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Sonntag, 24. Mai 2026

Der Sturm des Jahrhunderts

Der Sturm des Jahrhunderts

Ein Drehbuch von Stephen King

Little Tall Island ist eine Insel vor der Küste des US-Bundesstaat Maine. Für die dort lebende Gemeinde bildete seit je her der Fischfang die Grundlage der Gemeinde.

Nur mit dem Fisch lassen sich längst keine Reichtümer mehr erwirtschaften und die Fänge fallen auch nicht mehr so üppig aus. Da sieht sich der eine oder andere auch schon einmal nach lukrativeren Geschäftsideen um, wie etwa mit Marihuana.

Aber auch sonst haben in der Inselgemeinschaft nicht gerade wenige Geheimnisse, welche man wegen ihrer Schwere vor dem Gesetz oder auch der Moral sicherlich nicht an die große Glocke hängen will.

Und in Little Tall hält man eben zusammen und begräbt diese Geheimnisse unter einem großen Berg aus Schweigen. Da ist z.B. die hübsche junge Cat, die heimlich eine Abtreibung vornehmen gelassen hat, oder der Bürgermeister Robbie Beals, der lieber seine Zeit mit einer Prostituierten verbrachte, als am Sterbebett seiner Mutter zu verweilen.

Aber auch Reverend Bob Riggins hat offenbar eine heimliche Schwäche für kleine blonde Mädchen auf dem Festland. Mike Anderson, der in Little Tall nicht nur einen Lebensmittelladen betreibt, sondern auch noch auf der Insel nebenher den Gesetzeshüter gibt, ist da nur ein kleines Licht. Denn er hatte auf dem College nur bei den Test gemogelt.

Als sich ein gewaltiger Blizzard auf die Insel zubewegt und sie damit für längere Zeit vom Festland abgeschnitten sein werden, wissen die Bewohner bereits. Das sich aber auch auf ihrer Insel bereits Andre Linoge befindet und sein teuflisches Netz spinnt, ahnen sie indessen noch nicht.

Denn Linoge (Anagram für "Legion" aus der Bibel) ist kein Mensch, sondern ein Dämon der Hölle und sein erstes Opfer ist die alte Klavierlehrerin Marta Clarendons, welcher er mit dem seinem Stock mit einem silbernen Wolfskopf, gleich ein Auge aus dem Schädel schlägt.

An Flucht denkt Linoge allerdings nach dem Mord nicht, so das er damit eine folgenreiche Kette auslöst. Denn als erstes entdeckt der kleine Davey Hopewell die Leiche samt Mörder, der wiederum ruft Robbie Beals auf den Plan. Und am Ende liegt es an Mike Anderson und seinem Partner Alton "Hutch" Hatcher, Lenoge im Haus von Martha Clarendons festzunehmen.

Und der geht irgendwie etwas zu bereitwillig mit. Denn selbst im Gefängnis spinnt er sein tödliches Netz über Little Tall und seine Bewohner weiter. Und als der gewaltige Sturm über der Insel einsetzt, beginnt Linoge ebenfalls für die Einwohner einen blutigen Kreis aus Tod und Schreckens zu entfachen.

Dabei ist sein primäres Ziel jedoch eine Opfergabe, welche die Bewohner der Insel ihm freiwillig machen müssen, damit er sie nicht alle ins Meer und damit in den sicheren Tod treibt. Und dieses Opfer muss eines ihrer eigenen Kinder sein, welches er danach zu seinem dämonischen Nachfolger aufziehen kann.  

  • Der Sturm des Jahrhunderts
  • Autor: Stephen King
  • ISBN: 978-3-4531-7155-8
  • Drehbuch als Taschenbuch, ca. 500 Seiten
  • Verlag: Heyne
  • Nur noch gebraucht erhältlich
  • Jahr der Veröffentlichung: 1999

> Cat: "Weißt du, wie das ist, wenn du in der einen Woche rausfindest, dass du schwanger bist, und in der nächsten, dass dein Freund seine Nachmittage mit der Stadtnutte verbringt?"

Sie steht jetzt unmittelbar vor ihm und schreit ihn an.< (Drehbuch: Der Sturm des Jahrhunderts/Seite 236)

Da hatte Stephen King sicherlich für eine weitere Vermarktung zumindest eines seiner eher schon bekannteren Romane gleich noch einmal in ein Drehbuch gegossen, um dies dann für einen Fernseh-Mehrteiler gleich weiter verwerten zu lassen.

Denn zu auffällig sind hier die Parallelen zu seinem (ebenfalls verfilmten) Roman „IN EINER KLEINEN STADT“ (NEEDFUL THING).

Das Drehbuch selbst wandelt er dabei zur weiteren Vermarktung auf dem Buchmarkt danach nicht einmal in einen flüssig lesbaren Roman um, sondern lässt hier lieber gleich ohne weitere Arbeit das Drehbuch selbst in Buchform erscheinen.

Man verstehe mich hier aber nun nicht falsch. Ich mag den Film durchaus (wie auch „NEEDFUL THING“) sehr gerne und sehe ihn mir mindestens zwei bis dreimal pro Jahr als DVD auch immer wieder mal an.

Aber wenn man als Autor seine Ideen schon des Geldes wegen selbst  recycelt, dann sollte man sich doch zumindest die Mühe machen, für eine Buchversion das Drehbuch in einen flüssig lesbaren Roman zu verarbeiten, bevor man es auch in den Buchhandel bringt.

Hier aber muss der Leser sich beim Buch „DER STURM DES JAHRHUNDERTS“ nun durch eine Ansammlung von einzelnen wie möglichst kurz beschriebenen Szenen, sowie an Dialogen der vorweg stets angegebenen Figuren innerhalb der Handlung kämpfen.

Mit ein wenig Gewöhnung ist auch dies durchaus lesbar. Aber müssen denn weltweit gleich alle Fans von King leiden, wenn der Meister keine Lust verspürt, ein zur Verfilmung geschriebenes Drehbuch nun auch als Printversion den Lesegewohnheiten seiner Fans anzupassen?

Gut, irgendwo hatte ich mal gelesen, dass wenn Stephen King seinen Namen auf ein Telefonbuch setzen würde, dieses wohl auch zum Bestseller werden würde. Aber irgendwo sollte auch ein bekannter Autor wie King die Kirche mal im Dorf lassen.

Es zeugt jedenfalls nicht von einer gewaltigen Eingebung, wie King in seinem Vorwort selbst durchscheinen lässt, als er sich an dieses Drehbuch gemacht hatte. Denn wie gesagt, eine recht ähnliche Eingebung hatte er ja bereits vorher bei „NEEDFUL THING“ gehabt, was er ja als Roman im Buchhandel vorlegen konnte.

Denn ein Drehbuch ist eben kein Roman, sondern nur eine Abfolge von Handlungsvorgaben der Szenen, Regieanweisungen und Dialogen.

Und wer „DER STURM DES JAHRHUNDERTS“ noch nicht gesehen bzw. gelesen haben sollte, dem rate ich hier lieber auch gleich zur DVD-Version des Films zu greifen, anstatt seine Zeit mit einem gebrauchten Exemplar des Heyne-Taschenbuchs zu verschwenden. Der Inhalt ist nämlich identisch, aber als Film durchaus besser verdaulich.

 © by Konrad Wolfram

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