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Freitag, 28. März 2025

Die Todesmelodie

Das Haus Zamis 2

Die Todesmelodie

von Neal Davenport (Kurt Luif)

Als Coco Schmerzwellen von ihrem Bruder Demian empfängt, folgt sie diesen und findet ihn in einem mit Eisenstäben gespickten Fass hockend und eine seltsame Melodie singend.

Ein junger Mann taucht auf, zieht die Stäbe aus Demians Körper, worauf dieser stirbt, und verschwindet wieder, während Coco die Melodie noch immer hören kann. 

Die Zamis-Familie sucht Skarabäus Toth auf, der herausfindet...

...dass eine unbekannte Sippe hinter dem Mord steckt, welche die Zamis auslöschen will, wenn sie Wien nicht verlassen. 

Die Geschwister fühlen den in Frage kommenden Sippen auf den Zahn und kommen zu dem Schluss, dass sie es mit den Winkler - Forcas zu tun haben. Coco findet indes heraus, dass es sich auch bei dem Jungen um einen der Forcas handelt, in dessen Bann sie mittels der Todesmelodie steht.

Als ihrer Familie klar wird, dass sie zu einem Werkzeug der Forcas geworden ist, isoliert man sie und fährt nach Italien, wo man den Kampf gegen die feindliche Sippe bei Verwandten der Zamis aufnehmen will.

Die Forcas tauchen auch dort auf und es kommt zu einem erbitterten Kampf, bei dem Vera Zamis ihr Leben verliert. Als Coco wieder in den Bann der Todesmelodie gerät, kann sie die entsprechenden Kräfte zur Flucht nutzen und lässt sich von den Forcas in deren Domizil bringen. Peter schlägt vor, sie zur Gefährtin zu nehmen, was die Kapitulation der Zamis zur Folge hätte.

Coco geht zum Schein darauf ein, worauf der Bann der Todesmelodie von ihr genommen wird. Von diesem befreit, gelingt es ihr, die Forcas magisch zu beeinflussen und sie gegeneinander auszuspielen, so dass die Familie schließlich besiegt werden kann. 

  • Erschienen am 10. November 2020
  • Erstveröffentlichung: Am 1. April 1975 als „Dämonenkiller 32“
  • Titelbild: Mark Freier

In diesem zweiten Band des damaligen “Zamis-Zyklus” erleben wir eine Coco Zamis die durch den Bann der Todesmelodie zunächst kaum aktiv agieren kann, was zwar der Spannung keinen Abbruch tut, die Figur aber über zwei Drittel des Romans ihrer Fähigkeiten beraubt und weitestgehend zur Passivität verdammt. Zumal man sich auch etwas wundert, wie mächtig dieser magische Bann ist, da es weder der hier schon recht starken Coco noch ihren Familienmitgliedern gelingt, diesen aufzuheben.

Die Spannung resultiert hier also zunächst aus der klassischen Frage nach der Identität des Mörders bzw. der entsprechenden Familie. Dass es sich am Ende um die Forcas handelt ist dann allerdings keine große Überraschung mehr, da die anderen in Frage kommenden Sippen recht schnell ausgeschlossen werden können.

Dennoch zeichnet sich hier bereits ab, wie komplex die Serie im weiteren Verlauf werden könnte, angesichts der bereits vorherrschenden Machtspielchen der verschiedenen Wiener Sippen, die alle gern das Zepter schwingen würden.

Was die einzelnen Figuren betrifft, so gibt es hier abgesehen von dem bereits aus der Urserie bekannten Skarabäus Toth und Michael Zamis noch nicht viele, die so etwas wie ein Profil entwickelt hätten. Die einzige immerhin annähernd interessante Figur, Cocos böse und intrigante Schwester Vera, segnet hier leider bereits das Zeitliche.

Auch die Idee mit dem Homunkulus, der als Henker der Zamis - Familie fungiert, erscheint bei näherer Betrachtung doch etwas seltsam. Eine Kreatur, die aus den Körperteilen von zwanzig Männern zusammengesetzt und nur zu töten ist, wenn man die Körperteile den richtigen Männern zuordnen kann. Eine typische Vlcek - Idee der etwas sonderbaren Art…

Am Ende freut man sich zwar, dass Coco nun endlich wieder aktiv ins Geschehen eingreifen kann, dass sie dann aber die ganze Familie beinahe im Alleingang erledigt, erscheint dann wieder etwas unglaubwürdig, zumal ihre Fähigkeit, die Magie ihrer Gegner einfach zu absorbieren, zu übermächtig wirkt, vor allem wenn man bedenkt, wie hilflos sie zuvor noch dem Bann der Todesmelodie ausgesetzt war.

Wirkliche Spannung kommt so am Ende leider auch nicht mehr auf, da die restlichen Mitglieder der Zamis - Familie nach Cocos Alleingang nicht mehr allzu viel zu tun haben.

Überzeugen kann Luif hier vor allem mit den Szenen, in denen die Zamis - Leute herauszufinden versuchen, welche der Sippen ihnen den Kampf angesagt hat, aber auch Cocos Stand innerhalb der Familie, in der man ihr trotz der bekannten Tatsache der feindlichen Beeinflussung misstraut, womit sie weiterhin als Außenseiterin dasteht, wird von dem Autor hervorragend dargestellt.    

Auch hat man hier (wie schon in der "Dorian Hunter"-Serie) einen wirklich zum Inhalt passenden Titel gewählt. Der Titel des ursprünglichen Dämonenkiller - Bandes (Die Stunde der Ameisen) bezieht sich praktisch nur darauf, auf welche Weise die restlichen Forcas am Ende umgebracht werden, was im Grunde keine große Rolle spielt.

 © by Stefan Robijn

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