Gespenster-Krimi 205
Filmriss
von Kaspar Ritter
Eigentlich
hatten sich Leon und seine Freundin Jana auf einen besonderen Kinoabend
eingerichtet, bei dem sie einen alten und lange verschollenen
Schwarz-Weiß-Gruselfilm sehen wollten.
Doch plötzlich ist alles nicht mehr so, wie es eigentlich hätte normalerweise sein sollen.
Und dann reißt der Film plötzlich und niemand bemerkt zuerst, das aus dem Film etwas entwichen ist, was niemals hätte diese Welt betreten dürfen.
Zwar verlassen
Leon und Jana das Kino frühzeitig, doch auf ihrem Weg werden sie von einem
seltsamen dunklen Schattenwesen, ähnlich wie im Kinofilm angegriffen, welches
Leon wie eine Bestie zerreißt.
Und während
später Hauptmeister Schmidt von der Münchner Kripo die seltsame Aussage von
Jana ihrem Schockzustand zuschreibt, hört die Kommissarin Valerie Herbst doch
schon genauer hin und glaubt der einzigen Zeugin. Denn ihr Vater, der
Historiker Günther Herbst ist quasi auch ein Fachmann auf dem Gebiet der
Parapsychologie.
Doch Schmidt
kann Valeries Auffassungen nicht teilen und geht lieber einen rationalen Weg,
der in der gleichen Nacht auch in einem unbekannten Mann im Ort Falkenstein
einen potentiellen Verdächtigen sieht.
Valerie, die
sich weitere Informationen per Telefonat von ihrem Vater holt, wird indessen
bei ihren Kollegen bald eher als Spinnerin abgetan, zumal man hier auch über
das Steckenpferd ihres Vaters Bescheid weiß.
Doch dann
kommt es zu einem neuen bestialischen Mord und man muss den bisher
Tatverdächtigen wieder freilassen. Doch es dauert nicht lange und auch der
läuft wie kurz darauf Hauptmeister Schmidt selbst in die blutigen Klauen des
Monsters.
Nun ist man
auch seitens der Polizei bereit, Valerie zuzuhören, welche auf Angaben ihres
Vaters an eine Art Elementargeist bzw. Werwolf glaubt. Und so beschafft sie
sich bei einem verschrobenen Waffennarr im Ort einige Silberkugeln.
Als es der
Polizei und Valerie gelingt, die Kreatur zu stellen, scheinen jedoch selbst
Silberkugeln diese Bestie nicht aufhalten zu können. Dafür hat sich Valerie
durch ihren Angriff auf die Kreatur allerdings selbst zu dessen nächsten Opfer
ins Blickfeld gerückt.
Nun liegt die
letzte Hoffnung für Valerie in den Kenntnissen des Filmexperten Dr. Elias
Richter, welcher wissen müsste, wie im Film damals die Bestie doch noch besiegt
werden konnte.
Denn da das
Monster sich in der Realität aufhält, kann man vom restlichen Filmmaterial
keine brauchbaren Schlussfolgerungen mehr ziehen, da hier das Monster nun auch
nicht mehr im Film präsent ist.
Doch diese
Lösung, bei der Valerie die Unterstützung von Kommissar Berger benötigt um die Kreatur zu besiegen,
wäre auch ihr unausweichlicher Tod, wenn dabei auch nur ein kleiner Fehler
passiert.
- Erstveröffentlichung: Am 15. August 2026
- Autor: Kaspar Ritter
-
Ein Einzelroman
„Wie gebannt blickte sie zu Leon, der dem Schatten nun alleine gegenüberstand. Letzterer wickelte sich um ihn, ein schwarzes Nichts, das ihn vollständig umschloss.“ (Gespenster-Krimi/Band 205, "Filmriss"/Seite 15)
Der Roman „FILMRISS“ von Kaspar Ritter spielt hier nicht nur gekonnt mit
einer düsteren Atmosphäre, sondern auch mit so manchen bekannten Elementen,
wenn es sich um Kreaturen wie etwa Werwölfen, Vampiren oder andere bekannte
Elementargeister handelt.
Das wäre allerdings zu einfach, zumal hier ja auch schnell ein alter
Waffennarr aus dem Hut gezaubert wird, der zufällig auch ein Paket mit einigen
Silberkugeln besitzt.
Aber auch diese Klischees weiß der Autor Kaspar Ritter gekonnt zu
umschiffen, wie auch alle weiteren bekannten Möglichkeiten der Bekämpfung von
bekannten Schattenwesen, wie etwa Amulette, okkulte Symbole, Kruzifixe oder das
zitieren biblischer Texte.
Denn die einzige Möglichkeit, wie diese Kreatur aus einem alten Gruselfilm
vernichtet werden kann, findet sich im Inhalt bzw. im Finale des Film selbst.
Zumindest sollte diese dort liegen. Nur das Monster befindet sich durch den
Filmriss ja nicht mehr im Film. Zeit also, jemanden zu finden, der diesen
Gruselfilm wie seine Westentasche kennt.
Die Lösung ist also durchaus recht interessant durch den Autor aufgebaut
und umschifft so gekonnt die meist üblichen Maßnahmen, mit denen bekanntlich
solche Kreaturen des Bösen in der Regel wieder zur Hölle geschickt werden. Und
genau das macht die Handlung so spannend, dass man den Roman eigentlich nicht
mehr aus der Hand legen will.
Und der Autor baut sogar zwei Hintertürchen ein, sollte vielleicht der Ruf
nach einer Fortsetzung seines Romans erfolgen. Denn am Ende gibt es eben keinen
wirklich toten Körper dieses Monsters, an dem man sich klammern könnte.
Und auch der hilfreiche Filmexperte wendet kurz ein, dass der Tod des
Monsters nur dann gesichert ist, wenn niemand damals eine Fortsetzung des Films
gedreht hat, in dem das Monster wieder aufersteht.
Doch von einer Fortsetzung ist ihm persönlich ja nichts bekannt, was aber
nicht unbedingt viel heißen muss, denn der Originalfilm galt ja auch über fast
einem Jahrhundert als verschollen.
Ob wir uns allerdings deshalb auf ein Wiedersehen mit der Kommissarin
Valerie Herbst und dem Filmmonster freuen können, lasse ich einmal dahin
gestellt, denn meine Kristallkugel ist gerade in ihrem wohlverdienten Urlaub.
Trotzdem sollte man sich diesen Roman von Kaspar Ritter nicht entgehen lassen.
© by Konrad Wolfram

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