Tales of Suspense 39
Die Geburt des
Iron Man
In
einer geheimen Militäranlage testet Antohony "Tony" Stark gerade eine
völlig neue Waffe. Denn mittels seiner neu entwickelten Transistoren ist er
sogar in der Lage Panzerstahl förmlich
zu zerreißen.
Doch
als er im Dschungel von Südvietnam sein Waffensystem gleich vor Ort testen
will, wird er vom Waffenfabrikanten, Wissenschaftler und Playboy plötzlich zu
der tragischsten Figur der Weltgeschichte.
Denn durch eine Sprengfalle der Roten Guerilla unter der Führung von Wong-Chu wird Tony Stark lebensgefährlich verletzt.
Zwar können die Ärzte von Wong-Chu ihm
zumindest etwas helfen, doch ein inoperabler Granatsplitter wandert gefährlich
nahe zu Starks Herzen. Und wenn dieses Schrapnell das Herz erreicht, wäre dies
der Tod von Anthony Stark.
Doch
Wong-Chu versucht Tony Stark zu überlisten und will ihn glauben lassen, das wenn er der Roten
Guerilla eine neue Waffe konstruiert, er ihn danach per Operation das Leben
retten könne.
Tony
Stark geht zum Schein auf dessen Angebot ein, auch wenn er weiß, das diese
"mögliche Operation" wohl nur eine Lüge ist. Doch er hofft so mit
seiner neuen Transistor-Technologie eine Rüstung bauen zu können, welche
verhindert, das bei erreichen des Granatsplitter sein Herz aufhört zu schlagen.
Wong-Chu
selbst stellt wegen der Hoffnung auf ein neues Waffensystem dem zum Tode
geweihten Stark auch noch den alten Physiker Yinsen zur Seite, den er in
Gefangenschaft wie seinen persönlichen Sklaven hält.
Zwar
gelingt es Stark und Yinsen die Rüstung mit weiteren wichtigen Gadgets wie den
lebenswichtigen Transistoren auszustatten, doch Stark spürt bereits sein nahes
Ende. Deshalb muss er die Rüstung sofort anlegen und diese mit Energie
aufgeladen werden.
Um
Stark also in dieser hilflosen Situation nicht in Gefahr zu bringen, versucht
Yinsen einen offensichtlichen Fluchtversuch um Wong-Chu und seine Soldaten vom
Labor wegzulocken.
Und
während so Yinsen im Kugelhagel stirbt, gelingen Tony Stark in der Rüstung
langsam die ersten Gehversuche, so dass er sich vor Wang-Chu erst einmal
verstecken kann.
Doch
als er den "Iron Man" - wie Yinsen die Rüstung genannt hatte -
endlich perfekt kontrollieren kann, fordert er Wong-Cu zu einem offenen Kampf
auf, bei dem nicht nur seine Soldaten panisch das eigene Lager verlassen,
sondern der Schurke auch durch eine von Iron Man ausgelöste Explosion das Leben
verliert.
Danach macht sich Tony Stark in der Rüstung wieder auf den Weg in die Zivilisation, wissend, dass er ohne die energiegeladene Brustplatte der Rüstung nicht mehr überleben kann.
- Erschienen März 1963
- Autor: Stan Lee & Larry Lieber
- Zeichner: Don Heck
-
Vertrieb:
Hachette Collections SNC
Im gleichen Jahr (1963) wie „THE AVENGERS“, aber zeitlich
sechs Monate vorher, erschien das erste Comic zu unserem eisernen Helden IRON
MAN in der Comic-Reihe „TALES OF SUSPENSE“.
Und dieses Abenteuer des Waffenfabrikanten Anthony
"Tony" Stark ist in den Konflikt zwischen Nord- und Südvietnam
eingebettet. Geschichtlich korrekt traten die USA dabei mit eigenen
Kampfeinheiten zwecks Unterstützung von Südvietnam mit dem Tonkin-Zwischenfall
aber erst 1964/1965 (bis zu ihrer Niederlage 1973) in diesen
Stellvertreterkrieg zwischen West und Ost (global als Kalter Krieg bekannt)
ein.
Da nahm sich diese Ausgabe von „TALES OF SUSPENSE“ also
der Vorgeschichte dieses Krieges an, denn die ersten Schritte seitens der USA
hinsichtlich Vietnam seit den 1950er Jahren, gingen noch nicht über sogenannte
Berater und andere Hilfen wie z.B. Waffenlieferungen für Südvietnam hinaus.
Man könnte also sagen, hier tritt zum ersten Mal Anthony
Stark als US-Rüstungsfabrikant und somit als US-Berater in Erscheinung, der
auch gleich vor Ort die Wirkung seiner Waffensysteme testen will.
Und das geht am Rande des Dschungel dann für ihn aber
ordentlich ins Auge, da auch einfache Sprengfallen des kommunistischen Gegner eine
erschreckende Wirkung haben können.
Ähnlich wie in der sogenannten Golden Age Ära der Comics,
wo der eigentliche Gegner Japan bzw. das Deutsche Reich waren, so spielte in
der Periode des Silver Age eben genau dieser globale Konflikt zwischen Ost (Sowjetunion)
und West (USA) immer mal wieder eine nich unbedeutende Rolle.
Der Konflikt selber wurde mehrere Jahrzehnte auch deshalb
als der "Kalte Krieg" bezeichnet, weil er meist militärisch über
sogenannte Stellvertreterkriege wie etwa Korea oder Vietnam ablief und erst zu
einem Heißen Krieg eskalieren würde, wenn die beiden Atommächte direkt in einem
offenen Dritten Weltkrieg aufeinanderprallen würden.
Genau genommen kann man sogar sagen, das wir so bereits
damals nur im Vorhof eines offenen Dritten Weltkrieges gelebt hatten. Was
indessen das vorliegende Comic „TALES OF SUSPENSE #39“ betrifft, war dies das
perfekte Umfeld, um einem neuen Helden eine passende persönliche Vorgeschichte
zu verpassen, die ihn von den üblichen Helden ohne gewichtige persönliche Problematik
aus den DC-Comics abheben sollte. Dieses Konzept konnte man schon damals als
den eigentlichen „Sense of Wonder“ seitens MARVEL bezeichnen.
Besonders auch das letzte und eher unscheinbare Bild des
Comic ist dabei durchaus interessant, welches Tony Stark/Iron Man von hinten
zeigt, wie er ähnlich dem Schauspieler John Wayne in seinem Western „DER
SCHWARZE FALKE“ von 1956 am Ende einer noch ungewissen Zukunft entgegengeht.
© by Konrad Wolfram
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