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Dienstag, 1. September 2026

Das Blut des Toten

Gespenster-Krimi 206

Das Blut des Toten

von Rafael Marques

Gregory Burnell ist mit sechsundfünfzig Jahren als Rechtsanwalt bereits in den Ruhestand gegangen. 

Dies jedoch nicht, weil er seinen Job nicht geliebt hätte, sondern viel eher, weil es zu einem folgenschweren Einschnitt in seinem Leben kam.

Und dieser Vorfall scheint ihn nun einzuholen, als sein Enkel Taylor entführt und seine achtundzwanzigjährige Tochter Rebecca offenbar in einen untoten Vampir verwandelt wird.

Doch als er in reiner Selbstverteidigung Rebecca offenbar erschießt, wandert er als Mörder selbst in Untersuchungshaft. Doch auch seine Mutter Ida, welche als Ureinwohnerin und Schamanin in der Nähe der Kleinstadt Greenville im US-Bundesstaat Maine lebt, hatte Gregory bereits eine kryptische Warnung zukommen lassen.

Doch damit ist die Serie von seltsamen Vorkommnissen längst noch nicht erschöpft, wie etwa die junge Deputy Sarah Levine seitens des Dover Foxcraft Sheriff Office bald erfahren muss.

Und auch Sheriff Robert Hattler muss mit Schrecken mit ansehen, wie bei der Obtuktion der Leiche von Rebecca Burnell diese plötzlich wieder aufersteht und sowohl den örtlichen Coroner als auch dessen Enkelin Lana, die bei ihm arbeitet, auf grausame Weise ermordet werden.

Aber auch das Auftauchen des FBI Agenten Sy Elwood wirft weitere Fragen auf. Denn warum trägt dieser ständig eine dunkle Sonnenbrille und wo war er die letzten Wochen überhaupt, da er eigentlich wegen dem Fall des Serienkiller Holt McCall längst vom Dienst suspendiert worden ist und danach plötzlich spurlos verschwunden war.

Und wo liegt die Verbindung zwischen Gregory Burnell, Sy Elwood, der Staatsanwältin Tessa Gray und dem Richter Hollerstein, als damals der Serienkiller McCall wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, den man langläufig als einen "Vampir" bezeichnete, weil er das Blut seiner Opfer nach den Morden trank?

Sollte McCall, der ebenfalls seit damals spurlos verschwand, wirklich zu einem Vampir geworden sein?

Die Anzeichen scheinen dafür zu sprechen, denn die nun auftauchenden Opfer wie Rebecca Burnell oder die Haushälterin des erhängten Richter scheinen jedenfalls von den Toten wieder aufzuerstehen, um mit ihren plötzlich gewachsenen Fangzähne in Blutgier neue Opfer zu suchen.

Doch warum verlieren plötzlich einige die Erinnerungen an den Gesprächen mit Sy Elwood und warum benimmt dieser sich so seltsam? Und ist der angeblich verschwundene Holt McCall wirklich als blutsaugender Vampir zurückgekehrt, oder steckt hinter dieser Person etwas völlig anderes und vielleicht weitaus schlimmeres?

Bald übersteigt der weitere Verlauf dieses seltsamen Fall auch Deputy Sarah Levine rationalen Verstand, denn offenbar scheint im Körper von McCall eine Kreatur in die Welt der Menschen gelangt zu sein, welche es so nicht geben dürfte.

Doch kann diese Kreatur, die eigentlich nicht auf Blut aus ist, überhaupt noch aufgehalten werden?

  • Erstveröffentlichung: Am 29. August 2026
  • Autor: Rafael Marques
  • Ein Einzelroman

„Was hätte er mit seinem Revolver auch ausrichten sollen? Die Frau auf der Bahre war keine plötzlich zum Leben erwachte Scheintote, sondern wies einen offenen Brustkorb auf, zumal gerade eine Gewehrpatrone aus ihrem Herzen gezogen worden war.“ (Gespenster-Krimi/Band 206, "Das Blut des Toten"/Seite 21)

Das Rafael Marques auch bei der Serie „JOHN SINCLAIR“ mitschreibt, mag zwar richtig sein, jedoch wirkt diese Werbung in dem gelben Button auf dem Cover eher wie eine verzweifelte Werbung des Verlags, um das ehemalige Flaggschiff im Bereich Gruselromane weiter hoch zu halten.

Denn viel eher ist mir der Autor eigentlich ein wesentlich besserer Begriff, wenn es um die Gruselreihe „CASTOR POLLUX“ geht.

Dies schmälert aber nicht den vorliegenden Roman des Autor Rafael Marques, der hier nun im „GESPENSTER-KRIMI2 wieder einen erstklassigen und absolut lesenswerten Roman abliefert.

Und der hat es wahrlich in sich, denn der Autor lässt uns hier auch einen Blick auf eine völlig andere Form des Vampirismus werfen, welche nicht mehr wirklich viel gemein hat mit den üblichen Legenden um diese Untoten.

Schon das ist recht spannend und lesenswert. Doch dabei alleine lässt es der Autor Rafael Marques nicht bewenden. Denn der Autor führt seine Leserschaft in diesem Roman auch hinter ein Verbrechen aus Rache, welches seinen Ausgang in der Freilassung des Serienkillers Holt McCall hatte. Und dieser hoffte damals wirklich, einmal ein Vampir werden zu können.

Doch die gefährliche Kreatur, die nun im Körper von McCall auf teuflische Art zur Rache schreitet ist kein Vampir, sondern etwas,  mit dem niemand gerechnet haben dürfte. Und auch Sy Elwood wirft die Frage auf, ob er wirklich noch ein Mensch ist.

Dies sind natürlich nur ganz grobe Einblicke, welche die Spannung sicherlich nicht vermitteln können, die der Autor hier in Band 206 der Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ gnadenlos nach oben schraubt.

Interessant ist hierbei sicherlich zuerst die veränderte Sichtweise auf den Vampirismus, welcher mit den Legenden um GRAF DRACULA oder der Vampirin CARMILLA wirklich kaum noch etwas verbindet, außer, das es weiterhin um das Blut unschuldiger Opfer geht. Von daher sollte man bei diesem Roman also nicht davon ausgehen, dass hier mit den üblichen Klischees gearbeitet wird.

Gesamt betrachtet hatte auch ich bereits im Vorfeld auf eine eher klassiche Vampir-Geschichte gesetzt, wurde jedoch mit jeder weiteren Seite in eine dunkle Geschichte gezogen, die jeden bisher bekannt Rahmen zu sprengen begann und die Spannung gnadenlos immer weiter nach oben trieb. Von daher also eine klare Leseempfehlung.

 © by Konrad Wolfram

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