Translate

Dienstag, 18. August 2026

Filmriss

Gespenster-Krimi 205

Filmriss

von Kaspar Ritter

Eigentlich hatten sich Leon und seine Freundin Jana auf einen besonderen Kinoabend eingerichtet, bei dem sie einen alten und lange verschollenen Schwarz-Weiß-Gruselfilm sehen wollten.

Doch plötzlich ist alles nicht mehr so, wie es eigentlich hätte normalerweise sein sollen. 

Und dann reißt der Film plötzlich und niemand bemerkt zuerst, das aus dem Film etwas entwichen ist, was niemals hätte diese Welt betreten dürfen.

Zwar verlassen Leon und Jana das Kino frühzeitig, doch auf ihrem Weg werden sie von einem seltsamen dunklen Schattenwesen, ähnlich wie im Kinofilm angegriffen, welches Leon wie eine Bestie zerreißt.

Und während später Hauptmeister Schmidt von der Münchner Kripo die seltsame Aussage von Jana ihrem Schockzustand zuschreibt, hört die Kommissarin Valerie Herbst doch schon genauer hin und glaubt der einzigen Zeugin. Denn ihr Vater, der Historiker Günther Herbst ist quasi auch ein Fachmann auf dem Gebiet der Parapsychologie.

Doch Schmidt kann Valeries Auffassungen nicht teilen und geht lieber einen rationalen Weg, der in der gleichen Nacht auch in einem unbekannten Mann im Ort Falkenstein einen potentiellen Verdächtigen sieht.

Valerie, die sich weitere Informationen per Telefonat von ihrem Vater holt, wird indessen bei ihren Kollegen bald eher als Spinnerin abgetan, zumal man hier auch über das Steckenpferd ihres Vaters Bescheid weiß.

Doch dann kommt es zu einem neuen bestialischen Mord und man muss den bisher Tatverdächtigen wieder freilassen. Doch es dauert nicht lange und auch der läuft wie kurz darauf Hauptmeister Schmidt selbst in die blutigen Klauen des Monsters.

Nun ist man auch seitens der Polizei bereit, Valerie zuzuhören, welche auf Angaben ihres Vaters an eine Art Elementargeist bzw. Werwolf glaubt. Und so beschafft sie sich bei einem verschrobenen Waffennarr im Ort einige Silberkugeln.

Als es der Polizei und Valerie gelingt, die Kreatur zu stellen, scheinen jedoch selbst Silberkugeln diese Bestie nicht aufhalten zu können. Dafür hat sich Valerie durch ihren Angriff auf die Kreatur allerdings selbst zu dessen nächsten Opfer ins Blickfeld gerückt.

Nun liegt die letzte Hoffnung für Valerie in den Kenntnissen des Filmexperten Dr. Elias Richter, welcher wissen müsste, wie im Film damals die Bestie doch noch besiegt werden konnte.

Denn da das Monster sich in der Realität aufhält, kann man vom restlichen Filmmaterial keine brauchbaren Schlussfolgerungen mehr ziehen, da hier das Monster nun auch nicht mehr im Film präsent ist.

Doch diese Lösung, bei der Valerie die Unterstützung von Kommissar  Berger benötigt um die Kreatur zu besiegen, wäre auch ihr unausweichlicher Tod, wenn dabei auch nur ein kleiner Fehler passiert.

  • Erstveröffentlichung: Am 15. August 2026
  • Autor: Kaspar Ritter
  • Ein Einzelroman

„Wie gebannt blickte sie zu Leon, der dem Schatten nun alleine gegenüberstand. Letzterer wickelte sich um ihn, ein schwarzes Nichts, das ihn vollständig umschloss.“ (Gespenster-Krimi/Band 205, "Filmriss"/Seite 15)

Der Roman „FILMRISS“ von Kaspar Ritter spielt hier nicht nur gekonnt mit einer düsteren Atmosphäre, sondern auch mit so manchen bekannten Elementen, wenn es sich um Kreaturen wie etwa Werwölfen, Vampiren oder andere bekannte Elementargeister handelt.

Das wäre allerdings zu einfach, zumal hier ja auch schnell ein alter Waffennarr aus dem Hut gezaubert wird, der zufällig auch ein Paket mit einigen Silberkugeln besitzt.

Aber auch diese Klischees weiß der Autor Kaspar Ritter gekonnt zu umschiffen, wie auch alle weiteren bekannten Möglichkeiten der Bekämpfung von bekannten Schattenwesen, wie etwa Amulette, okkulte Symbole, Kruzifixe oder das zitieren biblischer Texte.

Denn die einzige Möglichkeit, wie diese Kreatur aus einem alten Gruselfilm vernichtet werden kann, findet sich im Inhalt bzw. im Finale des Film selbst. Zumindest sollte diese dort liegen. Nur das Monster befindet sich durch den Filmriss ja nicht mehr im Film. Zeit also, jemanden zu finden, der diesen Gruselfilm wie seine Westentasche kennt.

Die Lösung ist also durchaus recht interessant durch den Autor aufgebaut und umschifft so gekonnt die meist üblichen Maßnahmen, mit denen bekanntlich solche Kreaturen des Bösen in der Regel wieder zur Hölle geschickt werden. Und genau das macht die Handlung so spannend, dass man den Roman eigentlich nicht mehr aus der Hand legen will.

Und der Autor baut sogar zwei Hintertürchen ein, sollte vielleicht der Ruf nach einer Fortsetzung seines Romans erfolgen. Denn am Ende gibt es eben keinen wirklich toten Körper dieses Monsters, an dem man sich klammern könnte.

Und auch der hilfreiche Filmexperte wendet kurz ein, dass der Tod des Monsters nur dann gesichert ist, wenn niemand damals eine Fortsetzung des Films gedreht hat, in dem das Monster wieder aufersteht.

Doch von einer Fortsetzung ist ihm persönlich ja nichts bekannt, was aber nicht unbedingt viel heißen muss, denn der Originalfilm galt ja auch über fast einem Jahrhundert als verschollen.

Ob wir uns allerdings deshalb auf ein Wiedersehen mit der Kommissarin Valerie Herbst und dem Filmmonster freuen können, lasse ich einmal dahin gestellt, denn meine Kristallkugel ist gerade in ihrem wohlverdienten Urlaub. Trotzdem sollte man sich diesen Roman von Kaspar Ritter nicht entgehen lassen.

© by Konrad Wolfram

Keine Kommentare: