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Dienstag, 31. März 2026

Im Haus des Alten

Gespenster-Krimi 195

Im Haus des Alten

von Michael Blihall

Paul ist für sein Alter schon etwas klein geraten und fühlt sich in der neuen Umgebung der Stadt auch nicht wirklich wohl, seit seine Eltern Andrea und Michael vom Land hierher gezogen sind.

Besondere Probleme machen Paul allerdings die Mitschüler Mario und dessen Kumpane, die ihn direkt am ersten Tag vor allen anderen Schülern verprügeln und demütigen.

Zu gerne würde Paul wieder dahin zurück wollen, wo er hergekommen war. 

Und noch lieber würde er sich mit einer Voodoo-Puppe an Mario und den anderen rächen, die er mal von seinen Eltern im Urlaub an einem Spielzeugstand geschenkt bekommen hatte.

Doch wie man das mit einer Voodoo-Puppe macht, weiß Paul allerdings auch nicht. Und so wird er fasst am nächsten Tag wieder von den Schulrowdys verprügelt, wäre da nicht plötzlich Henrik, der alte Nachbar aus dem Reihenhaus gegenüber dem Haus seiner Eltern aufgetaucht und hätte die halbstarken Burschen verscheucht.

Allerdings weckt der alte Henrik damit auch das Interesse von Paul. Und als der mitten in der Nacht einen Fremden um Henriks Haus schleichen sieht, bringt er seine Eltern dazu, die Polizei wegen eines möglichen Einbrechers zu verständigen.

Sehr Dankbar zeigt sich am folgenden Tag der alte Henrik allerdings nicht bei Paul. Als Paul später allerdings nochmals bei Henrik am Haus ist, meldet dieser sich nicht mehr auf sein klopfen und klingeln und eine Scheibe ist offensichtlich auch von außen eingeschlagen worden.

Es mag sicherlich die eher dumme Neugierde eines kleinen Jungen sein, aber Paul steigt bei Henrik durch eben dieses Fenster ins Haus ein und findet den Alten sogar leblos am Boden liegend.

Statt jedoch Hilfe oder die Polizei zu rufen, geht Paul einer fremden Stimme nach, welche er plötzlich auf seltsame Art vernimmt. Und die führt ihn in den Keller, wo eine fremde Person in einem Käfig eingesperrt ist.

Und diese Person ist Gregor, der bereits seit dem Jahre 1770 des russisch-osmanischen Krieg existiert. Denn Gregor ist ein Vampir. Und so ein Blutsauger könnte ihm doch gegen die Rowdys an seiner Schule helfen, denkt sich Paul.

Doch da spielt der Vampir nicht wirklich mit und so entwickelt sich bald ein Szenario, indem bei Paul auch ein gewisser Sadismus erwacht. Denn er würde nur zu gerne wissen, was einem Vampir wirklich schadet oder ihn vernichten könnte.

Doch leider ist nicht alles so, wie man es aus den Horrorfilmen her kennt und unser kleiner Paul ahnt noch nicht, das der Vampir zwar in seinem Gefängnis im Keller offenbar fest sitzt, er selbst aber ebenfalls in eine Falle getappt ist, aus der er nicht mehr entkommen wird.

Und auch Gregor der Vampir wird dem kleinen Paul die Qualen nicht so schnell vergessen, welche ihm der Knabe im Keller zugefügt hat.

  • Roman Veröffentlichung: Am 28. März 2026
  • Autor: Michael Blihall
  • Nach einem DreamLand Grusel Hörspiel von September 2025/Folge 80/"Im Haus des Alten"
  • Vom Text her ein erweiterter Einzelroman

„Was dachte der kleine Scheißer eigentlich, worauf er hier wartete? Eine Märchenstunde? Ich hätte dem Kleinen am liebsten seinen Balg aufgerissen.“ Gespenster-Krimi/Band 195, "Im Haus des Alten"/Seite 25)

Dieser Roman von Michael Blihall hat durchaus eine rege Vorgeschichte. Denn der Autor wollte immer schon mal seine eigene Geschichte über einen Vampir und den entsprechenden Mythen rund um die Möglichkeiten ihrer Vernichtung verfassen.

Das Resultat erfolgte allerdings zuerst als Hörspiel am 5. September 2025 in der Folge 80 der „DreamLand Grusel“ Hörspiele unter dem gleichen Titel.

Der nun vorliegende Roman „IM HAUS DES ALTEN“ bietet laut dem Autor aber auch einen zusätzlichen Mehrwert.

Denn hier gibt es z.B. Rückblicke in die Vergangenheit des Vampir, welche die Laufzeit eines Hörspiels sicherlich gesprengt hätten und daher nur hier als Erweiterung der Handlung im Roman vorkommen.

Und auch diese Rückblicke in die Vergangenheit haben es in sich. Denn unser Vampir war laut Handlung des GK 195 z.B. auch in der Villa Diodati am Genfer See, wo die geborene Mary Godwin (spätere Mary Shelly) ihren Schauerroman „FRANKENSTEIN ODER DER MODERNE PROETHEUS“ verfasste.

Und so treffen wir in diesem „GESPENSTER-KRIMI“ auch auf Percy B. Shelly, Lord Byron und dessen Leibarzt Polidori.

Und genau unser Vampir soll hierbei sogar als Vorlage zu John W. Polidoris Erzählung „THE VAMYRE“ im vorliegenden Roman gedient haben.

Generell aber kann ich hier sagen, dass mich der Einzelroman von Michael Blihall wirklich perfekt unterhalten hatte. Das lag sicherlich auch an der aufkommenden sadistischen Art des kleinen Paul, der eigentlich selbst in der neuen Schule von einigen Mitschülern gemobbt wird.

Ein schönes Beispiel übrigens, warum man dem Lied "Kinder an die Macht" (1986 des Sängers H. Grönemeyer) sicherlich keine Taten folgen lassen sollte.

Ein weiterer Pluspunkt des Roman liegt darin, dass die Handlung ab einem gewissen Punkt aus dem Blickwinkel des Vampir erzählt wird, der offenbar in dem Käfig gefangen ist und sich nun von dem kleinen Paul grausam quält lassen muss.

Doch man sollte eben nicht alles glauben, was man in Horrorfilmen über Vampire gesehen hat, wenn es um fließendes Wasser, Sonnenlicht oder Kruzifixe und Weihwasser geht.

Insgesamt betrachtet ist „IM HAUS DES ALTEN“ von Michael Blihall ein durchweg spannender, aber auch sehr interessanter Gruselroman, der schlicht und ergreifend Spaß macht und ab der letzten Seite auch noch nach mehr schreit.

Dabei geht der Autor im Mittelteil des Romans auch auf die Entstehungsgeschichte der Handlung ein. Vielleicht lässt der Autor ja irgendwann auch noch mal etwas von Gregor den Vampir folgen. interessant wäre dies in jedem Fall.

© by Konrad Wolfram

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