Der Exorzist
von William Peter
Blatty
Die
Schauspielerin Chris MacNeil wohnt mit ihrer zwölfjährigen Tochter Regan direkt
in einem Haus nahe dem Campus der Georgetown University in Washington DC, wo
sie mit dem Regisseur Burke Dennings gerade auch einen Film dreht.
Neben
ihr leben im Haus auch die Angestellten Karl Engstorm und seine Frau Willie,
sowie die junge Sharon Spancer, die als Privatlehrerin von Regan als auch
Sekretärin von Chris eingestellt ist.
Doch nachdem Regan mit einem Ouija-Brett spielt und scheinbar einen imaginären Freund hat, den sie Captain Howdy nennt...
...kommt es auch im Umfeld bald zu
Kirchenschändungen. Aber auch der gesundheitliche Zustand von Regan wird
plötzlich immer extremer, wobei das Mädchen mitunter wie ausgewechselt und
sogar aggressiv reagiert.
Die
Ärzte finden bald keine Erklärung mehr für das Verhalten des Mädchens und so
greift die eigentlich nicht religiöse Chris zu einem letzten Strohhalm um Regan
zu retten, indem sie sich mit Pater Karras vom Jesuitenorden wegen eines
Exorzismus in Verbindung setzt.
Doch
Karras, der selbst tief sitzende Probleme mit seinem Glauben hat und mit dem
Tod seiner Mutter einen weiteren herben Schicksalsschlag hinnehmen musste, will
nicht an eine dämonische Besessenheit glauben.
Denn
das Mädchen behauptet sogar der Teufel selbst zu sein, was Karras besonders an
eine eher selbstzerstörerisch-psychologische Störung denken lässt.
Doch
dann kommt es zu einem grausamen Todsfall von Burke Dennings, welcher die
sogenannte steile "Hitchkock Treppe" neben dem Haus der MacNeils
herabstürzt und dessen Kopf dabei um 180 Grad verdreht wird.
Dies
lässt auch Lieutenant Kinderman von der Mordkommission auf den Plan treten, der
nicht an einen Unfall glauben mag und bald Verbindungen bis hin zu den
Kirchenschändungen zieht.
Karras
indessen sieht sich einem Psychokampf mit einer dunklen Präsenz in der kleinen
Regan ausgesetzt, will aber immer noch nicht wirklich an eine dämonische
Besessenheit glauben.
Doch
bald passieren Dinge, die Karras nicht einfach mehr ignorieren kann, so dass er
einen offiziellen Antrag auf Genehmigung eines Exorzismus bei dem Mädchen
stellt. Und der wird recht schnell genehmigt. Jedoch will man ihm einen in
diesen Dingen erfahrenen Priester zur Seite stellen.
Und
das ist Pater Lankester Merrin, welcher seit einiger Zeit von Ausgrabungen im
Irak nahe Mosul zurückgekehrt ist, um nun in aller Ruhe ein Buch zu schreiben.
Doch er besitzt auch Erfahrung in Sachen Exorzismus, da er vor vielen Jahren
beinahe bei einer dämonischen Austreibung in Afrika selbst ums Leben gekommen
wäre.
Doch kann er gemeinsam mit Karras auch heute noch einer Kreatur der Hölle die Stirn bieten um das Leben der kleinen Regan zu retten?
- Der Exorzist
- Autor: William Peter Blatty
- US-Originaltitel: 1971
- ISBN: 978-3-8655-2772-1
- Hardcover ca. 512 Seiten
- Neuübersetzung durch Patrick Baumann
- Covergestaltung: Arendt Drechsler
- Verlag: Festa
-
Deutsche
Veröffentlichung: Februar 2023
„Dicht hinter Sharon glitt Regan wie eine Spinne dahin. Ihr Körper war so weit nach hinten verrenkt, dass ihr Kopf beinahe die Füße berührte, und ihre Zunge zuckte immer wieder aus ihrem Mund hervor, wobei sie zischte wie eine Schlange und den Kopf leicht vor und zurück bewegte wie eine Kobra.“ (Der Exorzist/Seite 180)
Wer eher eine ebenfalls hochwertige Ausgabe dieses
Horror-Klassikers als Paperback (Ausgabe Januar 2026) in Lederoptik mit
Umschlagklappen und Metallicfolie bevorzugt, der sollte hier auf die Aktuelle
zweite Auflage aus dem Festa Verlag zurückgreifen.
Generell würde ich aber hier zu den Festa Ausgaben
greifen, weil die Übersetzung durch Patrick Baumann auf dem neusten Stand ist
und es sich hier auch um vom Autor William Peter Blatty damals noch überarbeitete
und leicht erweiterte Ausgaben des Roman handelt.
Eine kleine Kritik gibt es zum Roman aber doch von mir.
Denn Pater Karras stellt hier stets eine dämonische Besessenheit in Frage (mehr als im Film von 1973) wobei der Autor in der Handlung dafür sogar paranormale
Fähigkeiten wie Psychokinese (auch als Telekinese bezeichnet) oder Telepathie
als reale und wissenschaftlich bewiesene Fakten behandelt, was aber absolut
nicht der Realität entspricht. Denn Heute findet man solche
"Mutanten" eher in der Science Fiction oder in Comics wie bei den
X-MEN.
Es ist allerdings durchaus richtig, dass das Militär der
USA oder auch der Sowjetunion nach solchen paranormalen Fähigkeiten gerade
intensiv in den 60er und 70er Jahren geforscht hatte. Aber außer einigen verbogenen
Löffeln seitens Uri Geller in einer Show von Wim Thoelke (ZDF/1974) ist davon
nicht mehr wirklich viel von übrig geblieben.
Trotzdem ist „DER EXORZIST“ ein zeitgemäßer Klassiker der
sich auch heute noch spannend lesen lässt. Denn man taucht als Leser nicht
gleich in eine düstere Handlung ab, sondern diese Welt wirkt zu Beginn sogar
erschreckend real und zieht seine Leser erst danach in kleinen Schritten immer
tiefer in einen erschreckenden Albtraum.
Selbst wenn man die Verfilmung aus dem Jahre 1973 als Fan
des Genre kennen sollte, lohnt sich das lesen des Romans von William Peter
Blatty trotzdem. Denn der Roman enthält über die Filmhandlung hinaus einige
Handlungselemente z.B. hinsichtlich der Hausangestellten, die in der filmischen
Umsetzung keinen Platz mehr finden konnten.
Dieser Klassiker ist es aber auch sonst immer wieder Wert, beachtet und gelesen zu
werden, da er einfach zeitlos in seinem Aufbau wirkt.
© by Konrad Wolfram


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