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Sonntag, 23. März 2025

Das teuflische Paar

 
Reverend Pain

Das teuflische Paar

von Steve Salomo (Peter Thannisch)

Reverend Pain befindet sich bereits lange Wochen des Fastens in einem Leuchtturm, als ein seltsamer Blonder Mann mit einem Boot zu ihm kommt, ihn Fisch und Wein gibt, und ihm eine neue Aufgabe in der Stadt Darkmoon gibt. 

Pain weiß in diesem Augenblick bereits genau, das der Fremde in Wirklichkeit ein Engel des Herrn ist.

Die Stadt selbst, in der es neben den Mönchen des Klosters eine christliche, aber auch durch die Stadtpolizei eine weltliche Gerichtsbarkeit gibt, ist noch in den Händen Gottes. 

Doch offenbar scheint das Böse nun einen grausamen Schlag gegen die dort lebenden guten Christen ausführen zu wollen.

Und ja, es gibt in der Stadt Banden, welche den satanischen Riten huldigen und gegeneinander eine Art Gladiatorenkämpfe auf Leben und Tod abhalten, welche Bloodbone-Battlings genannt werden. Und genau gegen diese geht der alte Abt Garibaldian mit seinen beiden Novizen, Bruder Luke und Bruder Francis nun entschieden selbst vor.

Doch auch sie müssen feststellen, dass die Macht des Christentums anfängt zu bröckeln und der Ungehorsam der zum Satanismus verleiteten immer dreister wird. Und das nicht ohne Grund, denn ein paktieren mit den Dämonen der Hölle würde unweigerlich Folter zur Läuterung und anschließende lebendige Verbrennung auf dem Scheiterhaufen zur Rettung ihrer Seelen nach sich ziehen.

Doch die wahre Gefahr für die noch gläubige Stadt Darlmoon geht von den jungen Geschwistern Virginia und Paul Hayes aus. Denn beide lassen sich in einer Höhle mit Kramphumeth, dem Dämon des ersten Feuerkreises Luzifers und einem weiteren Dämon des dritten Feuerkreises ein, treiben mit ihnen schändliche Unzucht und empfangen so satanische Macht um ihr Werk vollenden zu können.

Und dieses Werk besteht darin, den Glauben an den Herrn in Darkmoon zu Fall zu bringen und die Stadt so wieder zu einem Zentrum zu machen, von dem der Feldzug des Dämon Kraphumeth gegen die Welt erneut geführt werden soll. Und gerade Paul Hayes ist hier eine enorme Gefahr, denn er ist auch der Chef der Stadtpolizei und genießt so das Vertrauen der gläubigen Mönche.

Als Reverend Pain allerdings in die Stadt kommt, überschlagen sich die Ereignisse. Paul Hayes beschuldigt ihn nämlich ein als Reverend getarnter Frauenmörder und Satanist zu sein und lässt Pain erst einmal in den Kerker werfen.

Und danach beginnt das Grauen in Darkmoon als Paul und Virginia Hayes den Dämonen der Hölle die Möglichkeiten geben, in die Körper der Menschen zu fahren und selbst Garibaldian und seine frommen Mönche anzugreifen.

Doch Reverend Pain kommen nicht nur ein Wächter zu Hilfe, der zum wahren Glauben zurückfinden will, sondern auch das schwarze Schaf der Gemeinde, Steelbabe, dessen Hass auf seinen Widersacher King Mary entflammt ist, seit dieser seinen Zwillingsbruder bei einem der Bloodbones-Battlings getötet hatte.

Aber wird Pain Steelbabe ebenfalls zurück zu Gott führen können, oder wird dieser trotzdem für seine satanistischen Untaten auf dem Scheiterhaufen brennen müssen? Und was wird überhaupt aus den gläubigen Seelen der Stadt Darkmoon?

  • Das teuflische Paar (Roman 3 von 12)
  • Deutsche Erstveröffentlichung: 02. Mai 2000
  • Reihe Grusel-Schocker des Bastei Verlag
  • Titelbild: Kike
  • Vorliegende Veröffentlichung: September 2007
  • Hardcover/2 Romane, Zaubermond Verlag
  • Titelbild: Sandobal

„Steelbabe wusste, wie so was abging, obwohl er noch nie bei einer Blutmesse dabeigewesen war. Erst würde man das Girl auspeitschen bis aufs Blut, dann schänden - und anschließend würde man ihr die Kehle durchschneiden!“ (Reverend Pain/Seite 89, "Das teuflische Paar"/Zaubermond Verlag)

Der Autor Steve Salomo machte es seinen Lesern hier in der postapokalyptischen Zukunft nicht gerade leicht. Denn irgendwie taugt unser fanatischer REVEREND PAIN nicht wirklich zu einem strahlenden Helden, mit dem man gerne mitfiebert.

Und wenn, wie hier, selbst der Abt und einige seiner gläubigen Mitbrüder auf grausame Weise ihr Leben verlieren, hält sich bei mir als Leser das Mitgefühl trotzdem immer noch stark in Grenzen.

Denn offenbar ist man als normaler Mensch in dieser Zukunft eh in der Hölle, egal wer da gerade was zu sagen hat. Denn das hier gepriesene Christentum basiert auf einem bedingungslosen Gehorsam als oberste Tugend vor Gott. 
 
Und wer da nur kurz aus der Reihe tanzt, wird gleich als Satanist verschrien und sieht sich schnell körperlichen Folterungen und dem Scheiterhaufen gegenüber.

Und die Aussage ist gerade in diesem Roman durchaus sehr klar: Die weltliche Gerichtsbarkeit ist voller Fehler und nur zu Anfällig für das Böse, während nur die geistliche Gerichtsbarkeit frei von Fehlern ist.

O.K. ... wenn man da also gerade lebendig auf dem Scheiterhaufen brennt, hat man halt Pech gehabt, denn das Ableben ist offenbar generell immer gerechtfertigt weil von Gott gewollt. Mal ehrlich, da findet man als Leser nur sehr schwer zu einem "Helden", den man wirklich noch in seinem Streben für das "Gute" anfeuern möchte.

Aber ansonsten hatte mir die Handlung durchaus gefallen, egal wie düster sie leider auf beiden Seiten auch sein mochte. Man muss sich einfach nur immer wieder sagen, dass das Leben in dieser Zukunft eben kein Ponyhof ist und wirklich "strahlende Helden" eh nur überbewertet werden.

Ich frage mich aber auch irgendwie immer noch, warum man den niederen Dämonen nun unbedingt jede Menge verschiedener Tierköpfe verpassen muss? Hier sind es ja die Köpfe von Schlangen, Hunden und Vögeln.

Gut, ich kann verstehen, dass der Autor hier keine der Tiergruppen bwenachteiligen wollte, aber es gibt doch auch so schöne andere Darstellungen des Bösen, die man hier hätte nutzen können, ohne dabei gleich den ganzen Kölner Zoo im Misskrdit zu bringen.

Das Cover der Buchausgabe von Sandobal, seitens des Zaubermond Verlags gefällt mir wieder wirklich gut. Jedenfalls um Längen besser als das Cover aus der damaligen Reihe „GRUSEL-SCHOCKER“ (hier Band 29) seitens Kike (wer immer das auch sein mag).

Aber was die Cover der Bastei-Reihe „GRUSEL-SCHOCKER“ betraf, hatte man sich damals ja generell nicht wirklich mit Ruhm bekleckert.

 © by Konrad Wolfram  

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