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Samstag, 30. Mai 2026

Dr. Morton Band 72: Der Killer aus der Kälte - Vergleiche mit der Originalfassung

Dr. Morton 72

Der Killer aus der Kälte 

von John Ball

 Auf Londons Straßen fallen Menschen ohne ersichtlichen Grund einfach tot um. Scotland Yard ist ratlos. Staatsanwalt Maddox erhält vom Ministerium den Befehl, Lord Morton einzuschalten. 

Im KMI hatte Scotland Yard sich in der Vergangenheit für Glenn Morton interessiert (S. 6), in der OF ermittelt man noch immer gegen ihn; Inspektor Quester ist ihm auf der Spur, aber Morton kann nichts nachgewiesen werden (S. 9). 

In der OF passt es Maddox nicht, dass Morton zu Rate gezogen wird und Grimsby lässt ihn als Typ erschaudern (S. 10–11).

Maddox lässt Morton und Grimsby eine der Leichen abholen. Beim Transport der Leiche werden sie von Unbekannten bis zur Klink verfolgt. In der OF möchte Grimsby die Verfolger in eine Falle locken, um neue Testobjekte für anstehende Versuchsreihen zu erhalten (S. 15).

  • Original-Fassung (OF), Romantruhe, Juli 2021
  • Erstveröffentlichung: Dr. Morton Kriminal-Magazin International (KMI) Nr. 1, 1976

Die Leiche wird in die unterirdische Anlage gebracht. In der OF erfährt man, dass Reginald Dee bereits einen Raum vorbereitet hat, in dem schon mancher Schwerverbrecher sein Leben ausgehaucht hat (S. 18).

Stolz zeigt Morton Sir Henry seine neueste technische Anschaffung: einen computergesteuerten Body-Scanner, der mittels Tomografie ein Objekt schichtweise darstellen kann. In der OF verrät er, dass es in den geheimen Räumen ein zweites, „blutiges“ Gerät für seine Hirnforschung gibt (S. 21).

In einem Londoner Kino wird ein weiterer Anschlag verübt. Die Polizei versucht vergeblich, die Mörder zu fassen. In der OF fällt niemandem auf, dass Sir Henry und Maurice Vaultier einen der Täter in einen Transporter drängen können (S. 27).

Grimsby verfolgt die anderen Mörder durch die Kanalisation. In der OF entdecken ihn zwei Polizisten: einem sticht Grimsby sein Messer ins Herz, dem anderen schneidet er die Kehle durch (S. 30). Ihre Leichen, die es nur in der OF gibt, werden von anderen Beamten entdeckt (S. 32).

Grimsby berichtet Morton, dass seine Verfolgung vergeblich war. Im KMI ermahnt dieser ihn, sie hätten keinen Auftrag, sich in die Geschichte einzumischen (S. 17). In der OF beruhigt er Grimsby, da sie zumindest einen der Mörder gefangen hätten (S. 37).

Es gibt weitere geheimnisvolle Morde, ein sehr hoch gestelltes Mitglied aus dem Ministerium bittet Lord Morton, sich darum zu kümmern: die Jagd ist freigegeben (sogar in offizieller Mission, wie es in der OF heißt, S. 38 ).

Grimsby und Sir Henry machen sich an die Arbeit. Ersterer gerät in die Gewalt der Verbrecher, den zweiten lassen sie laufen, um Morton eine Nachricht zu überbringen: man werde sein ganzes Team töten, wenn die Nachforschungen nicht eingestellt würden (und der nur in der OF gefangene Mitarbeiter nicht freigelassen werde, S. 47).

Morton trifft sich mit dem Boss der Gangsterbande, ohne dass offenbart wird, um wen es sich handelt. Der Anführer ist ein „Mad Scientist“, der mit Tausende Jahre altem Material aus der Antarktis experimentiert – die vielen Toten in London waren nur Pannen.

Zur gleichen Zeit kann Grimsby sich allein befreien, er teilt Schläge aus und schießt um sich. In der OF bricht er einem Bewacher mit lautem Knacken das Genick (S. 54) und schießt einem anderen den halben Schädel weg, sodass Blut- und Hirnmasse an die Wand klatschen (S. 55).

Im großen Finale sind die Polizei und Team Morton gemeinsam im Einsatz, als die ganze Bande in Feuer und Explosionen umkommt. Nur der geheimnisvolle Boss kann entkommen. Später telefoniert dieser mit Morton und bedroht ihn.

In der OF folgt noch eine halbe Seite (S. 59), wie der gefangene Mörder unter den „blutigen“ Body-Scanner kommt, aber der Roman endet mit seinem markerschütternden Schrei ohne weitere Aufklärung – Fortsetzung möglich.

In beiden Versionen reden sich Glenn Morton und Cynthia Barrington sowie auch Sir Henry mit ihren Vornamen an. Im KMI duzen sie sich, aber in der OF sagen sie „Sie“ zueinander.

Nach Ablauf der Vorausindizierung über einen Zeitraum von 12 Monaten kommt es zum Reboot: die Erstausgabe „Dr. Morton Kriminal-Magazin International“ erscheint. 

Das inhaltliche Konzept wurde grundlegend verändert: 

Morton und sein Team unterstützen die britische Regierung und helfen Scotland Yard. Experimente in geheimen Versuchsanlagen sind keine Motivation mehr für den Arzt, die Initiative geht nicht mehr von ihm aus, sondern von seinen Gegenspielern.

Das Wort „Grusel“ taucht nie wieder auf. Alle Figuren sind jetzt asexuell und aromantisch. Der unter diesen Rahmenbedingungen geschriebene Roman enthielt ein paar Gewaltbeschreibungen, die dann aber letztlich fürs KMI doch noch gestrichen wurden.

Der Verlag experimentierte auch mit dem Format: das Heft hat die Größe eines aufgeklappten Heftromans im Hochformat, 32 Seiten plus einen vierfarbigen Umschlag. 

Zum Abdruck kommt außerdem der erste Teil eines Der-Lord-Romans, der auf drei Fortsetzungen aufgeteilt wurde.

Auf Seite 2 erscheint ein realistisch gestaltetes Fake-Telegramm. 

Damit wird ein Spielchen aus "Dr. Morton Großband 1" fortgeführt (John-Ball-Interview und Daily-Mirror-Artikel über die Verleihung des Adelstitels), um die Grenze zwischen Fiktion und Realität zu verwischen. Das Titelbild ist eine Collage aus Dr. Morton Nr. 3 und Silber Grusel-Krimi Nr. 243.

© by Helge Ebsen

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