Vampira 9
Diener des Bösen
von Adrian Doyle
(Manfred Weinland
Während
sich Lilith auf den Rückflug nach Sydney befindet, nimmt Landru erneuten
Kontakt zur Vampirsippe von Neu-Dehli auf und taucht dort unter.
Währenddessen begibt sich Maryann Rosehill, deren Schwester Patricia von Leroy Harps ermordet wurde, zusammen mit ihrem Vater Paul Rosehill und der mysteriösen Greisin und Hellseherin Carlotta Frost auf die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester und brechen in die Wohnung von Leroy Harps ein.
Dort
gelingt es Carlotta Frost mit ihren medialen Fähigkeiten, erste Bilder vom
Aufenthaltsort von Harps zu ‚empfangen‘. Paul Rosehill begibt sich daraufhin bewaffnet
zu dessen Aufenthaltsort, wird aber von Harps getötet.
Unterdessen
erreicht Lilith per Flugzeug den Airport von Sydney, wo sie von Beth abgeholt
wird. Die Reporterin informiert die Halbvampirin über den Polizisten Jeff
Warner, der nach den Ereignissen auf dem Paddington-Grundstück nach Lilith
sucht.
Nachdem
Beth einen Anruf von Maryann erhält, sich zu ihr begibt und dort mit der
Hellseherin Frost konfrontiert wird, bekommt Lilith einen Besuch von Jeff
Warner, der sich mit ihr nachts auf dem Paddington-Grundstück Treffen möchte.
Danach
erreicht sie ein Anruf von Beth und zusammen mit der Reporterin und der
Hellseherin begibt sich die Halbvampirin zum Aufenthaltsort von Harps. Dort
finden sie nur die Überreste von Paul Rosehill. Von Leroy Harps ist nichts zu
entdecken.
Lilith
begibt sich daraufhin zum Versteck der Vampire von Sydney, die anscheinend ihr
Refugium verlassen haben. Dort kommt es zum Kampf mit einem Ghul, der durch
eine Bombe Landrus, die dieser in den Schrumpfkopf von Liliths Vater versteckt
hat, vernichtet wird.
Die
Halbvampirin kehrt zu Beth zurück. Dort kommt es zwischen der lesbischen
Reporterin und Lilith zur ersten sexuellen Vereinigung.
Nach
ihrer ersten lesbischen Liebesnacht trifft sich die Halbvampirin mit Jeff
Warner, der sich als eine Art ‚Manifestation‘ des ehemaligen Hauses entpuppt.,
auf dem Paddington-Grundstück
Warner
erzählt ihr, dass die, die Lilith ihre Bestimmung gab, um Schadensbegrenzung
bemüht sei und zudem Befreier ausgesandt habe. Diese Befreier entpuppen sich
als die Früchte des Baumes, die auf dem Paddington-Grundstück geerntet wurden.
Diese
Früchte sind in der Lage, die Kreaturen der Finsternis zu befreien und sie in
einen Menschen zurückverwandeln, der auf Liliths Seite stehen und kämpfen wird…
- Erschienen am 23.
August 2011
Auf den ersten 20 Seiten von „DIENER DER FINSTERNIS“
passiert nicht gerade sehr viel. Zudem wird die Ermordung von Paul Rosehill auf
den nachfolgenden Seiten überhaupt nicht ‚beschrieben‘, sondern einfach nur mit
den Worten: „Paul Rosehill zog die Waffe und feuerte die Trommel in rascher
Folge leer. Damit begann alles Leid. Für ihn…“
Das war es dann auch schon mit der Spannung. Das ganze
hätte man ruhig durch einen neuen, eingeschobenen Text etwas ergänzen können.
Stattdessen werden Rosehills Überreste dann später von Vampira, Beth und
Carlotta Frost gefunden.
Nach 21 Seiten taucht dann endlich auch Lilith Eden in
dem Roman auf, die nach Sydney zurückgekehrt ist. Dort wird sie schließlich mit
Jeff Warner konfrontiert, der ihr eine Menge Informationen von der ‚Person‘
übermittelt, die Lilith ihre Bestimmung gab.
Zudem bekommt sie mit den Früchten des Baumes des
Paddington-Grundstückes eine ‚Waffe‘ in die Hand, um die Kreaturen der
Finsternis wieder in Menschen zurück zu verwandeln.
Das erste Versuchskaninchen ist dann auch Leroy Harps.
Und Lilith gelingt es tatsächlich diese Kreatur der Finsternis mithilfe der
Frucht wieder in einen Menschen zurück zu verwandeln.
Alles in allem bekommt der Leser mit dem spannungsarmen
Roman „DIENER DER FINSTNIS“, wie beim Abschlussband der Blutbibel-Trilogie,
wieder eine Menge Informationen um die Ohren geschmissen, wodurch neue Rätsel
und Geheimnisse ‚aufgestellt‘ werden, um vermutlich die Neugierde der Leser weiter zu
wecken und sie dadurch weiter an die Serie „VAMPIRA“ zu ‚binden‘.
© by Ingo Löchel
Folgender
Abschnitt in dem Roman, konnte als neuer Text identifiziert werden:
»Was für eine abgefahrene Type!«
Dr. Ernest Huxley nickte und blinzelte Rhy Fairless, seiner Kollegin, über den Rand der Kaffeetasse hinweg zu. Dann setzte er die Tasse an die Lippen und schlürfte etwas von dem brühend heißen Gebräu.
»Nicht zu fassen, dass er die Frauen so bestialisch ermordet haben soll«, sagte Huxley, »aber dem Stand der Ermittlungen zufolge...«
»Er sieht so harmlos aus. Dieser Gesichtsausdruck ... fast selig schaut er drein. Als wäre er mit sich im Reinen. Als hätte er sich nicht das Geringste vorzuwerfen ...« Rhy Fairless konnte sich gar nicht bremsen, ihre Eindrücke wiederzugeben.
Huxley hatte sie gebeten, einen Blick auf seinen Patienten zu werfen. Die Polizei hatte ihn beauftragt, ein Gutachten über dessen Geisteszustand zu erstellen. Der Anklagevorwurf - Mord aus niedrigen Beweggründen - basierte in allererster Linie auf den Aussagen der Schwester eines der Opfer. Und natürlich aus den Funden in der Wohnung des mutmaßlichen Killers.
»So harmlos, wie er wirkt, kann er schon deshalb nicht sein* weil er sich
sein Geld auf einem hart umkämpften Markt verdient hat«, sagte Huxley. »Verabschieden wir uns von dem Gedanken, dass er das ist, was er uns hier vorzuspielen versucht: der nette Herr von nebenan.«
»Bestreitet er die Taten denn?«
Um Huxleys Lippen spielte ein dünnes Lachern. »Das ist es ja: Er bestreitet nichts. Er bereut es aus tiefstem Herzen. Sagt er. Aber schon die Art, wie er Reue zeigt...«
»Was meinst du damit?«
»Er tut es, als wüsste er, dass ihm...« Er zögerte.
»Was?«
»Du wirst mich gleich selbst für verrückt halten.«
Sie nickte. »Möglich. Aber Indizien dafür gab es schon früher.« Sie lachten beide. Sie mochten einander, auch über die Grenzen ihrer beruflichen Berührungspunkte hinaus. »Also?«
»Nun, er bereut in einer Weise, als wüsste er, dass ihm ... für seine Taten bereits vergeben wurde.«
»Wenn das so wäre«, sagte Rhy, »hat er sich aber geschnitten. Ich glaube nicht, dass das Gericht -«
»Ich rede von einem anderen Richter.«
Huxley stellte die Tasse auf ein Tischchen vor dem Venezianischen Spiegel, durch den sie in den Nebenraum blicken konnten, wo Leroy Harps unter der Aufsicht eines Beamten darauf wartete, dass der Gutachter zurückkehrte und die Unterhaltung mit ihm fortsetzte. Huxley hob die Hand und wies mit gestrecktem Zeigefinger zur Decke.
