Translate

Dienstag, 17. März 2026

Die Gedankenfresser von Sin City

Gespenster-Krimi 194

Die Gedankenfresser von Sin City

von John Torrance

Eigentlich reist Harry Stout nach Las Vegas, um dort noch seine Ex-Freundin Melissa daran zu hindern, einen gewissen Mike zu heiraten.

Denn eigentlich liebt er sie immer noch.

Nur das Casino mit dem Namen Soul's Treasure, in dem Melissa abgestiegen sein soll, scheint nicht unbedingt viel von Leuchtreklamen zu halten und wirkt auch sonst etwas gruselig wie unscheinbar.

Doch spätestens, als Harry sich hier ebenfalls ein Zimmer nimmt, um Melissa noch umstimmen zu können, bemerkt er einige seltsame Verhaltensweisen und Zustände, welche ihn seltsam verwirren.

Auch das dortige Lieblingsgetränk, nicht nur des Casino-Inhabers Stephen Sager, welches nach Orangensaft mit extrem viel Zucker schmeckt, hat schnell auf Harry eine Auswirkung wie eine Droge.

Allerdings legen sehr viele im Casino auch ein diabolisches Lächeln an den Tag, bei dem es Harry stets eikalt den Rücken herunter läuft.

Als er dann in seinem Zimmer aufwacht, sieht er sich plötzlich mit Melissa konfrontiert. Die hat sich offenbar von Mike ebenfalls getrennt, doch sie will, das auch Harry endlich aus ihrem Leben verschwindet.

Als Harry daraufhin wirklich verschwinden will, findet er eine Nachricht von Melissa an seinem Wagen. Darin fleht sie ihn um Hilfe an, weil man sie im Casino gefangen halten und foltern würde. Und diese Aussage passt sogar, da Harry auf seinem Zimmer immer wieder seltsame Schreie hören konnte.

Als er also erneut bei der Rezeptionistin wegen Melissa auftaucht, droht diese, die Polizei zu verständigen. Das hatte Harry zwar schon im Vorfeld getan, doch scheint die Polizei von Las Vegas hierauf nicht reagieren zu wollen.

Aber er trifft auch auf die junge Krankenschwester Amy Simmons, die ebenfalls hierhergekommen ist, um ihre jüngere Schwester Susan zu suchen. Denn auch sie hatte sich zuletzt vom Casino Soul's Treasure gemeldet und blieb dann kurz darauf unerreichbar.

Beide beschließen das Casino nicht mehr ohne Melissa, bzw. Susan zu verlassen. Doch zunehmend fühlen sie sich hier bedroht, wobei auch ein auftauchender Polizist ihnen kaum Hilfe angedeihen lassen will.

Doch kann es ihnen wirklich gelingen, Melissa und Susan zu befreien? Die Aussichten hierfür scheinen geradezu minimal, denn diese stets diabolisch lächelnden Kreaturen scheinen wie Vampire zu sein.

Nur das sie offenbar ihren Opfern kein Blut aussaugen, sondern deren Gedanken. Und dies tun sie um deren Wissen und ein gewaltiges Glücksgefühl zu erlangen, an dem ihre Opfer jedoch unweigerlich sterben werden.

Zwar können Harry und Amy mit Susan durch die Kanalisation von Las Vegas entkommen, doch wie weit reicht der Arm dieser seltsamen Kreaturen und stammt das Böse wirklich aus der Hölle selbst?

Schon deshalb beschließen Harry und Amy zurückzukehren, um dem Böse endgültig das Handwerk zu legen...

  • Erstveröffentlichung: 14. März 2026
  • Autor: John Torrance
  • Ein Einzelroman

„Und dann geschah etwas, an das sich Harry im Nachhinein kaum noch erinnern konnte. Der Casino-Inhaber grinste immer breiter, während sich seine Mundwinkel so weit nach außen spannten, dass es aussah, als würden seine Lippen jeden Moment zerreißen.“ Gespenster-Krimi/Band 194, "Die Gedankenfresser von Sin City"/Seite 20)

Der neue Autor in der Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ mit Namen John Torrance legt hier mit seinem Debütroman unter dem Titel „DIE GEDANKENFRESSER VON SIN CITY“ gleich ein gewaltiges Brett vor, welches man sich als Fan des Genre sicherlich nicht entgehen lassen sollte.

Denn er bedient sich hier nicht der reichlich bekannten Wesen bzw. Monster der Finsternis und weiß so sogar bei einem Horror-Nerd wie mir noch eine Gänsehaut hervorzulocken.

Und ohne hier nun zu viel zu verraten, sollte man als Leser auch dieses extrem süße Getränk im Auge behalten, welches man Harry Stout im Casino Soul's Treasure ständig anbietet.

Aber der Autor schaffte es sogar, der eigentlich bösartigen Kreatur eine Hintergrundgeschichte zu verpassen, bei der man irgendwie dann doch ein wenig Mitleid bekommen kann, wenn man an das eher profitorientierte Gesundheitssystem in den USA denkt.

Der nächste positive Aspekt sind die wesentlichen Hauptfiguren, in die man sich als Leser schnell und nur zu gerne hineinversetzen mag. Egal ob es sich um Harry Stout oder etwa Amy Simmons handelt.

Allerdings schafft es der Autor auch Szenen aufzubauen, welche entfernt, aber schön gruselig, an Kinofilme wie „SMILE 1 & 2“ (2022 und 2024) erinnern, wobei trotzdem nichts abgekupfert erscheint.

Das ganze scheint dann noch gut gemischt mit gewissen Szenen, die mich irgendwie ähnlich surreal berühren wie etwa der Film „LOST HIGHWAY“ von David Lynch. Und genau diese Mischung trug dann bei mir zu einem perfekten Kopfkino bei.

Im Prinzip kann man aber auch einen Schuss Vampirismus in der Handlung erkennen. Auch wenn es hier absolut nicht um den roten Lebenssaft geht, den man bekanntlich als Blut kennt. Selbst das Ende des Romans lässt noch ein Hintertürchen offen für das Böse aus dem Casino, wo man locker eine Fortsetzung ansetzen könnte.

Insgesamt betrachtet kann ich nur wiederholen, das der Autor John Torrance mit seinem ersten GK-Roman hier auch gleich einen spannenden wie atmosphärisch geradezu perfekten Roman abgeliefert hat, der mich hinsichtlich der Handlung mehr als nur überraschen konnte. Bitte gerne mehr davon. 

© by Konrad Wolfram

Keine Kommentare: