Dorian Hunter 125
Der Grabräuber
von Roy Palmer (Holger Friedrichs)
Der Detektiv Fred Archer wird mit der Suche nach dem
verschwundenen Jeff Parker beauftragt.
Nachdem er herausgefunden hat, dass Jeff zuletzt in San Francisco gesehen wurde und auch über Jeffs neuen “look” mit rasiertem Schädel informiert ist, trifft er in einer Bar auf einen Padma-Anhänger, der kurz darauf von einem Untoten angegriffen wird und nach seiner Rettung verschwindet.
Archer wendet sich an seinen Begleiter, der Jeff zu kennen scheint, es aber nicht zugeben will.
Er folgt ihm und gelangt zum Haus einer Frau, welche
die sogenannte Bacchanten - Sekte anführt.
Archer verfällt zwar ihrem dämonischen Charme,
erfährt aber, dass auch Jeff in dem Haus wohnte. Um mehr zu erfahren, soll Archer
sich an eine Frau namens Angelina wenden, die inzwischen eine Untote ist.
Nach einem Opferritual der Bacchanten stellt Archer
die Anführerin zur Rede und erfährt, dass sie mit Parker eine Affäre hatte und
Angelina, eine Padma - Jüngerin, mit der er später zusammen war, aus Rachsucht
zur Untoten machte.
Auf dem Friedhof trifft er den Padma wieder, der ihm
hilft, die Bacchanten - Sekte samt Anführerin auszuschalten.
Am Ende stellt sich heraus, dass Parker ebenfalls
unter ihrem dämonischen Bann stand und sich der Padma - Sekte anschloss,
nachdem er sich davon lösen konnte. Er überredet Archer, sich ihm anzuschließen
und bringt ihn zu einem Ort, an dem dieser auf Tirso und Phillip trifft…
- Erschienen am 13. Juni 2023
- Erstveröffentlichung: Am 21. Dezember 1976 als „Dämonenkiller Band 122“
-
Titelbild: Mark Freier
Dieser erste und letzte Beitrag
Palmers zum Malkuth - Zyklus hätte ein durchaus gelungener sein können, da hier
die Figur Fred Archer endlich einmal konsequent so eingesetzt wird, wie sie
angelegt ist, nämlich als Detektiv, der die Spur einer vermissten Person
aufnimmt.
Aber obwohl auch die von Ernst
Vlcek erdachte Handlung durchaus ein paar Spannungsmomente zu bieten hat und es
schon schlechtere Stories gab in den letzten Wochen, kann das Ergebnis, wie so
oft bei Palmer, am Ende doch nicht so wirklich überzeugen.
Das liegt zum einen wieder an
dem wie üblich seltsam holprigen Stil des Autors und den gestelzt klingenden
Dialogen, vor allem aber an der Darstellung der Hauptfigur Fred Archer.
Palmer versucht hier, einen
schnoddrig markigen Marlowe - Verschnitt aus der Figur zu machen, was aber
leider völlig daneben geht. Anders als in früheren Romanen, in denen der
Detektiv sich noch relativ normal verhielt, ist er hier übertrieben arrogant
und mit einer großen Klappe ausgestattet. Dazu reißt er Sprüche, die wohl cool
sein sollen, aber nur gekünstelt und aufgesetzt wirken.
Dass auch ein Jeff Parker sich hier anders verhält, als zu
seinen Playboy - Zeiten ist zwar aufgrund seines Wandels nachvollziehbar, aber
auch hier wirken einige Sätze so, als stammten sie aus einem Gebetbuch, was
dann auch wieder übertrieben erscheint, Padma - Sekte hin oder her.
Immerhin kann die Darstellung
der Sekten - Anführerin einigermaßen überzeugen, und die Idee, eine Untote ihr
eigenes Schicksal rächen und auf der “guten” Seite agieren zu lassen, das ist
(war) mal was Neues.
Dass Untote allerdings Blut
saugen wie Vampire (oder Körpersäfte, wie es bei diesem Autor heißt), das
erlebt man auch immer nur bei Palmer.
Am Ende tritt der gesuchte Parker dann noch persönlich in Erscheinung und überzeugt den plötzlich gar nicht mehr so coolen Fred Archer doch etwas sehr schnell, sich den Padmas anzuschließen. Immerhin kann er so den Friseurtermin absagen und den Bogarthut an den Nagel hängen…
© by Stefan Robijn
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