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Freitag, 29. März 2024

Gänsehaut

Dorian Hunter Band 59

Gänsehaut

von Roy Palmer

Als es bei einem Filmprojekt in Cinecitta zu übersinnlichen Phänomenen kommt, bittet Jeff Parker Dorian Hunter um Hilfe, der sich zusammen mit Coco Zamis von Frankfurt aus auf den Weg macht.

Bei ihrer Ankunft zeigt Parker ihnen zunächst einen doppelbelichteten Film, auf dem eine “Geisterfrau” zu sehen ist. 

Kurz darauf bekommen sie es mit spukhaften Erscheinungen, einem zum Leben erwachten Filmmonster und diversen angriffslustigen Requisiten zu tun.

Die Ursache bzw. der Auslöser für den ganzen Zauber scheint eine auf magische Weise wirkende Substanz zu sein, deren Geruch Coco an das ihr bekannte Theriak erinnert und das von den japanischen Trickspezialisten geraucht wird. Offenbar hat die Theriak - Droge den Japanern übernatürliche Fähigkeiten verliehen.

Alle Versuche, sie aus ihrem Rausch zu befreien, scheitern ebenso wie Cocos Versuch, sie zu hypnotisieren. Selbst Kugeln gehen durch sie hindurch. Erst als Hajima Tanaka - der eigentliche Katalysator der magischen Kräfte - aufgrund der Überdosierung kollabiert, hat der Spuk ein Ende.

Am Ende bleibt die Frage, woher die Japaner das Theriak haben und was es mit der Geisterfrau auf sich hat. Außerdem hat Hunter im Quartier der Japaner noch das Bild einer im Schnee wachsenden Blume entdeckt…

  • Erschienen am 1. Dezember 2020
  • Erstveröffentlichung: Im Jahr 1975 als „Dämonenkiller Band 58“

Bei diesem zweiten Band aus der Feder von Roy Palmer handelt es sich um den ersten Beitrag zum Thema “Theriak”, welches Hunter in den nächsten Bänden noch zu schaffen machen wird, wobei er sich hier zunächst als noch nicht unmittelbar Betroffener bzw. Süchtiger mit der hochgefährlichen Substanz befassen muss.

Zwar kann man auch diesen Roman nicht unbedingt als einen der Höhepunkte der Serie bezeichnen, aber es passiert immerhin etwas mehr, als im ersten Band des Autors, und obgleich einige Abschnitte doch etwas sehr trashig daherkommen, gibt es durchaus auch spannende Momente. 

Etwa jenen, in dem ein ziemlich echt und lebendig erscheinendes Filmmonster die Hauptdarstellerin vertilgen soll, worauf dann im passenden Moment die Crewmitglieder auftauchen, welche eigentlich in dem Vieh hocken und es bewegen sollten.

Szenen wie diese verleihen dem ganzen Spektakel einen Hauch von Ironie, und überhaupt macht der Roman eigentlich nur dann Spaß, wenn man die Handlung nicht allzu ernst nimmt.

Dass auch Coco Zamis hier zum Einsatz kommt, ist zwar einerseits löblich, andererseits scheint der Autor sich hier nicht ganz sicher gewesen zu sein, wie oder wann er ihre Fähigkeiten einsetzen sollte. So versucht sie z.B. vergeblich, ein paar fliegende Köpfe zu hypnotisieren, was die erfahrene Hexe eigentlich gleich hätte lassen können.

Ebenfalls merkwürdig erscheint die Tatsache, dass nach den ersten Vorfällen und Todesfällen überhaupt weitergedreht wird, anstatt vielleicht erst einmal die bereits anwesenden Dämonenkiller ihre Arbeit machen zu lassen, auch wenn der Grund natürlich auf der Hand liegt, denn bei einem Drehstopp wäre natürlich auch der Roman zu Ende.

Auch scheint das Theriak auf die hier agierenden Japaner eine gänzlich andere Wirkung zu haben, als auf die Süchtigen in den folgenden Bänden, einschließlich Hunters, zumal die von ihnen entwickelten Fähigkeiten zum Teil doch etwas übertrieben gewaltig erscheinen.

Alles in allem hat Palmer sich hier im Vergleich zu seinem Erstling zwar nicht unbedingt gesteigert, dennoch macht der Roman trotz einiger Merkwürdigkeiten, wie etwa fliegenden Filmstudios oder angreifenden Requisiten unterm Strich mehr Spaß, als der etwas behäbigere “Gast aus dem Totenreich”, was vor allem an dem höheren Tempo und dem etwas höheren Spannungsgrad liegt…

© by Stefan Robijn

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