Figuren innerhalb der Handlung mit demselben Nachnamen?

Oder aber, was auch eine Erklärung wäre, ist es ein Fehler eines KI-Schreibprogramms und der Autor hat hier einfach keine Lust, solche skurrilen Fehler nachträglich zu korrigieren?

Man kann es daher drehen wie man will, denn auch wenn die eigentliche Idee recht gut ausgewählt war und man damit auch hätte einiges wirklich spannend bis gruselig hätte umsetzen können, so wirkte die Handlung wegen des eher üblen Satzbau und mancher skurriler Fehler spätestens nach dem ersten Drittel nur noch nervig.

Am Ende bleibt bei mir als Leser so leider dann aber auch nicht mehr wirklich viel hängen, außer, das sich hier ca. 150 Seiten Handlung angefühlt hatten, als zögen sie sich bald so endlos wie Kaugummi, bei der die Spannung mit jeder weiteren Seite spätestens nach dem ersten Drittel steil im Keller verschwindet.

Und sollte hierbei wirklich ein KI-Programm im Einsatz gewesen sein, dann wundert es nicht, wenn gute Ideen quasi ohne Not, sondern eher wie hier vorliegend aus schriftstellerischer Unlust in Schall und Rauch aufgehen. Schade drum, aber das war nichts.

© by Konrad Wolfram

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