Das Haus Zamis 2
Die Todesmelodie
von Neal Davenport (Kurt Luif)
Als Coco Schmerzwellen von ihrem Bruder Demian
empfängt, folgt sie diesen und findet ihn in einem mit Eisenstäben gespickten
Fass hockend und eine seltsame Melodie singend.
Ein junger Mann taucht auf, zieht die Stäbe aus Demians Körper, worauf dieser stirbt, und verschwindet wieder, während Coco die Melodie noch immer hören kann.
Die Zamis-Familie sucht Skarabäus Toth auf, der herausfindet...
...dass eine unbekannte Sippe hinter dem Mord steckt, welche die Zamis auslöschen will, wenn sie Wien nicht verlassen.
Die Geschwister fühlen den in Frage kommenden Sippen
auf den Zahn und kommen zu dem Schluss, dass sie es mit den Winkler - Forcas zu
tun haben. Coco findet indes heraus, dass es sich auch bei dem Jungen um einen
der Forcas handelt, in dessen Bann sie mittels der Todesmelodie steht.
Als ihrer Familie klar wird, dass sie zu einem
Werkzeug der Forcas geworden ist, isoliert man sie und fährt nach Italien, wo
man den Kampf gegen die feindliche Sippe bei Verwandten der Zamis aufnehmen
will.
Die Forcas tauchen auch dort auf und es kommt zu
einem erbitterten Kampf, bei dem Vera Zamis ihr Leben verliert. Als Coco wieder
in den Bann der Todesmelodie gerät, kann sie die entsprechenden Kräfte zur
Flucht nutzen und lässt sich von den Forcas in deren Domizil bringen. Peter
schlägt vor, sie zur Gefährtin zu nehmen, was die Kapitulation der Zamis zur
Folge hätte.
Coco geht zum Schein darauf ein, worauf der Bann der
Todesmelodie von ihr genommen wird. Von diesem befreit, gelingt es ihr, die
Forcas magisch zu beeinflussen und sie gegeneinander auszuspielen, so dass die
Familie schließlich besiegt werden kann.
- Erschienen am 10. November 2020
- Erstveröffentlichung: Am 1. April 1975 als „Dämonenkiller 32“
-
Titelbild: Mark Freier
In diesem zweiten Band des
damaligen “Zamis-Zyklus” erleben wir eine Coco Zamis die durch den Bann der
Todesmelodie zunächst kaum aktiv agieren kann, was zwar der Spannung keinen
Abbruch tut, die Figur aber über zwei Drittel des Romans ihrer Fähigkeiten
beraubt und weitestgehend zur Passivität verdammt. Zumal man sich auch etwas wundert,
wie mächtig dieser magische Bann ist, da es weder der hier schon recht starken
Coco noch ihren Familienmitgliedern gelingt, diesen aufzuheben.
Die Spannung resultiert hier
also zunächst aus der klassischen Frage nach der Identität des Mörders bzw. der
entsprechenden Familie. Dass es sich am Ende um die Forcas handelt ist dann
allerdings keine große Überraschung mehr, da die anderen in Frage kommenden
Sippen recht schnell ausgeschlossen werden können.
Dennoch zeichnet sich hier
bereits ab, wie komplex die Serie im weiteren Verlauf werden könnte, angesichts
der bereits vorherrschenden Machtspielchen der verschiedenen Wiener Sippen, die
alle gern das Zepter schwingen würden.
Was die einzelnen Figuren
betrifft, so gibt es hier abgesehen von dem bereits aus der Urserie bekannten
Skarabäus Toth und Michael Zamis noch nicht viele, die so etwas wie ein Profil
entwickelt hätten. Die einzige immerhin annähernd interessante Figur, Cocos
böse und intrigante Schwester Vera, segnet hier leider bereits das Zeitliche.
Auch die Idee mit dem
Homunkulus, der als Henker der Zamis - Familie fungiert, erscheint bei näherer
Betrachtung doch etwas seltsam. Eine Kreatur, die aus den Körperteilen von
zwanzig Männern zusammengesetzt und nur zu töten ist, wenn man die Körperteile
den richtigen Männern zuordnen kann. Eine typische Vlcek - Idee der etwas
sonderbaren Art…
Am Ende freut man sich zwar,
dass Coco nun endlich wieder aktiv ins Geschehen eingreifen kann, dass sie dann
aber die ganze Familie beinahe im Alleingang erledigt, erscheint dann wieder
etwas unglaubwürdig, zumal ihre Fähigkeit, die Magie ihrer Gegner einfach zu
absorbieren, zu übermächtig wirkt, vor allem wenn man bedenkt, wie hilflos sie
zuvor noch dem Bann der Todesmelodie ausgesetzt war.
Wirkliche Spannung kommt so am
Ende leider auch nicht mehr auf, da die restlichen Mitglieder der Zamis -
Familie nach Cocos Alleingang nicht mehr allzu viel zu tun haben.
Überzeugen kann Luif hier vor
allem mit den Szenen, in denen die Zamis - Leute herauszufinden versuchen,
welche der Sippen ihnen den Kampf angesagt hat, aber auch Cocos Stand innerhalb
der Familie, in der man ihr trotz der bekannten Tatsache der feindlichen
Beeinflussung misstraut, womit sie weiterhin als Außenseiterin dasteht, wird
von dem Autor hervorragend dargestellt.
Auch hat man hier (wie schon in der "Dorian Hunter"-Serie) einen wirklich zum Inhalt passenden Titel gewählt. Der Titel des ursprünglichen Dämonenkiller - Bandes (Die Stunde der Ameisen) bezieht sich praktisch nur darauf, auf welche Weise die restlichen Forcas am Ende umgebracht werden, was im Grunde keine große Rolle spielt.
© by Stefan Robijn
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