Die Drachentöterin
von A. F. Morland
(Friedrich Tenkrat)
Nach den Ereignissen in der Hölle bringt Ballard seinen um Jahre gealterten Sohn Andrew nach Hause zurück.
Dieser erkennt seine Eltern nicht, was Vicky Bonney
zwar nicht davon abhält, sich um ihn zu kümmern, allerdings ist sie damit
schnell überfordert, da sie an einer seltsamen Krankheit leidet, welche, wie
Ballard später erfährt, durch das während ihrer Gefangenschaft erfolgte Klonen
hervorgerufen wurde.
Die Krankheit verändert ihr Verhalten und macht sie extrem aggressiv, weshalb Ballard sie gegen ihren Willen in eine Klinik einweisen lässt, wo man ihr allerdings nicht helfen kann.
Von
der Teufelin Ymudda erfährt er, dass er das zerriebene Horn eines Einhorns als
Heilmittel benötigt und dass die Drachentöterin Parysa über ein solches Wesen
verfügt, weshalb er umgehend die Runen der Predara befragt, welche ihn und
Silver zum Haus eines Hexers geleiten, in dem es ein Dimensionstor in Parysas
Welt gibt.
Nachdem sie den Hexer vernichtet haben, passieren sie es und betreten die Welt der Drachentöterin, die bei der Ankunft der Helden gerade Unterstützung im Kampf gegen einen solchen benötigt.
Mit
Hilfe des lebenden Schwerts Shavenaar vernichtet man den Drachen, worauf das
Schwert sich anschließend noch um das Horn des Einhorns kümmert, welches Parysa
natürlich nicht freiwillig rausrücken will.
Mit
dem Heilmittel im Gepäck tritt man die Heimreise an, allerdings ahnt Ballard
bereits, dass er sich mit Parysa einen neue Feindin geschaffen hat…
- Erschienen im Jahr 2005
- Tony Ballard Hardcover 4
- Titelbild: Werner Öckl (Sandobal)
- Zaubermond Verlag
-
Enthält
die Romane „Die Drachentöterin“ und „Parysas gefährliche Welt“
In diesem vierten Buch erleben wir zunächst, wie es in
der Beziehung des einstigen Traumpaares Ballard/Bonney, das über all die Jahre
hinweg immer ein Paradebeispiel für Treue und Harmonie war, zu spürbaren
Spannungen kommt, auch wenn diese natürlich keinen natürlichen Ursprung haben.
Dennoch darf man diese Idee, welche – so viel darf man
verraten - konsequent weiter entwickelt wird, durchaus als mutigen Schritt des
Autors betrachten.
Ein Tony Ballard, der sich sonst immer auf den Rückhalt
eben jener Beziehung verlassen konnte, ist nun also noch ein bisschen mehr auf
sich gestellt, auch wenn er auf der anderen Seite natürlich immer noch genug
Verbündete hat, wobei hier vor allem die Teufelin Ymudda genannt werden muss,
welche doch etwas zu oft die passende Lösung aus dem Hut zaubert oder zur
richtigen Zeit an der richtigen Stelle auftaucht, an der sie gerade gebraucht
wird.
So erfährt hier der Held von ihr nicht nur, wie und womit
er seine Frau heilen kann, sondern auch von wem er dieses Hilfsmittel bekommt.
Das erinnert doch wieder sehr an die Heftserie, wo auch oft die Lösung für ein
Problem sehr schnell einer Person oder einem Ort bzw. einer Welt zugeordnet
werden konnte. Am Ende muss man hier noch die Runen befragen, um zu erfahren,
wo die Drachentöterin lebt.
Abgesehen von den beiden Nebensträngen, welche die
bereits aus der Heftserie bekannte, einfache Fantasy - Kost bieten, dreht sich
im ersten Teil zunächst noch alles um die erwähnten Beziehungskrise, was aber
gar nicht so unspannend ist.
Im Gegenteil beschreibt der Autor hier recht treffend das
Dilemma des Helden, der verzweifelt versucht, sowohl seinem Sohn, als auch
seiner Frau zu helfen. Am Ende muss er die beiden trennen, um das hinzukriegen,
was die Krise natürlich noch verschärft, auch wenn Bonney hier nicht ganz sie
selbst ist.
Im zweiten Teil lernt sie dann ihren behandelnden Arzt
etwas näher kennen, welcher natürlich genau in dem Moment zur Stelle ist, als
es ihr gerade schlechter geht und Tony sich wieder mal auf Dämonenjagd befindet
(ironischerweise, um sie zu heilen).
An der Stelle ist es natürlich offensichtlich, dass sich
hier etwas anbahnt, was angesichts der Tatsache, dass Ballard seine Frau gerade
erst aus der Hölle gerettet und diese nun entsprechend angeschlagen ist, doch
etwas seltsam anmutet.
Leider bewegt sich die Handlung, vor allem die Dialoge
zwischen Bonney und dem verliebten Arzt dann auf einem Daily Soap - Niveau,
zumal damit noch eine dritte Handlungsebene ins Spiel kommt, wodurch die
Abschnitte mit Ballard und Silver doch etwas sehr rar werden.
Allerdings haben die beiden dann ohnehin wieder viel zu
leichtes Spiel mit dem “Endboss“, was vor allem an Silvers übermächtigem
Schwert Shavenaar liegt, das hier nicht nur entscheidend dazu beiträgt, den
Drachen zu besiegen, sondern am Ende auch mitdenkt (schließlich ist es ja ein
lebendes Schwert) und das benötigte Horn des Einhorns, welches Parysa natürlich
nicht hergeben will, ganz selbständig absäbelt…
Leider kann auch dieses vierte Ballard-Hardcover nicht
voll und ganz überzeugen, dafür mangelt es doch wieder an der nötigen Spannung,
denn daran dass die Helden das benötigte Horn der Drachenreiterin am Ende mit
nach Hause nehmen, zweifelt man nicht eine Sekunde lang.
Die Spannung resultiert hier also hauptsächlich aus der
Frage, wie es mit Ballard und Bonney weitergeht, was sicher nicht Sinn der
Sache ist.
Immerhin überzeugt Morland hier aber mit der durchaus
packenden, bunten Fantasy- Nebenhandlung. Und dass mit Agassmea (welche sich
zur Anführerin der Grausamen 5 aufgeschwungen hat) wieder ein Gegner aus alten
Zeiten auf den Plan tritt, lässt hier sicher das eine oder andere Fan-Herz
etwas höher schlagen.
Da man auch von Parysa, Zeeneth und Loxagon wieder hören
wird, darf man in Bezug auf den Background der Serie weiter auf eine positive
Entwicklung hoffen.
© by Stefan Robijn

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