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Freitag, 17. Juni 2022

Die Stunde der Zaem

Mythor Band 99

Die Stunde der Zaem

von Hubert Haensel

Mythor wacht, nachdem die Starre, die  der Himmelsstein verursacht wurde, wieder verschwunden ist, bei der Zaubermutter Zahda auf.

Zahda war es auch, die den Sohn des Kometen, nachdem dieser durch das Gorgan-Tor nach Vanga gespült wurde, ihm seine Erinnerungen an die vergangenen Ereignisse in der Schattenzone nahm, um seinen Geist zu schützen. 
 
Doch nachdem Mythor wieder in den Besitz von Alton kam, kam auch ein Teil seiner verschollenen Erinnerungen wieder zurück.

Die Zaubermutter offeriert dem Sohn des Kometen, dass  sie momentan nichts weiter für Mythor und Fronja tun kann, da zum einen die Zaubermutter Zaem alle Pläne von ihr boykottiert hat und zum anderen der Hexenrat alle Vollmachten besitzt, um über das Schicksal von Mythor und Fronja zu entscheiden.

Doch Mythor will die Entscheidung nicht abwarten. Er erreicht schließlich mit Hilfe von einer der Maiden der Tochter des Kometen Fronjas Schrein, worin sie von den Zaubermüttern in immerwährenden Tiefschlaf gehalten wird, um als Orakel zu dienen, da Fronjas Träume dazu dienen, die Politik von Vanga zu bestimmen. 

Der Sohn des Kometen erkennt aber zu spät, dass der Schrein aus einem Himmelsstein gemeißelt wurde und fällt Bewusstlos zu Boden.

Danach erwacht Mythor erneut bei Zahda. Sie erzählt ihm, dass die Ausstrahlung des Schreins Fronja zwar in einen immerwährenden Tiefschlaf versetzt, sie dafür als ‚Gegenleistung‘ die ewige Jugend erhalten hat. Bevor sie den Sohn des Kometen verlässt, warnt die Zaubermutter Mythor vor der Entscheidung des Hexenrates.

Unterdessen versuchen auch Gerrek, Scida und Lankohr in den innersten Bereich der Lichtinsel vorzustoßen. Unterstützung bekommen sie von der Aasin Heeva, die sich in Lankohr verliebt hat. Sie bringt die drei sicher durch die zahllosen Fallen ins Zentrum, wo Lankohr und Heeva schließlich auf Mythor stoßen.

Die Aasin berichtet dem Sohn des Kometen, dass Fronja der Hexenpolitik geopfert werden soll. Um der Tochter des Kometen doch noch irgendwie zu helfen begibt er sich zu Zahda und bittet sie zum Hexenrat vorgelassen zu werden.

Dort steht Mythor schließlich den elf Zaubermüttern gegenüber, die ihm offenbaren, dass sich die besessene Fronja nun in der Hermexe, einem magischen Gefäß, befindet, um Vanga vor der Großen Plage der Dämonen zu schützen. 

Für die Tochter des Kometen gibt es somit keine Rückkehr aus dem magischen Gefäß, denn wenn man die Hermexe öffnen würde, würden die Dämonen freigesetzt, was vermutlich den Untergang von Vanga bedeuten würde.

Zudem entscheidet der Hexenrat, Ambe nicht zu einer Zaubermutter zu machen, sondern sie verpuppt zu lassen, damit sie als Nachfolgerin Fronjas und damit als erste Frau Vangas mit ihren Träumen die Geschicke von Vanga in Zukunft leiten  kann.

Nach den Entscheidungen des Hexenrates fordert Mythor von den Zaubermüttern ihn nichtsdestotrotz endlich zu Fronja zu bringen. Die Zaubermütter folgten seinem Wunsch, vereinen ihre Hexenkräfte und befördern den Sohn des Kometen via Magie in die Hermexe.

Einige Tage später wird Burra zusammen mit Gerrek, Scida, Langkohr, Tertish, Gorma und Gudun auf das Luftschiff Luscuma gebracht, wo sie zum einen über das Schicksal von Myhtor und Fronja aufgeklärt wird und zum anderen  als Buße für ihren Verrat an Zaem den Auftrag erhält mit dem Luftschiff in die Schattenzone zu fliegen, um dort die Hermexe über Bord zu schmeißen.

Danach soll Burra mit der Luscuma nach Gorgan weiterfliegen, dort einige  Männer ‚einfangen‘ und sie danach nach Vanga bringen, wo an  den ausgesuchten Exemplaren die Eignung einer Vereinigung von Gorgan und Vanga geprüft werden soll.

