Gespenster-Krimi 204
Der Zorn des Wächters
von Henry Cardell
Bis
auf den Pub gbt es im Ort Cyfrinach in Wales nicht wirklich viel, wo junge
Burschen wie der 19-jährige Toby Dolman und seine zwei gleichaltrigen Kumpels
sich aufhalten können.
Und
eigentlich sollte er schon betrunken in seinem Bett liegen. Doch als Toby
aufwacht, liegt er plötzlich mitten im Waldgebiet Tywyll Coedwig. Sollte er
etwa seit neustem Schlafwandeln?
Erst als er versucht herauszufinden, welchen Weg er einschlagen muss, um wieder das elterliche Heim zu finden...
...bemerkt er recht bedrohliche Geräusche, als würde
sich ein enorm großes und gefährliches Raubtier nähern.
Und
so ergreift Toby sofort die Flucht. Nur lässt sich dieses Monstrum nicht
abschütteln, ergreift Toby und schleppt ihn tiefer in den Wald.
Und
dort wird seine Leiche wie gekreuzigt am nächsten Morgen von Mrs. McGinty
entdeckt, die im Wald verzweifelt immer wieder nach ihrer verschwundenen
Tochter Annabelle sucht. Nur deren Verschwinden scheint die Polizei weniger zu
interessieren.
Dafür
ist Detective Chief Inspektor (DCI) Vince Ferrow vor Ort, welcher sofort Lady
Enderby und ihren Butler Isaac Finley auf Battlecrease House alarmiert. Denn
der Tod von Toby weist alle Merkmale einer paranormalen Tat auf.
Denn
Tobys Körper wurde an der Eiche nicht einfach nur an den Ästen aufgespießt.
Vielmehr scheinen diese Zweige von hinten durch seinen Körper gewachsen zu
sein, was vollkommen unmöglich sein sollte. Also beginnen Lady Enderby und
Finley gemeinsam mit DCI Ferrow im Ort mit den Untersuchungen.
Dabei
befragen sie auch Mrs. McGinty, die Finley verzweifelt darum bittet, auch nach
ihrer Tochter Annabelle zu suchen. Doch Ferrow sieht hier keinen Zusammenhang
und glaubt eher, das Mrs. McGintys 18-jährige Tochter von selbst ausgerissen
ist.
In
der folgenden Nacht folgt Finley indessen einem anderen von Tobys Freunden,
welcher ebenfalls wie ein Zombie in den Wald geht. Und dort wird auch Greg
Nelson, so sein Name, von dem gigantischen Waldgeist in den Tod geführt, der
dabei nun auch Finley bedroht. Doch der scheint für die dämonische Kreatur nicht
auf der Liste der Todgeweihten zu stehen und lässt ihn daher wieder lebend
ziehen.
Doch
am nächsten Tag findet Finley bei Mrs. McGinty neue Beweise hinsichtlich ihrer
Tochter Annabelle. Denn deren Zeichnungen sagen aus, das sie schon seit ihrer
Kindheit den Naturgeist bereits gekannt haben musste.
Gemeinsam
mit Lady Enderby und DCI Ferrow legt sich Finley in der folgenden Nacht auf die
Lauer. Und dann sehen sie den dritten Freund der Toten mit Namen Neil Conrich
ebenfalls wie in Trance in dem Wald verschwinden.
Doch
wo liegt die Verbindung zwischen den jungen Burschen, dem gefährlichen
Naturgeist und der verschwundenen Annabelle? Die Antwort könnte in einem ganz
anderen Verbrechen der jungen Leute liegen.
- Erstveröfentlichung: Am 1. August 2026
- Autor: Henry Cardell
-
Ein
neues Abenteuer mit dem Butler Isaac Finley
„Doch den schlimmsten Anblick stellte der fingerdicke Zweig dar, der sich von hinten in Toby Dolmans Schädel und von dort aus direkt durch sein linkes Auge gebohrt hatte.“ (Gespenster-Krimi/Band 204, "Der Zorn des Wächters"/Seite 13)
Was mich zuerst an diesem Roman des Autor Henry Cardell
etwas irritiert hatte, war die ablehnende Haltung von DCI Ferrow, auch das
Verschwinden von Annabelle in die Ermittlungen mit einzubeziehen.
Zwar gibt es zu Beginn wirklich keine direkten
Verbindungen zum Tod von Toby Dolman, aber auch so hängt die Polizei eigentlich
bei diesem Fall völlig in der Luft, was auch eine Verbindung zum Verschwinden
von Mrs. McGintys Tochter eben nicht zweifelsfrei ausschließt.
Aber das soll jetzt nun kein wirklicher Kritikpunkt am
Autor sein, denn auch die Polizei kann schließlich Fehler machen und blind für
gewisse Verbindungen zwischen den beiden Fällen sein. Das man es allerdings mit
einer Art Naturgeist bzw. Dämon zu tun haben könnte, drängt sich für Lady
Enderby, Finley sowie DCI Ferrow schon nach kurzer Zeit auf.
Gesamt betrachtet beginnt der Autor Henry Cardell in
seinem neusten Roman gleich auf einem recht hohen Spannungsniveau, was mich als
Leser sogleich auch an die Handlung fesseln konnte. Da ist es dann auch ein
interessanter Kniff, erst einmal die verschiedenen Fälle nicht in eine direkte
Verbindung zu bringen.
Als Leser hatte ich hingegen schnell schon so meine
Vermutungen, welche sich im finalen Bereich dann auch bestätigen sollten.
Allerdings kratzt diese Vorhersehbarkeit nicht im Geringsten an dem sehr guten
Spannungsniveau der Gesamthandlung.
Denn dem Autor gelingt es hier durchaus trotzdem, die
eine oder andere Überraschung mit einzubauen, welche den Verlauf der Handlung
positiv dominieren können. Daher mein Fazit: Absolut lesenswert.
© by Konrad Wolfram

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