Gespenster-Krimi 206
Das Blut des Toten
von Rafael
Marques
Gregory Burnell ist mit sechsundfünfzig Jahren als Rechtsanwalt bereits in den Ruhestand gegangen.
Dies jedoch nicht, weil er seinen Job nicht geliebt hätte,
sondern viel eher, weil es zu einem folgenschweren Einschnitt in seinem Leben
kam.
Und dieser Vorfall scheint ihn nun einzuholen, als sein Enkel Taylor entführt und seine achtundzwanzigjährige Tochter Rebecca offenbar in einen untoten Vampir verwandelt wird.
Doch
als er in reiner Selbstverteidigung Rebecca offenbar erschießt, wandert er als
Mörder selbst in Untersuchungshaft. Doch auch seine Mutter Ida, welche als
Ureinwohnerin und Schamanin in der Nähe der Kleinstadt Greenville im
US-Bundesstaat Maine lebt, hatte Gregory bereits eine kryptische Warnung
zukommen lassen.
Doch
damit ist die Serie von seltsamen Vorkommnissen längst noch nicht erschöpft,
wie etwa die junge Deputy Sarah Levine seitens des Dover Foxcraft Sheriff
Office bald erfahren muss.
Und
auch Sheriff Robert Hattler muss mit Schrecken mit ansehen, wie bei der
Obtuktion der Leiche von Rebecca Burnell diese plötzlich wieder aufersteht und
sowohl den örtlichen Coroner als auch dessen Enkelin Lana, die bei ihm
arbeitet, auf grausame Weise ermordet werden.
Aber
auch das Auftauchen des FBI Agenten Sy Elwood wirft weitere Fragen auf. Denn
warum trägt dieser ständig eine dunkle Sonnenbrille und wo war er die letzten
Wochen überhaupt, da er eigentlich wegen dem Fall des Serienkiller Holt McCall
längst vom Dienst suspendiert worden ist und danach plötzlich spurlos
verschwunden war.
Und
wo liegt die Verbindung zwischen Gregory Burnell, Sy Elwood, der Staatsanwältin
Tessa Gray und dem Richter Hollerstein, als damals der Serienkiller McCall
wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, den man langläufig als einen
"Vampir" bezeichnete, weil er das Blut seiner Opfer nach den Morden
trank?
Sollte
McCall, der ebenfalls seit damals spurlos verschwand, wirklich zu einem Vampir
geworden sein?
Die
Anzeichen scheinen dafür zu sprechen, denn die nun auftauchenden Opfer wie
Rebecca Burnell oder die Haushälterin des erhängten Richter scheinen jedenfalls
von den Toten wieder aufzuerstehen, um mit ihren plötzlich gewachsenen
Fangzähne in Blutgier neue Opfer zu suchen.
Doch
warum verlieren plötzlich einige die Erinnerungen an den Gesprächen mit Sy
Elwood und warum benimmt dieser sich so seltsam? Und ist der angeblich
verschwundene Holt McCall wirklich als blutsaugender Vampir zurückgekehrt, oder
steckt hinter dieser Person etwas völlig anderes und vielleicht weitaus
schlimmeres?
Bald übersteigt der weitere Verlauf dieses seltsamen Fall auch Deputy Sarah Levine rationalen Verstand, denn offenbar scheint im Körper von McCall eine Kreatur in die Welt der Menschen gelangt zu sein, welche es so nicht geben dürfte.
Doch
kann diese Kreatur, die eigentlich nicht auf Blut aus ist, überhaupt noch aufgehalten
werden?
- Erstveröffentlichung: Am 29. August 2026
- Autor: Rafael Marques
-
Ein
Einzelroman
„Was hätte er mit seinem Revolver auch ausrichten sollen? Die Frau auf der Bahre war keine plötzlich zum Leben erwachte Scheintote, sondern wies einen offenen Brustkorb auf, zumal gerade eine Gewehrpatrone aus ihrem Herzen gezogen worden war.“ (Gespenster-Krimi/Band 206, "Das Blut des Toten"/Seite 21)
Das Rafael Marques auch bei der Serie „JOHN SINCLAIR“
mitschreibt, mag zwar richtig sein, jedoch wirkt diese Werbung in dem gelben
Button auf dem Cover eher wie eine verzweifelte Werbung des Verlags, um das
ehemalige Flaggschiff im Bereich Gruselromane weiter hoch zu halten.
Denn viel eher ist mir der Autor eigentlich ein
wesentlich besserer Begriff, wenn es um die Gruselreihe „CASTOR POLLUX“ geht.
Dies schmälert aber nicht den vorliegenden Roman des
Autor Rafael Marques, der hier nun im „GESPENSTER-KRIMI2 wieder einen
erstklassigen und absolut lesenswerten Roman abliefert.
Und der hat es wahrlich in sich, denn der Autor lässt uns
hier auch einen Blick auf eine völlig andere Form des Vampirismus werfen,
welche nicht mehr wirklich viel gemein hat mit den üblichen Legenden um diese
Untoten.
Schon das ist recht spannend und lesenswert. Doch dabei
alleine lässt es der Autor Rafael Marques nicht bewenden. Denn der Autor führt
seine Leserschaft in diesem Roman auch hinter ein Verbrechen aus Rache, welches
seinen Ausgang in der Freilassung des Serienkillers Holt McCall hatte. Und
dieser hoffte damals wirklich, einmal ein Vampir werden zu können.
Doch die gefährliche Kreatur, die nun im Körper von
McCall auf teuflische Art zur Rache schreitet ist kein Vampir, sondern
etwas, mit dem niemand gerechnet haben
dürfte. Und auch Sy Elwood wirft die Frage auf, ob er wirklich noch ein Mensch
ist.
Dies sind natürlich nur ganz grobe Einblicke, welche die
Spannung sicherlich nicht vermitteln können, die der Autor hier in Band 206 der
Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ gnadenlos nach oben schraubt.
Interessant ist hierbei sicherlich zuerst die veränderte
Sichtweise auf den Vampirismus, welcher mit den Legenden um GRAF DRACULA oder
der Vampirin CARMILLA wirklich kaum noch etwas verbindet, außer, das es
weiterhin um das Blut unschuldiger Opfer geht. Von daher sollte man bei diesem
Roman also nicht davon ausgehen, dass hier mit den üblichen Klischees
gearbeitet wird.
Gesamt betrachtet hatte auch ich bereits im Vorfeld auf
eine eher klassiche Vampir-Geschichte gesetzt, wurde jedoch mit jeder weiteren
Seite in eine dunkle Geschichte gezogen, die jeden bisher bekannt Rahmen zu
sprengen begann und die Spannung gnadenlos immer weiter nach oben trieb. Von
daher also eine klare Leseempfehlung.
© by Konrad Wolfram

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