»Ich meine die Instanz, die über allem steht - sofern man an sie glaubt.«
»Gott?«, fragte Rhy. Sie wirkte konsterniert.
Er nickte. »Sieh ihn dir noch einmal genauer unter diesem Aspekt an. Dieser tiefe Friede, der sich in seiner Mimik niederschlägt. Er fürchtet keine Bestrafung, wird alles akzeptieren, was man ihm aufbrummt. So tritt jemand auf, der die Gewissheit hat, dass weltliche Gerichte nicht anfechten können, was ein anderes, höheres ihm bereits auferlegt hat.«
»Was soll das sein? Gott würde einen bestialischen Mörder nicht einfach...«
Huxley schüttelte den Kopf. »Das wissen wir nicht. Oder?«
Für einen Moment huschte ein Anflug von Erschrecken über Rhys Gesicht. Dann ging ein Ruck durch sie. »Ich lasse dich jetzt allein mit deinem Verrückten. Ich kann dir da nicht weiterhelfen, das merkst du ja. Tut mir leid...«
Sie flüchtete regelrecht aus dem Raum ... und stieß draußen beinahe mit zwei elegant gekleideten Männern zusammen, die gerade zum Türknauf hatten greifen wollen. Einen Moment stutzte sie, dann ging sie weiter.
Dr. Ernest Huxtey blickte irritiert auf, als die Männer zu ihm in den Raum traten. »Ich kann jetzt keine Störung gebrauchen. Wer -«
Er änderte seine Meinung.
Kurz darauf sah er zu, wie die Männer in den Nebenraum gingen und Leroy Harps aufforderten, ihnen zu folgen.
Harps zeigte keinerlei Argwohn -genau wie Huxley.
»Ein interessanter Fall«, erinnerte er sich an die Worte des einen Anzugträgers. »Sie müssen sich darum nicht länger kümmern, Doktor. Er ist bei uns in den - auch fachlich - allerbesten Händen; Dieser Mann ist Mitglied unserer Gemeinschaft, irgendwie. Niemand wird je wieder Scherereien mit ihm haben.«
Dr. Ernest Huxley hegte daran nicht den geringsten Zweifel. Die Kompetenz der Besucher stand außer Zweifel.
Beim gemeinsamen Kantinenbesuch fragte Rhy: »Bist du schon vorangekommen?«
»Womit?«
»Mit dem >seligen Killer<.«
Er sah sie seltsam an. Kaute weiter. Schwieg.
»Leroy Harps!«
Er überlegte. »Ich habe den Fall abgegeben.«
Sie war verblüfft. »An wen?«
»Wärst du interessiert gewesen?«
Sie schauderte, schüttelte den Kopf.
»Lass uns über andere Dinge reden«, bat er.
Obwohl sie ein Mysterium witterte, hakte sie nicht länger nach. Ihre Gedanken wanderten zu den beiden Fremden, mit denen sie fast zusammengerasselt wäre - sie hatte ihre Gesichter schon wieder vergessen.
Und das Stimmchen in ihrem Kopf, auf das sie sich zeitlebens hatte verlassen können, riet ihr, auch den .seltsamen Patienten zu vergessen.
»Eine kluge Entscheidung«, sagte Huxley.
»Bitte?« Sie fühlte sich in ihrem Denken ertappt.
»Es war eine kluge Entscheidung, den Fall abzugeben. Sollen sich andere mit ihm herumschlagen. Vielleicht kommen sie besser an ihn heran. Dringen tiefer in die Materie ein.«
Dessen schien er sich völlig sicher zu sein.
»Wie heißt der Kollege, der sich jetzt um ihn kümmert?«
»Molyneux«, sagte Huxley. »Geoff Molyneux, eine absolute
Koryphäe.«
(Aus „Diener des Bösen, Seite 63-64)
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