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Samstag, 22. August 2026

Dr. Morton 106: Die Rechnung kommt von Scotland Yard - Vergleiche mit der Originalfassung

Dr. Morton 106

Die Rechnung kommt von Scotland Yard

von John Ball

In der OF entwickelt Dr. Minstoff ein Krebsmittel, das an von Grimsby besorgten Probanden ausgetestet werden soll; 

Morton möchte demnächst bei den Experimenten dabei sein, S. 5.

Doch Dr. Morton wird entführt. Grimsby will sich mit dem vermeintlichen Entführer treffen, der aber nur ein kleiner Paparazzo ist. In der OF wird darauf hingewiesen, dass Grimsby diesmal auf eine Maskierung verzichtet, S. 10.

Doch der Fotograf wurde getötet. Chefinspektor Quester ist schon vor Ort und hat bei ihm Fotos mit Dr. Morton gefunden und beschuldigt nun Grimsby des Mordes – in der OF sogar, den Mann von oben bis unten aufgeschlitzt zu haben, S. 11.

Grimsby kann mit den Fotos entkommen und macht sich mit Sir Henry auf die Suche nach Dr. Morton. Dieser wird gezwungen, einen totkranken Gangsterboss zu operieren. Nach der OP kann Morton fliehen.

Am Ende der Geschichte ist Maugham mit dabei – quasi Teil des Teams. Die hochtechnische Unterwasseranlage des Über-Gangsters ist nach einer Explosion geflutet, nach Grimsbys Meinung aber intakt und in einer Woche wieder herzurichten, wenn man das Loch in der Decke stopft und das Wasser abpumpt – vielleicht hatte John Forbes/Ball geplant, so eine neue geheime Versuchsanlage ins Morton-Universum einzuführen.

  • Ungekürzte Original-Fassung (OF), Romantruhe, Mai 2024
  • Erstveröffentlichung: Erber-Taschenbuch Krimi (ETB), Band 33, Autor: John Forbes, 1979

Neben minimalen Abweichungen einzelner Wörter und Buchstaben (z. B. „Gestatten Sie“ (ETB) und „Gestalten Sie“ (OF) - wahrscheinlich der OCR-Software geschuldet) sind folgende Unterschiede interessant:

  • Cynthias Nachname ist im ETB durchgehend Parrington mit „P“ (bei gesprochener Sprache würde man das Verwechseln von P und B eine phonetische Störung nennen), in der OF heißt sie wie immer Barrington.
  • Morton und Cynthia duzen sich im ETB, S. 84, sie siezen sich in der OF, S. 46.
  • Grimsby und Sir Henry siezen sich gegenseitig (OF S. 16). Sir Henry duzt Grimsby, aber Grimsby sagt „Sie“ zum Earl (ETB S. 27).
  • Grimsby fährt im ETB durchgehend einen Vauxhall, in der OF einen Austin.
  • Zu tief „saß der Hass“ (OF S. 17) bzw. „fraß der Hass“ (ETB S. 29) in Chefinspektor Quester auf Grimsby.
  • Der Entführer spricht Dr. Morton an; in der OF nennt er ihn „Lord Morton“, S. 22, im ETB „Lord Glenn Morton“, S. 38. (In früheren Heften erklärte John Ball allerdings, dass es nur zwei korrekte Anredeformen gebe: entweder „Lord Morton“ oder „Sir Glenn“.)
  • Mortons Bewacher ist im ETB ein Ire, den Morton respektlos mit „Paddy“ anspricht, ohne seinen wahren Namen zu kennen, S. 40f. In der OF ist der Wächter nur ein Mann, dessen Nationalität nicht genannt wird und der nicht mit Namen angeredet wird, S. 23f.

Text auf der Rückseite von ETB 33:

Entführt und willenlos sieht sich der berühmte Chirurg dem Kopf einer Bande gegenüber. Er soll den todkranken Gangsterboss operieren, ihm das Leben verlängern, während er sein eigenes fast aufgeben muss.

Sein engster Mitarbeiter wittert eine Chance, den Chef zu befreien. Aber schließlich kommt es darauf an, ob Scotland Yard den Unterschlupf der Bande findet – und daß es ohne Blutvergießen abgeht …

Von außen ist dem Taschenbuch nicht anzusehen, dass es sich um einen Dr.-Morton-Roman handelt. Weder Morton oder Grimsby noch John Ball werden auf dem Umschlag erwähnt. 

Sogar auf die Blutleere wird ausdrücklich hingewiesen. Es ist schwer nachzuvollziehen, wie der Verlag sich vorstellte, so Morton-Fans am Kiosk zu erreichen.

Im vorletzten Kriminal-Magazin, der Ausgabe 2/77, erschien eine Anzeige für eine neue Serie: Erber Bücher Jahrhundertsaga – Nummer 1: Der Stammsitz. Es handelt sich um eine Familiengeschichte aus dem Genre Adelsroman.

Die TB-Reihe bringt es auf 50 Nummern, nach 20 Ausgaben tauchen aber auch Arzt- und Kriminalromane auf, der Serienname wird dem jeweiligen Inhalt angepasst, so z. B. „Erber Bücher Krimi“ und „Erber-Taschenbuch Krimi“. 1979 erscheinen acht Dr.-Morton-Romane unter dem Pseudonym John Forbes.

Es handelt sich um sechs Nachdrucke aus dem Kriminal-Magazin und zwei Erstveröffentlichungen – dies ist die erste. Das Titelbild wurde vom Anne-Erber-Verlag schon für Der Lord 35 verwendet.

© by Helge Ebsen

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