Mit Hilfe von Caerylls Karten, die sich neben dem DRAGOMAE-Kristalls sowie  Caerylls Siegelring in Tertishs Besitz befindet, sollen sie sich in der Schattenzone zurecht finden…

  • Erschienen am 25. Mai 1982
  • Titelbild: Nicolai Lutohin
  • Innenillustrationen: Peter Eilhardt
  • Detailkarte 57

Leider ist „DIE STUNDE DES ZAEM“ von HUBERT HAENSEL wahrlich kein krönender Abschluss des VANGA-Zyklus, denn er bietet nun wirklich keine überraschenden Wendungen. Denn es letztendlich davon auszugehen, dass sich die Zaubermütter bzw. der Hexenrat gegen Mythor sowie Fronja aussprechen würden. Zumal sie durch die Besessenheit der Tochter des Kometen auch eine gute Begründung für ihre Entscheidung haben.

Im gesamten gesamten VANGA-Zyklus war insoweit ein roter Faden zu erkennen, dass die Zaubermütter im Großen und Ganzen nur ihre Vorteile darin suchen, ihren Einflussbereich und Besitz zu sichern oder  ggf. auszuweiten. Jeder der diesen Machterhalt störte, musste aus dem Weg geräumt werden. In welcher Weise auch immer.

Zwar gab es in Gestalt der beiden Zaubermütter Zaem und Zahda zwei Machtblöcke in Vanga, aber auch hier trifft das Sprichwort zu, Pack schlägt sich und Pack verträgt sich, und so wurde sich schließlich darauf geeinigt, Mythor und Fronja in die Verbannung zu schicken.

Zudem haben die Zaubermütter mit Ambe einen Ersatz für Fronja gefunden, so dass auch schon aus diesem Grund Fronja nicht mehr benötigt wird, die mit Mythor und der Hermexe in der Schattenzone entsorgt werden soll.

 

Abschließende Worte zum VANGA-Zyklus

Blickt man auf den Vanga-Zyklus zurück, so hinterlässt er keinen bleibenden Eindruck. Die Abenteuer von Mythor in der Welt der Frauen waren zumeist langweilig und zogen sich wie Kaugummi in die Länge. Zudem waren die Autoren bemüht, irgendwie die Handlung, wenn auch nur in sehr kleinen Schritten, voran zu bringen.

Highlight waren ohne Wenn und Aber die Abenteuer mit NOTTR. Hinzu kamen einige Abenteuer mit LUXON, die ebenfalls recht ansprechend waren. Besonders, wenn es darin um die Alptraumritter ging.

Ansonsten war der VANGA-Zyklus ein sehr durchwachsender Zyklus, der leider (abgesehen von den Nottr- und Luxon-Abenteuern) weit schlechter und langweiliger war als der vorangegangene GORGAN-Zyklus.

Alles in allem haben sich die Autoren (mit Ausnahme von Hugh Walker sowie Hans Kneifel) mit dem zweiten Zyklus nicht mit Ruhm bekleckert. Und auch Derjenige, der für die Exposes verantwortlich war, fehlte ein entscheidender Aspekt. Nämlich das nötige Gespür, um die Fantasy-Serie einen Schritt voran zu bringen.

So ist der Vanga-Zyklus in Bezug auf Mythor eher ein Rückschritt, denn der Sohn des Kometen wirkte in seinen Abenteuer mehr als blass. Wenn  der Sohn des Kometen nicht durch einen magischen Schlaf ‚gebannt‘ war oder in irgendwelche magischen Falle tappte, war es schließlich ein Splitter aus einem Himmelsstern, der Mythor aus dem Verkehr zog.

So kann man keinen Titelhelden einer Serie kreieren bzw ausbauen oder ‚weiterentwickeln‘. Da kriegt ja jeder Dämon aus der Schattenzone einen Lachanfall, wenn er mit dieser Witzfigur eines Sohns des Kometen konfrontiert wird.  Und nicht nur der.

So passt das  neue Mythor-Bild im Inneren der Vanga-Hefte durchaus. Denn aus einem leichtbekleideten, muskulösen Helden des Gorgan-Zyklus ist im Vanga-Zyklus ein Weichei geworden, das zudem mit seinen langen, leicht gelockten Haaren auch noch ziemlich weibisch aussieht.

Soll sich der Leser mit so einer Figur identifizieren können. Kein Wunder, dass die Leser der Fantasy-Serie dann doch eher zu einem zupackenden Helden wie Nottr tendierten. Denn da bekamen sie nämlich alles, was eine gute Handlung ausmacht. Spannung, Tragik, Kampf. Und mit dem Auftauchen der Alptraumrittern aus der Vergangenheit  sowie neuen, teils ungewöhnlichen Verbündeten, auch interessante Wendungen präsentiert.

All das und vieles mehr fehlte gänzlich bei den Mythor-Abenteuern in Vanga. Über den nervigen und ätzenden Gerrek wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht reden.

© by Ingo Löchel

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