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Dienstag, 11. August 2026

Der Zorn des Wächters

Gespenster-Krimi 204

Der Zorn des Wächters

von Henry Cardell

Bis auf den Pub gbt es im Ort Cyfrinach in Wales nicht wirklich viel, wo junge Burschen wie der 19-jährige Toby Dolman und seine zwei gleichaltrigen Kumpels sich aufhalten können.

Und eigentlich sollte er schon betrunken in seinem Bett liegen. Doch als Toby aufwacht, liegt er plötzlich mitten im Waldgebiet Tywyll Coedwig. Sollte er etwa seit neustem Schlafwandeln?

Erst als er versucht herauszufinden, welchen Weg er einschlagen muss, um wieder das elterliche Heim zu finden...

...bemerkt er recht bedrohliche Geräusche, als würde sich ein enorm großes und gefährliches Raubtier nähern.

Und so ergreift Toby sofort die Flucht. Nur lässt sich dieses Monstrum nicht abschütteln, ergreift Toby und schleppt ihn tiefer in den Wald.

Und dort wird seine Leiche wie gekreuzigt am nächsten Morgen von Mrs. McGinty entdeckt, die im Wald verzweifelt immer wieder nach ihrer verschwundenen Tochter Annabelle sucht. Nur deren Verschwinden scheint die Polizei weniger zu interessieren.

Dafür ist Detective Chief Inspektor (DCI) Vince Ferrow vor Ort, welcher sofort Lady Enderby und ihren Butler Isaac Finley auf Battlecrease House alarmiert. Denn der Tod von Toby weist alle Merkmale einer paranormalen Tat auf.

Denn Tobys Körper wurde an der Eiche nicht einfach nur an den Ästen aufgespießt. Vielmehr scheinen diese Zweige von hinten durch seinen Körper gewachsen zu sein, was vollkommen unmöglich sein sollte. Also beginnen Lady Enderby und Finley gemeinsam mit DCI Ferrow im Ort mit den Untersuchungen.

Dabei befragen sie auch Mrs. McGinty, die Finley verzweifelt darum bittet, auch nach ihrer Tochter Annabelle zu suchen. Doch Ferrow sieht hier keinen Zusammenhang und glaubt eher, das Mrs. McGintys 18-jährige Tochter von selbst ausgerissen ist.

In der folgenden Nacht folgt Finley indessen einem anderen von Tobys Freunden, welcher ebenfalls wie ein Zombie in den Wald geht. Und dort wird auch Greg Nelson, so sein Name, von dem gigantischen Waldgeist in den Tod geführt, der dabei nun auch Finley bedroht. Doch der scheint für die dämonische Kreatur nicht auf der Liste der Todgeweihten zu stehen und lässt ihn daher wieder lebend ziehen.

Doch am nächsten Tag findet Finley bei Mrs. McGinty neue Beweise hinsichtlich ihrer Tochter Annabelle. Denn deren Zeichnungen sagen aus, das sie schon seit ihrer Kindheit den Naturgeist bereits gekannt haben musste.

Gemeinsam mit Lady Enderby und DCI Ferrow legt sich Finley in der folgenden Nacht auf die Lauer. Und dann sehen sie den dritten Freund der Toten mit Namen Neil Conrich ebenfalls wie in Trance in dem Wald verschwinden.

Doch wo liegt die Verbindung zwischen den jungen Burschen, dem gefährlichen Naturgeist und der verschwundenen Annabelle? Die Antwort könnte in einem ganz anderen Verbrechen der jungen Leute liegen.

  • Erstveröfentlichung: Am 1. August 2026
  • Autor: Henry Cardell
  • Ein neues Abenteuer mit dem Butler Isaac Finley

„Doch den schlimmsten Anblick stellte der fingerdicke Zweig dar, der sich von hinten in Toby Dolmans Schädel und von dort aus direkt durch sein linkes Auge gebohrt hatte.“ (Gespenster-Krimi/Band 204, "Der Zorn des Wächters"/Seite 13)

Was mich zuerst an diesem Roman des Autor Henry Cardell etwas irritiert hatte, war die ablehnende Haltung von DCI Ferrow, auch das Verschwinden von Annabelle in die Ermittlungen mit einzubeziehen.

Zwar gibt es zu Beginn wirklich keine direkten Verbindungen zum Tod von Toby Dolman, aber auch so hängt die Polizei eigentlich bei diesem Fall völlig in der Luft, was auch eine Verbindung zum Verschwinden von Mrs. McGintys Tochter eben nicht zweifelsfrei ausschließt.

Aber das soll jetzt nun kein wirklicher Kritikpunkt am Autor sein, denn auch die Polizei kann schließlich Fehler machen und blind für gewisse Verbindungen zwischen den beiden Fällen sein. Das man es allerdings mit einer Art Naturgeist bzw. Dämon zu tun haben könnte, drängt sich für Lady Enderby, Finley sowie DCI Ferrow schon nach kurzer Zeit auf.

Gesamt betrachtet beginnt der Autor Henry Cardell in seinem neusten Roman gleich auf einem recht hohen Spannungsniveau, was mich als Leser sogleich auch an die Handlung fesseln konnte. Da ist es dann auch ein interessanter Kniff, erst einmal die verschiedenen Fälle nicht in eine direkte Verbindung zu bringen.

Als Leser hatte ich hingegen schnell schon so meine Vermutungen, welche sich im finalen Bereich dann auch bestätigen sollten. Allerdings kratzt diese Vorhersehbarkeit nicht im Geringsten an dem sehr guten Spannungsniveau der Gesamthandlung.

Denn dem Autor gelingt es hier durchaus trotzdem, die eine oder andere Überraschung mit einzubauen, welche den Verlauf der Handlung positiv dominieren können. Daher mein Fazit: Absolut lesenswert.

© by Konrad Wolfram

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