Marvel Origins
The Avengers 2
Das Phantom aus
dem All
Niemand
auf der Erde bemerkt das seltsame eiförmige UFO aus dem All, welches eigentlich
nicht einmal ein Raumschiff ist. Denn hinter dieser Form verbirgt sich das
Phantom aus dem All.
Ein
Wesen also, welches geraume Zeit die Avengers aus dem All beobachtet hat. Doch
nun kommt diese Kreatur auf die Erde, um die Avengers zu vernichten, damit die
Invasion seiner Rasse auf der Erde erfolgen kann.
Die besondere Fähigkeit dieses Phantoms besteht indessen darin, jede Form und jedes Lebewesen samt seinen Fähigkeiten kopieren zu können.
Doch da die Kopie wie das
Original nie zweimal in der gleichen Dimension verbleiben dürfen, wird z.B. die
Person in die sich das Phantom verwandelt, solange in den Limbus verband.
Der
Limbus ist wiederum eine Dimension zwischen Substanz und Schatten, welches das
betreffende Opfer hilflos ausharren lassen muss, bis das Phantom wieder eine
andere Gestalt übernimmt. Erst dann kann das Opfer wieder unbeschadet zurück in
die Realität, muss aber eventuell für die Folgen geradestehen, die das Phantom
in seinem Körper indessen verursacht hat.
Und
genau dies macht das Phantom, als es die Gestalt des Hulk übernimmt, um so
weiter die Helden gegeneinander aufzuhetzen. Denn freundschaftlich geht es z.B.
zwischen dem Hulk und Thor wahrlich nicht zu, weshalb zumindest verbal die
Stimmung bei den Avengers sichtlich aufgeladen erscheint.
Schnell
bemerkt man aber, dass sich der Hulk eher untypisch verhält. Als darauf Rick
Jones den Hulk trifft und ihn dazu bringen will, in das Labor von Bruce Banner
zurückzukehren, um die bereits begonnene Eskalation herunter zu fahren, macht
das Phantom jedoch einen entscheidenden Fehler.
Er
offenbart sich Rick, da dieser eh nur ein schwacher Mensch ist und prahlt
darüber, dass er die Avengers vernichten und die gesamten Menschheit durch sein
Volk versklaven will.
Dann
kommt es zu weiteren Kämpfen zwischen dem Phantom und Giant-Man und Wasp, oder
auch Iron Man, wobei der Außerirdische auch die Körper und dessen Fähigkeiten
übernimmt, um das Chaos zwischen den Helden weiter auszunutzen. Doch selbst der
Hulk erkennt nun, wie das Phantom vorgeht und seine Gegner übernimmt.
Erst
als Janet als die Wasp Thor zur Verstärkung holt, wendet sich das Blatt entschieden
gegen das Phantom.
Als
das Phantom versucht, die Gestalt und die Macht von Thor zu übernehmen, wird er
selbst für alle Zeiten in den Limbus geschleudert. Denn Thor ist kein normales
Wesen, welches sich das Phantom bedienen kann, sondern ein Gott, dessen Macht
selbst die Fähigkeiten des Phantoms übersteigt und in ihr Gegenteil verkehrt.
Der
Hulk allerdings hat längst registriert, mit welchem Misstrauen und Angst er bei
den anderen Avengers konfrontiert wird und beschließt nach dem Kampf das Team
der Avengers sofort wieder zu verlassen.
- Erschienen September 1963
- Autor: Stan Lee
- Zeichner: Jack Kirby
- Vertieb: Hachette Collections SNC
-
Der
Hulk verlässt die Avengers
So ganz scheint der unglaubliche Hulk hier schon zu
Beginn nicht in das junge Heldenteam der AVENGERS (deutscher Titel DIE RÄCHER)
zu passen. Denn Thor blafft unseren grünhäutigen wie grobschlächtigen Titanen
gleich von der Seite an. Die Wasp hat sogar Angst vor ihm und Iron Man hält ihn
ohne Kontrolle für ein Risikofaktor.
Also keine guten Aussichten für einen Start auf Augenhöhe
in einem Team von Helden für den grünen Hulk. Da wundert es wenig, wenn der am
Ende dann die AVENGERS wieder verlässt.
Allerdings werden die anderen Helden wie Iron Man,
Giant-Man, Wasp und Thor ihn nicht so flott aufgeben, zumal sie hoffen, ihn so
besser kontrollieren zu können. Da ging es im MCU schon wesentlich besser für
den Hulk, der jedoch zunehmend wie auch Thor langsam in den Kinofilmen zur
schlichten Witzfigur abgekanzelt wurde (siehe z.B. in dem Film AVENGERS
ENDGAME).
Viel Mühe scheint sich Jack Kirby bei der Darstellung des
außerirdischen Phantoms allerdings nicht gemacht zu haben, denn der Gegner aus
dem Weltraum war ja auch eher als Bösewicht für einen Auftritt konzipiert.
Dabei war die Idee seiner Fähigkeit nicht einmal schlecht
gewählt gewesen, so das man daraus auch einen richtig guten Schurken für
weitere Konfrontationen im Comic-Universum von Marvel hätte schaffen können.
Die Idee mit einem Außerirdischen, der auf der Erde so
sein Unwesen treibt, aber dessen mögliches Potential nicht vorhanden oder
eventuell ausgebaut wurde, finden wir auch im vierten Abenteuer der „AVENGERS“
wieder, wo den Platz von Hulk im Team dann endgültig ein anderer klassischer
Held der 1940er Jahre des Golden Age (1938 bis 1956) besetzen wird.
Mittlerweile ist auch der ursprüngliche Ant-Man hier
schon Geschichte, denn der hat den eher sperrigen Helm für eine optisch
interessantere Maske abgelegt und ist nun auch in der Lage durch sein Serum zum
Giganten anzuwachsen, weshalb er seinen Namen auch in Giant-Man gewechselt hat.
Diese Neuerung machte gerade in den Marvel Comics die
Figur des Henry "Hank" Pym wesentlich interessanter. Leider durfte
dann aber in späteren Jahren jeder Mal diesem Helden ein neues Outfit samt
neuen Namen verpassen.
Die vorliegende Story selbst ist an sich aber durchaus
noch recht einfach gestrickt und die deutsche Übersetzung der Texte seitens
Alex Rösch wirken bisweilen auch an eine eher recht junge Leserschaft
orientiert. Dies merkt man besonders wenn das Phantom z.B. im Körper des Hulks
von einem "Bedürfnis" sinniert, doch endlich wie ein Kind mit seinen
Fähigkeiten prahlen zu können.
© by Konrad Wolfram

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