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Samstag, 16. Mai 2026

Roman: Der Exorzist

Der Exorzist

von William Peter Blatty

Die Schauspielerin Chris MacNeil wohnt mit ihrer zwölfjährigen Tochter Regan direkt in einem Haus nahe dem Campus der Georgetown University in Washington DC, wo sie mit dem Regisseur Burke Dennings gerade auch einen Film dreht.

Neben ihr leben im Haus auch die Angestellten Karl Engstorm und seine Frau Willie, sowie die junge Sharon Spancer, die als Privatlehrerin von Regan als auch Sekretärin von Chris eingestellt ist.

Doch nachdem Regan mit einem Ouija-Brett spielt und scheinbar einen imaginären Freund hat, den sie Captain Howdy nennt...

...kommt es auch im Umfeld bald zu Kirchenschändungen. Aber auch der gesundheitliche Zustand von Regan wird plötzlich immer extremer, wobei das Mädchen mitunter wie ausgewechselt und sogar aggressiv reagiert.

Die Ärzte finden bald keine Erklärung mehr für das Verhalten des Mädchens und so greift die eigentlich nicht religiöse Chris zu einem letzten Strohhalm um Regan zu retten, indem sie sich mit Pater Karras vom Jesuitenorden wegen eines Exorzismus in Verbindung setzt.

Doch Karras, der selbst tief sitzende Probleme mit seinem Glauben hat und mit dem Tod seiner Mutter einen weiteren herben Schicksalsschlag hinnehmen musste, will nicht an eine dämonische Besessenheit glauben.

Denn das Mädchen behauptet sogar der Teufel selbst zu sein, was Karras besonders an eine eher selbstzerstörerisch-psychologische Störung denken lässt.

Doch dann kommt es zu einem grausamen Todsfall von Burke Dennings, welcher die sogenannte steile "Hitchkock Treppe" neben dem Haus der MacNeils herabstürzt und dessen Kopf dabei um 180 Grad verdreht wird.

Dies lässt auch Lieutenant Kinderman von der Mordkommission auf den Plan treten, der nicht an einen Unfall glauben mag und bald Verbindungen bis hin zu den Kirchenschändungen zieht.

Karras indessen sieht sich einem Psychokampf mit einer dunklen Präsenz in der kleinen Regan ausgesetzt, will aber immer noch nicht wirklich an eine dämonische Besessenheit glauben.

Doch bald passieren Dinge, die Karras nicht einfach mehr ignorieren kann, so dass er einen offiziellen Antrag auf Genehmigung eines Exorzismus bei dem Mädchen stellt. Und der wird recht schnell genehmigt. Jedoch will man ihm einen in diesen Dingen erfahrenen Priester zur Seite stellen.

Und das ist Pater Lankester Merrin, welcher seit einiger Zeit von Ausgrabungen im Irak nahe Mosul zurückgekehrt ist, um nun in aller Ruhe ein Buch zu schreiben. Doch er besitzt auch Erfahrung in Sachen Exorzismus, da er vor vielen Jahren beinahe bei einer dämonischen Austreibung in Afrika selbst ums Leben gekommen wäre.

Doch kann er gemeinsam mit Karras auch heute noch einer Kreatur der Hölle die Stirn bieten um das Leben der kleinen Regan zu retten?

  • Der Exorzist
  • Autor: William Peter Blatty
  • US-Originaltitel: 1971
  • ISBN: 978-3-8655-2772-1
  • Hardcover ca. 512 Seiten
  • Neuübersetzung durch Patrick Baumann
  • Covergestaltung: Arendt Drechsler
  • Verlag: Festa
  • Deutsche Veröffentlichung: Februar 2023
„Dicht hinter Sharon glitt Regan wie eine Spinne dahin. Ihr Körper war so weit nach hinten verrenkt, dass ihr Kopf beinahe die Füße berührte, und ihre Zunge zuckte immer wieder aus ihrem Mund hervor, wobei sie zischte wie eine Schlange und den Kopf leicht vor und zurück bewegte wie eine Kobra.“ (Der Exorzist/Seite 180)

Wer eher eine ebenfalls hochwertige Ausgabe dieses Horror-Klassikers als Paperback (Ausgabe Januar 2026) in Lederoptik mit Umschlagklappen und Metallicfolie bevorzugt, der sollte hier auf die Aktuelle zweite Auflage aus dem Festa Verlag zurückgreifen.

Die Hardcover-Ausgabe (Aus der Festa-Reihe Must Read/2023) gibt es aber noch neuwertig bei Amazon zu beziehen, wie aber auch gebrauchte Ausgaben mit allerdings alter Übersetzung als Taschenbuch aus dem Verlag Bastei-Lübbe (Ausgabe Oktober 2013).

Generell würde ich aber hier zu den Festa Ausgaben greifen, weil die Übersetzung durch Patrick Baumann auf dem neusten Stand ist und es sich hier auch um vom Autor William Peter Blatty damals noch überarbeitete und leicht erweiterte Ausgaben des Roman handelt.

Eine kleine Kritik gibt es zum Roman aber doch von mir. Denn Pater Karras stellt hier stets eine dämonische Besessenheit in Frage (mehr als im Film von 1973) wobei der Autor in der Handlung dafür sogar paranormale Fähigkeiten wie Psychokinese (auch als Telekinese bezeichnet) oder Telepathie als reale und wissenschaftlich bewiesene Fakten behandelt, was aber absolut nicht der Realität entspricht. Denn Heute findet man solche "Mutanten" eher in der Science Fiction oder in Comics wie bei den X-MEN.

Es ist allerdings durchaus richtig, dass das Militär der USA oder auch der Sowjetunion nach solchen paranormalen Fähigkeiten gerade intensiv in den 60er und 70er Jahren geforscht hatte. Aber außer einigen verbogenen Löffeln seitens Uri Geller in einer Show von Wim Thoelke (ZDF/1974) ist davon nicht mehr wirklich viel von übrig geblieben.

Trotzdem ist „DER EXORZIST“ ein zeitgemäßer Klassiker der sich auch heute noch spannend lesen lässt. Denn man taucht als Leser nicht gleich in eine düstere Handlung ab, sondern diese Welt wirkt zu Beginn sogar erschreckend real und zieht seine Leser erst danach in kleinen Schritten immer tiefer in einen erschreckenden Albtraum.

Selbst wenn man die Verfilmung aus dem Jahre 1973 als Fan des Genre kennen sollte, lohnt sich das lesen des Romans von William Peter Blatty trotzdem. Denn der Roman enthält über die Filmhandlung hinaus einige Handlungselemente z.B. hinsichtlich der Hausangestellten, die in der filmischen Umsetzung keinen Platz mehr finden konnten.

Dieser Klassiker ist es aber auch sonst  immer wieder Wert, beachtet und gelesen zu werden, da er einfach zeitlos in seinem Aufbau wirkt.

© by Konrad Wolfram 

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