Gespenster-Krimi 194
Die Gedankenfresser von Sin City
von John Torrance
Eigentlich reist Harry Stout nach Las Vegas, um dort noch seine Ex-Freundin Melissa daran zu hindern, einen gewissen Mike zu heiraten.
Denn eigentlich liebt er sie immer
noch.
Nur das Casino mit dem Namen Soul's Treasure, in dem Melissa abgestiegen sein soll, scheint nicht unbedingt viel von Leuchtreklamen zu halten und wirkt auch sonst etwas gruselig wie unscheinbar.
Doch
spätestens, als Harry sich hier ebenfalls ein Zimmer nimmt, um Melissa noch
umstimmen zu können, bemerkt er einige seltsame Verhaltensweisen und Zustände,
welche ihn seltsam verwirren.
Auch
das dortige Lieblingsgetränk, nicht nur des Casino-Inhabers Stephen Sager,
welches nach Orangensaft mit extrem viel Zucker schmeckt, hat schnell auf Harry
eine Auswirkung wie eine Droge.
Allerdings
legen sehr viele im Casino auch ein diabolisches Lächeln an den Tag, bei dem es
Harry stets eikalt den Rücken herunter läuft.
Als
er dann in seinem Zimmer aufwacht, sieht er sich plötzlich mit Melissa
konfrontiert. Die hat sich offenbar von Mike ebenfalls getrennt, doch sie will,
das auch Harry endlich aus ihrem Leben verschwindet.
Als
Harry daraufhin wirklich verschwinden will, findet er eine Nachricht von
Melissa an seinem Wagen. Darin fleht sie ihn um Hilfe an, weil man sie im
Casino gefangen halten und foltern würde. Und diese Aussage passt sogar, da
Harry auf seinem Zimmer immer wieder seltsame Schreie hören konnte.
Als
er also erneut bei der Rezeptionistin wegen Melissa auftaucht, droht diese, die
Polizei zu verständigen. Das hatte Harry zwar schon im Vorfeld getan, doch
scheint die Polizei von Las Vegas hierauf nicht reagieren zu wollen.
Aber
er trifft auch auf die junge Krankenschwester Amy Simmons, die ebenfalls
hierhergekommen ist, um ihre jüngere Schwester Susan zu suchen. Denn auch sie
hatte sich zuletzt vom Casino Soul's Treasure gemeldet und blieb dann kurz
darauf unerreichbar.
Beide
beschließen das Casino nicht mehr ohne Melissa, bzw. Susan zu verlassen. Doch
zunehmend fühlen sie sich hier bedroht, wobei auch ein auftauchender Polizist
ihnen kaum Hilfe angedeihen lassen will.
Doch
kann es ihnen wirklich gelingen, Melissa und Susan zu befreien? Die Aussichten
hierfür scheinen geradezu minimal, denn diese stets diabolisch lächelnden
Kreaturen scheinen wie Vampire zu sein.
Nur
das sie offenbar ihren Opfern kein Blut aussaugen, sondern deren Gedanken. Und
dies tun sie um deren Wissen und ein gewaltiges Glücksgefühl zu erlangen, an
dem ihre Opfer jedoch unweigerlich sterben werden.
Zwar
können Harry und Amy mit Susan durch die Kanalisation von Las Vegas entkommen,
doch wie weit reicht der Arm dieser seltsamen Kreaturen und stammt das Böse
wirklich aus der Hölle selbst?
Schon
deshalb beschließen Harry und Amy zurückzukehren, um dem Böse endgültig das
Handwerk zu legen...
- Erstveröffentlichung: 14. März 2026
- Autor: John Torrance
-
Ein
Einzelroman
„Und dann geschah etwas, an das sich Harry im Nachhinein kaum noch erinnern konnte. Der Casino-Inhaber grinste immer breiter, während sich seine Mundwinkel so weit nach außen spannten, dass es aussah, als würden seine Lippen jeden Moment zerreißen.“ Gespenster-Krimi/Band 194, "Die Gedankenfresser von Sin City"/Seite 20)
Der neue Autor in der Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ mit Namen
John Torrance legt hier mit seinem Debütroman unter dem Titel „DIE
GEDANKENFRESSER VON SIN CITY“ gleich ein gewaltiges Brett vor, welches man sich
als Fan des Genre sicherlich nicht entgehen lassen sollte.
Denn er bedient sich hier nicht der reichlich bekannten
Wesen bzw. Monster der Finsternis und weiß so sogar bei einem Horror-Nerd wie
mir noch eine Gänsehaut hervorzulocken.
Und ohne hier nun zu viel zu verraten, sollte man als
Leser auch dieses extrem süße Getränk im Auge behalten, welches man Harry Stout
im Casino Soul's Treasure ständig anbietet.
Aber der Autor schaffte es sogar, der eigentlich
bösartigen Kreatur eine Hintergrundgeschichte zu verpassen, bei der man
irgendwie dann doch ein wenig Mitleid bekommen kann, wenn man an das eher
profitorientierte Gesundheitssystem in den USA denkt.
Der nächste positive Aspekt sind die wesentlichen Hauptfiguren,
in die man sich als Leser schnell und nur zu gerne hineinversetzen mag. Egal ob
es sich um Harry Stout oder etwa Amy Simmons handelt.
Allerdings schafft es der Autor auch Szenen aufzubauen,
welche entfernt, aber schön gruselig, an Kinofilme wie „SMILE 1 & 2“ (2022
und 2024) erinnern, wobei trotzdem nichts abgekupfert erscheint.
Das ganze scheint dann noch gut gemischt mit gewissen
Szenen, die mich irgendwie ähnlich surreal berühren wie etwa der Film „LOST
HIGHWAY“ von David Lynch. Und genau diese Mischung trug dann bei mir zu einem
perfekten Kopfkino bei.
Im Prinzip kann man aber auch einen Schuss Vampirismus in
der Handlung erkennen. Auch wenn es hier absolut nicht um den roten Lebenssaft
geht, den man bekanntlich als Blut kennt. Selbst das Ende des Romans lässt noch
ein Hintertürchen offen für das Böse aus dem Casino, wo man locker eine
Fortsetzung ansetzen könnte.
Insgesamt betrachtet kann ich nur wiederholen, das der
Autor John Torrance mit seinem ersten GK-Roman hier auch gleich einen spannenden
wie atmosphärisch geradezu perfekten Roman abgeliefert hat, der mich
hinsichtlich der Handlung mehr als nur überraschen konnte. Bitte gerne mehr
davon.
© by Konrad Wolfram

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