Dorian Hunter 127
Die Königin der Nacht
von Ernst Vlcek
Hunter, Olivaro und Coco werden unwissentlich zu
Figuren in einem Schachspiel, dass Luguri und der Chakravartin austragen, wobei
der Sieger dem Verlierer Bedingungen stellen darf.
Das Spiel wird in einem indischen Dorf ausgetragen, in dem auch Unga auftaucht.
Er erinnert sich, dass er es bereits vor Urzeiten gegen den Dämon Kantilya bestehen musste, den er mittels eines Tricks besiegen und vernichten konnte.
So formte er das Spiel allerdings auch um, weshalb
man es nun nicht nur mit Dämonen, sondern auch mit gigantischen, lebenden
Schachfiguren zu tun bekommt.
Unga weiß, dass man das Miniaturbrett finden muss,
um das Spiel manipulieren zu können, was mit Dons Unterstützung auch gelingt.
Er taucht als falsche Figur auf dem Brett auf und
lässt die Magie des Schachspiels somit außer Kontrolle geraten. Luguri eröffnet
dem Chakravartin, dass Hunter und Co. ein falsches Spiel treiben und
keinesfalls auf Seiten der Chakras kämpfen.
Von Unga erfährt Dorian, dass der Kontakt zum Padma
abgebrochen ist, weshalb er mithilfe des Spiegels versuchen will, nach Malkuth
zu gelangen.
- Erschienen am 11. Juli 2023
- Erstveröffentlichung: Am 4. Januar 1977 als „Dämonenkiller Band 124“
-
Titelbild: Mark Freier
Ein weiterer Roman aus der
Feder des Chefautors Ernst Vlcek, der uns hier ein magisches Schachspiel
präsentiert, in dem die Helden, ähnlich wie im Sinclair - Roman “Schach mit dem
Dämon” als Figuren agieren und kämpfen müssen.
Doch auch wenn ein Jason Dark
sich bei seinem Roman vielleicht von diesem älteren Band inspirieren ließ und
die Frage nach dem besseren ohnehin müßig ist, da die Serien zu unterschiedlich
sind, so hat Vlcek sich hier doch ein etwas komplexeres Regelsystem ausgedacht
und das Ganze dann noch mit einer kleinen Vergangenheitsepisode gewürzt.
Dass diese das Highlight des
Romans darstellt, liegt auch diesmal wieder an der Figur Unga, die Vlcek ebenso
überzeugend darstellt, wie sein Kollege Warren. Zu bemängeln wäre nur, dass der
Cro Magnon hier zum wiederholten Male in die Trickkiste greifen muss, um einen
starken bzw. mächtigen Gegner besiegen zu können.
Auch erscheint der Umstand,
dass mit Unga ausgerechnet jene Figur die Bühne des Geschehens betritt, welche
vor Äonen für die Umgestaltung des Schachspiels verantwortlich war, doch etwas
aus dem Hut gezaubert. Ebenso wie der Einsatz des Puppenmannes Don Chapman hier
wie das letzte noch fehlende Puzzleteil erscheint, um das Spiel zu Gunsten der
Helden entscheiden zu können.
Dennoch ist dem Autor hier ein
abwechslungsreicher, spannender Roman gelungen, in dem allerdings das
Wiedersehen der Freunde etwas zu kurz kommt. Allein die jetzige Konstellation
mit Olivaro als neuem Verbündeten hätte früher für Konflikte gesorgt, während
es jetzt einfach von allen Beteiligten so hingenommen wird.
Zumal hier vor allem Dorian und
Coco wieder zu blass und konturlos erscheinen, was gerade bei der meist völlig
unterforderten Coco auffällt. Aber auch Hunter ist hier oft nur Stichwortgeber,
der für den Fall der Fälle den mächtigen Ys - Spiegel in der Tasche hat, aber
ansonsten nicht viel unternimmt oder zur Handlung beiträgt.
Auch der längst nicht mehr
undurchschaubare Olivaro bleibt hier, wie bereits in den Bänden zuvor als Figur
völlig uninteressant, zumal seine Pläne ja kein großes Geheimnis mehr
darstellen.
Das einzige, was ihn noch von
den anderen abhebt, sind seine eher pragmatischen Methoden, seine Ziele zu
erreichen, womit er schon mal eine missbilligende Bemerkung Cocos kassiert,
aber mehr passiert dann auch nicht.
Da die Ereignisse des nächsten,
von Neal Davenport verfassten Bandes wieder aus Sicht Hunters geschildert
werden, bleibt zu hoffen, dass dort zumindest der Dämonenkiller wieder etwas
tatkräftiger und vor allem authentischer dargestellt wird.
© by Stefan Robijn
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