Der Sturm des Jahrhunderts
Ein Drehbuch von
Stephen King
Little
Tall Island ist eine Insel vor der Küste des US-Bundesstaat Maine. Für die dort
lebende Gemeinde bildete seit je her der Fischfang die Grundlage der Gemeinde.
Nur
mit dem Fisch lassen sich längst keine Reichtümer mehr erwirtschaften und die
Fänge fallen auch nicht mehr so üppig aus. Da sieht sich der eine oder andere
auch schon einmal nach lukrativeren Geschäftsideen um, wie etwa mit Marihuana.
Aber auch sonst haben in der Inselgemeinschaft nicht gerade wenige Geheimnisse, welche man wegen ihrer Schwere vor dem Gesetz oder auch der Moral sicherlich nicht an die große Glocke hängen will.
Und
in Little Tall hält man eben zusammen und begräbt diese Geheimnisse unter einem
großen Berg aus Schweigen. Da ist z.B. die hübsche junge Cat, die heimlich eine
Abtreibung vornehmen gelassen hat, oder der Bürgermeister Robbie Beals, der
lieber seine Zeit mit einer Prostituierten verbrachte, als am Sterbebett seiner
Mutter zu verweilen.
Aber
auch Reverend Bob Riggins hat offenbar eine heimliche Schwäche für kleine
blonde Mädchen auf dem Festland. Mike Anderson, der in Little Tall nicht nur
einen Lebensmittelladen betreibt, sondern auch noch auf der Insel nebenher den
Gesetzeshüter gibt, ist da nur ein kleines Licht. Denn er hatte auf dem College
nur bei den Test gemogelt.
Als
sich ein gewaltiger Blizzard auf die Insel zubewegt und sie damit für längere
Zeit vom Festland abgeschnitten sein werden, wissen die Bewohner bereits. Das
sich aber auch auf ihrer Insel bereits Andre Linoge befindet und sein
teuflisches Netz spinnt, ahnen sie indessen noch nicht.
Denn
Linoge (Anagram für "Legion" aus der Bibel) ist kein Mensch, sondern
ein Dämon der Hölle und sein erstes Opfer ist die alte Klavierlehrerin Marta
Clarendons, welcher er mit dem seinem Stock mit einem silbernen Wolfskopf,
gleich ein Auge aus dem Schädel schlägt.
An
Flucht denkt Linoge allerdings nach dem Mord nicht, so das er damit eine
folgenreiche Kette auslöst. Denn als erstes entdeckt der kleine Davey Hopewell
die Leiche samt Mörder, der wiederum ruft Robbie Beals auf den Plan. Und am
Ende liegt es an Mike Anderson und seinem Partner Alton "Hutch"
Hatcher, Lenoge im Haus von Martha Clarendons festzunehmen.
Und
der geht irgendwie etwas zu bereitwillig mit. Denn selbst im Gefängnis spinnt
er sein tödliches Netz über Little Tall und seine Bewohner weiter. Und als der
gewaltige Sturm über der Insel einsetzt, beginnt Linoge ebenfalls für die
Einwohner einen blutigen Kreis aus Tod und Schreckens zu entfachen.
Dabei
ist sein primäres Ziel jedoch eine Opfergabe, welche die Bewohner der Insel ihm
freiwillig machen müssen, damit er sie nicht alle ins Meer und damit in den
sicheren Tod treibt. Und dieses Opfer muss eines ihrer eigenen Kinder sein,
welches er danach zu seinem dämonischen Nachfolger aufziehen kann.
- Der Sturm des Jahrhunderts
- Autor: Stephen King
- ISBN: 978-3-4531-7155-8
- Drehbuch als Taschenbuch, ca. 500 Seiten
- Verlag: Heyne
- Nur noch gebraucht erhältlich
-
Jahr
der Veröffentlichung: 1999
> Cat: "Weißt du, wie das ist, wenn du in der einen Woche rausfindest, dass du schwanger bist, und in der nächsten, dass dein Freund seine Nachmittage mit der Stadtnutte verbringt?"
Sie steht jetzt unmittelbar vor ihm und schreit ihn an.< (Drehbuch: Der Sturm des Jahrhunderts/Seite 236)
Da hatte Stephen King sicherlich für eine weitere
Vermarktung zumindest eines seiner eher schon bekannteren Romane gleich noch
einmal in ein Drehbuch gegossen, um dies dann für einen Fernseh-Mehrteiler
gleich weiter verwerten zu lassen.
Denn zu auffällig sind hier die Parallelen zu seinem
(ebenfalls verfilmten) Roman „IN EINER KLEINEN STADT“ (NEEDFUL THING).
Das Drehbuch selbst wandelt er dabei zur weiteren
Vermarktung auf dem Buchmarkt danach nicht einmal in einen flüssig lesbaren Roman
um, sondern lässt hier lieber gleich ohne weitere Arbeit das Drehbuch selbst in
Buchform erscheinen.
Man verstehe mich hier aber nun nicht falsch. Ich mag den
Film durchaus (wie auch „NEEDFUL THING“) sehr gerne und sehe ihn mir mindestens
zwei bis dreimal pro Jahr als DVD auch immer wieder mal an.
Aber wenn man als Autor seine Ideen schon des Geldes
wegen selbst recycelt, dann sollte man
sich doch zumindest die Mühe machen, für eine Buchversion das Drehbuch in einen
flüssig lesbaren Roman zu verarbeiten, bevor man es auch in den Buchhandel
bringt.
Hier aber muss der Leser sich beim Buch „DER STURM DES
JAHRHUNDERTS“ nun durch eine Ansammlung von einzelnen wie möglichst kurz
beschriebenen Szenen, sowie an Dialogen der vorweg stets angegebenen Figuren
innerhalb der Handlung kämpfen.
Mit ein wenig Gewöhnung ist auch dies durchaus lesbar.
Aber müssen denn weltweit gleich alle Fans von King leiden, wenn der Meister
keine Lust verspürt, ein zur Verfilmung geschriebenes Drehbuch nun auch als
Printversion den Lesegewohnheiten seiner Fans anzupassen?
Gut, irgendwo hatte ich mal gelesen, dass wenn Stephen
King seinen Namen auf ein Telefonbuch setzen würde, dieses wohl auch zum
Bestseller werden würde. Aber irgendwo sollte auch ein bekannter Autor wie King
die Kirche mal im Dorf lassen.
Es zeugt jedenfalls nicht von einer gewaltigen Eingebung,
wie King in seinem Vorwort selbst durchscheinen lässt, als er sich an dieses
Drehbuch gemacht hatte. Denn wie gesagt, eine recht ähnliche Eingebung hatte er
ja bereits vorher bei „NEEDFUL THING“ gehabt, was er ja als Roman im Buchhandel
vorlegen konnte.
Denn ein Drehbuch ist eben kein Roman, sondern nur eine
Abfolge von Handlungsvorgaben der Szenen, Regieanweisungen und Dialogen.
Und wer „DER STURM DES JAHRHUNDERTS“ noch nicht gesehen
bzw. gelesen haben sollte, dem rate ich hier lieber auch gleich zur DVD-Version
des Films zu greifen, anstatt seine Zeit mit einem gebrauchten Exemplar des
Heyne-Taschenbuchs zu verschwenden. Der Inhalt ist nämlich identisch, aber als
Film durchaus besser verdaulich.
© by Konrad Wolfram

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